Es wird keine Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt geben.

eddie09 @, Samstag, 13.08.2016, 12:25 vor 3484 Tagen 6081 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.08.2016, 13:12

Hallo,

es gibt viele Warnungen dazu, fast täglich meldet sich jemand zu Wort. In 2007 gab es täglich Berichte, "es droht keine Bankenkrise". Eine Bankenkrise werde es nicht geben, kam einstimmig aus den Kehlen der Fachleute. Was dann kam, ist bekannt.

Jetzt ist die Nachrichtenlage anders. An jeder Ecke wird gewarnt. Was muss also passieren, damit es nicht zu Verwerfungen kommt?

Eigentlich ganz einfach.

Es werden staatliche Bürgschaften über ein KFW-Programm für den scheinbar ungedeckten Teil der finanzierten Immobilie ausgegeben und ein staatliches Refinanzierungsprogramm zum Zins von 0,1% mit unendlicher Laufzeit wird für die finanzielle Entlastung für die Immobilieneigentümer sorgen.

Der Markt erlebt dann eine weitere massive Preishausse und die Banken sind den Blanco-Anteil los.

Nee, nee, alles was Wählerstimmen kostet, da lässt der Staat nichts mehr anbrennen.

Ich bin mir sicher, wir werden noch Dinge erleben, die heute nicht für möglich gehalten werden.


Gruß

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Hatten wir schon

Michael Krause @, Samstag, 13.08.2016, 16:03 vor 3484 Tagen @ eddie09 4310 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.08.2016, 16:38

Als es der Automobilindustrie schlecht ging und auch Firmen wie Daimler Kurzarbeit anmelden mussten, gab es einen sogenannten Lastenzuschuss. Lastenzuschüsse gewährte der Staat ab 2008 als vorübergehende Hilfe an Grundeigentümer, wenn diese wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit die Aufwendungen für Zins und Tilgung ihrer Darlehen nicht mehr tragen können. Die Hilfe wurde ausschließlich Haushalten gewährt, die im selbst genutzten Wohneigentum lebten. Die Förderung war auf zwölf Monate begrenzt.

--
Das einzige Recht des Sklaven ist das Recht auf Arbeit und das darf man ihm nicht nehmen.

Nicht so voreilig!

Leserzuschrift @, Samstag, 13.08.2016, 17:13 vor 3484 Tagen @ eddie09 4402 Views

Das am 21.03.2016 vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Aenderung handelsrechtlicher Vorschriften ist in der Tat eine Bedrohung fuer den Markt. Wie aus Bankenkreise zu hoeren, sind die Zusagen fuer Immobilienkredite seither drastisch zurueckgegangen.

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/Umsetzung_Wohnimmobilienkreditr...

Konsumentenschutz?

Diego2 @, Samstag, 13.08.2016, 18:03 vor 3483 Tagen @ Leserzuschrift 3943 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.08.2016, 18:34

Wie aus Bankenkreise zu hoeren, sind die Zusagen fuer Immobilienkredite seither drastisch zurueckgegangen.

Das habe ich auch schon gehört. Es fragt sich, ob dieser "Konsumentenschutz" wirklich nur vor Überschuldung schützen soll oder schlussendlich einen Weg in Sachwerte für Normalsterbliche verunmöglicht.

Immobilien

Falkenauge @, Samstag, 13.08.2016, 18:27 vor 3483 Tagen @ eddie09 4658 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.08.2016, 19:52

Wenn ich viel Geld hätte und wüsste nicht, wohin damit, würde ich es vermutlich auch in Immobilien anlegen. Aber trotzdem sollte man bei der Gelegenheit mal wieder darüber nachdenken, welche negativen sozialen Auswirkungen das Eigentum an Grund und Boden im Allgemeinen hat.

Ich mache mich damit bei einem Teil natürlich wieder unbeliebt, aber die soziale Realität darf man nicht ausblenden.

In Deutschland haben ca. 40 % der Bevölkerung ein Eigenheim, das sie selbst bewohnen. 60 % der Menschen besitzen kein Grundeigentum, sondern wohnen zur Miete. Das entsprechende Eigentum an diesen Wohnungen und den dazu gehörigen Grundstücken gehört etwa einem Zehntel der Bevölkerung. Das bedeutet:

„Sämtliche Miet- und Pachteinnahmen in Deutschland fließen auf die Konten von etwa 10 % aller deutschen Haushalte. 90 % – neun Zehntel aller Mitbürger! – bekommen keine Miet- oder Pachteinnahmen, sondern zahlen diese entweder in direkter Form (Mietwohnung) oder indirekter Form (Miete oder Pacht, die z. B. der Bäcker zahlt, wird auf den Brot- oder Semmelpreis umgelegt, verteuert also Brot oder Semmel).

Diese Miet- und Pachtzahlungen, für die die Bezieher nicht zu arbeiten brauchen, sind nicht nur ungerecht (sie fließen auf die Konten der wohlhabendsten 10 % der Haushalte), unsozial (die „unteren“ 90 % der Bevölkerung, also fast alle, zahlen an die Wohlhabendsten), sondern auch gefährlich, da sie zu steigender Ungleichverteilung und damit mittelfristig einer Wirtschaftskrise führen“

Wer sich unvoreingenommen mal genauer damit befassen will, siehe hier.

Das ist leider nicht ganz richtig

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 13.08.2016, 19:31 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 3842 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.08.2016, 19:51

Wenn ich viel Geld hätte und wüsste nicht, wohin damit, würde ich es
vermutlich auch in Immobilien anlegen. Aber trotzdem sollte man bei der
Gelegenheit mal wieder darüber nachdenken, welche negativen sozialen
Auswirkungen das Eigentum an Grund und Boden im Allgemeinen hat.

Ich mache mich damit bei einem Teil natürlich wieder unbeliebt, aber die
soziale Realität darf man nicht ausblenden.

Ja, du. Und zwar folgende soziale Realität: In Deutschland haben 40% der Bevölkerung für ein Eigenheim schwer und 30-40 Jahre lang geareitet, 60% haben das nicht getan.

