Zusammenarbeit mit einem Psychopathen

Sundevil @, Samstag, 20.08.2016, 10:06 vor 3478 Tagen 4441 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 13:22

Wir haben hier an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit einem psychopathischen Charaktertypus diskutiert.

Nun, ich selbst hatte die Gelegenheit, mit einem zusammenzuarbeiten. Das war sehr oft sehr angenehm, denn er hatte die Fähigkeit, sein absolutes Unwissen durch sein Ego zu überspielen. Im Vertrieb, beim Kontakten, war das ein grossartiger Vorteil. Mit einer unausgereiften Idee sich zu fühlen wie Napoleon im Russlandfeldzug, käme mir nie in den Sinn. Naja, es gab halt immer die Kunden, die merkten, dass hinter dem Geschäftsmodell wenig steckte.
Dem Psycho hat das aber nichts ausgemacht. Es verlieh ihm sogar ein Charisma, welches ein wirklich Wissender kaum haben konnte, denn der würde die Vor- und Nachteile seiner Idee und oder Lösung genau kennen.

Der Nachteil in diesem Fall war, dass er dumm ist und so kam, was kommen musste. Es gab irgendwann einen Stillstand. Natürlich sind bei Psychos immer die anderen dran schuld. Je schlauer die Psychos sind, um so länger können sie aber im Sattel und an der Macht bleiben.

Nun, die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Jetzt das Beste. Nach dem wir uns getrennt hatten, weil ich mit ihm nicht weiter kam, konnte er eine der weltgrößten Banken davon überzeugen, in ihn zu investieren!
Zu diesem Zeitpunkt besass er nicht mal eine technische Lösung für das, was er verkauft hat. Ich würde das ganz klar einmal Betrug nennen. Aber hey, das ist ja das Kerngeschäft der Banken.

Ich bin sogar davon überzeugt, dass er Erfolg haben wird, denn er muss ja nur ein paar Arbeiterdrohnen um sich scharen, die für ihn arbeiten.

Nun, wer glaubt, ich hätte die Finger davon lassen sollen, der irrt und sollte sich zunächst einmal fragen, wo er selbst überall von Psychos als Arbeitsdrohne eingesetzt wird.

Für mich war das eine sehr wertvolle Lernerfahrung.

Typischer Narzisst

mh-ing @, Samstag, 20.08.2016, 11:25 vor 3478 Tagen @ Sundevil 3515 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 14:09

Nach den kurzen und knappen Informationen folgend, ist es ein typischer Narzisst. Jedoch ist das etwas noch zu ungenau, da es hier viele sehr unterschiedliche Formen gibt. Dieser Typ gehört wohl zum Typ "Die Grandiose". Aus dem Buch "Die Narzissmusfalle" R. Haller 2013 wird dieser wie folgt skizziert: http://www.amazon.de/dp/3711000371/?tag=dasgelbeforum-21

"Der klassische Typ des Narzissten, auch der "Elitäre" genannt. Wenn wir das Stichwort "Narzisst" hören, erscheint er unmittelbar vor unserem Auge: selbstherrlich, großspurig, arrogant und rücksichtslos. Kommt er zur Tür herein, zieht er alle Blicke auf sich und nimmt sofort den ganzen Raum ein - arrogant, selbstbezogen und süchtig nach Bewunderung. Der klassische "Egomane". Für ihn gibt es nur zwei Gesprächsthemen, sich und seine Taten. Was er tut, ist einzigartig, was er denkt, genial, was er erlebt, sensationell. Er kennt Gott und die Welt, aber viel wichtiger: Alle kennen ihn. Die Zuhörer sind reine Statisten, für ihn scheinbar gar nicht existent, zumindest erscheinen alle anderen blass. Obwohl er es selbst nicht weiß, ist er zu hundert Prozent von seien Bewunderern abhängig. Ohne diese wäre er nur eines: nichts.
Tipp: Wenn sie ihm begegnen, seien Sie sich Ihrer eigenen Wichtigkeit bewusst!
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Das Buch stellt auch andere Typen dar, die nicht so gleich als Narzissten zu erkennen sind.
der Beleidigte, der Demütige, der sozial Angepasste, der Konstruktive, der Fanatische, der Wüterich, der bösartige, der Parasitäre, der Amouröse, der Kompensatorische, der Perfektionistische, Narziss der Große

Die wohl einzige Umgangsformen mit Narzissten sind:
Abgrenzung, eigene Dominanz, Widerspruch und - wenn möglich - eine maximale Distanz (räumlich, emotional, finanziell ....).

