OT: Ratgeber Selbstversorgung 02: Holz- und Ofenheizung, Kachelöfen und andere Heizsysteme auf Brennholzbasis, Speicheröfen

Literaturhinweis @, Donnerstag, 25.08.2016, 17:46 vor 3472 Tagen 5703 Views

"Der nächste Winter kommt bestimmt" - wer sich noch an diese Braunkohle-Brikett-Werbung und Einzelöfen, Kohleschüttung durchs Kellerfenster oder Männer mit Zentnersäcken Kohle auf dem Rücken, die sie in den Keller trugen, erinnert, kennt auch noch ein paar Trümmerfrauen.

Da Ende August sowohl die Zeit ist, als Ofenbesitzer den Brennholzvorrat aufzustocken, wie als Mieter/Hauseigentümer sich mit der evtl. Umstellung des Heizkonzeptes noch vor dem nächsten Winter auseinanderzusetzen, hier etwas Ratgeber- und Fachliteratur dazu.

Tatsache ist, daß Holz als nachwachsender Rohstoff, zumindest in ländlichen Gebieten, einen problemlos nicht nur über den Winter bringen kann, sondern, ordentliche Waldwirtschaft vorausgesetzt, auch über den nächsten. Und den nächsten , und ... (Wobei nach Jahrhunderten auch hier sich rächt, wenn der Kreislauf nicht geschlossen wird.)

Das ist bei der Peak-Oil-Frage zumindest nicht ganz so sicher (siehe die EROI-Diskussionen hier seit langem). Und bei Pellets sollte man sich fragen, wo die herkommen. Die in Großöfen/Kraftwerken verfeuerten kommen mittlerweile per Schiff u.a. aus Nordamerika. (Wer übrigens Kanadas Waldflächen von vor hundert Jahren mit heute vergleicht, der fragt sich, warum eigentlich erst heute so ein Geschrei wegen der Abholzung Südamerikas gemacht wird.)

Eine Nachhaltigkeitsberechnung zum Holzaufwuchs war hier schon mal gepostet worden.

Was die modernen Menschen so einnimmt für eine im Keller stehende Zentralheizung, ist, daß man nichts sieht, nichts riecht und scheinbar, außer Schaltern bedienen, nichts tun muss. Rechnet man aber die Arbeitszeit, die man aufwendet, um die Heizung, den Brennstoff und vor allem die Wartung und den Ersatz nach ein, zwei Jahrzehnten zu bezahlen, stellt man fest, daß im "warmen Wohnzimmer" sehr, sehr viel eigener Hände Arbeit steckt. Und hat man sich einmal so entschieden, wird man -vorerst- auch nicht mehr ohne Verluste und erneuten Zeitaufwand da herauskommen. Ohne die Kosten für den Dämmwahn einzurechnen.

Wie schon beim Brotback-Beitrag erwähnt, steigt mit dem unverantwortlichen (und unbezahlbaren) Ausbau der "Enrneuerbaren Negergie" (ist im Übrigen nur Strom, keine Wärme, welche den eigentlichen Hauptbedarf darstellt) die Wahrscheinlichkeit eines langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfalles. (Vgl. Notvorrats-Anbieter Nater: "Die größere Gefahr ist ein Stromausfall.")

Daß dabei diese Anlagen, wenn man das Gesamtsystem inkl. der im ungünstigen, reduzierten Betriebsmodus vorgehaltenen konventionellen Kraftwerke, in Betracht zieht, netto noch nicht einmal Energie erzeugen, jedenfalls aber kein Gramm CO2 einsparen dürften, ist schon jenseits der Ironie, kostet es doch noch dazu unnötig Biodiversität und zerstört Natur- und Landschaftschutzgebiete.

Und im Katastrophenfall werden sie auch wenig nützen, dann schon eher ein Holzbackofen.

