Ist Tor tot? - Sicherheit bedingt gewährleistet

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 06:54 vor 3479 Tagen 6040 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 07:25

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Affaire um den Tor Pop-Star Jake Apfelbaum. Seit dieser Affaire hat bei Tor das Management gewechselt. Viele ehemalige haben das Projekt verlassen und somit muss man auch ganz klar erkennen, dass wo Tor draufsteht nicht mehr Tor drinnen ist.

Als Aussenstehender denke ich, dass harte, charismatische Vorkämpfer für die letzte Bastion gegen die Staatenmächte, mit wenig charismatischen Personen, also Personen vom Mitläufertypus ersetzt wurden. Jeder der das Tor Netzwerk nutzt sollte sich diese Menschen genau ansehen und dann entscheiden, ob er diesen unter Umständen sein Leben anvertraut! Werden sie genauso wie Apfelbaum beim US Zoll standhaft bleiben, oder eher einknicken? Das sind Fragen, die bisher keiner gestellt hat.

Das ganze erinnert übrigens etwas an die DSK Affaire in Frankreich.

Pikant dabei ist, dass die Gerüchtestreuer jetzt auf den hohen Posten sitzen. Eine Organisation, die so vorgeht, hat das Vertrauen verspielt, was sie benötigt um weiter zu existieren. Zudem gibt es Annäherungen an den US Staat. Somit kann und sollte man getrost davon ausgehen, dass Tor eventuell schon längst nicht mehr sicher ist, was verschiedene Dinge in der letzten Zeit erklären könnte.

Nimmt man die wachsenden Bedürfnisse des Staats nach Sicherheit mit in Betracht, so könnte man sogar meinen, dass dies eine geplante Aktion gegen Tor war, wundern sollte es einen aber nicht.

Macht sich jeder selbst ein Bild, hier in diesem Zeit Artikel, der wirklich lesenswert ist.

Jedenfalls würde ich dringend davon abraten, sich mit Tor sicher zu fühlen. Das könnte gewaltig nach hinten losgehen.

Zu den Tor Leuten: Kiwi - Ich war nie stark genug...

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 07:38 vor 3479 Tagen @ Sundevil 3940 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 08:21

Damit man sich einen Überblick machen kann, was für Waschlappen hinterrücks eine Website unter Appelbaums Namen aufgezogen haben, und dann anonym ihre Geschichten verbreiten:

Oh, ich arme. Ich wurde zwar nicht sexuell belästigt, aber der Jake hat mir ganz böse mitgespielt. Er hat dafür gesorgt, dass ich keine Kontakte zur Außenwelt hatte. Ja, wo sind wir denn, in Nordkorea?

Jacob's reactions had a huge impact on my personal, professional and emotional development...

A lot of the anxiety I still feel..

I was never strong enough to fight someone..

Frage: Würdet Ihr einer Organisation mit solchen Mitarbeitern, vertrauen?

Nick - "Wird er andere genauso vergewaltigen, wie Bill Cosby es getan hat..?"

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 07:54 vor 3479 Tagen @ Sundevil 3671 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 08:20

Nicks Information folgt folgenden Argumenten:

1. Jake ist ein Kotzbrocken
2. Jake hat seine Macht und sein Charisma ausgenutzt
3. Er hat mit allen geschlafen und diese Menschen dazu gedrängt
4. Genauso hat es Bill Cosby getan und dagegen konnte sich keiner wehren.

Falsch. Denn in Deutschland, da wo Apfelbaum wohnt, ist Vergewaltigung strafbar. Aber wieder einmal hatte keiner den Mut und das Rückgrat ihm das zu sagen? Unter dem neuen Sexualstrafrecht könnte er auf jeden Fall verknackt werden. Da muss die Frau nachher nur sagen: "Ich hab es nicht gewollt"


Hier das Originalzitat:
"Will Jake go on raping people like Bill Cosby did for decades? Will he go on destroying lives?"

Phoenix - Er ruft mich an und stellt mich zu betrunkenen Frauen durch, mit denen er schlafen will

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 07:59 vor 3479 Tagen @ Sundevil 3861 Views

Die Geschichte von Phoenix ist schon etwas interessanter. Aber immer noch nicht hat Jake sich benommen, wie einer von Merkels Lieblingen.

Klar, das fällt alles unter sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Aber hey, warum hat keine Frau je den Mut gehabt aufzustehen und zu sagen: "Jetzt reicht es" Wir leben ja noch nicht in Afghanistan, noch nicht. Warum schreien die Frauen bei so etwas immer gleich nach dem Staat, dem Anwalt oder dem Gesetzgeber?

Originalzitat:
(Julian Assange): "oh, he's used to me putting him on the phone with drunk girls I want to sleep with."

Lucky Green macht den Gabriel

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 08:26 vor 3479 Tagen @ Sundevil 3538 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 09:26

Und dann gibt es die andere Seite. Menschen die auf Fakten stehen und persönliche Integrität haben.

Woran erkennt man Menschen mit Integrität?

