Zur gerechten Funktion des Geldes

Falkenauge @, Montag, 15.08.2016, 12:01 vor 3482 Tagen 3482 Views

Zum Geld gibt es die kompliziertesten wissenschaftlichen Theorien, die vielfach einander auch noch widerstreiten, so dass Laien da nur schwer durchblicken können.

Mir scheint es daher sinnvoll, einmal auf die Urfunktion des Geldes zurückzugehen und logisch Schritt für Schritt zu überlegen, welche Bedingungen eingehalten werden müssen, wenn es für alle gerecht zugehen und keiner von irgendeiner Seite durch das Geld benachteiligt oder gar ausgebeutet werden soll.

Vor diesen Grundbedingungen müssen sich dann alle Details des heutigen Geldsystems sozusagen verantworten. Siehe dazu hier.

Wenn du die in vielen Jahren hier zusammengetragenen Sammlungen gelesen hättest…

Elli ⌂ @, Montag, 15.08.2016, 13:07 vor 3482 Tagen @ Falkenauge 3328 Views

… würdest du nicht so einen Unfug von dir geben.
Aber vielleicht bist du ja bereit, etwas dazu zu lernen:
http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/s2.htm

Ich wundere mich darüber, dass hier nach wie vor dieses Tausch-Märchen auftaucht.

BillHicks ⌂ @, Wien, Montag, 15.08.2016, 22:22 vor 3481 Tagen @ Elli 2266 Views

Wenn wir hier (teilweise) immer noch - bzw. schon - dort hängen, dann wundere ich mich wenigstens nicht so sehr, dass es so beschwerlich über den "reinen" Debitismus hinaus zu gehen scheint.

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

P.S. Mach Dich noch mit dem Debitismus vertraut,

Rumbidu @, Montag, 15.08.2016, 14:51 vor 3482 Tagen @ Falkenauge 2524 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.08.2016, 15:36

..da bist Du im Gelben genau richtig. Um das Wirtschaftssystem/Geldsystem zu verstehen, ist das Bedingung. Wenn die Grundannahme falsch ist, muss alles darauf folgende auch falsch sein.

Finde es toll, wie viele Gedanken Du Dir hier machst auf der Suche nach einer Lösung.
Zu Deinem ersten Punkt: Urfunktion: Tausch von Waren.

Zahlungsmittel(Geld) ist immer Vorfinanzierung, sprich: Kredit mit einer bestimmten Laufzeit. Es braucht immer jemanden, der sich verschuldet, Staat, Unternehmer oder Privatperson. Dieser Vorgang betrifft auch das Zahlungsmittel Gold, Silber usw., zumindest ist mir nichts anderes bekannt.
Die Grundlage ist also eine einfache „Kosten (Vorfinanzierung)/Nutzen(Profit)-Rechnung“ über das Produkt/Dienstleistung. Dieser Vorgang kann einen reich machen oder in die Pleite treiben.

Der Begriff „Bedarfsökonomie/Angebot und Nachfrage“ mit der offiziellen Erklärung dazu bekommt ein ganz anderes Bild, wenn das Vorhergehende verstanden wurde. Zahlungsmittel hat dann Wert, wenn dafür produziert wird, bedeutet: Die Vorfinanzierer, Unternehmer/Staat, müssen Produkte/Dienstleistungen herstellen, um sich über einen festgelegten Zeitraum (Tilgung) durch den Verkauf des Produkts zu entschulden und sie müssen Profite realisieren, um sich selber mit Nahrung, Kleidung… zu versorgen. Es geht immer darum, an das Zahlungsmittel zu gelangen und genau darum wird produziert und Abnehmer gesucht.

Die Logik ist somit:
1. Vorfinanzierung über das Kapital = Eigentümer (Rohstoffe, Grund und Boden, Maschinen usw.) + Arbeitskraft (Angestellte).
2. Produkt/Dienstleistung.
3. Verkauf.
4. Tilgung + Profit.

Zu was uns diese Logik alles treibt, ist in meinen Augen unverkennbar. Vor ca. 3 Jahren schrieb ich unter anderem auch hier im Gelben, dass Kriege Teil dieser Logik sind und dieser Meinung bin ich auch heute noch. Sie hat sich sogar um ein Vielfaches verstärkt und ist für mich heute unverkennbar.