In Deutschland haben ca. 40 % der Bevölkerung ein Eigenheim, das sie
selbst bewohnen. 60 % der Menschen besitzen kein Grundeigentum, sondern
wohnen zur Miete. Das entsprechende Eigentum an diesen Wohnungen und den
dazu gehörigen Grundstücken gehört etwa einem Zehntel der Bevölkerung.
Das bedeutet:

Und dann gibt es noch diejenigen, die ebenfalls lange für ihr Eigenheim gearbeitet haben, aber von ihrer Exe um den Ertrag gebracht wurden.

„Sämtliche Miet- und Pachteinnahmen in Deutschland fließen auf die
Konten von etwa 10 % aller deutschen Haushalte. 90 % – neun Zehntel
aller Mitbürger! – bekommen keine Miet- oder Pachteinnahmen, sondern
zahlen diese entweder in direkter Form (Mietwohnung) oder indirekter Form
(Miete oder Pacht, die z. B. der Bäcker zahlt, wird auf den Brot- oder
Semmelpreis umgelegt, verteuert also Brot oder Semmel).

An diesem Punkt entlarvt sich dein ganzes Geschreibe: Diese anteiligen Mietkosten sind verschwindend gering im Vergleich zu den Steuern und Sozialagaben, die ebenfalls in den Brot- und Semmelpreis eingehen.
In Toto machen die Mietkosten vll. - je nach Branche - 3% vom Endpreis aus (wenn üerhaupt, das ist schon sehr großzügig geschätzt), die Steuern und Abgaben jedoch über 50%.
Ich habe dich jedoch noch niemals für eine Senkung der Steuern und Abgaben eintreten sehen, obwohl da in Bezug auf die Endpreise bei Weitem am meisten zu erreichen wäre.

Daraus schließe ich, dass es dir gar nicht um die Verbraucher geht, die das ja alles bezahlen müssen, sondern dass du das nur als Vorwand benutzt, um ganz andere Interessen zu verfolgen.

Diese Miet- und Pachtzahlungen, für die die Bezieher nicht zu arbeiten
brauchen,

Aber sehr wohl mussten sie dafür arbeiten.

sind nicht nur ungerecht (sie fließen auf die Konten der
wohlhabendsten 10 % der Haushalte), unsozial (die „unteren“ 90 % der
Bevölkerung, also fast alle, zahlen an die Wohlhabendsten), sondern auch
gefährlich, da sie zu steigender Ungleichverteilung und damit
mittelfristig einer Wirtschaftskrise führen“

Ungerecht ist allenfalls, dass der Mehrzahl der Haushalte gestattet wurde, nicht für ihr Eigenheim zu arbeiten. Trotzdem wollen alle wohnen, auch die, die nicht dafür gearbeitet haben.

Wer sich unvoreingenommen mal genauer damit befassen will

Ja, das empfehle ich dir.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Vermieter kriegen Geld "ohne Arbeit"? Dann kenne ich wohl die grusligen Ausnahmen

Hasso, Samstag, 13.08.2016, 19:35 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 4706 Views

bearbeitet von Hasso, Samstag, 13.08.2016, 20:21

„Sämtliche Miet- und Pachteinnahmen in Deutschland fließen auf die
Konten von etwa 10 % aller deutschen Haushalte. 90 % – neun Zehntel
aller Mitbürger! – bekommen keine Miet- oder Pachteinnahmen, sondern
zahlen diese entweder in direkter Form (Mietwohnung) oder indirekter Form
(Miete oder Pacht, die z. B. der Bäcker zahlt, wird auf den Brot- oder
Semmelpreis umgelegt, verteuert also Brot oder Semmel).

Diese Miet- und Pachtzahlungen, für die die Bezieher nicht zu arbeiten
brauchen, sind nicht nur ungerecht (sie fließen auf die Konten der
wohlhabendsten 10 % der Haushalte), unsozial (die „unteren“ 90 % der
Bevölkerung, also fast alle, zahlen an die Wohlhabendsten), sondern auch
gefährlich, da sie zu steigender Ungleichverteilung und damit
mittelfristig einer Wirtschaftskrise führen“

Hallo Falkenauge,
dass Vermieter "Geld ohne Arbeit" bekommen, ist ein nettes Sozialisten-Märchen... oder ich kenne die falschen Vermieter.

Kenne einige Wohnungsvermieter (Voll- oder Teileigentum) persönlich.
Alle sind ständig am Rödeln und Ackern:

- Reparaturen und Instandhaltungen organisieren
- Komplizierte, wasserdichte Nebenkostenabrechnungen erstellen
- Schikanöse Behördenauflagen (z.B. vom eifrigen Schornsteinfeger[[freude]]) erfüllen
- Mietrückstände per Anwalt einklagen
- Steuerberater befragen und Akten hin- und herfahren
- Eigentümerversammlungen absitzen
- Mieterbriefe beantworten
- usw... könnte die Liste beliebig fortsetzen.

Als "Lohn der Angst" bekommen sie eine schaurige Nachsteuer-Netto-Rendite um die 3,0 %[[sauer]]

Mir wird regelmäßig ernsthaft übel bei deren grusligen Erzählungen und ich frage mich grübelnd:
"Warum legen die ihr Vermögen nicht ganz gemütlich in Aktien an und machen sich einen schönen Tag?"

Hier könnten sie als Immo-Fans "ohne Arbeit" fündig werden (z.B.):
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=410817

Einer meiner Vermieterfreunde hat inzwischen kläglich aufgegeben und seine drei Wohnungen "mit Null" verkauft... er konnte den Stress und die Arbeit nicht mehr bewältigen[[sauer]]
Habe für ihn danach eine große Wäschewanne voller Vermieterunterlagen und allerlei Immo-Korrespondenz mal ordentlich abgeheftet[[freude]]
Da spürte ich mal hautnah, was einem Vermieter so blüht.
Glückliche Mietergrüße
von Hasso

Kann ich voll und ganz bestätigen.

Olivia @, Samstag, 13.08.2016, 19:54 vor 3483 Tagen @ Hasso 4315 Views

Ich war froh, als ich meine "Plörren" endlich verkauft hatte und die Mieter und ihre "Zahlungen" los war. Seitdem habe ich entschieden weniger Angst vor einem Herzinfarkt.