Ja das ist echt schwer zu sagen, vor allem von außen. Meiner Meinung nach erkennt man sie daran, dass sie stets in der Unterzahl sind, sich Dinge eine Weile lang ansehen und dann konsequente Entscheidungen treffen. Sie sind in der Unterzahl, denn heutzutage gibt es ein verlässliches Überangebot am Markt für Seelen.

http://www.theregister.co.uk/2016/07/18/lucky_green_torpedos_tors_tonga_node/

Was nützt die ganze Intelligenz, wenn man ein Dummkopf ist?

mabraton @, Freitag, 19.08.2016, 16:32 vor 3478 Tagen @ Sundevil 2941 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 19:42

Hallo sundevil,

danke, die Geschichte ist sehr interessant und gleichzeitig bedauerlich.
Ich lasse die provokante Frage im Betreff mal so stehen.
Und das mit dem Vorwissen, was einem J.Assange passiert ist...*kopfschüttel*

Beste Grüße
mabraton

Hier die Antwort

Sundevil @, Freitag, 19.08.2016, 17:30 vor 3478 Tagen @ mabraton 2843 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 19:46

Ja, das hat mich auch gewundert. Er muss schon mehr mit einigen Körperteilen denken, als mit dem Verstand.
Kürzlich kam mir ein Buch zum Thema Profiling in die Hand. Nach dem Buch könnte man ein solches Verhalten einem psychopathischen Charaktertypus zuordnen, wobei ich das nicht kann, weil ich davon zu wenig Ahnung habe.

Das würde die charismatische Wirkung und zugleich eine aggressive Vorgehensweise erklären, da ein psychopathischer Charaktertyp keine Angst verspürt. Psychopathen sind überall in unserer Gesellschaft am Werk und lenken und leiten die meisten Schaltstellen.

Natürlich bin ich kein Psychologe und kann nicht sagen, ob er ein Psychopath ist, oder eben nicht. Für das Tor Projekt wäre ein psychopathisch-charismatischer Führer besser als ein Waschlappen, denn ein Waschlappen verspürt instinktiv Angst und wird das machen, was die Regierung will.

Egal wie dem sei. Zuerst beauftragt man jemanden, dann machen Leute hinterrücks eine Website, gegen die derjenige sich nicht wehren kann, dann wird er aus so ziemlich allen Gremien gefeuert und dann werden alle anderen störenden Subjekte entfernt.....Ziel erreicht.

Wenn der Typ ein Psychopath ist, wie konnte man Tor dann überhaupt jemals vertrauen? War Tor von Anfang an unter Kontrolle der NSA? (oT)

BerndBorchert @, Samstag, 20.08.2016, 09:42 vor 3478 Tagen @ Sundevil 2172 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 20.08.2016, 18:01

- kein Text -

WICHTIG - Tor wird wahrscheinlich ab 1.9. bestreikt

Sundevil @, Mittwoch, 31.08.2016, 09:58 vor 3467 Tagen @ Sundevil 1579 Views

Ich habe gerade bei Fefe gelesen, dass sich die Tor Community gegen das Vorgehen der neuen Führung auflehnt.

Es läuft hinaus auf: Tretet zurück, oder wir lassen das ganze gleich sein.

Aus meiner Sicht macht das Sinn, denn Tor unter einer Regierungsfreundlichen Leitung ist ohnehin nicht sicher, sondern will nur den Anschein erwecken.

https://ghostbin.com/paste/kmnzz

War TOR Onion Router Netzwerk überhaupt jemals sicher? Neuere Erkenntnisse

Literaturhinweis @, Mittwoch, 30.11.2016, 17:15 vor 3375 Tagen @ Sundevil 1189 Views

... hat bei Tor das Management gewechselt. Viele ehemalige haben das Projekt verlassen und somit muss man auch ganz klar erkennen, dass wo Tor draufsteht nicht mehr Tor drinnen ist.

Es scheint eher so zu sein, daß die Geheimdienste diesen direkten Zugang zur TOR-Infrastruktur wahrscheinlich gar nicht brauchten, weil sie ihn von Anfang an hatten.

Wenn man sich vom in @Querdenkers Beitrag zum Telekom-Router-Problem genannten heise-Artikel zu dessen Autor Nico Gold durchklickt, kommt man zu dessen Unternehmen comsecuris.com und dort unter deren wissenschaftlichen Publikationen auf den unheilschwangeren Titel

Alex Biryukov, Ivan Pustogarov, Ralf-Philipp Weinmann (letzterer Mitgründer von comsecuris): "Trawling for Tor Hidden Services: Detection, Measurement, Deanonymization"

Auszug aus der Zusammenfassung am Ende (Seite 11): "We have analyzed the security properties of Tor hidden services and shown that attacks to deanonymize hidden services at a large scale are practically possible with only a moderate amount of resources. We have demonstrated that collecting the descriptors of all Tor hidden services is possible in approximately 2 days by spending less than USD 100 in Amazon EC2 resources. ... note that the above suggestions are nothing more than stop-gap measures. We believe that the problems we have shown are grave enough to warrant a careful redesign of Tor’s hidden services." (Hervorhebungen von mir)

Das war also von Anfang an so. Und wenn es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 2013 nur noch 100 US-Dollar an Amazon Computing Resourcen kostete, dann hatten große Organisationen wie die NSA bereits seit Gründung des TOR-Netzwerks diese Möglichkeiten (zumal es eh ein Kind der US-Geheimdienste ist)! TOR war so gesehen für Geheimdienste schon immer, von Anfang an, transparent. Was auch erklärt, daß man es seither ziemlich ungestört vor sich hinwursteln ließ - nur so kommt man ja an die Informationen, die man haben möchte. Damit nicht auffällt, woher man die Informationen hat, mit denen man z.B. ein Widerstandsnetzwerk auffliegen läßt, werden diese nochmal auf anderen Wege "nachermittelt" und dann erfolgt der Zugriff/die Zerschlagung 'aufgrund' dieser Informationen, derer man aber ohne die TOR-Kompromittierung nie gewahr geworden wäre.

Dagegen ist das derzeitige Telekom-Router-Problem nur ein Klacks, das meist nur Haushalte betrifft, die ohnehin NSA wählen würden, stünden die oben auf dem Wahlzettel. Zur Computersicherheit allgemein hatte ich ja hier einen Beitrag eingestellt, einer zum Datenschutz als 'Geschwisterproblem' folgt noch demnächst.

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