Wer also tatsächliche erneuerbare Energie nutzen möchte, und dazu noch seine Versorgungssicherheit zu erhöhen anstrebt, sollte sich ernsthaft mit den Vor- und evtl. Nachteilen von Holzheizungen/-öfen befassen. Vieles "Wissen" dazu beruht auch auf Mißverständnissen, Vorurteilen oder verkennt den technischen Fortschritt, insbes. im Brennkammer-Design, der in den letzten ca. zwei Jahrzehnten erzielt wurde. Wirkungsgrade bis zu weit über 90% der Brennstoffverwertung sind heute möglich, bei vernachlässigbarem Asche- und Staubanfall.

Als ich begonnen hatte, das Thema zu recherchieren, stieß ich auf ein Buch über einen "transportablen Kachelofen". Da begann ich mich wieder daran zu erinnern, daß ein ähnliches Konzept ("Man kann den Ofen einfach wieder zerlegen und beispielsweise beim einem Umzug mitnehmen.") vor nicht allzulanger Zeit im Gelben diskutiert wurde. Siehe auch Literatur zur "Planung von Kachelöfen".

Früher wurden Kachel-, Lehm- oder Speicheröfen etc. immer vor Ort von einem erfahrenen Ofensetzer fest eingebaut und vermörtelt, ein Umzug kam da nicht mehr realistisch infrage. Auch Reparatueren gestalteten sich, jedenfalls nach Jahrzehnten, schwierig bis unmöglich, da man meist die Originalkacheln nicht mehr nachkaufen konnte.

Zu weiteren Modellen vgl. auch das Murokausten-Prinzip, das hier früher einmal vorgestellt wurde oder den Grundofen zum Selbstbau.

Siehe auch Kachelofen- und Kaminkataloge und Kachelofen-Selbstbauanleitungen.

Wichtig ist bei Ofen/Holzheizung, wenn man nicht laufend nachlegen oder einen permanenten Wechsel zwischen warm und kalt inkaufnehmen will, daß das Ofenkonzept die Verbrennungswärme über längere Zeit speichert und verzögert abgibt. (Vgl. auch die "vierte Dimension der Heizfrage".)

Das dürfte für viele potentiellen Käufer auch ein Grund sein, sich für die heute üblichen, automatischen Heizsysteme zu entscheiden und ... sich auf sie auf Gedeih und Verderb zu verlassen. Diese Heizungen, ja, selbst viele "optimierten" Kachelöfen oder Kamine und Küchenherde mit Wasserschlangen oder Abwärmenutzung benötigen aber dauerhaft Strom. Hat man Stromausfall, sitzt man also nicht nur im Dunkeln, ohne Computer, und sieht der Tiefkühltruhe beim Auftauen zu, man friert zudem noch bei vollem Öltank oder Kohlekeller und ... evtl. frieren auch noch die wasserführenden Heizleitungen und die Wasserversorgung auf, so daß man nach Wiederanschalten des Stroms man immer noch kalt und ohne Wasser dasitzt. Ich kenne einige Fälle, u.a. aus dem Jahrhundertwinter 1979. Kaum zwei Jahrzehnte davor gabe es sowas schon mal, nur hatten da viele Menschen noch Einzellöfen und z.T. sogar noch Plumpsklos. Heutzutage droht sogar den an sich vernüftigen thermischen Solarkollektoren und -anlagen bei Stromausfall der Totalverlust, weil viele ohne Umwälzpumpe im Winter auffrieren können.

Und wenn man echten Klimawissenschaftlern glaubt, steht ein weiteres Maunder-Minimum bald bevor.

Gründe genug also, sich mit der Frage zu befassen, ob Ofenheizung, und ggf. welche, wie Holzheizung, eine Überlegung wert wäre. Im Folgenden daher etwas Literatur zu diesen angerissenenen Sachgebieten.


Der Brennstoff Holz

Wissenswertes über Brennholz - machen, lagern usw.    |    Holzheizungen allgemein    |    Sontiges zu Holzheizungen

Weniger empfehlenswert: die Pelletheizung

Pellets allgemein    |    Pellet-Heizungen


Sog. regenerative Energien allgemein

Erneuerbare Energien    |    Regenerative Energien - allgemein    |    Regenerative Energien - Biomasse    |    Regenerative Energien - Anlagentechnik

Dazu gehören auch, leider, Elektroheizungen um die Solar/Wind-Stromüberschüsse "abzufackeln". Auch ein Grund für die Subvention von Elektro"autos".