LG rumbidu

Gerechtigkeit

Cascabel @, Montag, 15.08.2016, 15:21 vor 3482 Tagen @ Falkenauge 2673 Views

Hallo, Falkenauge

Wenn Du am Tage von Gerechtigkeit träumst, wäre es interessant
zu wissen, wovon Du nachts träumst... reine Zeitverschwendung.

Gruß

Cascabel

Gerechtigkeit ist der _Anspruch_ an sämtliches Recht.

BillHicks ⌂ @, Wien, Montag, 15.08.2016, 22:19 vor 3481 Tagen @ Cascabel 2095 Views

Lieber Cascabel,

Wenn Du am Tage von Gerechtigkeit träumst, wäre es interessant
zu wissen, wovon Du nachts träumst... reine Zeitverschwendung.

Gerechtigkeit ist der Anspruch an sämtliches Recht.
Ist nicht einmal mehr dieser Anspruch vorhanden (von der Erfüllung dieses Anspruches mal ganz abgesehen), so sind Gesetze lediglich als Recht getarntes Unrecht.
Dass das Recht dialektisch ist, hilft beim direkten Verstehen dieser Zusammenhänge leider nicht (weil es mit klassisch aristotelischer wahr/falsch-Ingenieurs-Ontologie schlicht nicht zu erfassen ist). Es bleibt im Prinzip trotzdem so.

Die Beschäftigung mit Gerechtigkeit als "reine Zeitverschwendung" zu bezeichnen sagte womöglich einiges über Deine Frustration, die ich ob der Dialektik des Rechts übrigens sehr gut nachvollziehen könnte. Gleichwohl käme für mich das Stehenbleiben in dieser Frustration einer Kapitulation gleich.
Danke, nein Danke.
Weitermachen! Fragen stellen!

Gruß

Cascabel

Schöne Grüße!

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

nur kann man Gerechtigkeit nicht difinieren

Dieter, Dienstag, 16.08.2016, 00:17 vor 3481 Tagen @ BillHicks 1953 Views

Hallo BillHicks,

Gerechtigkeit ist der Anspruch an sämtliches Recht.
Ist nicht einmal mehr dieser Anspruch vorhanden (von der Erfüllung dieses
Anspruches mal ganz abgesehen), so sind Gesetze lediglich als Recht
getarntes Unrecht.

Dieser Anspruch an das Recht ist zwar richtig, aber das Problem liegt darin, daß jeder etwas anderes unter Gerechtigkeit versteht, jede Partei, jede Regierung, jeder rechtschaffende Abgeordnete.

Somit verkommt der Ruf nach Gerechtigkeit zur willkürlichen Rechtfertigung eigener Interessen.
Es gibt keinen Konsens über eine Definition der Gerechtigkeit.

Gruß Dieter

Monstervortrag über Gerechtigkeit und Recht

Zarathustra, Dienstag, 16.08.2016, 08:26 vor 3481 Tagen @ BillHicks 2115 Views

Grüezi BillHicks!

Lieber Cascabel,

Wenn Du am Tage von Gerechtigkeit träumst, wäre es interessant
zu wissen, wovon Du nachts träumst... reine Zeitverschwendung.


Gerechtigkeit ist der Anspruch an sämtliches Recht.

Kollektivismus (Debitismus) ist Rechtsetzung mittels organisierter Gewalt.

Ist nicht einmal mehr dieser Anspruch vorhanden (von der Erfüllung dieses
Anspruches mal ganz abgesehen), so sind Gesetze lediglich als Recht
getarntes Unrecht.

Wo immer dieser Anspruch vorhanden ist, belügt man sich selber über das Wesen des Kollektivismus (Kommunismus/Kapitalismus) und sämtliche Ausprägungen kollektiven Idiotismus (Debitismus). Im Grunde propagieren solche Leute das Tauschmärchen als Fundament des Kollektivismus, anstelle der Realität, in der organisierte Gewalt das Fundament darstellt. Der bescheidene Anspruch dieser kapitulierenden Kollektivisten ist nicht das Anarchat, die ursprüngliche Daseinsform des homo sapiens, sondern lediglich eine abgeschwächte, quasi erträglichere Form der Gewalt (Patriarchat / homo oeconomicus).

