Insektenschwund?

mh-ing @, Samstag, 20.08.2016, 17:49 vor 3477 Tagen 9222 Views

Ich war jüngst bei Colmar campen. Im Wald waren kaum Vögel zu hören. Auch am Campingplatz mit all den Bäumen war fast Stille. (Da ist es in der Innenstadt wo ich wohne bezüglich Vogellärm deutlich lauter.) Es gab auch kaum Insekten oder sonstiges (Libellen, Schmetterlinge). Derweil gab es ganz in der Nähe Bäche, Feuchtzonen und alles andere, was man üblicherweise als Insektenbrutstätten gut kennt.
Mir kam dann der Bericht über das Insektensterben des NABU in den Sinn:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/bad-toelz-wolfratshausen-dramatische...

80% weniger Insekten binnen wenigen Jahren, so das Fazit. Es sieht wirklich so aus, dass die Insekten schwinden, nicht nur die Bienen. Die Folgen dessen sind kaum absehbar, weil letztlich der gesamte Naturschutz und Artenschutz dann wieder zerstört wird. Die Ursachen sind vielfältig, jedoch wohl vornehmlich dem Gifteinsatz in der Landwirtschaft geschuldet. Sieht man sich bei Colmar um, ist dort ohnehin nur Weinanbau und Maiszucht da, sonst ist nicht viel anderes zu sehen gewesen.

Mich würde interessieren, ob andere auch ähnliche Beobachtungen gemacht haben.

Ja und nein.

Martino @, Samstag, 20.08.2016, 18:07 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6601 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 18:12

Meine Großmutter, Witwe, über 80, noch ohne Smartphone aufgewachsen, genug Zeit, um aus dem Fenster zu schauen und guter Auffassungsgabe, meint auch, es gäbe jedes Jahr weniger Vögel zu beobachten.

Ich selber kann das nicht bestätigen, mein Parkplatz in der Innenstadt ist jedes Jahr Übungsplatz für allerlei Jungvögel...

Saluti
Martino

differenziert betrachten

Kaladhor @, Münsterland, Sonntag, 21.08.2016, 09:50 vor 3477 Tagen @ Martino 5120 Views

Hallo Martino,

vielleicht sollte man das Ganze von einer anderer Seite betrachten. Es gibt weniger verschiedene Vögel, dafür mehr Standardvögel wie Spatzen, Amseln, Elstern und Dohlen (irrtümlich werde diese oft für Krähen gehalten).

Rotkelchen, Zaunkönige und andere seltene Vögel sieht man dagegen immer seltener.

Grüße,
Kaladhor

PS:
Zumindest beim Rotkelchen habe ich noch Glück, denn in meinem Garten gibt es zwei brütende Paare... waren aber auch schon mal wesentlich mehr.

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Ich denke schon.....

ottoasta @, Samstag, 20.08.2016, 19:26 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6298 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 19:36

....denn ich wohne hier auf dem Land. Schwalben hat es noch, aber auch nicht mehr viele.

Am besten merke ich es auf der Windschutzscheibe! Ich fahre ja auf der Bundesstraße sowohl durch den Wald als auch neben Wiesen, Feldern.

Noch vor ein paar Jahren musste ich jede Woche die Scheibe sauber machen. Jetzt aber kaum noch! Wenn ich so alle 5 Wochen durch die Waschstraße fahre hat der Bediener dort nicht viel einzusprühen und mit dem Kärcher vorzureinigen. Auch auf den Scheinwerfern usw. ist kaum mehr was!

Auch auf meinem Motorradhelm (Visier) ist sehr wenig. Heuer erst einmal sauber gemacht.

Das ist mir schon letztes Jahr aufgefallen, dass da immer weniger klebt!

Auch im Garten, bei den Spinnennetzen, ist kaum was drin.
Bremsen heuer noch keine gesehen obwohl ich von Landwirten umgeben bin. Oder vielleicht deswegen? Spritzen die so doll?

Wir haben hier ja regelrechte 'Maiswüsten'! Wegen Biogasanlagen!

Ich denke, die Landwirtschaft bringt uns im Laufe der Zeit alle um!
Durch die Politikvorgaben (EU!) produzieren die auf Teufel komm raus (ist wörtlich zu nehmen!), um zu überleben bleibt denen ja nichts anderes übrig!

Hoffentlich verrecken als erste die Politiker, die dies zu verantworten haben!

Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

Die Scheibenkratzschwämme an den Tankstellen sind schon verschwunden ... (oT)

Orlando ⌂ @, Samstag, 20.08.2016, 19:28 vor 3477 Tagen @ mh-ing 5607 Views

- kein Text -

Insektenschwund – kann ich bestätigen

Leserzuschrift @, Samstag, 20.08.2016, 19:29 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6689 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 20:08

Leider stimmt es mit dem Insektenschwund. Ich lebe im Schwarzwald mit einem wunderschönen Blick in die Berge. Es gibt keine Mauersegler mehr und keine Insekten. All das habe ich in den letzten Jahren immer mit Freude am Himmel beobachtet. Dieses Jahr nix, nada, leer. Das hat mich sehr erschrocken. Bei meiner Wanderung in die Wälder, keine Vogelsingstimmen mehr. Der Wald steht in seiner stummen Präsenz immer noch da, keine Insekten mehr und keine Vogelstimmen. Habe keine Antwort darauf, im letzten Jahr war es definitiv noch anders.

Dieser Insektenschwunde ist vom letzten Jahr auf dieses Jahr erfolgt, also nicht langsam schleichend, sondern von heut auf morgen. Im letzten Sommer war der Wald noch voller Vögel und auch Insekten. Bin im Wald und im Himmel seit Jahren, weiß, wovon ich spreche. Der Wald und der Himmel sind still.

Unsere Vögel sterben (Doku)

Leserzuschrift @, Samstag, 20.08.2016, 19:33 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6456 Views

Hallo mh-ing,

die Beobachtung ist absolut richtig. Das Thema war den GEZ-Medien sogar eine Doku wert. Als Folge des Insektenschwundes sterben nämlich auch unsere Vögel. Die Tatsachen der unten aufgeführte Doku lassen einen schauern:

- Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, die es im
Baumarkt nur auf Beratung gibt, sind problemlos online
bestellbar.

- Gärten, in denen die Hauseigentümer meiner Meinung nach
am liebsten noch Desinfektionmittel versprühen würden.

- Flächenfraß durch Bebauung, die teilweise unnütz ist.
Es entstehen u. a. neue Gewerbegebiete, obwohl es
genügend gleichwertigen Leerstand gibt.
(Na? Wer haut sich da die Taschen voll?)

- Hauskatzen ...

- Klimawandel ...

Da lobe ich mir das Engagement eines Privatmannes, der sich für die Einrichtung von Biotopen engagiert, um die Vögel zu schützen.