Als "kleiner" Selbständiger in Deutschland an Privatpersonen zu vermieten ist fast russisches Roulette, du weißt nie, wann sie dich tödlich treffen. Vor allen Dingen, wenn Du noch Hypotheken auf den "Liegenschaften" hast.

Irgendwann begreift man, dass man wahnsinnig ist, wenn man das bisschen Geld, für das man sein ganzes Leben lang geschuftet hat, in eine vermietete Immobilie steckt, auf die man nach der Vermietung KAUM noch Zugriff hat. Den Gedanken darüber, wie man die Immo ggf. dann nach der Mietzeit wieder zurück bekommt, den verdrängt man am besten sofort und freut sich, wenn die nicht geleisteten Mietzahlungen nicht ins Unermessliche gehen. Wenn ich mich daran erinnere, wie oft ich dann Renovieren und zahlen musste, weil ..... dann wird mir heute noch schlecht.

Nein danke, sollen doch andere auf diese Art und Weise "reich" werden. Das geht schon, aber in der Regel benötigt man dafür eine gewisse "Ader". Für große Firmen ist das kein Thema, die haben eine Anwaltsabteilung, eine Buchhaltung mit Mahnwesen, einen Inkassoservice und zur Not auch noch eine externe "schnelle Eingreiftruppe". Aber für "Private" ist das ein Hochrisiko-Geschäft.

--
For entertainment purposes only.

Erst "Russisches Roulette" und danach zum Kardiologen... normales (Klein)-Vermieter-Schicksal

Hasso, Samstag, 13.08.2016, 20:09 vor 3483 Tagen @ Olivia 4211 Views

bearbeitet von Hasso, Samstag, 13.08.2016, 20:27

Hallo Olivia,
Du hast es wunderbar beschrieben!
Deinen tollen Text sollte sich jeder Vermieter-Aspirant mal ausdrucken[[freude]]
Ist absolut "sammlungsreif", wenn es mein Forum wäre[[top]]

Genau deshalb bin ich mein Leben lang glücklicher Mieter geblieben... ich sitze eben gerne "am längeren Hebel"[[freude]]

Das Ersparte lege ich lieber anderweitig an und zahle von den fetten Dividenden gerne die Netto-Kalt-Miete.

Beste Mietergrüße... meine Vermieterin mag mich, weil ich keinen Ärger mache, sondern sogar (als einziger Mieter!) noch "nach dem MFH gucke" und ihr erzähle, wenn was schief läuft.
Hasso

Nachtrag für Immo-Aspiranten: "Eine Immo kannst Du Dir nicht aufs Brot schmieren!"

Hasso, Samstag, 13.08.2016, 21:00 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 4018 Views

bearbeitet von Hasso, Samstag, 13.08.2016, 21:14

Diesen m. E. wichtigen, selbst ausgedachten Satz sage ich seit Jahrzehnten zu Immo-Freunden... ist heute immer noch gültig.
Aber niemand hörte auch mich... wie immer[[sauer]]

Klar... Familien mit Kindern (oder stramme Besserverdiener) sind jetzt mal außen vor, da ist Immo-Besitz sicher oft sehr sinnvoll.
Jedenfalls bis zur Trennung[[sauer]]. Danach wird es oft hoch kompliziert...

Für "kleine Sparer" ist der heftigste Immo-Eigenbesitz-Nachteil:
Es sind keine Teilverkäufe "zur Ernährung" machbar... also z.B. für den Brotaufstrich.

Bei Aktien kann man problemlos "500-2000-Euro-Lots" verkaufen... 4,95 Euro Flat-Gebühr bei "meiner" DAB zum Beispiel.
Beste Grüße ins Wirtschaftsforum
Hasso

Das grundsätzliche Problem nicht aus dem Auge verlieren

Falkenauge @, Samstag, 13.08.2016, 22:02 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 4398 Views

Es gibt auch Vermieter, die Schwierigkeiten haben, ja. Manche legen auch drauf. Aber das hebt das grundsätzliche Problem nicht auf, das im praktischen Eigentums-Monopol einer Minderheit besteht, von der die Mehrheit der Menschen abhängig ist. Weil sie ja irgendwo leben und schlafen müssen, können sie ausgebeutet werden und werden es auch vielfach. Und die meisten Vermieter beziehen nach Abzug ihrer Unkosten eine regelmäßige Bodenrente, wie sie in der Literatur genannt wird. Rente ist ein leistungsloses Einkommen.

Das heutige private Eigentumsrecht am Boden macht dem Einzelnen etwas zu eigen, was ihm nicht gehören kann. Boden ist keine Ware, die er selbst hätte produzieren oder von anderen als deren Produkt hätte erwerben können. Das Eigentum verbindet hier Teile der Erde, die allen Menschen als Lebensgrundlage dienen soll, mit der Persönlichkeit eines Einzelnen, indem es andere davon ausschließt und es seiner prinzipiell unbeschränkten Verfügungsgewalt unterwirft. Der Boden wird gleichsam zum Raub Einzelner.

Also man darf es sich nicht zu einfach machen.

Ungeheures Geld wird auch mit der Bodenspekulation verdient. Ein einziger Strich eines städtischen Bauamtes, der ein landwirtschaftliches Grundstück am Rande der Stadt in den Bebauungsplan einbezieht, lässt den Quadratmeterpreis dieses Grundstückes von vielleicht 10 € mit einem Sprung auf mögliche 200 € oder mehr emporschnellen. Bei einer Größe von 10.000 qm bedeutet dies eine Wertsteigerung von 100.000 € auf nunmehr 2.000.000 €. Das heißt, der Eigentümer, der es für 100.000 € gekauft hatte, macht beim Verkauf an Bauinteressenten einen Gewinn von 1.900.000 €, die ihn mit einem Schlage zum Millionär machen, nur weil er das Eigentumsrecht hat. An Gegenleistung hat er nicht das Geringste erbracht; was ihm zufließt, müssen aber andere für ihn erarbeiten. Solche Preise übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Mehrheit. Die Grundstückskosten gehen aber in die Erstellungskosten der Häuser und damit auch in die Mieten ein, so dass sie beim größten Teil der Wohnungen letztlich doch von den eigentumslosen Mietern bezahlt werden müssen.

