Wer ist schuld an den Flüchtlingsdramen? Afrika-Insider berichten

Rotstein, Donnerstag, 25.08.2016, 21:21 vor 3472 Tagen 7007 Views

bearbeitet von Rotstein, Freitag, 26.08.2016, 15:15

Im heutigen "ef-magazin" veröffentlicht Herr Volker Seitz, Afrika-Kenner, Fakten zum persönlichen Vermögen einiger afrikanischer Regierungschefs:

http://ef-magazin.de/2016/08/25/9690-reichtum-und-armut-auf-dem-schwarzen-kontinent-die...

und am 22. August äußerte er sich zu den Ursachen der Flüchtlingsströme:

http://ef-magazin.de/2016/08/22/9665-afrikanische-eliten-wer-sind-die-schuldigen-an-den...

Ein langjährig in Ostafrika, in Guinea Bissau, tätiger deutscher Geschäftsmann erlebte vor einigen Jahren die dortige Korruption hautnah und daß die "Eliten" diese Landes nicht das geringste Interesse an Veränderungen bzw. an Fortschritt und Entwicklung zum Nutzen ihres Volkes haben, sondern nur darauf aus sind, die Weißen ins Land zu locken und kräftig "die Hände aufzuhalten".
Acht Jahre lang hatte er versucht, ein Ministerium und eine Behörde sowie den Staats- und den Ministerpräsidenten für ein nachhaltiges und ertragreiches Geschäft zu begeistern und mit ihnen zusammen aufzubauen, das dem Land einen stetigen und nicht geringen Geldfluß beschert hätte - mit Lügen wurde er hingehalten.
Am Ende tat sich nichts.
Er gewann den Eindruck, daß diese Menschen, an der Spitze dieses Staates stehend, glauben, "Arbeit" bestünde in Meetings und end- (und ergebnis-) losen Diskussionen.

Sein sarkastischer Blick auf seine Geschäftserfahrungen in Guinea Bissau:
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Wie mache ich ein gutes Geschäft in Guinea Bissau?

1. Die „Partner“ aus Guinea Bissau präsentieren mir das Geschäft und
die Gewinnaussichten.
2. Mein Investment soll z.B. 500.000 Euro betragen – ich habe dieses Geld.
3. Ich schlafe eine Nacht und überlege mir alles.
4. Den „Partnern“ aus Guinea Bissau sage ich am nächsten Tag ab, also
NIX Geld für Guinea Bissau!
5. Durch das Absagen des Geschäftes mit Guinea Bissau habe ich gerade 500.000
Euro verdient – weil ich diese 500.000 Euro ja nicht verlieren kann! Ich
habe zusätzlich Zeit gewonnen, weil ich meine Zeit, also Zeit
meines Lebens, nicht mit „Partnern“ aus Guinea Bissau verschwende!
6. Dies war eines der besten Geschäfte in meinem Leben, und deshalb
belohne ich mich selbst und gehe am nächsten Tag in den teuersten
Juwelierladen der Stadt und kaufe für meine Frau einen Ring für 50.000
Euro.
7. Danach gehe ich ins Reisebüro und buche für mich und meine Frau eine
Weltreise, die 4 Wochen dauert und 50.000 Euro kostet.
8. Ergebnis: Meine Frau und ich sind glücklich und gesund, weil ich keine
Probleme und keinen Ärger mit irgendwelchen „Partnern“ aus Guinea Bissau
habe!

Wie bekomme ich einen Diplomatenpass von Guinea Bissau?

1. Ich kenne „jemanden“ in Guinea Bissau.
2. Diese Person geht zum Passamt.
3. Im Passamt bezahlt „mein Mann“ 90.000 CEFA für die Ausstellung des
Diplomatenpasses. Dies ist die offizielle Gebühr!
4. Zusätzlich zahlt „mein Mann“ noch 1 Million CEFA an Bestechungsgeld an die
Leute im Passamt.
5. An „meinen Mann“ in Guinea Bissau zahle ich ebenfalls 1 Million CEFA.
6. Ich habe also 2.090.000 CEFA für den Diplomatenpass bezahlt, dies sind
ca. 3.200 Euro.

Was ist ein Diplomatenpass von Guinea Bissau wert?