Fazit:

Füttern der Vögel ist nun auch im Sommer nötig.
Die Tierfutterhandlungen bieten sogar in den Sommermonaten
ein umfangreiches Sortiment für wildlebende Vögel.

Traurig ist das alles.

Doku: Unsere Vögel sterben (knapp 45 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=ESbLHrFdClk

Persönliche Anmerkung:

Morgens werde ich nicht mehr durch fröhliches Vogel-Gezwitscher geweckt. Ich sehe in meinem Wohngebiet tatsächlich nur noch Tauben, Raben und Spatzen, wie es in der Doku aufgezeigt wird. Marder hätten in der Doku noch erwähnt werden können. Die leben auch in städtischen Wohngebieten.

Ein Übriges tut das Mähen mit Rasenmähern. Der saugt die Insekten an, die durch die Messer getötet werden. Die Sense ist ja heute out ... oder doch nicht?
http://www.sensenverein.de/terminliste

Es wäre daher schön, wenn jeder Gartenbesitzer kleine "Inseln" stehen lässt, in denen die Gräser ungestört wachsen können. Über Laubhaufen in der Gartenecke über den Winter freuen sich auch die Igel.

Um es mit den Worten von Erich Kästner zu sagen:
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

Freundliche Grüße

Hauskatzen, da muss ich dir energisch widersprechen...

ottoasta @, Samstag, 20.08.2016, 20:05 vor 3477 Tagen @ Leserzuschrift 6143 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 20:13

.......denn da habe ich selbst große Erfahrung!

Mein Betriebs- und Hausgrundstück war damals 1 ha, also 10.000 qm groß, mit Waldbestand Obstbäumen, Wiese usw.

Ich hatte damals bis zu 10, 12 Katzen (wenn wir Bauernhöfe 'ausräumten'), zum vermitteln.

Meine eigenen waren 6 Stück, Kätzinnen und Kater (natürlich alle kastriert).

Die haben, wenn's hoch kommt, im Jahr so 2-3 Vögel gebracht, wobei bei mir im Wald, Waldrand, Buchwerk usw. eine Menge Vögel waren und auch brüteten.
Die Zahl stimmte, denn Katzen sind stolz, wenn sie was fangen und machen ein Mordsgeschrei, bevor sie die Beute mir vor die Füße legen!
Es waren entweder ganz junge Vögel oder alte, die schon zu langsam waren.

Was mich immer verwunderte: Bei mir haben Amseln gebrütet, die nicht auf hohen Bäumen brüten! Sogar eine Nachtigall habe ich gehört!
Irgendwie haben sich die Vögel mit den Katzen arrangiert!
Morgens war im Frühjahr/Frühsommer ein riesiges Vogelkonzert, trotz Katzen!

Jetzt habe ich ein kleineres Gartengrundstück und 2 Kater.
Bei mir brüten alle Jahre 2 Rotschwänzchenpaare. Eine Menge Spatzen, Amseln usw.

Bei mir hat der eine überhaupt kein Interesse an Vögeln, jagt sehr gerne Mäuse. Der andere hat in 8 Jahren, wo ich hier wohne, 2 Vögel gebracht.

Der Irrglaube, Katzen sind Vogelfänger, der Unsinn aber immer noch weit verbreitet!

Schlimm sind aber die Elstern! Leider nur noch begrenzt zu bejagen!
Die räumen Vogelnester aus! Ich musste meine Rotschwanzbrüter extra mit einer Vorrichtung schützen!
Mein Jagdpächter hier hat mir bestätigt, dass Elstern eine Plage für Singvögel sind! Katzen dagegen harmlos.

Das Vogelsterben kann also durchaus durch die Elstern mitverursacht werden!
Bei uns haben die sich extrem vermehrt!

Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

Irgendwie komisch mit den Elstern

eddie09 @, Samstag, 20.08.2016, 21:30 vor 3477 Tagen @ ottoasta 6052 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 21.08.2016, 13:25

Immer dann, wenn ich eine Elster sehe, fällt sie entweder kurz darauf vom Himmel, vom Ast oder kommt erst gar nicht mehr vom Boden hoch.

Das sind ganz arme Viecher. So sind in den letzten 10 Jahren Hunderte von diesen Viechern davon gegangen. Freunde von mir meinen, das würde am Blick liegen.

Ich weiß nicht, irgendwie komisch. Das passiert, seitdem ich mal vor Jahren gesehen habe, wie eine Elster ein Spatzennest leerte. Da habe ich Gott gebeten, jede Elster zu beseitigen, die ich in einem Auge habe. Gott habe ich fest in der Hand.

Habe große Sorge, dass dieses Schicksal jetzt auch die Krähen und Raben ereilen könnte. Man traut sich ja gar nicht mehr vor die Tür.

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Die wollen nur spielen

Rybezahl, Sonntag, 21.08.2016, 14:43 vor 3476 Tagen @ ottoasta 4674 Views

Schlimm sind aber die Elstern! Leider nur noch begrenzt zu bejagen!
Die räumen Vogelnester aus! Ich musste meine Rotschwanzbrüter extra mit
einer Vorrichtung schützen!
Mein Jagdpächter hier hat mir bestätigt, dass Elstern eine Plage für
Singvögel sind! Katzen dagegen harmlos.

Hallo,

die Elstern und Amseln spielen sogar mit den Katzen. Sie setzen sich in die Nähe der Katzen, warten, bis diese Aufmerksam werden und fliegen im letzten Moment davon. Das ist eine durchgehende Beobachtung. Die provozieren die Katzen richtig.
An den Katzen kann es nicht liegen.

Es gibt eine interessante Möglichkeit, etwas für die Bienen zu tun:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13980.html
Dort auch der Link auf http://www.bienenkiste.de

Aber das "Viehzeuch" will ja niemand in seiner Nähe haben. Muss man sich nur mal umhören, was die Leute zu so einer Idee sagen (von Ausnahmen abgesehen).

Gruß!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Katzen

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Sonntag, 21.08.2016, 15:28 vor 3476 Tagen @ ottoasta 4849 Views

Der Irrglaube, Katzen sind Vogelfänger, der Unsinn [ist] aber immer noch weit verbreitet!

Sind sie schon, aber es ist nicht leicht für eine Katze, einen gesunden Vogel zu erwischen. Ich habe mal einen Kater (nicht kastriert) beobachtet, der einen Fasanenhahn erbeuten wollte. Die Szene spielte auf einer Obstbaumwiese, ich stand oben im Haus am Fenster. Der Kater schleicht sich von schräg hinten an einen pickenden Fasanenhahn nahe heran, setzt zum Sprung an, springt ... und landet auf der Wiese, guckt offensichtlich total irritiert nach links und rechts, aber nicht nach oben. In dem Moment, als der Kater absprang, vollführte der Fasan fast senkrecht einen Alarmstart und stieß dabei gellende Warnrufe aus.

