Interesse muss erregt werden.
Guten Tag,
Mich wundert nur immer wieder, dass es kaum jemand in unserer Bevölkerung interessiert.
Prinzipiell gehe ich davon aus, dass der Mensch normalerweise nicht dafür ausgelegt ist, sich für Dinge zu interessieren, die sich in ein paar tausend Kilometern Entfernung abspielen. Ich gehe auch davon aus, dass es besser wäre, wenn sich jeder nur für das interessiert, was sich in seiner direkt erfahrbaren Lebenswirklichkeit abspielt.
Im globalen Großkollektiv wird Interesse natürlich medial angeregt. Wobei das Erregen von Interesse für Olympia wesentlich besser funktioniert, als für irgendwelche Unannehmlichkeiten. Bei der Masse an weltweiten Unannehmlichkeiten, die täglich medial für mich aufbereitet werden, habe ich auch keine Ahnung, für welche Unannehmlichkeiten ich mich zuerst interessieren soll.
Als Debitismusgläubiger ist mir natürlich klar, dass die Kreise der Interessen immer größere Radien schlagen müssen. Das gilt offenbar nicht nur für die vermeintlich Mächtigen dieser Welt. Wenn ich nicht mitbekomme, dass mein Nachbar vier Wochen tot in seiner Wohnung rumliegt, wäre es durchaus denkbar, dass mein eigner Interessensradius auch übers Ziel hinausgeschossen ist. Apropos Ziel: Wieso sollte ich mich eigentlich für den Ukrainekonflikt, Russland oder den Großen Bruder in Übersee interessieren? Damit ich weiß, in welcher Art und Weise ich über den Tisch gezogen werde?
Mit freundlichen Grüßen
Schneider