Also der verlinkte Artikel sollte mal in Ruhe gelesen und durchdacht werden.

Die Premium-Immo-Standorte im Süden lock(t)en mit VermögensPREISINFLATION, die Miete ist Nebensache (oT)

Fidel @, Samstag, 13.08.2016, 22:25 vor 3483 Tagen @ Hasso 3115 Views

- kein Text -

Auch die Ehe ist russisches Roulette, allerdings mit mehr als einer Kugel im Lauf, trotzdem probiert Mann es immer wieder. (oT)

ebbes @, Sonntag, 14.08.2016, 04:20 vor 3483 Tagen @ Hasso 2937 Views

- kein Text -

--
Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

Und, bitte, wie willst Du diesen...

dottore @, Sonntag, 14.08.2016, 08:39 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 4140 Views

Hi Falkenauge,

... Deiner Meinung nach "skandalösen" bzw. "unhaltbaren" Zustand ändern?

Was schwebt Dir als "Bodenreform" vor?

Dankend für interessante Antworten plus Gruß - d.

Was ihm zufließt, müssen aber andere für ihn erarbeiten

eddie09 @, Sonntag, 14.08.2016, 11:52 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 2957 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.08.2016, 14:06

Da sage ich "Nein" muss gar nicht. Niemand muss kaufen und Mondpreise bezahlen. Die das tun, rechnen damit, zu Marspreisen verkaufen zu können.

Wenn Volldeppen zu Mondpreisen kaufen und nie die Chance auf Amortisation haben, dann haben sie die Pleite verdient.

Aber sie werden nicht in die Pleite geführt, weil der Staat dann für diese Fälle eine "Bad Bank" gründen wird, die alle wertlosen Grundschulden halten wird und dem Steuerzahler aufs Auge drückt.

Also ihr alleinerziehenden Mütter, Väter und alle mit mittlerem Einkommen, ihr zahlt die Zeche............für alles.

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Ja, denn Eigentum verpflichtet

Schweizerkäse @, Sonntag, 14.08.2016, 11:53 vor 3483 Tagen @ Falkenauge 3341 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.08.2016, 12:09

Hallo Falkenauge,

Wenn ich viel Geld hätte und wüsste nicht, wohin damit, würde ich es
vermutlich auch in Immobilien anlegen.

Bei max. 2% realer Brutto-Mietrendite, nach Abzug von Instandhaltungskosten und vor Steuern.
Es gibt dann auf den Wert der Immobilie noch den "Inflationsausgleich" und darum ist das auch gar nicht so schlecht, für größere Vermögen.

Aber für Geldbeträge bis 1-2 Mio. gibt es deutlich lukrativere Investitionen.

Wir reden hier von den guten Objekten, in guten Lagen.

Es kann sein, dass die von Dir vermuteten "Mietpreiswucherer" in Gelsenkirchen, mit rumänischen Zigeunerfamilien höhere Renditen erreichen, aber Standard ist das sicher nicht.

Gelegenheit mal wieder darüber nachdenken, welche negativen sozialen
Auswirkungen das Eigentum an Grund und Boden im Allgemeinen hat.

Kehren wir diesen Satz einmal um: Welche positiven Auswirkungen hätte kein Eigentum an Grund und Boden? Wie/wo sollen die Menschen leben? In Kommunalwohnungen, nach dem Vorbild des sozialistischen Wohnungsbaus?

Darf man noch Eigenheimbesitzer werden und falls ja, bitte wie?

Wenn die Masse der "Untätigen" ihre staatlichen Wohnungen einfordert, müssen diese gebaut und vorfinanziert werden. Das heißt, die Gesellschaft verzichtet dann auf Konsum.

Jene, die sich ihre Immobilie privat vom Munde abgespart haben, wären benachteiligt. Andere, die ohnehin einfach nur von der Gemeinschaft leben, bekommen (vielleicht) einen (kleinen) Vorteil.

Fairer wäre es, wenn jeder der Eigenleistungen und Hilfe beim Bau von Immobilien erbringt, steuerlich gefördert würde. Daher die "Schwarzarbeit" muss wieder erlaubt werden und die Mehrwertsteuer für Baumaterial kann gleich auch noch gestrichen werden.

Rechnen wir einmal grob durch, was die Erstellung eines 120qm (Reihen?) Hauses dann noch kosten könnte:

Arbeitsaufwand (reine Zeit) oder 10 €/Std. Bar auf die Hand.
Bei geschätzt 3.000 Stunden sind dies lediglich 30.000 € Arbeitskosten pro Haus.

Materialkosten ca. 400 €/m2 = 48.000 €.

+Grundstück 200-300 €/m2 (Gemeinde sollte Agrarland in Bauland umwandeln und günstige Preise anbieten)

= 150.000 €/Haus.

Tilgungsrate 25 Jahre = 500 €/mtl. +kalk. Zins von max. 5%

Unter 1.000 € im Monat könnte ein solches Haus problemlos bezahlt werden.

Das Problem ist m.E. nicht Eigentum, sondern Nicht-Eigentum und die fehlende Motivation, für Eigentum etwas zu tun, nämlich eigenverantwortlich zu arbeiten.

In Deutschland haben ca. 40 % der Bevölkerung ein Eigenheim, das sie
selbst bewohnen. 60 % der Menschen besitzen kein Grundeigentum, sondern
wohnen zur Miete.

60% der Menschen ziehen es vor, sich ihre Finger nicht schmutzig zu machen.

Das entsprechende Eigentum an diesen Wohnungen und den
dazu gehörigen Grundstücken gehört etwa einem Zehntel der Bevölkerung.

Da gebe ich Dir zum Teil recht, dass Du einen interessanten Umstand aufgedeckt hast.

Mietbauten mit privaten Eigentümern... Entsprechende Korruption (Bahnwohnungen, Telekom-Wohnungen) gab es natürlich... Man hätte die volkseigenen Wohnungen auch einfach den Eigentümern oder interessierten Käufern, zu einem ähnlichen Preis, anbieten können wie der Paketpreis für den Investor.

Doch diese privat/staatlichen Klüngeleien gab es vorwiegend genau deshalb, weil Privateigentum ausgehebelt, auf Staatskosten/Gemeinschaftskosten finanziert und wieder in Privateigentum überführt wurden.