Katzen sind auch schlau. Wir hatten ein größeres, auf einem Pfosten stehendes Futterhaus für Vögel. Eine der Katzen versteckte sich dort, konnte aber lange warten, denn die Vögel waren schlauer und blieben fern. Wir haben den Pfosten trotzdem mit Stacheldraht gesichert.

Es ist für Katzen jedenfalls erheblich einfacher, Hund und Herrchen zu erschrecken, als Vögel zu fangen.

--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

Habe noch nie so viele tote Vögel am Wegrand gesehen wie diesen Sommer

Phoenix5, Sonntag, 21.08.2016, 13:39 vor 3476 Tagen @ Leserzuschrift 4987 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 21.08.2016, 13:43

...dachte schon, ich bilde mir diese Häufung ein.

Beste Grüße
Phoenix5

Bienen gab es dieses Jahr wieder mehr

nesco, Samstag, 20.08.2016, 19:54 vor 3477 Tagen @ mh-ing 5831 Views

bearbeitet von nesco, Samstag, 20.08.2016, 19:59

Einen Vogelschwund kann ich auch nicht bestätigen, eventuell achte ich da aber auch nicht genug darauf.
Dass bei längeren Autofahrten weniger Insekten an der Windschutzscheibe kleben als noch vor ein paar Jahren, habe ich allerdings auch bemerkt.

Aber wie im Titel schon erwähnt, gab es dieses Jahr zum Glück wieder mehr Bienen. Ich befürchte nur, dass es alles gezüchtete Bienen und keine Wildbienen waren.
Diese Käfer konnte ich dieses Jahr auch häufiger beobachten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatischer_Marienk%C3%A4fer

Die scheinen den einheimischen Marienkäfer zumindest in dieser Region (Westfalen) verdrängt zu haben.

Grüße, nesco

Asiatischer Marienkäfer

MI @, Montag, 22.08.2016, 09:39 vor 3476 Tagen @ nesco 4120 Views

Die scheinen den einheimischen Marienkäfer zumindest in dieser Region
(Westfalen) verdrängt zu haben.

Ja, haben sie, leider, ist schon länger ein Phänomen. Es gab in Berlin schon Herbste, da saßen die zu Hunderten in Fensternischen und Hauswandvertiefungen. Dieses Jahr ist allerdings noch nicht viel los. Mich hat sogar mal einer beim Fahrradfahren gebissen, glaubt man ja gar nicht (ähnliche Vorfälle auch an der Ostseeküste). Seitdem sind die mir endgültig unsympatisch.

Grüße,
MI

ABM

SevenSamurai @, Samstag, 20.08.2016, 20:06 vor 3477 Tagen @ mh-ing 5933 Views

<begin Zynismus>

Es handelt sich um ABM. Unsere "Fachkräfte" können künftig die Bäume bestäuben.

China macht es vor:

https://www.youtube.com/watch?v=RvnIbs7RzS8

http://aktion-hummelschutz.de/china-bestaubung-von-hand-notig/

<end Zynismus>

Mich würde interessieren, ob andere auch ähnliche Beobachtungen gemacht
haben.

Nein. Wir haben eine Schmeissfliegenplage (die kleinen grünen Drecksdinger). Libellen waren und sind äusserst selten.

Allerdings habe ich wegen des milden Winters mit mehr Mücken gerechnet, bin aber ganz froh, dass es so wenige gibt, da diese bei mir so richtig heftige Stichwunden erzeugen.

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Insektenschwund? Ja!

Leserzuschrift @, Samstag, 20.08.2016, 20:06 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6449 Views

Ich kann die Beobachtung auch bestätigen.

Wenig Mücken und Schmetterlinge. Dieses Jahr auch sehr wenige Mai- und Junikäfer, die sonst immer sehr stark vorhanden sind (darauf gebe ich jetzt aber nichts, da dies in den letzten 5 Jahren das erste Mal ist, dass weit weniger umherschwirren).

Aber ja: damit verbunden auch weniger Vögel. Wobei Elstern und Raben hier immer noch relativ stark vorhanden sind. Auch Stare und Amseln.

Ich für meinen Teil verstreue immer über das Jahr verteilt Blumensamen auf den öffentlichen Grünflächen, was bereits zu einer schönen Vermehrung und Diversifikation der örtlichen Flora geführt hat. Das ist günstig und machbar.

Ob es langerfristig etwas bringt, bleibt abzuwarten.

Grüße

Der Mitleser

Schmetterlinge etc.

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Samstag, 20.08.2016, 21:42 vor 3477 Tagen @ mh-ing 5928 Views

Mich würde interessieren, ob andere auch ähnliche Beobachtungen gemacht
haben.

Daß Schmetterlinge und Bienen selten geworden sind, ist mir schon vor einigen Jahren aufgefallen. Und das in einer Gegend, in der es in unmittelbarer Nähe ein verwildertes ehemaliges Militärgelände gibt, welches als Naturschutzgebiet vorgesehen ist (keine Gebäude, hohes Gras und reichlich Gestrüpp und Brennesseln).

Was die Vögel betrifft, so ist es leider so, daß streunende Katzen und Hunde die Bodenbrüter zumindest stören und Rabenvögel die Brut killen. Ich habe mal beobachtet, wie zwei kleine Vögel, wahrscheinlich Meisen, unter Riesengezeter mehrere Krähen attackierten. Die Krähen wurden im Flug von den Federbällchen regelrecht gerammt, aber die kleineren Vögel haben gegen einen Schwarm Krähen keine Chance.

Streunen Katzen im Gebüsch, versuchen die Vögel sie durch laute Rufe zu vertreiben und andere Vögel zu warnen. Die Vögel sind nicht trotz der Katzen am "zwitschern", sondern wegen der erkannten Gefahr in Panik.

--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

Bei mir kräucht und fleucht es überall in Süditalien - außer Mücken.

modesto, Sonntag, 21.08.2016, 00:53 vor 3477 Tagen @ mh-ing 5754 Views

bearbeitet von modesto, Sonntag, 21.08.2016, 20:07

Guten Abend allen,

Bericht aus der Bucht von Gallipoli am ionischen Meer:

Bei mir fliegt und summt alles, was man sich nur vorstellen kann, die Vögel singen und die 50 Obstbäume trugen/ tragen schwer. Die Wildbienen und Hummeln haben ganze Arbeit geleistet.

[image]

Allerdings tun wir viel dafür, dass sich alle wohl fühlen und das ganze Jahr über zu Essen finden.
Ein paar Anregungen:

Wir haben das ganze Haus bzw. Hunderte QM Terrasse mit Duftjasmin umpflanzt, der sich hochrankt bis zum Dach und neben Schatten und Grün auch Hunderttausende Blüten bildet über mehrere Monate.