Kachelöfen - moderne Konzepte, Geschichte u.a.

Womit der Gedankengang für diesen Beittrag anfing (s.o.): Transportable Kachelöfen

Kachelöfen - Aufbau/Auslegung/Technik    |    Planung von Kachelöfen    |    Kachelofen-Ratgeber    |    Kachelöfen-Kataloge und ähnliches

Sonderformen:

Kachelöfen und Kamine    |    Kachelöfen und Luftheizung    |    Kachelöfen und Solarheizung

Steinöfen    |    Der Lehmofen

Kachelöfen - Sonstiges

Geschichte des Kachelofenbaus:

Geschichte des Kachelofenbaus - Allgemein    |    Geschichte des Kachelofenbaus in Deutschland    |    Geschichte des Kachelofenbaus in der Schweiz    |    Geschichte des Kachelofenbaus in Tirol    |    Geschichte des Ofenbaus allgemein


Ofenbau, Ofensetzerwissen, Heizungstechnik mit Berührungspunkten zu Kachelöfen/Holzheizung

Allgemeines zum Ofenbau    |    Heizungstechnik allgemein    |    Heizungstechnik - Bauwesen/Bauphysik/Auslegung    |    Heizungstechnik-Fachbücher    |    Heizungstechnik - Prüfungswissen Heizungs- und Lüftungsbauer o.ä.    |    Sonstiges zur Heizungstechnik    |    Heizungstechnik allgemein

Sonstiges - Ausführung verschiedener Heizungstypen    |    Sonstiges zu Heizungen und Ofenbau    |    Sonstiges - Werkstoffkunde im Heizungs- und Ofenbau    |    Ofen- und Heizungstechnik - Sonstiges


Sonstige Ofenkonzepte und "Zwitter", Heizen im Freien, Kamine

(Kachel-) Abwärmeöfen    |    Backöfen    |    Räucheröfen

Kamine - allgemein    |    Kamine und Ofenbau

Solarheizung    |    Elektroheizungen

Rocket Mass Heater    |    Survival - Heizen im Freien usw.


Energie-Effizienz, Energieausweis, Passiv- und Niedrigenergiehäuser, Umweltfragen

Energieeffizienz allgemein    |    Energieeffizienz - der Energiepass/Energieausweis    |    Energieeffizienz und Baukonstruktion    |    Energieeffizienz - Passiv- und Niedrigenergiehäuser    |    Sonstiges zum Thema Energieeffizienz    |    Sonstiges - Umwelt/Ökogie und Heizung

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Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

8 Monate Betriebserfahrung mit unserem Tigchel-Speicherofen

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Samstag, 22.10.2016, 12:09 vor 3414 Tagen @ Literaturhinweis 2521 Views

Hallo Literaturhinweis,

danke für die Verlinkung zu zwei meiner Beiträge im Gelben.

[link=href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=392397]Wirkungsgrade bis zu weit über 90% der Brennstoffverwertung sind heute möglich[/link], bei vernachlässigbarem Asche- und Staubanfall.

Da begann ich mich wieder daran zu erinnern, daß ein ähnliches Konzept
(Man kann den Ofen einfach wieder zerlegen und beispielsweise beim einem Umzug mitnehmen.) vor nicht allzulanger Zeit im Gelben diskutiert wurde.

Nach nunmehr 8 Monaten Betriebserfahrung kann ich schreiben: Die Tigchel-Öfen sind super genial.

Gleich zu Beginn habe ich Anfang März Messreihen erstellt über den Temperaturverlauf an den Ofenoberflächen.
Ich wartete bis jetzt mit der Veröffentlichung, weil ich zuerst mehr Erfahrung mit dem Ofen haben wollte.

Der Wirkungsgrad, die angenehme Wärme, die geringe Asche, ... einfach nur super!

In meinem Blog habe ich soeben zwei Messreihen als Diagramm sowie als PDf-Download veröffentlicht.

Viele Grüße
Konstantin

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