Broder: "Für mich ist Aleppo schlimmer als Auschwitz"
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 10.08.2016, 16:09
Hier gibt es einen recht guten Artikel zu Broders Aussagen in der Welt: http://www.watson.ch/International/Syrien/527786199-Was-gerade-in-Aleppo-passiert--ist-...
Aus meiner Sicht hat Broder mit einem unrecht. Auschwitz kann sich jederzeit wiederholen, das heisst die Gefahr besteht also weiter, wenn wir nicht peinlich genau darauf achten, dass wir bei den ersten Anzeichen, handeln.
Dabei ist es unerheblich, ob die Gefahr von Rechts oder Links droht, erheblich ist dabei nur das Leid welches Menschen durch ein Unrechtsregime zuteil wird. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es auch die Linken (Beispiel hier) in Deutschland sind, die zur Gewalt gegen Andersdenkende aufrufen und den Weg in die Gewaltspirale ebenen. Es ist aber vor allem auch die breite Masse, die alles einfach so hinnimmt, die letztendlich es den wenigen Extremisten erlaubt, sich auszubreiten. Anstatt diesen rechtzeitig Einhalt zu gebieten wird Rechts wie Links weggeschaut als hätte man Scheuklappen vor den Augen. Wie kommt das? Meine Vermutung ist, dass die breite Masse sich dadurch einschüchtern lässt, dass die wenigen, die den Linken Einhalt gebieten, als Rechte verunglimpft (siehe hier) werden, wobei sie mit echten Neo-Nazis auf eine Stufe gestellt werden. Der Blick auf Rechts ist ebenfalls verwehrt, weil man als schaffender Mensch meist selbst konservativ ist. Man solidarisiert sich im Geheimen mit den wenigen streitbaren, die von Linksextremisten fälschlicherweise als Rechts deklariert werden, und nimmt die Gefahr die von den wenigen wirklichen Rechten ausgeht, nicht mehr wahr.
Nun zurück zu Broder. Ich denke, er hat mit vielem recht. Allerdings sehe ich hier ein Grundproblem, nämlich die deutsche Gesetzgebung. Nicht immer stimmt alles, was die Presse sagt. Auch in den Geschichtsbüchern stehen nach wie vor viele Lügen und Fälschungen. Wir brauchen uns bloss an die jetzt bekannt gewordenen False-Flag-Aktionen erinnern. Kaum ein Krieg der Vergangenheit ist nicht auf eine oder mehrere solcher Aktionen zurückzuführen. Es begann fast immer mit einem Wirtschaftskrieg, der dann durch eine oder mehrere False-Flag Aktionen legitimiert wurde. ((Liste hier))
Daher ist es wichtig, Dinge auch im Nachhinein immer wieder zu diskutieren und zu verifizieren. Diskutieren heisst auch hinterfragen. Die Frage danach stellen, wie es soweit kommen konnte und was getan werden kann, um Ähnliches in der Zukunft zu verhindern. Das sorgt nicht nur für eine Verlässlichkeit in der Geschichtsschreibung, sondern auch dafür, dass die Geschichte lebendig bleibt und nicht von extremistischen Gruppen missbraucht werden kann. Es sorgt dafür, dass die grossen Schandtaten und Fehler im Gedächtnis bleiben und nicht wiederholt werden.
Doch leider ist es so, dass manchmal der Gesetzgeber sich gezwungen sieht, gerade diese Auseinandersetzung zu verhindern. So gab es zum Beispiel in Spanien keine Aufarbeitung des Bürgerkrieges. Der Bürgerkrieg bleibt eine Wunde, die bis heute in vielen Bereichen die Menschen voneinander entfremdet.
Auch in Deutschland gibt es diese Denkverbote und man hat sie zusätzlich noch gesetzlich festgeschrieben. Eine offene Diskussion kann deshalb eben nicht mehr stattfinden, und das Wissen um die Geschichte geht verloren oder viel schlimmer noch, wird abgelehnt. Doch wer sich nicht an die Geschichte erinnert, der wird sie wiederholen. Dabei werden Denkverbote wie sie gerade heutzutage in Deutschland um sich greifen, das genaue Gegenteil erreichen. Sie werden die Menschen dazu nötigen etwas zu glauben. Glauben an etwas, das sie nicht mehr verifizieren können, denn dazu gehört, dass man auch Gegenargumente hört. In Folge wird der Verdacht wachsen, dass jemand lügt und bei dem kleinsten Anzeichen einer Lüge wird dann das ganze Glaubensmodell in Frage gestellt werden. Als Beispiel stellt die Diskussion um den durch die Medien nie erwähnten dritten Turm des World-Trade-Centers das gesamte Glaubensgebilde zum Thema 11.September in Frage. Das Weglassen einer einzelnen Information diskreditiert die ganze Geschichte um die Attentate vom 11.September und die daraus resultierenden Kriege. Der IS und der Krieg in Syrien sind letztendlich Konsequenzen dieser Kriege und somit eine Konsequenz des 11. Septembers.
Das Wissen um den dritten Turm legt den Verdacht nahe, dass das Ganze auf einem Lügengebilde beruht. Doch solange diese Information nicht ordentlich diskutiert und verifiziert werden kann, solange bleibt das Ganze eine Glaubensfrage und keiner kann Menschen zwingen, an etwas Bestimmtes zu glauben. Doch selbst die Gruppe von Architekten, die sich hier um Aufklärung bemüht, wird in den USA in eine sozial geächtete Ecke gedrängt, nämlich die der Anti-Amerikaner, während man in Europa als Verschwörungstheoretiker denunziert wird.
Letztendlich bleibt die Frage, wie gross die Lügen sind, die einem tagtäglich präsentiert werden. Mit jeder kleinen Lüge wächst der Verdacht, dass eigentlich alles irgendwie eine Lüge ist. Der Staat ist keine Kirche und seine Gesetze sind keine Religion. Der Staat muss seinen Bürgern mit Offenheit gegenübertreten oder er und seine Vertreter werden letztendlich ihre eigenen Lügen glauben und letztendlich daran untergehen.
Somit ist meine Schlussfolgerung eine andere, als die Broders. Aleppo ist nicht nur eine Schande, sondern Aleppo ist viel mehr die Konsequenz aus nicht aufgearbeiteter Geschichte. Aleppo ist die Konsequenz von Gleichmacherei und Toleranz auf der einen Seite, und die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Aleppo ist schlicht und einfach die Verweigerung, aus der Geschichte zu lernen.
Und dafür sollten wir uns schämen.
![[image]](http://buchanan.org/blog/wp-content/uploads/Who-Got-Us-Into-These-Endless-Wars-2-700x245.jpg)