[image]

[image]

Schmale Beete begrenzen die Terrassen und sind mit immergrünen Duftkräutern als Hecken beflanzt.
Rosmarin blüht vor allem im Winter und Frühjahr, Melisse im Sommer, Lavendel ab Herbst bis Frühling. Da finden Schmetterlinge und Bienen Nahrung.

[image]

[image]

Fallobst bleibt liegen und wird von den Vögeln und Wespen verzehrt und anderem Kleingetier. Diese Insekten wiederum dienen den Vögeln als Nahrung.

[image]

Was bei uns fast völlig fehlt, sind Mücken.
Das liegt aber vor allem an den vielen Duftpflanzen, die Mücken und Schnaken nicht ausstehen können - daher wurden diese auch mit Bedacht ausgesucht.
Zudem vertilgen die Minieidechsen bei uns Etliches.

Wenn wir auf der Autobahn Richtung D. fahren, haben wir von uns im Süden bis nach Rimini Kratzschwämme in den Eimern an langen Stielen und brauchen die auch.

Allerdings gibt es hier am Stiefelabsatz keine riesigen Monokulturen und keine Gülle, keine Mastbetriebe und keine großen Landmaschinen.
Die überwiegende Anzahl der Grundstücke ernähren noch heute zum Teil die Familien und es wird 12 Monate im Jahr gepflanzt, was ständige Blüten garantiert.
Herden bestehen aus Ziegen und Schafen und sind ununterbrochen unterwegs, es gibt ja keinen Frost und der Winter ist grün.

Die Rotkehlchen kommen im Winter aus dem Norden zu uns.
Auf unserem Grundstück haben wir die 4. Generation Elstern und beobachten jedes Frühjahr die Flugversuche der Kleinen.
Spatzen nisten, aber sind sehr vorsichtig und verschwinden dann, denn wir haben jagdfreudige Hunde und Katzen.

Zumindest für Apulien auf der Seite des ionischen Meeres kann ich keinen Rückgang verzeichnen.

Allen viele Grüße
modesto

Schon 1962 das Buch ...

dottore @, Sonntag, 21.08.2016, 09:22 vor 3477 Tagen @ mh-ing 6015 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 21.08.2016, 13:25

Hi,

... "Der stumme Frühling" von Rachel Carson, in dem genau das beschrieben wurde, was uns heute Sorgen bereitet:

Zu viel Pestizide = weniger Insekten = weniger Vögel = weniger Gezwitscher.

Gruß und trotzdem schönen Sonntag - d.

Kirschen, Pflaumen, Äpfel und Pfirsiche kann ich schon lange nicht mehr essen

Schweizerkäse @, Sonntag, 21.08.2016, 10:42 vor 3477 Tagen @ dottore 5938 Views

Hallo dottore,

Zuviel Pestizide = weniger Insekten = weniger Vögel = weniger
Gezwitscher.

Nicht nur dies, ich kann das im Supermarkt käufliche Obst schon länger nicht mehr geniessen. Kirschen oder Pfirsiche sind völlig unmöglich. Roter Kopf und allergische Reaktionen sind die Folge.

Äpfel und Pflaumen gehen in bestimmten Fällen gerade noch.

Noch keine Probleme habe ich bei Südfrüchten, Bananen, Melonen oder Weintrauben.

Der Frage wäre nachzugehen, ob diese unterschiedlichen Obstsorten mit verschiedenen Pestiziden behandelt werden?

Es ist traurig und vor der Jahrtausendwende gab es diese Probleme, bei mir, nicht und ich höre von immer mehr Menschen, denen es ähnlich geht.

Man will uns systematisch vergiften und uns von Naturkost zur industriellen Produkt-Nahrung zwingen und dazu müssen Obst und Gemüse ungeniessbar werden.

Viele Melonen und Tomaten, schmeckten diesen Sommer und in den Jahren davor, nur nach Wasser und Baumwolle.

Den Supermarkt-Dreck werde ich mir nicht mehr lange zumuten. Alternativen (Bergbauernhof) werden gerade geplant.

Gruss
Schweizerkäse

Obstverzehr

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Sonntag, 21.08.2016, 11:21 vor 3477 Tagen @ Schweizerkäse 5575 Views

Der Frage wäre nachzugehen, ob diese unterschiedlichen Obstsorten mit
verschiedenen Pestiziden behandelt werden?

Es ist traurig und vor der Jahrtausendwende gab es diese Probleme, bei
mir, nicht und ich höre von immer mehr Menschen, denen es ähnlich geht.

Erste Probleme nach dem Verzehr von Obst hatte ich in den frühen 1970er Jahren. Ich hatte gekaufte Äpfel gegessen und danach wurde mir nach kurzer Zeit schlecht (sowas passiert mir praktisch nie, keine Allergien bekannt). Hinterher wurde mir bewußt, daß die Äpfel einen minimal bitteren Geschmack hatten. Supermarkt-Äpfel seitdem für mich nur noch geschält.

Vor ca. 20 Jahren ist mir nach dem Verzehr von Weintrauben schlecht geworden. Hatte vor ca. 5 Jahren wieder begonnen, Weintrauben zu verzehren (jeweils kleine Mengen je Tag, unregelmäßig, unterschiedliche Herkunft der Ware). Nach einigen Portionen wieder nach Verzehr Speiübel. Es betrifft also nicht alle Weintrauben. Seitdem keine Weintrauben mehr. Rosinen kann ich ohne Probleme in beliebiger Menge verzehren. Wäre für mich interessant zu wissen, ob frische Weintrauben ggü. Rosinen zusätzlich mit Chemie "veredelt" werden.