1. Ein Diplomatenpass von Guinea Bissau ist weniger wert als 0, also
weniger wert als NIX!
2. Drei „Diplomaten – einer davon ist sogar ein „Konsul“ von Guinea Bissau,
sind derzeit in Deutschland in Haft – trotz Diplomatentitels usw.!
3. Ohne Diplomatenpass von Guinea Bissau kann mir folgendes nicht passieren:
Im Pariser Flughafen wurde ein „Diplomat“ von Guinea Bissau mit
Schlagstöcken aus der Reihe der Diplomaten in die Reihe der „normalen
Bürger“ getrieben!
Dies passiert mir mit meinem schönen deutschem Pass, der 80 Euro kostet,
nicht!
4. Ensa Sanha, ein vom verstorbenen Staatspräsidenten offiziell ernannter
Diplomat, reiste mit mir von Bissau nach Lissabon. Er musste weiterfliegen
nach New York zur UN-Konferenz und ging mit mir zusammen durch die
Zollkontrolle in Lissabon.
Die Zöllner in Lissabon scherten sich „einen Dreck“ darum, dass er
einen Diplomatenpass von Guinea Bissau hatte, und kontrollierten seinen
Koffer sehr genau!

Von: einem deutschen Geschäftsmann – 8 Jahre lang betrogen worden in Guinea Bissau!
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Rotstein

Ein Teil des Problems

Falkenauge @, Freitag, 26.08.2016, 09:46 vor 3472 Tagen @ Rotstein 3185 Views

Die einheimischen korrupten "Eliten" in Afrika sind ein Teil des Problems. Sie arbeiten mit dem westlichen Ausbeutungs-Kapital zusammen, ohne das sie auch nicht auf ihre Posten kommen.

Der westliche Finanzkapitalismus könnte seine Herrschaft in den Ländern nicht ohne eine dort herrschende Schicht durchsetzen, die z. T. (je nach Land) hinter glühendem öffentlichem Patriotismus letztlich seine Interessen vertritt und realisiert. Die Angehörigen dieser Klasse werden als Compradores (Käufer) bezeichnet; sie sind die von den neuen Feudalherren des Kapitals „gekaufte“ Bourgeoisie, die geistig und ökonomisch von ihren Herren völlig abhängig sind. Jean Ziegler unterscheidet zwei Typen: einmal die aus dem Kolonialismus überkommene Schicht der einheimischen Handlanger, die „zur neuen Führungsschicht des postkolonialen Staates aufgestiegen sind“, und zum anderen die von den ausländischen Mächten vor Ort beschäftigten „Direktoren und Führungskräfte, die wiederum örtliche Wirtschaftsanwälte, Journalisten usw. finanzieren und die (wenn auch diskret) die wichtigsten Generäle und die Polizeichefs in ihren Diensten haben."

Siehe: Der Welthunger - Produkt kapitalistischer Ausbeutung

Die Theorien sind inzwischen ziemlich veraltet. Sie bedienen das "Opfer"-Schema, allerdings SEHR ERFOLGREICH!

Olivia @, Freitag, 26.08.2016, 18:23 vor 3471 Tagen @ Falkenauge 2349 Views

Das Land, aus dem meine Tochter kommt, hat weder Bodenschätze noch sonst etwas, was die "Geschäftemacher" interessieren könnte. Trotzdem tummeln sich dort seit Jahrzehnten Massen von Hilfsorganisationen und stecken "Geld" dort hinein. Es ändert sich allerdings nicht viel.
Auf einer meiner Reisen dorthin traf ich einen "Helfer", der seit 10 Jahren dort zugange war. Er erzählte mir folgendes: Es gibt immer mehr NGO's. Die dienen inzwischen der dortigen Oberschicht als Karriereleiter. D.h. die schauen, dass sie gute Jobs bekommen und etablieren "Projekte". Außer den "Vorzeigeprojekten" läuft aber nicht viel. Bei der Bevölkerung kommt es nicht an. Alles Geld fließt durch die o.g. "Kanäle". Er erzählte auch, dass er lange in Afrika gearbeitet habe. Dazu meinte er folgendes: Solange "jemand" neben ihnen sitzt und darauf achtet, dass die "Projekte" laufen, ist alles okay. Wenn dieser "jemand" nicht mehr da ist und man die Projekte in "einfache" Hände gibt (es gibt auch Intellektuelle in diesen Ländern, aber die Schicht ist sehr dünn und lebt lieber im Ausland), dann fällt alles wieder zusammen.

Schau Dir an, in welchem Zustand China, Japan, Korea waren, als sie "geöffnet" wurden. Und schau, in welchem "Zustand" sie heute sind! DAS waren auch "Entwicklungsländer", die "ausgebeutet" wurden....... Inzwischen sind sie in vielen Dingen erheblich besser als ihre "Ausbeuter". - Ich glaube, mehr muss man dazu wirklich nicht sagen.

