Schulmedizin vs. Komplementärmedizin

DerSuchende @, Dienstag, 16.08.2016, 23:42 vor 3480 Tagen 3346 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.08.2016, 13:14

Da hier im Forum immer wieder medizinische Fragen auftauchen, wollte ich für Betroffene einen Hinweis geben, wann es indiziert ist, schulmedizinisch zu denken und wann komplementärmedizinisch, d. h. mit Osteopathie, Heilpraktiker uvm. zum Erfolg zu kommen.

Die Schulmedizin befasst sich immer mit eindeutig abgrenzbaren Krankheitsbildern, welche durch Tests, die sich empirisch durch Studien als valide herausgestellt haben, unterschieden werden. In einem konkreten Fall, nehmen wir an, es handelt sich um einen Bandscheibenvorfall, gibt es ein bestimmtes Vorgehen, nach dem das Krankheitsbild bestimmt wird. In diesem Fall wäre das als erster Schritt eine Anamnese, um aus den erzählten Beschwerden eine Hypothese zu bilden. Als nächstes folgt eine Testabfolge, um die Hypothese zu widerlegen oder zu bestätigen, in unserem Beispiel mit einer Untersuchung der Kraft, Sensibilität und Reflexe. Sollte nun diese Testabfolge positiv sein, d.h. es können Defizite beim Patienten nachgewiesen werden, ist unsere Hypothese des Bandscheibenvorfalls klar.

Was geschieht aber, wenn für unser Beispiel nur einzelne Tests positiv sind oder Beschwerden nur sporadisch auftreten, was bei Rückenbeschwerden durchaus normal ist?

In diesem Fall bleiben seltene Krankheitsbilder der Schulmedizin offen, über die im schlechtesten Fall nur ein Spezialist Bescheid weiß oder wir bewegen uns im Bereich der Komplementärmedizin, welche ihrerseits ein Spezialgebiet ist.

Die Komplementärmedizin befasst sich ebenfalls mit Krankheitsbildern und versucht in einem ähnlichen Vorgehen, diese im Unterschied zur Schulmedizin durch Behandlungsverfahren zu beeinflussen, die sich empirisch als erfolgreich herausstellen. Aber, der Erfolg lässt sich meistens nicht in klinischen Studien nachweisen. Dies bezieht sich vor allem auf die statistische Signifikanz, die es nicht ermöglicht, die Behandlung als erfolgreich darzustellen. Der Grund dafür liegt meines Erachtens daran, dass im Fall X (z.B. Borreliose) die Behandlung mit einer Knoblauchkur zum Erfolg führt, dies aber nicht für Fall Y gilt. Dies macht die Komplementärmedizin gegenüber der Schulmedizin angreifbar. Für einen Schulmediziner ist damit keine Stabilität gewährleistet, denn er kann die Behandlung der Borreliose nicht immer auf dieselbe Art durchführen.

Beide Versorgungsmodelle sind damit unterschiedlich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ärzte oft nicht über die Möglichkeiten einer komplementärmedizinischen Behandlung wissen und die Komplementärmediziner im Umkehrschluss nicht über die medizinische. Die Ausbildung ist ebenfalls unterschiedlich. Ärzte müssen ein langjähriges Studium absolvieren und Komplementärmediziner können sich gleich zur Heilpraktiker-Prüfung anmelden, mit dem im Heimstudium erworbenen Wissen. Zum Teil ist es auch für Komplementärmediziner möglich, Kurse an einem Wochenende zu erlernen und dann Patienten zu behandeln. Das Problem ist hierbei eine mangelnde Kompetenz beider Berufsgruppen in der Kommunikation, da beide Berufsgruppen nicht die gleiche Ausbildung durchlaufen haben und folglich nicht die gleiche Sprache sprechen können.

Als Patient ist es wichtig zu wissen, was die Schulmedizin kann und umgekehrt die Komplementärmedizin. Sollte man selbst Patient sein, ist es wichtig, mit dem Problem zuerst zum Arzt zu gehen, denn er hat die Ausbildung schwerwiegende strukturelle Erkrankungen auszuschließen. Dafür hat der Arzt so lange studiert. Wenn der Arzt die Beschwerden nicht eindeutig einem Krankheitsbild zuordnen kann, kann man als Patient im nächsten Schritt zu einem Komplementärmediziner gehen. Denn man ist laut Schulmedizin gesund, weil man als Patient nicht in das Schema der Schulmedizin passt, oder man hat ein bestimmtes Krankheitsbild der Schulmedizin, welches durch die Komplementärmedizin zusätzlich positiv beeinflusst werden kann. Daher haben beide Seiten ihre Berechtigung mit ihren Stärken und Schwächen.


Mit Grüßen ins Forum

--
Wer suchet, der findet. Dadurch erschaffen wir uns unsere eigene Welt!

Zuerst zum Arzt? Du erscheinst mir sehr mutig!

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Mittwoch, 17.08.2016, 07:17 vor 3480 Tagen @ DerSuchende 2901 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.08.2016, 13:27

Hallo Suchender,

in einem Punkt kann ich Deine Ansicht teilen:

Als Patient ist es wichtig zu wissen, was die Schulmedizin kann
und umgekehrt die Komplementärmedizin.

Meiner Ansicht nach kann die Schulmedizin sehr viel nützliches leisten bei akuten Notfällen, z.B. Unfällen.

Diese Ansicht teile ich jedoch grundsätzlich gar nicht:

Sollte man selbst Patient sein, ist es
wichtig, mit dem Problem zuerst zum Arzt zu gehen, denn er hat die
Ausbildung schwerwiegende strukturelle Erkrankungen auszuschließen.