Dass das Recht
dialektisch
ist, hilft beim direkten Verstehen dieser Zusammenhänge leider nicht (weil
es mit klassisch aristotelischer wahr/falsch-Ingenieurs-Ontologie schlicht
nicht zu erfassen ist). Es bleibt im Prinzip trotzdem so.

Die Beschäftigung mit Gerechtigkeit als "reine Zeitverschwendung" zu
bezeichnen sagte womöglich einiges über Deine Frustration, die ich ob der
Dialektik des
Rechts
übrigens sehr gut nachvollziehen könnte. Gleichwohl käme
für mich das Stehenbleiben in dieser Frustration einer Kapitulation
gleich.
Danke, nein Danke.
Weitermachen! Fragen stellen!

Nein, endlich aufhören mit diesen verlogenen Utopien, die zu immer neuen Ausprägungen kollektiven Untergangs führen. Den Tatsachen ins Auge sehen!
Anarchat oder Untergang - ein dritter Weg ist eine historisch tausendfach verifizierte Lüge. Jeder neue Versuch endete im kollektiven Desaster.

Gruß

Cascabel


Schöne Grüße!


(Zitat aus: „Monstervortrag über Gerechtigkeit und Recht, nebst einem Helvetischem Zwischenspiel“ Friedrich Dürrenmatt Vortrag 1968/69)

Der Prophet Mohamed sitzt in einer einsamen Gegend auf einem Hügel. Am Fuße des Hügels befindet sich eine Quelle. Ein Reiter kommt. Während der Reiter sein Pferd tränkt, fällt ihm ein Geldbeutel aus dem Sattel. Der Reiter entfernt sich, ohne den Verlust des Geldbeutels zu bemerken. Ein zweiter Reiter kommt, findet den Geldbeutel und reitet damit davon. Ein dritter kommt und tränkt sein Pferd an der Quelle. Der erste Reiter hat inzwischen den Verlust des Geldbeutels bemerkt und kehrt zurück Er glaubt der dritte Reiter habe ihm das Geld gestohlen, es kommt zum Streit. Der erste Reiter tötet den dritten Reiter, stutzt, wie er keinen Geldbeutel findet, und macht sich aus dem Staube. Der Prophet auf dem Hügel ist verzweifelt. „Allah“ ruft er aus, „die Welt ist ungerecht. Ein Dieb kommt ungestraft davon, und ein Unschuldiger wird erschlagen.“ Allah, sonst schweigend, antwortet: „Du Narr! Was verstehst du von meiner Gerechtigkeit! Der erste Reiter hatte das Geld, das er verlor, dem Vater des zweiten Reiters gestohlen. Der zweite Reiter nahm zu sich, was ihm schon gehörte. Der dritte Reiter hatte die Frau des Ersten Reiters vergewaltigt. Der erste Reiter, indem er den dritten Reiter erschlug, rächte seine Frau.“ Dann schwieg Allah wieder. Der Prophet, nachdem er die Stimme Allahs vernommen hat, lobt dessen Gerechtigkeit.

Grüsse, Zara

Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

Wildheuer @, Schurkenstaat im Herzen Europas, Dienstag, 16.08.2016, 14:27 vor 3481 Tagen @ Zarathustra 1764 Views

Ja, Zara, nur schade, dass wir derzeit weitherum schauen und suchen können, und es ist kein neuer Dürrenmatt in Sicht. Seufz!

Allerdings bleibt auch Dürrenmatts Höchster und Gerechtester im Demiurgischen gefangen, wie sonst gäbe es vorausgehende Diebstähle und Vergewaltigungen, mit nachfolgenden Rück-Diebstählen und sogar einem Totschlag...?

Paulus fragte einmal frei zitiert: "Gibt es ein richtiges Leben im falschen?"

Dem Juristenapparat sei die selbstreflektierende Frage anempfohlen: "Gibt es Gerechtigkeit im Recht?"

Wir "Sterblichen" meinen immer, es müsse auch vor Gericht gerecht zugehen; doch wer sich als von der (himmlischen, oder einfach allumfassenden, alles durchdringenden) *Lebensquelle* (ich verzichte hier der Einfachheit halber auf den Begriff "*Gott*") geschenkter Mensch dem irdischen Rechtssystem als Rechtsperson unterwirft (subjektiviert) kann sich zum Spielball(-Objekt) des Rechtsspiels im Hienieden machen - dieses fundamentale Risiko kennst du Zara natürlicherweise, weil du ja die volle (voll-gereifte!, weil sonst gehts in die Hosen) Anarchie forderst, also das Fernbleiben jeglicher Hierarchie (Unterwerfungssystemen und -mechanismen).