Sehr gerne können wir die Schuldigen und Korrupten einmal ausfindig machen und an den Pranger stellen.
Die Bezieher dieser Paket-Mieteinnahmen sind in der Regel keine deutschen Rentiers, sondern Großinvestoren (0,1%), Fonds sowie eine große Zahl entschädigter Naziopfer.

Wenn Du schon einmal eine einzelne Wohnung (auch abbezahlt) besessen und vermietet hättest, dann wüsstest Du, wie schwer die Nettogewinnerzielung damit ist.

Es sind auch keine arbeitslosen Einkommen, weil derjenige der die Wohnung gekauft hat (ich zumindest) davor mehr dafür gearbeitet hat, was ich dann später weniger arbeiten muss. Also eine Vorleistung!

Nach Deiner These ist jegliche Vorleistung falsch und führt zu Ungleichverteilung, weil die Nichtleistenden stehen bleiben. Stimmt das so etwa?

Aber ich gebe Dir gerne recht, in dem Sinne, dass es soziale Konflikte bedeutet, wenn eine große Zahl an Leistungsträgern (40% der Bevölkerung also gar nicht wenige) + erheblicher Anteil an den 60% die lieber mieten als zu kaufen jedoch jederzeit kaufen könnten (Hasso lässt grüßen) den Nichtleistenden rund 30-40% der Bevölkerung davonlaufen...

In einer Volksgemeinschaft, die auf Leistung und Arbeit ausgerichtet war, spielte das keine Rolle.

Wer aus Krankheit nicht leisten konnte, wurde immer mitgenommen und unterstützt.

Doch mittlerweile übernehmen die aus reiner Faulheit arbeitsscheuen Subjekte immer größere Bereiche von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein.

Da prallen Welten aufeinander.

Nun wage ich einmal eine Prognose, wohin die Reise geht.

Das Grundproblem: Ein Afrikaner, der jetzt nach Deutschland/Schweiz kommt, will jetzt und nicht in 30 Jahren schöne Frauen bumsen, Auto fahren und eine tolle Wohnung beziehen.

Das alles lässt sich nur dadurch ermöglichen, wenn die Vorleister und Erben, auf einen beträchtlichen Anteil ihrer Familienleistung und Eigentumsrechte sowie auf ihre heiratsfähigen Frauen verzichten, um auch den neu angekommenen etwas zu bieten.

Das wird am Ende günstiger sein, als unzufriedene Kriminelle zu alimentieren, die uns täglich das Leben zur Hölle machen werden.

So wird das Privateigentum ausgehöhlt werden.

Mein Lieblingsausdruck, den wir zunehmend hören werden: "Eigentum verpflichtet"!

Die Sozialisten (mit ihren Offshore-Konten) weisen den Weg!


Grüsse
Schweizerkäse
P.S.: Einem Bekannten, der gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist sein Ferienhaus zu nutzen, würde sein Haus gerne vermieten (Nur Instandhaltung + Verwaltungskosten) und max. einen Bruchteil des ortsüblichen Mietpreises (reine Verhandlungsfrage).

Resultat: Niemand hat ein Interesse.... Soviel zum Thema "attraktive Mieteinnahmen für Hausbesitzer".

Die Immo hat noch immer einen Verkaufswert von 250.000 Euro. Aber niemand will dafür auch nur 500-600 € monatliche Kosten für Reparaturen, die Verwaltung und die Nebenkosten bezahlen.

1-2 Zimmerwohnungen in zentraler Lage sind bei den meisten "Mietern" deutlich beliebter.

Eben das ist der RIESENIRRTUM aller, die nicht richtig rechnen können

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 14.08.2016, 12:58 vor 3483 Tagen @ Fidel 3224 Views

Ich seh`s an der Immo von meinen Eltern, in Süddeutschland, bezugsfertig 1967, seitdem niemals richtig renoviert, sondern nur kleine Verbesserungen, um das Haus bewohnbar zu halten.

Der damalige Kaufpreis betrug 750 Unzen Gold, davon 125 für den Grund und 625 Unzen für das Haus.

Der Wert im letzten Jahr betrug etwa 280 Unzen Gold, davon 80 für das Haus und 200 für den Grund.
So viel zum Werterhalt von Immobilien, und dabei steht das Haus in Süddeutschland südlich der Donau.


Wären die Bodenpreise nicht so exorbitant gestiegen, wäre die Immo fast wertlos.
Der Renovierungsbedarf liegt im mittleren 6-stelligen Bereich, außerdem baut man heute nicht mehr so wie damals.
Das Vernünftigste wäre, man lässt das Haus abreißen und baut 3 Kleinfamilienhütten darauf oder einen 6 WE-Wohnblock.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Hier kannst du nachlesen, was Männer leiden müssen...

ottoasta @, Sonntag, 14.08.2016, 13:22 vor 3483 Tagen @ ebbes 3355 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.08.2016, 13:30

......weil sie zu dumm sind, rechtzeitig zu erkennen, worauf es die meisten Frauen abgesehen haben!
Der alte Spruch 'Wenn's unten juckt, setzt es oben aus' stimmt immer noch.

Hier ein Beispiel:

http://www.das-maennermagazin.com/empfehlung/auch-die-netten-maenner-werden-von-frauen-...

Und hier die Übersicht dazu mit vielen köstlichen Geschichten:

http://www.das-maennermagazin.com/

Viel Spaß damit
Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

stimme Deinen Ausführungen uneingeschränkt zu (oT)

Dieter, Sonntag, 14.08.2016, 13:53 vor 3483 Tagen @ Schweizerkäse 2405 Views

- kein Text -

Merkel hat ja wohl eine Idee?

aprilzi @, tiefster Balkan, Sonntag, 14.08.2016, 14:06 vor 3483 Tagen @ dottore 2971 Views

Hi,

ich wuerde in dem Gebiet tausende Migranten ansiedeln. Die Ansaessigen wuerden beim ersten Kopfabschlag das Weite suchen. Die Bodenpreise wuerden ins Bodenlose sinken. Und schon beginnt das neue Wirtschaftswunder.[[freude]]

Gruss

Wunderbare neue Welt...