Ein Drama ist es, wenn man die Menschen in eine "Opfermentalität" hineinmanövriert. Das ist das Schlimmste, was man einem Menschen antun kann. Diese "Helfer" haben meist einen Schatten. Mir kommt es oft so vor, als kultivierten sie das Münchhausen-Syndrom. Grauenhaft. In vielen dieser Länder müssen Revolutionen von INNEN kommen. Das geht nicht von außen, wenn man nicht überall Krieg provozieren will.

Genauso, wie sie jetzt in Europa beginnen, zu revoltieren, weil ihre "Leader" es mit ihrer "Hilfsneurose" (haben ja gut verdient damit) komplett übertrieben haben.

Das kommt von dem ideologischen Schwachsinn, Menschen alle GLEICH zu machen. Menschen sind alle UNTERSCHIEDLICH und haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Veranlagungen. Diese Gleichmacherei ist eine ziemlich ekelhafte Krankheit und sie enthält einen massiven Disrespekt vor dem "Anderen" (Menschen).

--
For entertainment purposes only.

Vielen Dank

Falkenauge @, Freitag, 26.08.2016, 19:09 vor 3471 Tagen @ Olivia 1992 Views

für den ergänzenden Beitrag. Ich glaube nicht, dass die Beschreibungen (nicht Theorien, denn sie beruhen auf Recherchen von u. a. Jean Ziegler vor Ort) ganz veraltet sind. Aber sicher treffen sie nicht auf alle Entwicklungsländer zu, vielleicht auch auf einige nicht mehr, das kann ich nicht beurteilen.

Was ist in Deutschland anders?

Geminus @, Hessen, Freitag, 26.08.2016, 12:54 vor 3472 Tagen @ Rotstein 2950 Views

Infos über Guinea-Bissaou sind ganz interessant, wenn man verstehen will, warum diese Art von "Entwicklungs"hilfe nicht klappen kann und soll.

Aber wir sollten uns nicht zu sehr über die dortigen Verhältnisse erheben: Haben wir nicht die gleichen korrupten Cliquen, die auch gerne notfalls über Leichen gehen möchten?

Sicher - der deutsche Diplomatenpass ist mehr wert als der aus Guinea-Bissaou. Muss man ja auch mehr hinblättern für...

Was uns wirklich noch von dortigen Verhältnissen unterscheidet, sind vorrangig die Reste früher erkämpfter Schutzrechte und entprechender Institutionen (z.B. Verwaltungsgerichte), die aber nun - z.B. durch Flutung des Landes mit Gewalt - sturmreif geschossen werden und die auch von immer kleineren Teilen der Gesellschaft geschätzt werden.

Gruß,
G.

--
---
wer nur einen Hammer hat, sieht überall nur Nägel

Meine Befürchtung ...

re-aktionaer @, Freitag, 26.08.2016, 13:33 vor 3472 Tagen @ Geminus 3209 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 26.08.2016, 13:40

Der Unterschied ist in erster Linie hierin zu suchen.
Leider - denn dies macht die Situation unveränderlich, bzw. da es Common Sense ist, diese Begründung nicht zuzulassen, wird man auch keine wirksame Lösung finden.
Der europäische Kolonialismus hatte zweifelsfrei seine Schattenseiten... aber er war letzten Endes doch auch oft der Versuch, diese Länder positiv zu entwickeln. Afrika und seine Menschen sind wie ein Kind, das man sich selbst überlassen hat. Und ohne Vormund wird aus dem Kind nichts werden.

Re zum IQ-Score

Rotstein, Freitag, 26.08.2016, 15:07 vor 3472 Tagen @ re-aktionaer 2522 Views

Werter 're-aktionaer',

vielen Dank für den überaus erhellenden Link in Deinem posting!

Vor ca. 20 Jahren fand eine internationale Konferenz (ich glaube: in Kairo) statt - zur "Intelligenz der Völker bzw. Rassen".

Dort gab es einen aufsehenerregenden Eklat: ein Teilnehmer wurde hinausexpediert, weil er folgende These aufgestellt hatte:

Die intelligenteste Rasse seien die Asiaten,
dann folge die weiße Rasse und
abgeschlagen die afrikanische!

Lange Zeit hörte man von den Forschungen zur Intelligenz nicht viel, daher freut es uns, daß heute dieses Thema in der Öffentlichkeit eine Rolle spielt.

Wir fragen uns, inwieweit die Zuwanderer aus den Regionen mit einem durchschnittlichen IQ um die 70 hier in Europa Arbeiten verrichten können, zumal sie auch an einen Achtstundentag nicht gewöhnt sind!

Rotstein

Guinea-Bissau

Anrainer @, Samstag, 27.08.2016, 00:19 vor 3471 Tagen @ Rotstein 1975 Views

Guinea-Bissau liegt in Westafrika.

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