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BillHicks ⌂, Wien, Freitag, 05.08.2016, 13:23 (vor 3492 Tagen) @ Sundevil2410 Views

Ich versteh das nicht.

Ein Teil in mir versteht es schon. Dem anderen geht's wie Dir :)

Da regt Ihr Euch auf und hofft, dass es genug andere gibt, die Mut
haben das zu tun, wozu Ihr selbst nicht den Mut habt.
Und dann ärgert
Ihr Euch auch noch, kotzt Euch in Foren die Seele aus dem Leib und fühlt
Euch nachher noch beschissener als vorher, richtig? (Entschuldigt die
Ausdrucksweise)
Gesteht Euch doch bitte zunächst Eure eigene
Mutlosigkeit ein.

Volltreffer.

Indem Ihr Euch aufregt, gebt Ihr anderen Macht über Euch und Euer Denken.
In diesem Moment haben die sogenannten Eliten gewonnen. Ihr seid
eingesperrt in Eurem eigenen Gedankengefängnis.

Und noch einer.

"Die da oben" sind und bleiben daher unantastbar bis Ihr Eure Sichtweise
ändert. Ihr habt die Macht und könnt alles und jederzeit ändern -
nur wollt Ihr es meist nicht, da es Euch an Mut fehlt! Es würde Euch
nämlich nachher etwas fehlen, und zwar das worüber man sich so schön
aufregen kann. Also ändert Ihr nichts in Eurem Leben. So verleiht Ihr
anderen zunehmend Macht über Euch.

OK. Wie könnte man das ändern, wenn "man" es denn wollte? = Wenn DU
es willst.

1. Nicht alle Menschen sind schlecht, selbst Politiker:
- Ich kann jederzeit auf der lokalen Ebene einen Politiker anrufen und ihn
Fragen, was er zu solchen Themen hält. Da gibt es mitunter ganz
vernünftige Meinungen, nur solange sich keiner meldet, macht man dort mit
jedem Unsinn weiter. Den Vernünftigen fehlt es also nur an Eurer
Unterstützung!
- Ich kann mich informieren wen ich wähle, und dieses Wissen weitergeben
- Ich kann auf Parteitage und Wahlveranstaltungen gehen und gut
vorbereitet Fragen stellen
- Ich kann verlangen, dass Politiker und Austräger zum regelmäßigen
Drogentestgehen sollten
- Genauso, wie ich weitere Forderungen ausarbeiten und stellen kann! (Wenn
man nichts fordert, wird man nie etwas bekommen, jedenfalls nicht das, was
man will!)

Ich wiederhole den letzten Satz noch einmal:
"Wenn man nichts fordert, wird man nie etwas bekommen, jedenfalls nicht das, was man will!"
Oder eben nur per Zufall. Erinnert mich an: "Warum politische Rechte erkämpft werden mussten"

2. Ich kann mit meinem Geld wählen

Ja, schon. Aber aus meiner Sicht sehr wichtig: das alleine ist es nicht.
Das ist ja das neoliberale Narrativ: "Die Leute wollen es doch so." Dieses Narrativ ist in seiner Trivialität geradezu lächerlich. Aber war für bald 4 Jahrzehnte total erfolgreich. Schon witzig.

- Ich kann beim Touristenamt nachfragen, ob man sich von Verhalten
distanziert und meinen Urlaub woanders verbringen
- Ich kann mich an das Verkehrslimit, etc. halten und so den Staat und die
Städte um ihre wichtigsten Einnahmen bringen.
- Ich kann pro Woche mindestens ein lokal produziertes Produkt kaufen.
- Ich kann das Kleingedruckte auf dem Essen zumindest lesen

Ganz ehrlich: wer heute nach wie vor Fleischprodukte aus Massentierhaltung konsumiert und die Tiere nicht selbst aufzieht, hegt und pflegt und dann selbst schlachtet und wertschätzt ist für mich nur ein Hypokrit. Wenn sich diese Leute dann auch noch über ihr Übergewicht, ihre Aggressionen (wo gehen die Stresshormone wohl hin?) und Krankheiten aufregen, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
Auch mit noch so kleinem Budget ist jeder noch so kleine Anfang der Veränderung im eigenen Lebensmittel-Konsumverhalten ein Anfang. Meinen Hund würde ich auch nicht einfach umbringen und essen. Wie soll das gehen? Warum aber soll das für Schweine, die genauso Gefühle haben wie Hunde auch, anders sein? Mein Hund bellt leise, wenn er träumt. Und er bewegt sich. Knurrt sogar manchmal. Tiere sind Maschinen? Sachen (wie zu allergrößten Teilen heute noch juristisch)? Denk' nochmal drüber nach. Ernsthaft.

Ich bin Kampf- und Ballsportler und ernähre mich seit 10 Jahren rein vegetarisch. Ich kann überhaupt nicht feststellen, dass mir etwas fehlte. Bin freilich sehr komisch angeschaut worden damals. Heute ist das überhaupt kein Thema mehr. Für diejenigen, die immer noch komisch schauen: die Welt hat sich aus meiner Sicht weiter gedreht. Und in dieser Hinsicht begrüße ich dieses Weiterdrehen sehr.

3. Ich kann wählen, welche Presse ich lese
- Ich kann Medien, die besonders viel lügen, einfach blockieren

Wer die Presse heute - prinzipiell - einfach immer noch voll Ernst nimmt ist doch nicht mehr Ernst zu nehmen.

4. Ich kann helfen
- Ich kann älteren Leuten meine Hilfe beim Einkaufen anbieten. An wem
werden sich diese Menschen wohl in der Zukunft orientieren?

Klasse! Ja, mir fällt auch auf wie einfach Menschen durch positive Aufmerksamkeiten glücklich(er) zu machen sind. Super, dass Du auch dabei bist[[top]]

5. Ich kann über meine eigenen Gedanken reflektieren. Welche Wirkung haben meine Gedanken auf meine Gefühle?

6. Ich kann mir meine Gefühle bewusst ansehen. Und ich kann mir dabei auch von Profis helfen lassen: "emotionales Zähne putzen". D.h. ich mache das - logisch - nicht nur ein einziges Mal. Sondern ich bleibe dran. Schaue mir meine Gefühle immer wieder bewusst an. Nicht: "Ach, ... ich hab ja letztes Jahr schon mal Zähne geputzt."
Nein, emotionale Hygiene ist wichtig. Und sie wird früher oder später für uns eine gleiche Selbstverständlichkeit haben wie die körperliche sie heute (fast) überall hat.

etc.

Aber vor allem kann ich eins: Damit aufhören, mich aufzuregen.

Sehr wichtig.
Gleichwohl: das Aufregen, also Wut, kann schon eine Hilfe sein um aus der Lethargie heraus zu kommen. Aber man sollte dort nicht stehen bleiben. Machen viele. Auch gut. Aber dann bitte nicht wundern, dass sich sonst auch nix bewegt :)

Ich wünsche Euch eine schöne und aktive Woche.

Dankschön, Dir auch!

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.


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