Meine Ansicht: Als Patient ist es wichtig, zuerst IN SICH zu gehen. Das heißt, sich selbst zu fragen, was denn passiert ist, sich zu fragen, was hätte man anders machen können, sich zu fragen, welche Gedanken, Werte, Ansichten das Ereignis mit begünstigt haben. Kein Arzt kann einen einzelnen Menschen so gut kennen wie dieser sich selbst.

Dafür hat der Arzt so lange studiert.

Ich kenne Heilpraktiker, die weit länger studiert haben als manche Ärzte und in ihrem Fachgebiet Ärzte extrem übertreffen.

Die Schulmedizin befasst sich immer mit eindeutig abgrenzbaren
Krankheitsbildern, ...

Gibt es "eindeutig abgrenzbare Krankheitsbilder"? Für mich gibt es dies niemals.
Jeglicher Versuch einer Grenzziehung entspringt dem eigenen Geist, der Vorstellung, dass ein Ereignis getrennt von Ganzen entstehen kann.

Ein Mensch ist nicht sein Körper. Je nach Ansicht hat er einen Geist oder ist er ein geistig sittliches Wesen, das im Körper wohnt. Dann gibt es noch Seele und Gefühl. Diesbezüglich steige ich jetzt nicht näher ein, es gibt jedoch immer Zusammenhänge zwischen den materiellen Erscheinungen und dem nicht materiellen Bereich des Seins.

In einem konkreten Fall,
nehmen wir an es handelt sich um einen Bandscheibenvorfall, gibt es ein
bestimmtes Vorgehen, nachdem das Krankheitsbild bestimmt wird. In diesem
Fall wäre das als erster Schritt eine Anamnese, um aus den erzählten
Beschwerden eine Hypothese zu bilden. Als nächstes folgt eine Testabfolge,
um die Hypothese zu widerlegen oder zu bestätigen, in unserem Beispiel
mit einer Untersuchung der Kraft, Sensibilität und Reflexe. Sollte nun
diese Testabfolge positiv sein, d.h. es können Defizite beim Patienten
nachgewiesen werden, ist unsere Hypothese des Bandscheibenvorfalls klar.

Dein Beispiel ist passend: Wenn ich einen Bandscheibenvorfall hätte (und das hatte ich schon mal, deshalb schreibe ich aus Erfahrung), dann gehe ich damit auf keinem Fall zum Arzt. Da gehe ich selbstverständlich zuerst IN MICH, erkenne, dass es ein Bandscheibenvorfall ist und gehe dann zum entsprechenden Heilpraktiker, der das wieder (ganzheitlich) richtet.

Sicher kann in so einem Fall nicht jeder Heilpraktiker helfen. Ich kenne auch nur zwei in D, die bei schwerem Bandscheibenvorfall richtig gut helfen können. Die haben ihr Wissen im übrigen aus Asien, wo seit Jahrtausenden Schmerzen im Bewegungsapparat extrem erfolgreich behandelt werden. Selbst gerissenen Meniskus können diese Spezialisten durch Massage(!) reparieren, so dass selbst ein Arzt nicht mehr erkennen kann, das es ein Problem gab.

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Wer massiert einen Meniskusschaden?

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Mittwoch, 17.08.2016, 09:28 vor 3480 Tagen @ Konstantin 2571 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.08.2016, 13:28

Welchen Heiler in Deutschland kannst Du ganz konkret nennen, der einen gerissenen Meniskus durch Massagen so zurichten kann, dass er keine Probleme mehr bereitet? Würde mich wirklich interessieren, da ich mit so einem eingerissenen Meniskus schon seit mehr als 20 Jahren durch die Gegend laufe.

Manche Bewegungen kann ich mit dem betroffenen Bein seither nicht mehr machen, z.B. auf dem Knie abstützen oder mich aus der tiefen Kniebeuge aufrichten, ohne dass ich danach wochenlang Schmerzen habe. Um eine Operation habe ich mich bisher immer herumgedrückt, weil ich zu viele Fälle kenne, wo die Patienten nach der OP schlechter dran waren als vorher. Besuche beim Heilpraktikern und Osteopathen waren allerdings ebenfalls ergebnislos, haben allerdings bis auf meinen Kontostand nichts verschlechtert.

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"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Idee für deinen Meniskus (Peptide)

Sorrento @, Mittwoch, 17.08.2016, 12:06 vor 3480 Tagen @ Otto Lidenbrock 3090 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.08.2016, 13:18

Hallo Otto,

ich bin mir nicht sicher, ob es bei so einem "alten" Schaden noch was bringt, aber wirklich sensationell sind zwei Peptide zur Heilung von humanem Weichgewebe:

BPC-157

https://bengreenfieldfitness.com/2016/05/how-to-use-bpc-157/

TB-500

https://bengreenfieldfitness.com/2016/06/how-to-use-tb-500/

Du kannst dich ja mal mit beschäftigen - die Studienlage ist recht solide. Angeblich soll ja auch ein Dr. Müller-W. sowas in seinem Köfferchen haben, seine Blitz-Erfolge bei akuten Sportverletzungen (deren Heilung bei Normalsterblichen sonst Monate dauert) sind ja auch nicht von schlechten Eltern. [[zigarre]]

Insulinspritzen und Alkoholtupfer gibt es bei Amazon oder in der Apotheke.

Was die Peptide selbst angeht, so habe ich mit diesem Lieferanten hier gute Erfahrungen gemacht (die kommen aus dem UK, also noch ohne Zoll):

http://www.uk-peptides.com/common/home (Code "Facebook" gibt noch 12% Rabatt).

Im schlimmsten Fall hast du 100 Euro in den Sand gehauen...also persönlich wäre es mir den Versuch wert!

Ciao,

Sorrento

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