Fidel @, Sonntag, 14.08.2016, 16:57 vor 3483 Tagen @ Mephistopheles 2729 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.08.2016, 20:09

Hallo Mephistopheles

Das Vernünftigste wäre, man lässt das Haus abreißen und baut 3
Kleinfamilienhütten darauf oder einen 6 WE-Wohnblock.

Genau das geschieht, wenn Erben Kapital benötigen. Die Ortschaften werden quasi entkernt und mit ETWs gepflastert. Es sind Schlafstätten ohne weiteren Nutzen. Die Gewinne aus den Verkäufen werden sofort reinvestiert. Der Markt ist leer, so sehr begeistert dieses Modell - noch.

Die Spekulationswut stammt aus den Kommunen. Die Bauern weichen, wg. der mangelnden Rendite aus Landwirtschaft, notgedrungen und investieren Verkaufserlöse in Maschinen (=Steuern sparen, weil noch Betriebsvermögen), die sich auf geschrumpften Flächen NIE rechnen.

Das alles wird am Stammtisch, bei der Feuerwehr oder im Schützenverein schön getrunken. Nach sechs halben Bier gelten Traktor PS und Wohnungen als Status.

Die Kommunen finanzieren aus den Baulandspekulationen Wahlgeschenke für Bürger.

Die verbliebenen Landwirte bauen Mais an und erfreuen sich an der Energiewende, weil die Gemeinden (Spaßbad, Kindergärten, Schule, Altenheim) die Hauptabnehmer der Energie sind.

Eigentlich eine wunderbare neue Welt!

...nur stören seit 2015 die Wohncontainer der Neubürger.

Das alles könnte man mit gesundem Menschenverstand wahrhaben, wenn man nur wollte.

Genießen wir den Restsommer!
Grüße
Fidel

Lösungsansatz

Falkenauge @, Sonntag, 14.08.2016, 17:13 vor 3483 Tagen @ dottore 2846 Views

Hi Falkenauge,

... Deiner Meinung nach "skandalösen" bzw. "unhaltbaren" Zustand ändern?

Was schwebt Dir als "Bodenreform" vor?

Dankend für interessante Antworten plus Gruß - d.

Aus meinem verlinkten Artikel:

"In einer wahren Demokratie können die Bodenverhältnisse nur aus den unmittelbaren menschlichen Beziehungen einander gleichberechtigter Menschen heraus geregelt werden. Das schließt bevorrechtigendes Privateigentum Einzelner am Boden, das ein dauerhaftes alleiniges Verfügungsrecht über ein Grundstück bedeutet, grundsätzlich aus und folglich auch jeglichen Verkauf von Grundstücken. Der Boden muss in den Gesamtbesitz der jeweiligen politischen Rechtsgemeinschaft übergehen. Deren demokratisch legitimierten Organe hätten dann in allen Nutzungsfeldern, wie den baulichen, landwirtschaftlichen, gewerblichen, industriellen, bergbaulichen und kulturellen, nach den Vorgaben jeweiliger Sachverständigengremien im Einzelnen die Verteilung des Bodens zur zeitlich begrenzten Nutzung vorzunehmen.

Damit würden der Boden und die darauf errichteten Gebäude, die bisher ein ungetrenntes Eigentum bilden, rechtlich getrennte Wege gehen, so wie es heute schon beim Erbbaurecht der Fall ist. Denn Gebäude sind natürlich vom Menschen produzierte Gebrauchsgegenstände, an denen nach wie vor sein Eigentumsrecht berechtigt ist. Anzustreben wäre, dass jeder Mensch einen Teil des gemeinsamen Bodens für ein Wohneigentum nutzen kann.

Wenn die Notwendigkeit dieses grundsätzlichen Richtungswechsels der Bodenordnung eingesehen wird, das soziale Gewissen erwacht und den Willen zur Veränderung ergreift, werden sich die Dinge aus den praktischen Erfordernissen bis in alle Einzelheiten regeln und alle auftretenden Schwierigkeiten überwinden lassen."

Gruß
Falkenauge

Besitz vs. Eigentum

Dieter, Sonntag, 14.08.2016, 17:51 vor 3482 Tagen @ Falkenauge 2470 Views

Hallo Falkenauge,
Dein Ansatz kann nur von gesellschaftlichem Nutzen sein, wenn die Gesellschaft allgemein nicht mehr materiell ausgelegt wäre. Immerhin führt Eigentum im Unterschied zu Besitz, der zeitlich begrenzt ist, dazu, daß nicht nachhaltig bzw. weniger werterhaltend mit dem Gut umgegangen wird.
Das können wir bei Pachtland genauso beobachten, wie bei Mietwohnungen.

Auch in einem ganz anderen Kulturkreis mit anderer Rechtslage, der Scharia, kann man die Unterschiede leicht erkennen, dort als religiöse Regel.
Sind dort typischerweise Frauen oder Kinder Besitz oder Eigentum des Mannes, so wird im Gegensatz zum Besitz beim Eigentum (Ehe) dem Eigentümer,also dem Ehemann nahe gelegt, bzw. religiös befohlen, sorgfältiger und nachhaltiger mit seinem Eigentum umzugehen als im anderen Fall.

Gruß Dieter

Boden - Gebäude

Falkenauge @, Sonntag, 14.08.2016, 19:14 vor 3482 Tagen @ Dieter 2363 Views

Hallo Falkenauge,
Dein Ansatz kann nur von gesellschaftlichem Nutzen sein, wenn die
Gesellschaft allgemein nicht mehr materiell ausgelegt wäre. Immerhin
führt Eigentum im Unterschied zu Besitz, der zeitlich begrenzt ist, dazu,
daß nicht nachhaltig bzw. weniger werterhaltend mit dem Gut umgegangen
wird.
Das können wir bei Pachtland genauso beobachten, wie bei Mietwohnungen.

Hallo Dieter,

nun befinden sich ja die Gebäude im Eigentum, nicht aber das Grundstück. Dein Einwand bezieht sich also nur auf das Grundstück, das jedoch als Wohnland sehr langfristig vergeben wird (beim Erbbaurecht heute in der Regel 99 Jahre). Beim Tod des Eigentümers würde das Haus vererbt, das Grundstück könnte (als Regelungs-Möglichkeit) entsprechend auch in den Besitz des Erben, oder an die Gemeinde zurückgehen und müsste an den Erben neu vergeben werden. In der Pflege des bebauten Grundstückes (Anlage, Garten) wird, glaube ich, kein Unterschied zur Pflege des eigenen Hauses sein.