--
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Glyphosat auf Trauben

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Sonntag, 21.08.2016, 21:10 vor 3476 Tagen @ gwg 4883 Views

Ich habe per E-Mail einen Hinweis auf Glyphosat erhalten (Danke dafür). Nach kurzem Suchen habe ich dies gefunden:

Ich bin Winzer und Landwirt und verwende Glyphosat seit über 30 Jahren im Betrieb. Es ist völlig geruchlos, etwas ölig und im Gegensatz z. B. zu Gramaxone sehr verträglich. Angeblich wird der Wirkstoff innerhalb 6 Wochen im Boden zu 99% abgebaut.
Ich werde in diesem Jahr einen sogenannten GEP Pflanzenschutzversuch im Weinberg durchführen und diesen Wirkstoff genau dosiert auf eine definierte Fläche ausbringen uns die 28 Tage später geernteten Trauben ins Labor bringen und auf Rückstände untersuchen lassen.
Ausserdem lasse ich Ende des Jahres mein Blut und Urin untersuchen um festzustellen wieviel mg dieses Wirkstoffes wirklich in meinem Körper ist.
Ich bin überzeugt dass ein konventionell arbeitender Winzer oder Landwirt an einem Tag mehr Kontakt mit Glyphosat hat als ein Verbraucher im ganzen Leben. So gesehen müssten die Bauern schon längst alle ausgestorben sein…
Ich brauche im Jahr etwa 20 Ltr. Glyphosat um meine Rebstöcke von Fremdbewuchs zu befreien.
Wenn ich auf dieses Herbizid verzichten muß bleibt nur massiver Maschineneinsatz und viel Handarbeit um die Konkurrenz Pflanzen zu entfernen. Als Produzent für grosse Abnehmer würde ich dann sehr schnell unrentabel arbeiten….
Um wirklich sachlich mit der Frage Herbizid Ja oder Nein mitzudiskutieren sollte man sich erstenmal intensiv darum bemühen die vorhandenen Studien zu erhalten, diese versuchen zu verstehen und erst dann eine Lösung suchen. Alles andere ist Polemik und kann andere unwissenden mit Halbwahrheiten Angst machennnn

https://netzfrauen.org/2015/05/22/offener-brief-csu-bei-euch-piept-es-wohl-glyphosat-bl...

Da ist es natürlich beruhigend, daß Parkinson bei Landwirten in Frankreich als Berufskrankheit anerkannt wird.
Ich kannte mehrere Landwirte, die mittlerweile an schweren Erkrankungen (Blut, Nieren, Parkinson) verstarben.
Als Konsument ist man diesen Substanzen nicht in konzentrierter Form ausgesetzt, aber es scheint individuelle Unterschiede bei der Verträglichkeit zu geben.

--
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Auch im Weinbau?

mh-ing @, Montag, 22.08.2016, 07:40 vor 3476 Tagen @ gwg 4109 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 22.08.2016, 14:14

Dass Glyphosat auch im Weinbau eingesetzt wird, war mir nicht bekannt. Das könnte manches erklären, da Colmar eine ausgesprochene Weinanbauregion ist.
Danke für den Hinweis.

Zuschriften zum Thema Glyphosat/Erkrankungen durch Pflanzenschutzmittel

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Montag, 22.08.2016, 18:09 vor 3475 Tagen @ gwg 4332 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 22.08.2016, 18:33

Ich habe noch einige E-Mails erhalten, die ich hier leicht gekürzt wiedergebe:


I.)
Hallo, ich bin 5x Jahre alt und habe den Beruf des Winzers im elterlichen
Betrieb erlernt und diesen Beruf ein paar Jahre ausgeübt. (...) Ich habe in
jungen Jahren auch Glyphosat mit einer Spritze von Hand verspritzt. Im Sommer
hatte man kurze Hosen an und vielleicht noch ein paar Gummistiefel gegen den
Sprühnebel. Bei Wind hat man trotzdem noch Reste des Sprühnebels abbekommen. Es
befand sich kein Giftzeichen auf den Plastikflaschen. Bei anderen Giften wie
Reglone (heute verboten) und Grammoxone schon, auch haben wir Simazin verspritzt.
Die Flasche Roundup kostete Anfang der 80er Jahre etwa 100 DM. Ob eine
Gesundheitsgefahr bei Glyphosat besteht, vermag ich nicht (zu) beurteilen, es
hat sich aber oft nachträglich herausgestellt, daß bei vielen Giften dies der
Fall ist. Ich erinnere an Blei in Wasserrohren, Flaschen, Kapseln aus Blei bis
in die 80er Jahre, Holzschutzmittelvergiftungen, Asbest in Bremsen und
Baumaterial. Das Argument des Winzers kann ich nicht ganz
nachvollziehen, schließlich muß er auch das Spritzmittel mit dem Traktor und
einem Anbauspritzgerät im Weinberg ausbringen, da kann er genauso ein Mulchgerät
oder ein Boden-Grubber an seinen Traktor anbauen und damit durch den Weinberg
fahren. Da hat er pro Hektar vielleicht zwei Stunden mehr Zeitaufwand, aber
auch den Weinberg 2-3 Monate sauber.

II.)
Hallo, bei meinem Vater (ü80) ist vor 2 Jahren ein Multiples Myelom ausgebrochen.
Das ist eine Art Knochenmarkskrebs/Leukämie oder auch "flüssiger Krebs" genannt.
Ich habe mich intensiv damit befasst, auch viele Forschungsergebnisse aus
anderen Ländern gelesen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Krankheit
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Tätigkeit als Gärtner
(Produktionsbetrieb) zusammenhängt. In seinen selbstständigen Jahren hat er sehr
bewusst auf Spritzmittel verzichtet bzw. nur im Notfall eingesetzt. Ich erinnere
mich noch an den "Giftschrank" in seinem Büro, der sehr klein war. Ich erinnere
mich aber auch daran, dass es einige wenige Male große Aufregung gab und wir
Kinder einige Tage die Gärtnerei nicht betreten durften. In seinen Lehr- und
Gesellenjahren wurde dagegen nach dem "viel hilft viel"-Prinzip ohne Maske und
Schutz gearbeitet. Wir wohnen in ländlicher Gegend mit Obstbau und mein Vater
kann genau einschätzen, was die Landwirte auf ihren Feldern machen. Erdbeeren
kommen bei meinen Eltern zuhause grundsätzlich nicht auf den Tisch. Allerdings
kann mein Vater die Landwirte auch verstehen, weil die Früchte immer makelloser
sein, die Erträge stimmen und die Produkte transportabel/lagerbar sein müssen.
Dies ist eben nur mit "gewissen" Hilfsmitteln zu bewerkstelligen. Das ist das
Dilemma. Genauso, wie es der Winzer in Deinem Posting beschreibt. Was er ausser
Acht lässt, sind die schwelenden, meist individuellen Spätschäden. Letztlich
hilft der Eigenanbau ein wenig und dabei muss man mit den Launen der Natur eben
leben. Voriges Jahr waren meine Tomaten echt Panne, dieses Jahr sind sie ein
Traum und das in Töpfen an der Hauswand mitten in der Stadt. Man muss sich halt
irgendwie durchschlängeln und seinen Instinkt schärfen. Der sagt einem dann
schon, was genießbar ist und was nicht - das ist eigentlich ur-natürlich - dazu
muss man kein Öko-Lieschen werden. In diesem Sinne: Gesundheit & ein langes
Leben wünscht Dir X.

III.)
Hallo, mein Vater (1926 - 2011) war Landwirt, hat den Beruf aber Anfang der 1960er Jahre
gewechselt. Irgendwann um das Jahr 2005 herum erkrankte er, wie sich später herausstellen
sollte, an Parkinson. Kurz nach seinem Tod las ich dann die Nachricht, daß in Frankreich
Parkinson als Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt wurde. Ich habe also ein Interesse
an dem Thema, das über das Interesse eines Konsumenten an giftarmer Nahrung hinausgeht.