Mit jedem (z. B. hier im Gelben geäusserten) Anarcho-Statement (entschuldige, soll nicht abwertend gemeint sein!) entlarvst du dein eigentlich zutiefst (zuhöchst!) himmlisches, *Lebensquell*-verehrendes Denken, Fordern und (In-)Ständig(es)-Erinnern.


Gerechte (Edit: Gerechte und anarchische!) Grüsse
vom Wildheuer

Das Gesetz der Kausalität

satsangi @, Dienstag, 16.08.2016, 20:02 vor 3480 Tagen @ Wildheuer 1724 Views

Paulus fragte einmal frei zitiert: "Gibt es ein richtiges Leben im
falschen?
"

Dem Juristenapparat sei die selbstreflektierende Frage anempfohlen: "Gibt
es Gerechtigkeit im Recht?"

Hallo Wildheuer


Wir "Sterblichen"

...kennen die Zusammenhänge nicht[[freude]]

Karma ist das Gesetz der Kausalität, das Gesetz von Ursache und Wirkung - und das kann mehrere Leben auseinander liegen.

Der heilige Paulus, der christliche Eingeweihte, welchen Du oben zitiert hast, hat dies klar und eindeutig ausgedrückt:" Irret euch nicht, Gott lässt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten".

Gruss und rechtes Verstehen wünscht
satsangi

Ein neues globales Anarchat auf neuer Bewusstseinsebene?

BillHicks ⌂ @, Wien, Dienstag, 16.08.2016, 23:14 vor 3480 Tagen @ Zarathustra 1939 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.08.2016, 13:33

Grüezi BillHicks!

Grüezi Zara!

Kollektivismus (Debitismus) ist Rechtsetzung mittels organisierter
Gewalt.

Stimmt.

Wo immer dieser Anspruch vorhanden ist, belügt man sich selber über das
Wesen des Kollektivismus (Kommunismus/Kapitalismus) und sämtliche
Ausprägungen kollektiven Idiotismus (Debitismus).

Um das Belügen aufzuhören, muss doch erst mal klar gesehen werden können und dafür braucht es Zeit und die Möglichkeit zu differenzieren.
Für das klar sehen reicht der Differenzierungsgrad Kollektivismus = Kapitalismus = Kommunismus = Debitismus = Idiotismus für meine Begriffe nicht aus. Mehr dazu unten.

Im Grunde propagieren
solche Leute das Tauschmärchen als Fundament des Kollektivismus,

Tauschen von Sachen als basale Operation des Wirtschaftens (= Tauschmärchen) ist fundementaler Schrott.
Meine Intention ist die basale Operation des Wirtschaftens als juristischen (= idealistischen) Vorgang darzustellen und damit besser begreifbar zu machen.
Die Differenz von materieller Wirklichkeit und idealistischem Recht wird dort wo das Recht wirksam ist, durch organisierte Gewalt überbrückt. Wenn die organisierte Gewalt organisiert genug ist, muss sie so gut wie nie tatsächlich materiell wirksam eingreifen, weil sie es könnte, wenn sie müsste. Sie kann so im täglichen Leben sehr weit in den Hintergrund treten. Aber sie ist immer da. Zweifellos.
Kann die organisierte Gewalt erst gar nicht - organisiert - eingreifen, selbst wenn sie wollte, dann kann man sich auch auf das Recht nicht verlassen, weil auftretende Differenzen zwischen Recht und materieller Wirklichkeit nicht mehr überbrückt werden können und es herrscht zunehmend die unorganisierte Gewalt.

anstelle
der Realität, in der organisierte Gewalt das Fundament darstellt.

Ja, organisierte Gewalt ist das Fundament. Ich kann mich nur wiederholen: Auf dem derzeitigen Bewusstseinsstand meiner Mitmenschen ist mir organisierte, und gerade damit besser sichtbare Gewalt bei weitem lieber als unorganisierte Gewalt.

Der
bescheidene Anspruch dieser kapitulierenden Kollektivisten ist nicht das
Anarchat, die ursprüngliche Daseinsform des homo sapiens, sondern
lediglich eine abgeschwächte, quasi erträglichere Form der Gewalt
(Patriarchat / homo oeconomicus).