Auch an die Landwirte würde ja der landwirtschaftlich zu nutzende Boden langfristig vergeben. Da die Früchte ihr Eigentum sind, wären sie auch an einer entsprechenden Pflege des Bodens interessiert.

Gruß
Falkenauge

Oh, die armen Vermieter...

SevenSamurai @, Sonntag, 14.08.2016, 21:18 vor 3482 Tagen @ Olivia 2435 Views

wenn die nicht geleisteten Mietzahlungen nicht ins
Unermessliche gehen. Wenn ich mich daran erinnere, wie oft ich dann
Renovieren und zahlen musste, weil ..... dann wird mir heute noch schlecht.

Ich habe in meinem ganzen bisherigen Leben nicht eine einzige (Kalt-)Mietzahlung zu spät geleistet. Wozu gibt es schliesslich einen Dauerauftrag?

Renovieren musste ich für teures Geld stets selbst.

Einen mehr oder weniger kaputten Durchlauferhitzer wollte man nicht reparieren, da er mal funktionierte und mal nicht und nicht so nicht sicher nachweisen konnte, dass er kaputt ist. Bin dort bald ausgezogen.

All diese Schauermärchen böser Mieter, die Vermieter schamlos ausnutzen, zeigen, dass ich offensichtlich etwas falsch gemacht habe...

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Und ob skandalös!

Nico @, Sonntag, 14.08.2016, 21:19 vor 3482 Tagen @ dottore 2413 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.08.2016, 12:39

Eigentum rührt aus eigener Schöpfung.

Schön, dass es dich auch noch gibt, werter Dottore!

"Und, bitte, wie willst Du diesen..."
... Deiner Meinung nach "skandalösen" bzw. "unhaltbaren" Zustand ändern?

Zurück zur Verfassung von 1871?

https://www.youtube.com/watch?v=wX-xDyapL98&list=PL5UdX1mxeT8xJ4bzWnngKz2YnLklm7JDQ

Was schwebt Dir als "Bodenreform" vor?

Bei allem was ich also weiß, gab es unter der kaiserlichen Verfassung bis Ende 1918 kein privates Eigentum an Grund und Boden, und es wurden hierfür ausschließlich private Besitzrechte per Pacht erworben. Solche Eigentumsrechte hatte somit erst die „Demokratie“ in ihrem Gepäck, zu der man sich am 9.11.1918 nun entschlossen hatte und weshalb Kaiser Wilhelm dann halt „abdankte“. Dummerweise hatte diese so neu-gegründete Republik gerade mal zwei Tage später bereits ihren ersten verlorenen Krieg zu verzeichnen, was hier oder da auch als ein schlechtes Omen ausgelegt wurde. Übrigens war es seinerzeit eine Person namens Prinz Max von Baden, welche als offenbar selbsternannter Verweser diese Neuerung verkündete, während Kaiser Wilhelm erst 3 Wochen später diese selbst „absegnete“. Weitere Details dazu können bei Bedarf auch der folgenden Seite entnommen werden:

http://www.verweserjoergstorm.de/site04.htm

Damit besteht dann wohl aber auch ein empirischer Beweis dafür, dass Eigentum an Grund und Boden keine Voraussetzung für eine prosperierende Volkswirtschaft bedeutet, und dessen Abwesenheit allenfalls als ein Grund angenommen werden kann, die Missgunst gewisser „Demokraten“ auf sich zu lenken. Ansonsten möchte ich unserem werten @Falkenauge in dieser Frage unbedingt zustimmen, und habe dem an dieser Stelle nichts wesentliches hinzuzufügen. Auch wenn meine Ansichten zu dem Thema Besitz und Eigentum von der vorherrschenden Sichtweise abweichen, so kann ich aber auch in diesem Rahmen @Falkenauge dahingehend bestätigen, dass Eigentum von seinem Wesen her, seine Legitimität in der Tat aus einer eigenen Schöpfung bezieht. Alles was hingegen Gottes Schöpfung entspricht, ist aber Sache der Allgemeinheit – und damit Sache des Staates. Und dieser Aspekt ist dabei auch im wahrsten Sinne des Wortes von fundamentaler Bedeutung.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

Erbbaurecht ist m.E. keine Lösung

Dieter, Sonntag, 14.08.2016, 21:50 vor 3482 Tagen @ Falkenauge 2289 Views

Hallo Falkenauge,

fangen wir mal mit landw. Grundstücken an, z.B.in der ehem. Heimat meiner Familie, in Ostpreußen. Dort gab es Eigentum von Klein- und Großbauern, die über Jahrhunderte die Flächen urbar machten durch Entwässerung und entspr. Bodenpflege. Gut, die Eigentümer wurden unter Gewalteinwirkung vertrieben und die neuen Besitzer und teilweise Eigentümer wurden Kolchosen - und inzwischen sind die größten Teile der ursprünglich sehr produktiven Flächen (Kornkammer Deutschlands) unfruchtbar weil Drainagen, Gräben, schonende Bodenpflege, passende Fruchtfolge nicht ausreichend berücksichtigt wurden aufgrund Unkenntnis der Gegebenheit und natürlich wegen kurzfristiger Ertragseffekte.

Ähnliches kann man auch in der BRD beobachten, wenn kurzfr. Ertragsaspekte überwiegen und nicht an die Erben gedacht wird. Landwirtschaft und vor allem Forstwirtschaft ist ein Denken in Generationen. Wenn beispielsweise Ländereien noch eine Restlaufzeit im Besitz von 10 oder 20 Jahren haben mit der Ungewißheit, wer anschließend das Land nutzen kann, dann geht man als wirtschaftlich denkender Bewirtschafter anders damit um als wenn es Eigentum zum Vererben ist.
Andererseits wird auch heute über die Grundsteuer eigentlich eine Art Nutzungsentgelt an die Allgemeinheit entrichtet.