Ich kann mich an ein Gespräch mit meinem Vater aus den 1990er Jahren erinnern. Ein
Landwirt aus der Verwandtschaft meiner Mutter war nach schwerer Krankheit relativ jung
gestorben. Auch ein Altbauer in der Nachbarschaft meiner Eltern war seit Jahren
schwerkrank. Mein Vater meinte damals, daß es durchaus mit dem Umgang mit
Pflanzenschutzmitteln zusammenhängen könne. Man habe bis in die 1960er Jahre hinein kein
Bewußtsein für die Giftigkeit dieser Mittel gehabt und es sei vorgekommen, daß die
Spritzbrühe mit den Armen umgerührt wurde. Daß die spätere Erkrankung meines Vaters durch
diese Mittel verursacht wurde, ist nicht zu beweisen, es ist eine Vermutung.

--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

Vielleicht ist dies die Antwort

Peppercorn @, Sonntag, 21.08.2016, 16:06 vor 3476 Tagen @ mh-ing 5134 Views

Ein kuerzlich erschienener Bericht (in englisch) von William Engdahl befasst sich mit diesem Thema:

http://www.globalresearch.ca/bayer-ag-makes-bee-contraceptives-its-the-german-chemical-...

Vielleicht erklaert dies das Sterben der Insekten, Bienen, usw.

Uebrigens, hat Bayer Monsanto schon uebernommen? Konnte nichts darueber finden, dass dies bereits abgewickelt wurde.

Gruss
Peppercorn

Ist logisch, aber nicht sonderlich beunruhigend

Dirk-MV @, Punta Cana, Sonntag, 21.08.2016, 17:21 vor 3476 Tagen @ mh-ing 4981 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 21.08.2016, 19:32

Natürlich gibt es immer weniger Insekten und Vögel. Das liegt
-am übermäßigen Maisanbau (im Mais wächst nichts anderes mehr, auch die Randstreifen sind in ihrer Vielfalt ausgedünnt)
- am geringeren Anteil der Getreidefelder, die immer einen gewissen Prozentsatz an Beikräutern haben
- an der besseren Technik und Technologie auf den Äckern
und letztendlich
-an den neuen Herbiziden und Pestiziden, an die sich Flora und Fauna noch nicht angepasst haben und es wohl auch nicht werden, da deren Einsatzdauer viel kürzer ist, bis sie als langfristig untauglich oder gefährlich erkannt werden.

Aber beunruhigend ist es meiner Ansicht nach nicht. Die Tiere haben sich in überall vorhandene Nischen zurückgezogen, hört die Bewirtschaftung auf, kommen die Tiere wieder. Ich darf hier an den totgespritzten Osten erinnern, viele Tierarten habe ich erst nach der Wende das erste Mal gesehen. Die sterben so schnell nicht aus.

Warum schmecken Obst und Gemüse nicht mehr so wie früher?
In erster Linie liegt das an Euch selbst:
- Ihr werdet älter und damit lassen auch die Geschmacksnerven nach und die Unverträglichkeiten nehmen zu.
-Ihr habt jahrzehntelang ein Übermaß an Zucker, Geschmacksverstärker und Säuren zu Euch genommen, kein Wunder, dass Euch pures Gewachsenes nicht mehr so definiert schmeckt.
Macht die Probe auf Exempel. Nehmt nur 14 Tage nichts Vorgefertigtes zu Euch, weder Quark, noch Milch, Butter, Margarine, keinerlei Wurst und zubereitetes Fleisch, nichts abgepacktes, also auch keine Nespressokapseln, keine aromatisierten Getränke, nichts gezuckertes in irgendeiner Weise, keine Säfte und schon gar keine Backwaren etc pp.
Esst ausschließlich Obst und Gemüse, Kartoffeln oder Reis und fettet ausschließlich mit Ölen, trinkt nur Wasser ohne CO2.
Nach 14 Tagen braucht Ihr Eure Salate und Kartoffeln nicht mehr zu würzen oder salzen, weil sie ohne schon genügend Geschmack haben.
Nach 14 Tagen spuckt Ihr jedes Eis oder Jogurt aus oder Saft aus, weil widerlich süß. Dann schmecken auch die Früchte wieder, dann hat sogar Fleisch wieder Geschmack, ohne Knoblauch oder Soßen. Probiert es aus.

Und betreffs selber anbauen. Ich mache es und kann einschätzen, dass es eine Herausforderung ist, das Qualitätsniveau im Supermarkt zu erreichen. Eine Herausforderung, der ich auch nach 10 Jahren längst nicht immer gewachsen bin, trotz viel Zeit und Herzblut, beheiztem Gewächshaus und ohne auf Kosten zu schauen.

Nur meine Meinung
mfg
Dirk

--
Der wahre Feind eines Mannes ist Zweifel.

Danke für diesen besonnen Beitrag

MI @, Montag, 22.08.2016, 09:46 vor 3476 Tagen @ Dirk-MV 4119 Views

Hallo Dirk-MV,

wichtige Gedanken, die du hier äußerst. Jeder muss immer erst bei sich selbst anfangen und sich fragen, was der eigene Beitrag zu allem ist und in welcher Falle er oder sie vielleicht steckt. Das gibt einem dann auch wieder die Autonomie über das eigene Leben zurück.

Grüße,
MI

Eher im Gegenteil, hier jedenfalls.

Hannes, inmitten des Landes S-A d. BRD in der EU, Montag, 22.08.2016, 04:02 vor 3476 Tagen @ mh-ing 4498 Views

Altes Elbe-Gebiet am östlichen Stadtrand Magdeburgs:

Sehr viele Amseln, Drosseln, Gartenrotschwanz, Sperlinge, ... usw.

Insekten auch. Diesjahr mehrfach Hirschkäfer brummend senkrecht vorbeifliegen gesehen, auch einen toten gefunden. Seit wenigen Jahren ist hier auch die Holzbiene heimisch, manchmal ein halbes Dtzd. gleichzeitig zu sehen, an den alten Dübellöchern der Schuppenwand herumsuchend. Neulich fragte mich eine Kollegin was diese großen schwarzen Hornissen wären, die sie sah?

Balkenbohrer kannte ich früher nicht, der Käfer ist, als Made, viel in meinem Brennholz, bzw. fliegt oft vorbei.