Der 'homo oeconomicus' beschreibt lediglich das Verhalten von juristischen Personen, die genau nach dieser Vorstellung designt wurden und die ausschließlich Vermögensentscheidungen zu treffen haben, d.h. innerhalb der Logik des Privatrechts operieren.

Wir sind aber nicht nur Bürger (Privatrecht, homo oeconomicus), sondern wir sind außerdem Staatsbürger (Öffentliches Recht, zoon politikon) und es gibt noch eine weitere Rolle: die des Menschen.

1. Bürger:
- formelle, prinzipiell erfüllbare und auflösbare Beziehungen, Entstehen per Vertrag
- Interesse: Nettovermögensmaximierung, da das freiwillige Gewinnmaximieren einer einzigen anderen Rechtsperson bereits für wirtschaftlichen "Zwang" bei allen anderen sorgt
2. Staatsbürger: formelle, prinzipiell erfüllbare Beziehungen, Entstehen per Befehl/Anordnung

Mediation von Öffentlichem Recht und Privatrecht per "Verfassungsrecht". Zudem: Abstimmung mit den Füßen bei offenen Grenzen.

3. Mensch: informelle, nicht juristisch erfüllbare Beziehungen

Wir haben alle drei Rollen. Dort, wo wir sie haben können. Und ich ziehe diesen Zustand einer Theokratie allemal vor. Du ja übrigens auch: Nicht umsonst lebst Du lieber in der Schweiz als in Saudi Arabien. Deshalb ist der Differenzierungsgrad Debitimus = Idiotismus = Kapitalismus = Kollektivismus = Kommunismus auch zu gering.
Was stimmt ist, dass alle Formen Typen von Herrschaftsformen sind, einschließlich der "Demokratie".

Nein, endlich aufhören mit diesen verlogenen Utopien, die zu immer neuen
Ausprägungen kollektiven Untergangs führen. Den Tatsachen ins Auge
sehen!

Tatsachen? "Wo ham' sie denn die?" (H. v. Förster)

Bei sozialen Belangen von "Tatsachen" zu sprechen machte nur dann Sinn, wenn man sich die Gesellschaft (society) eben irgendwie doch als triviale Maschine vorstellt, d.h. ein "etwas", das per aristotelischer Logik reduktionistisch beschreibbar wäre. Du weißt aber, dass dem nicht so ist, auch wenn gerade per Recht der Versuch gemacht wird, durch Rechtssubjekte und Rechtsobjekte eine solche Maschine - juristisch - zu bauen. Genau da ist das Recht, das auf klassischer Logik aufbaut, auch strukturell totalitär und reaktionär. Bei einer Suche nach (philosophischer) Kybernetik im Recht bin ich bislang aber nicht fündig geworden. Lediglich der "Osten" hat mit Kybernetik im Recht rumexperimentiert, aber näheres ist mir nicht bekannt.

Anarchat oder Untergang - ein dritter Weg ist eine historisch tausendfach
verifizierte Lüge.

Gotthard Günther beschreibt in "Entdeckung Amerikas", dass die "primitiven Kulturen" (Du nennst sie "Anarchat", wenn ich Dich richtig verstehe) weltumspannend gewesen seien, die sog. "Hochkulturen" aber immer nur lokal begrenzte Phänomene gewesen seien.
Er sieht Mitte der 1950er "Amerika" (er meint wohl vornehmlich die USA) als den "Treibriemen" für eine Hochkultur, die erstmals in der bekannten Geschichte der Hochkulturen "global" sein könnte.
2016 muss man sagen: sehr viel fehlt dazu eigentlich nicht mehr... Klar, im "Imperium" ("Treibriemen") spinnen allerhand Psychopaten herum usw. usf. aber so global wie heute waren wir wohl noch nicht unterwegs, die Rufe nach "Renationalisiserung" machen das so deutlich wie die Ausnahme, die die Regel bestätigt und sprechen vielmehr für mangelnde Organisation und Bewusstsein als dafür, dass es tatsächlich eine fundamentale Umkehr "zurück" zum Nationalstaat gäbe.
Vielleicht findet sich ja eine Art "Anarchat" auf einer völlig neuen, gleichwohl erneut globalen, Ebene.
Den "Übergang" von der globalen Gesellschaft des imperialen, turbokapitalistischen "Treibriemens" zum neuen, globalen Anarchat auf neuer Bewusstseinsebene suchen wir freilich noch [[freude]] [[top]]

Hier hofft schon mal einer auf die Sozialdemokratisiserung der Weltwirtschaft. Ein Zwischenschritt zum globalen Anarchat?[[herz]]

Jeder neue Versuch endete im kollektiven Desaster.