Das wohl wirklich Schlimme an diesen Personen ist, dass deren Zustand letztlich von Außen nicht korrigierbar ist. Man ist mit jeder Methode hilflos, da es keinen Ansatzpunkt, keinen Hebelpunkt gibt. Das Einzige, was in jene hineinkommt sind Lob und Anerkennung. Kritik, Anregung, Korrektur prallen außen ab und erreichen nicht das Innerste. Nur dann, wenn man es geschafft hat, diese Schale zu brechen, sieht man das Innerste dieser Menschen: Armseligkeit, Angst, Zwänge und Schwäche. Jedoch, genau in diesem Zustand der Selbstoffenbarung ist der Narzisst kurz vor dem Selbstmord, in tiefster Depression und auch daraus kaum befreibar. Übersteht er diese Krise, schließt sich die Schale noch härter und der Selbsterhaltungsnarzissmus wird noch stärker als zuvor erscheinen.

Das Ergebnis einer liberalen Gesellschaft

LLF @, Samstag, 20.08.2016, 12:01 vor 3478 Tagen @ Sundevil 2648 Views

Die freie Marktwirtschaft westlicher Prägung beruht auf kurzen, schnellen Entscheidungen, so dass Psychopathen hier im Vorteil sind.
Was wären die Alternativen?
- langfristiger Beziehungsaufbau wie in arabisch-asiatischen Ländern, verbunden mit entsprechenden Produktivitätsverlusten
- kollektive Entscheidungen mit großem bürokratischem Aufwand, wie in China üblich, das bedeutet mehr Besprechungsaufwand am Anfang und am Ende weniger Fehler.

Ursache-Wirkung??

mh-ing @, Samstag, 20.08.2016, 12:25 vor 3477 Tagen @ LLF 2885 Views

Narzissten entstehen häufig durch frühkindliche Fehlprägungen und/oder auch durch entsprechend spätere Erlebnisse (Traumata), welche den Narzissten in seiner frühkindlichen Prägung (wir sind als Vollnarzissten in den ersten Lebensjahren da, nutzen alles zu unserem Vorteil und entwicklend dabei das unerlässliche Grundvertrauen, so dass wir später dann die anderen Lernschritte zum vollständigen Menschen beschreiten können).

Daher sind Narzissten in jeder Gesellschaft da und immer vorhanden. Durch unsere Zerstörung der Familie produzieren wir hier aber mehr Narzissten als frühere Zeiten (so eine Behauptung). Die Chinesen mit ihrer Einkind-Politik haben aber noch in viel stärkerem Umfang das geschafft. Hier wachsen Familienprinzen auf, die absolute Aufmerksamkeit, Pflege und Zwendung erhalten und somit für die Größten halten. Daher ist China eher noch stärker hier betroffen, wobei evtl. der genannte kulturelle Ansatz hier etwas mindern kann.

In der arabischen Gesellschaft ist über die Hierarchie und die Großfamilienstruktur wirklich ein gutes Schema da, eben solche Auswüchse zu begrenzen und zu korrigieren. Dann aber, wenn aber die "Fürsten" dieser Familie die Narzissten sind, ist das auch nicht hilfreich und führt in die Krise.
Daher ist die Annahme, diese Kulturform verhindert den Narzissmus auch eine Illusion.

Küchenpsychologie

Eric @, Sonntag, 21.08.2016, 17:05 vor 3476 Tagen @ Sundevil 1725 Views

Naja, nehmt es mir nicht übel, aber bei solchen Laiendiagnosen bin ich immer vorsichtig. Es gibt ganz klar ein Narzissmus-Problem in unserer Gesellschaft (siehe Hans-Joachim Maaz, Die narzisstische Gesellschaft), aber wenn Nicht-Psychologen anfangen, ihren Bekannten eine schwere Persönlichkeitsstörung anzuheften, finde ich das etwas lächerlich. Es gibt auch so genug dumme Menschen, die egozentrisch sind und keine Ahnung von nichts haben. Die Grenzen ins Pathologische sind fließend.

Insbesondere Alex Benesch und andere Truther tendieren dazu, nur noch Psychopathen und Narzissten um sich herum zu sehen. Und selbst wenn das stimmen würde: Dahinter verbirgt sich ein Mensch mit großem psychischen Leidensdruck und einer miesen Kindheit. Also eher nichts, was man (wie es manchmal durchaus in abwertender Weise geschieht) als narzisstisch oder psychopathisch stigmatisieren sollte. Der "Normale" ist mit seiner Schablonenhaftigkeit oft genauso krank.

Butter bei die Fische

Sundevil @, Sonntag, 21.08.2016, 17:30 vor 3476 Tagen @ Eric 1515 Views

OK,
Dann waere es doch ganz toll, wenn ein paar Fachleute uns erklaeren, wie genau man eine solche Stoerung diagnostiziert.

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