Habe letztes Jahr Konstruktionsvollholz wegschmeißen müssen, weil beim Bearbeiten mit dem Stemmeisen ich einen Gang fand und die Made eines Hausbocks rausholte. Innen alles madig gewesen. Bauholz im Garten lagern geht also auch nicht mehr. Gefährliches Viech im Dachstuhl! [[nono]]

Wir zittern wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers, der auch neu ist hier (inzwischen ganz in der Nähe). Siehe diesen Artikel dazu: "Hunderte Bäume gefällt". Ich habe ja nix gegen die Globalisierung, aber ...
[[ironie]]

Übrigens kann ich die Vermischung des asiatischen mit dem heimischen Marienkäfer bestätigen. Letztens hat mich so ein Tier gezwickt, glaube ich. Jedenfalls geht der Migrant in Weintrauben, bekanntlich.

Hier sehr unangenehm: Wespen. Haben mir in den letzten Jahren praktisch alle Birnen faulig genagt, trotz meiner Wespenfallen (habe wöchentlich mehrere Pfd. dieser Plagegeister der Natur entnommen, jawohl!). Nagen am Stiel, da fault die Birne, plauzt dann runter.

Und ich habe den Verdacht, die Wespen kommen zu mir in den Garten, weil sie bei mir noch was zu fressen finden (Obst). Die fressen nämlich keine Thuja oder Kieswege. Werden aber per Gesetz vermehrt.

Diesjahr sollen die Wespen aber alle ersoffen sein, in ihren Erdlöchern, sagte das Radio. Scheint zu stimmen. Es gibt wirklich nicht viele dieses Jahr.

Aber Erdlöcher? Ich kenne nur Wespennester. Bei mir machten die jedes Jahr etliche dieser Papierbälle. Ich mache die weg. 2016 nicht eines, fällt mir gerade auf.

Zunehmend ist etwa Hälfte meiner Äpfel madig (habe am Spalier ein knappes Dtzd. Bäumchen, z. T. alte Sorten). Nehme allerdings (abgesehen von Kalk u. ä.) kaum Chemie.

Gerade dieses Wochenende mich entschieden: Stuttgarter Zwetschge und "Aprikosenmirabelle" grabe ich wieder aus, nur Maden und Fäulnis. Habe mir drei Jahre den Jammer angesehen, es macht keinen Sinn.

Habe letztes Jahr schon eine als robust hochgelobte Pflaumensorte deswegen gefällt, 2008 gepflanzt.

Ungeziefer seit den Neunzigern extrem zunehmend. Engerlinge, riesige Raupen (bei Interesse Details)...

Unmengen Junikäfer, aber keine Maikäfer.

Glühwürmchen habe ich auch erstmalig in den Neunzigern gesehen, nun nichts Besonderes mehr für mich.

Goldfasan ist auch schon in meinem Garten herumgelaufen. Specht oft da, Kuckuck, Fledermäuse in der Dämmerung massig jeden Abend usw.

Diese Vielfalt kannte ich zu DDR-Zeiten so nicht. Das dürfte klar sein.

Damals, in den Schrebergärten des KVSK, hatte man alles Faule und Schädliche mit Druck des Kollektivs ausgerottet, simpel sofort verbrannt. Heute ist Feuer machen im Garten hier streng verboten. Man muss sich hier bei Bedarf eine Sonder-Abfall-Tüte kaufen und soll mit dem kranken Zweiglein darin zur städtischen Deponie fahren, und das kann weit sein [[wut]]

Das "Ungeziefer" hatte es im Sozialismus schwer, in die Gärten einzuwandern. Es ging ja vor allem um den Ertrag.

Von Zecken ganz zu schweigen (sowas hatten nur Schäferhunde). Nur deswegen, wegen dieser Insekten, mähe ich so oft Gras (Gattin wurde oft schon befallen, Nymphen sind so klein, dass sie nur mit Uhrmacherlupe zu sehen sind!).

Ich hasse rasenmähen ... Aber wie jeder Insektenkundige bestätigen wird: Der Rasenmäher saugt die Insekten ab. Seit Borreliose gilt aber bei mir: Ich oder die! ("Wer wen" - Lenin [[top]] ), jedenfalls in meinem Garten.

Es gibt hier große Gebiete, die "renaturiert" wurden (damals z. B. Russengelände), das heißt in der Praxis: Heute eingezäunte "Ruderalflächen" mit künstlich angelegten Holz-Fäulnishaufen, Schutthaufen (Steinhaufen für Amphibien) usw.

Schüler bauen Insektenhotels, aber von Weißkohl und Sauerkraut-Machen keine Ahnung. Kohl-Anbau geht übrigens auch nicht, da Kohlweißling und auch sonst viele Falter hier. Schöne Schmetterlinge übrigens gibts. Vorige Woche risiges grünes Heupferd wieder, Grillenlärm ...

Porree geht nicht wegen massenhaft weißer Fliege.

Im Gewächshaus habe ich seit Juni Wein-Saison, drei Sorten, aktuell die letzte: "Muskat Bleu". Wein esse ich ungewaschen an Ort und Stelle, ist Massenobst, schaffen wir kaum, haben keine Probleme (hier berichtete Unverträglichkeiten kann ich nicht nachvollziehen). Die zwei Reben draußen sind schon mal krank manchmal, letzte wird im November Saft.

Angeblich madenfreie Himbeeren? Das sind sie nur, wenn sie noch nicht völlig reif sind. Werde ich wohl auch wegmachen, wie die Brombeeren schon vorletztes Jahr - alles madig, widerlich finde ich das.

Tomaten, Paprika usw. im Gewächshaus kerngesund - Draußen Fäule und Ameisen! Tatsache, die killen manchmal meine Tomaten an der Wurzel.

Es gibt hier viele Ameisen, mehrere Sorten! Im Mai stets Blattlausplage deswegen, interessant zu beobachten, aber dennoch sehr schädlich für den Ertrag. Diesjahr wieder Schwärme männlicher Ameisen, beeindruckend.

Fast keine Kulturbienen! Aber Hummeln und Wildbienen genügend, insbes. fürs Obst zur Bestäubung ausreichend, kann die Sorgen wegen fehlender Imker nicht verstehen.

Sehr viele "Ungeziefer"-Quellen in der Nähe. Landschaftsgestaltung verbindet die "Wildnis" mit den Gärten ("Grüne Brücken"). Heutige Gärten sind keine "Nutzgärten" mehr (gibt ja alles beim Lidl <img src=" />) Das macht es den wenigen "Nutzgärtnern" schwer.

Wie ich das meine? Zu DDR-Zeiten ging man gemeinsam gegen Unkraut vor, heute lernen die Kinder in der Schule: Es gibt kein Unkraut.

Noch ein Beispiel: Man sagt, ein Friedhof in der Nähe, und du kannst deinen Birnenplan aufgeben. Der Lebensbaum / Wacholder ist in vielen Gärten, als Hecke, oder mal eben aus dem Baumarkt mitgebracht. Sieht doch schön aus. Er beherbergt aber den Birnengitterrost. Die Sporen fliegen Kilometer weit. Da hülfe nur BASF <img src=" />

In der DDR wurde einfach der Tannenbaum im Garten verboten, Monotonie war angesagt.