Nun zu städtischen bebauten Grundstücken. Unser Verständnis und Rechtssystem geht eigentlich immer davon aus, daß Grundstück und die Teile, die damit dauerhaft verbunden sind, eine Einheit bilden. Rechtsträger für die Art der erlaubten Bebauung ist das Grundstück, Veränderungen am Grundstück, egal ob Bodenerhöhungen/absenkungen, befestigte Flächen oder Gebäude unterliegen dem Baurecht, welches durch versch. abgestufte Gesetzte geregelt ist.
Die Allgemeinheit, in Form eines Gemeinde/Stadtrates unter Zustimmung der Kreis- und Bezirksverwaltung bestimmt letzten Endes welche Rechte an das jeweilige Grundstück gekoppelt sind, wobei ein Vorkaufsrecht seitens der öffentl. Hand immer gegeben ist.

Ich sehe nun wirklich keinen Vorteil darin, Grundstücke rechtlich im Eigentum der öffentl. Hand zu halten/bringen und jegliche Veränderungen als Privateigentum zu deklarieren.

Ich finde es aber auch nicht gut, wenn ursprüngliche Wohnungen/Grundstücke in öffentl. Hand aus Bequemlichkeitsgründen der Verwaltungsleute an große Immo-Firmen verscheuert werden, und nicht alle Bemühungen unternommen werden, diese Wohnungen zu ähnlichen Konditionen den derzeitigen Mietern angeboten werden.
Daß diese oftmals kein Interesse haben, da Eigentum belastet und viele doch lieber auf Kosten anderer leben, statt selbst durch Konsumverzicht Kapital zu bilden, ist auch klar.

Gruß Dieter

Ja, offensichtlich

Dieter, Sonntag, 14.08.2016, 22:03 vor 3482 Tagen @ SevenSamurai 2469 Views

All diese Schauermärchen böser Mieter, die Vermieter schamlos ausnutzen,
zeigen, dass ich offensichtlich etwas falsch gemacht habe...

Hallo SevenSamurai,
jedenfalls hast Du Dich nicht mietertypisch verhalten und schon gar nicht Deine vom Gesetzgeber vorgesehenen Rechte wahrgenommen.

Und da Dein Vermieter Dir nicht entgegengekommen ist, hast Du das richtige gemacht - und die Wohnung gewechselt.

Normalerweise sollte das Verhältnis Vermieter-Mieter ein Nehmen und Geben sein, ohne jeweils jede Kleinigkeit zu rechnen. Dann können alle zufrieden sein.

Zum Geben und in der Verantwortung des Vermieters zähle ich auch, daß dieser bei der Auswahl der Mieter darauf achtet, daß alle Parteien sozialverträglich sind, also aufgrund der menschl. Beurteilung des Vermieters dazu geeignet sind, eine Gemeinschaft zu bilden. Dies liegt natürlich auch im Interesse des Vermieters aus versch. Gründen.

Andererseits kann ich als Vermieter nur sagen, daß ich die Gesetzeslage extrem Vermieterfeindlich empfinde, was in letzter Konsequenz dazu führt, daß ich über mein Eigentum per Gesetz und Verfahren nicht verfügen kann, selbst wenn dieses vom derzeitigen Besitzer=Mieter zweckentfremdet oder eigentumsvernichtend ohne Gegenleistung genutzt wird.

Gruß Dieter

Kommt wahrscheinlich sowieso

Rybezahl, Montag, 15.08.2016, 18:11 vor 3481 Tagen @ Falkenauge 1990 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.08.2016, 18:49

Hallo Falkenauge!

Das kommt, wenn der Staat am Ende ist. Dann wird alles verstaatlicht. Werden wir mal sehen, wie die Menschen damit leben können. Ich vermute, die schlagen eher früher als später alles kurz & klein. Danach kann der Kapitalismus reloaded werden (Schulder/Gläubiger-Bereinigung und anschließende Neuverteilung des Bodens).

Jetzt zwischendurch mal eben so eine Bodenreform zu machen, halte ich für unwahrscheinlich und zudem systemgefährdend (im ungemütlichen Sinne). Boden wird beliehen, das kann man im Kapitalismus nicht einfach so ausknipsen, ohne ihn zugleich zu Fall zu bringen.

Der Sozialismus wird sich auf natürliche Weise von selbst ergeben (staatenlos!), wenn der Mensch vernünftig geworden ist. Mal sehen, ob das noch passiert.

Gruß!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Unterschied zwischen "Kleinvermietern" und "Großvermietern" beachten.

Olivia @, Dienstag, 16.08.2016, 08:31 vor 3481 Tagen @ SevenSamurai 1790 Views


All diese Schauermärchen böser Mieter, die Vermieter schamlos ausnutzen,
zeigen, dass ich offensichtlich etwas falsch gemacht habe...

...............

Du hast nichts falsch gemacht. Du wohnst offenbar in einem Objekt, das von einer größeren "Organisation" gehalten wird und das sich im "gut bürgerlichen, mittleren Bereich" bewegt. Dort funktionieren die Dinge immer noch einigermaßen.

Probleme gibt es dort, wo sich kleine "Privatinvestoren" auf das Thema "VERMIETETE Immobilien zur Kapitalanlage/Alterssicherung" eingelassen haben. In meinem Falle (und im Falle von Bekannten) sogar "in einer gesuchten" Wohngegend - neu gebaute Objekte, aufwendig und teuer ausgestattet. DAS sind genau die FALSCHEN Immobilien. Damit hat man Ärger. In der Regel sind solche Objekte auch noch "finanziert", d.h. die Bank wird "unruhig", wenn der Mieter nicht mehr zahlt. Hat der Mieter noch Nachwuchs bekommen oder gibt es sonstige "Härtefälle", dann zahlt der Vermieter die Miete, will er nicht "dringenden" Besuch von der Bank bekommen. Den Mieter dann trotz fehlender Zahlung erfolgreich zum "Ausziehen" zu bewegen, das ist ein völlig anderes Thema und erfordert entweder "Spezialisten" oder einen langen Atem, gute Nerven und genügend Liquidität.

Möbeliertes Untervermieten ist eine andere Sache. 14 Tage Kündigungsfrist, falls es "nicht klappt".

--
For entertainment purposes only.

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