Oder halt auch nicht. Nichts genaues weiß man nicht.[[zwinker]]

Grüsse, Zara

Danke für den Dürrenmatt-Auszug, schöne Grüße!

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Vielen Dank für den Hinweis auf das Buch von Gotthard Günther (oT)

Orlando ⌂ @, Mittwoch, 07.09.2016, 16:34 vor 3459 Tagen @ BillHicks 1084 Views

- kein Text -

Sehr gerne :) Lass' bitte von Dir hören, wenn Du weiteres Spannendes darin findest! Dankeschön. (oT)

BillHicks ⌂ @, Wien, Donnerstag, 15.09.2016, 16:52 vor 3451 Tagen @ Orlando 945 Views

- kein Text -

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Schulfach: Gerechtigkeit

Langmut @, Montag, 15.08.2016, 22:35 vor 3481 Tagen @ Cascabel 2158 Views

Hallo in die Runde,

meine Standardantwort/-gegenfrage in der Uni war immer die gleiche, wenn sich StudentInnen bei mir bzgl. mangelnder Gerechtigkeit beschwerten:

"Welche Note hatten Sie im Abitur im Fach Gerechtigkeit?"

Das wirkte.

Was es nicht gibt, kann auch nicht Gegenstand einer Lehre bzw. in der Wirklichkeit vorhanden sein, aber jeder von uns kann sich in seinem Alltag um Gerechtigkeit bemühen.

Die Jurisprudenz lehrt immerhin, wie man sein Recht durchsetzen kann.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

Nachdenken über Ungerechtigkeit macht mich glücklich.

trosinette @, Dienstag, 16.08.2016, 10:17 vor 3481 Tagen @ Cascabel 1860 Views

Guten Tag,

Wenn Du am Tage von Gerechtigkeit träumst, wäre es interessant
zu wissen, wovon Du nachts träumst... reine Zeitverschwendung.

Andere sind ihr ganzes Leben ans Bett gefesselt oder sterben mit 15 an Leukämie und ich habe heute ab 7:00 im Freibad meine Bahnen gezogen. Beim Nachdenken über so viel Ungerechtigkeit kann ich mir manchmal ein paar Freudentränen nicht verkneifen.

Normalerweise beschäftigt uns natürlich vielmehr die Sorge, im Leben zu kurz zu kommen, monetäre Verteilungsgerechtigkeit oder Theorie und Praxis sonstiger Rechte die wir uns fleißig gegenseitig zuweisen.

Ich halte es eher mit Theodor Fontane: „Man erringt sich nichts. Alles ist Gnade“
Oder mit Eric Burdon in No Self Pity - „And no matter how low you are there is always somebody lower“

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Welche Ungerechtigkeit!

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 16.08.2016, 11:23 vor 3481 Tagen @ trosinette 2009 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 16.08.2016, 11:30

Guten Tag,

Andere sind ihr ganzes Leben ans Bett gefesselt oder sterben mit 15 an
Leukämie und ich habe heute ab 7:00 im Freibad meine Bahnen gezogen. Beim
Nachdenken über so viel Ungerechtigkeit kann ich mir manchmal ein paar
Freudentränen nicht verkneifen.

Ja, ich habe gestern abend bei Dunkelheit mit einer Stirnlampe Nacktschnecken in meinem Garten eingesammelt und in den Toilettenabfluß geworfen.
Danach die Spülung betätigt. [[zwinker]]

Die werden sich gedacht haben:

Ich halte es eher mit Theodor Fontane: „Man erringt sich nichts.
Alles ist Gnade“

Natürlich nur die, die ich erwischt habe. Die anderen, die ich übersehen habe und die sich weiter an Kräutern gütlich tun konnten, werden sich voller Glückseligkeit gedacht haben:

Oder mit Eric Burdon in
No Self Pity -
„And no matter how low you are there is always somebody lower“

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

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