Fazit: Ich kann nur eine Zunahme von Vielfalt und Arten entdecken hier, allerdings leider überwiegend "Schädlinge".

Was sind "Schädlinge"? Sind all diese hier angesprochenen Rabenvögel "Schädlinge"? Kommt drauf an. Vom Standpunkt der Singvögel aus gesehen schon.

Viele brüten in meinen Hecken und Weinreben, heute fand ich ein Nest im Holzstapel, leer. Das Nester-Räubern kann ich bestätigen.

Die Krähen hier sind aggressiv, verjagen nicht nur Raubvögel, gehen auch auf Katzen los. Im Winter sind tausende lärmend in der Stadt (Wärme). Elstern bekanntlich überall zu viele heute. Mücken unverändert, aber neuerdings seltsame Winzlinge, die Entzündungen machen, die schwer abheilen, dauernde Hautverfärbung zurücklassend. Gabs früher auch nicht. Nur die Pferdebremse ist verschwunden. Ist das einzige Insekt, was mir einfiele.

Also kein Grund zur Sorge meint

Hannes

PS: Sorge macht mir der Gedanke, wir müssten irgendwann mal hier, von Jetzt auf Gleich, wieder Gemüsebeete anlegen, weil wir dazu gezwungen werden. Dann gälte wieder "Erst kommt das Fressen und dann die Moral" und dann wäre Schluss mit der Öko-Moral, Ertrag wäre wieder alles. Das ginge dann aber nicht von Heute auf Morgen, mal eben so aus Feuchtbiotopen wieder einen Obstgarten zu machen. [[hae]]

--
Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.

Bericht aus Berlin

MI @, Montag, 22.08.2016, 09:51 vor 3476 Tagen @ mh-ing 4219 Views

Hallo mh-ing,

ich wohne seit 15 Jahren in Berlin-West. In all den Jahren sind spätestens im Juli die Insekten eingezogen, alles flog dann irgendwann in der Wohnung herum, was nervte, insbesondere wenn es die Wespen waren. Abhilfe erst durch Fliegenvorhang. Dieses Jahr war bislang keiner nötig, definitiv deutlich weniger los.

Grüße,
MI

Aus der langjährigen Eulenforschung (43 Jahre)

Centao @, Montag, 22.08.2016, 12:01 vor 3476 Tagen @ mh-ing 4355 Views

wird folgendes durch Martin Görner auch dazu berichtet.

..

Dieser Tod ist ein Symbol: 300 Uhus leben in Thüringen, mehr als je zuvor - 1954 waren es knapp zwanzig. 2015 war zudem das beste Uhu-Jahr in Thüringen seit Menschengedenken. Aus 110 Horsten schlüpften 75 Jungvögel. Das klingt nach Erfolg. Trotzdem geht es der weltgrößten Eule in Thüringen nicht gut: Die Tiere leiden Hunger - und das hat System.

Gruß,
CenTao

Andere Beobachtungen:

Domingo @, Donnerstag, 01.09.2016, 09:32 vor 3466 Tagen @ mh-ing 3551 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.09.2016, 09:43

Mich würde interessieren, ob andere auch ähnliche Beobachtungen gemacht
haben.

Vorgestern Nacht, es war warm, haben wir die Fenster "auf kipp" offengelassen. Am frühen Morgen waren Spinnen im Haus. Neue Spinnen. Alle sahen gleichgroß aus, identisch gemustert, braun-beige-weiß-durchsichtig, weiße Streifen an den Beinen, weißes Kreuz auf dem Rücken (?). Nun, soweit ok. Sie waren ähnlich den Kreuzspinnen, waren aber keine, größer, heller, längere Beine.
Gestern wollte ich an meinem Terrassenprojekt weiterarbeiten, aber siehe da, Spinne. Am Spaten, Netz Richtung Boden. Erstaunlich lange Aufhängungsfäden, unpassend dazu ein kleines Netz. Bin kein Spinnenphobiker, also das übliche Ende...

Heute morgen, genau solche Spinnen. Erst am Haus, dann weitergesucht. Am Waldrand (Westseite, 35 m entfernt) Dutzende. Netze nach dem gleichen Muster. Die gleichen Spinnen.

Die Netze voller Insekten. Ereignis als beobachtenswert eingestuft und beobachtet. Die Spinnen verticken die Insekten sofort, eine Freßorgie.

Änderungen an der Vogelpopulation kann ich hier aber nicht feststellen.

Vogelschwund? Nun gibt es offizielle Statistiken! "So wenige Vögel wie in diesem Winter hatten wir schon lange nicht mehr"

Literaturhinweis @, Mittwoch, 01.02.2017, 21:43 vor 3312 Tagen @ mh-ing 2867 Views

Ich war jüngst bei Colmar campen. Im Wald waren kaum Vögel zu hören.

Die Frage Insektenschwund bewegte ja das Forum kurzzeitig und es wurden mehrere Beobachtungen beigesteuert, u.a. auch zum Vogelsterben. Ursachen könnten die typischen Verdächtigen sein, etwa Herbizide oder Elektrosmog und ähnliches.

Vielleicht mal zur Abwechslung ein 'stummer Frühling'?

Spiegel.de: "Neue Zählung - Deutlich weniger Vögel in deutschen Gärten". Es könnte natürlich mit Herrn Schulz zusammenhängen, aber vielleicht hat ja, wer den wählt, einen Vogel und es stellt sich sogar ein Vogelvermehrungseffekt ein, wer weiß.

Jedenfalls könnte es auch mit dem o.g. Insektenschwund zusammenhängen - denn dann überleben ja auch weniger Jungvögel usw.

"Dabei war die Meisenzahl vor allem im Südwesten Deutschlands geringer, während es in Nord- und Ostdeutschland keine großen Unterschiede gab. Die Experten vermuten daher, dass die Tiere wegen des milden Winters ihre Wanderungen gen Süden frühzeitig unterbrochen haben." Ja, der milde Winter; in Berlin haben immer noch einige eine gewaltige Meise, innerhalb einer gewissen Bannmeile jedenfalls.

"An der Spitze der am häufigsten gesichteten Vogelarten blieb der Spatz, vor Amsel und Kohlmeise. Im Mai gibt es eine weitere ähnliche Zählung, bei der die Brutvögel im Fokus stehen." Die Bundestagswahl ist ja am 24. September, da sollte man nochmal zählen, je nachdem, ob Schulz oder Merkel oder LePen, äh, Petry. Die Bundespräsidentenwahl ist dagegen schon am 12. Februar.

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

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