Automatisierung – mittel- und langfristige ökonomische Aussichten

Phoenix5, Mittwoch, 03.08.2016, 19:31 vor 3494 Tagen 3231 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 03.08.2016, 20:12

Gern wird hier im Forum das pro und contra der fortschreitenden Automatisierung und Technologisierung und der damit einhergehenden (oder nicht einhergehenden) Arbeitslosigkeit besprochen, aber selten mit dem Debitismus verflochten und erklärt. Man sollte sich mal vor Augen führen, wie wenige Frauen noch vor 60 Jahren berufstätig, d.h. ebenfalls „arbeitslos“ im ökonomischen Sinne waren. Wenn die kulturellen Rahmenbedingungen es für Frauen vorgaben, Hausfrau und Mutter zu sein, schien also der Kapitalismus dennoch, zumindest temporär, funktioniert zu haben. Woher kommt also plötzlich die Angst vor dem Jobverlust durch Automatisierung? Dazu muss ich weiter ausholen.

Grundsätzlich müssen Unternehmen ihren Lohnarbeitern so viel Gehalt zahlen, dass diese, mit ihrem Gehalt + ihren aufgenommenen Krediten, die Produkte der Unternehmen auch kaufen können. Das ist natürlich keine Vorgabe für die Unternehmen (die versuchen selbstverständlich die Löhne zu drücken), sondern eine gesamtwirtschaftliche Tatsache: Der Unternehmer kann nur dann Gewinn machen, wenn genügend Kaufkraft seiner Kunden da ist. Auf der einen Seite regeln Angebot und Nachfrage die Preise der Waren, auf der anderen Seite Angebot und Nachfrage bei Jobs den Preis des Arbeitnehmers. Ein Gleichgewicht gibt es im Debitismus dabei nie. Mal boomt die Wirtschaft und sie braucht Arbeitnehmer: Die Löhne steigen, mit ihnen der Konsum und die Kreditaufnahme und damit auch die Preise von Waren und Dienstleistungen – es besteht die Gefahr einer inflationären Lohn-Preis-Spirale. Mal stagniert oder kontrahiert die Wirtschaft (schon allein aufgrund des vorangegangenen Booms), sie rationalisiert und drückt Löhne, Konsum und Kreditaufnahme brechen ein und die Preise sinken – es besteht die Gefahr einer deflationären Spirale.

Wenn dabei 50% der volljährigen Bürger einer Volkswirtschaft keinen direkten ökonomischen Output liefern (z.B. die Frauen als Hausfrauen), ist das dem Debitismus grundsätzlich mal völlig egal, solange der Mann als derjenige, der das Geld nach Hause bringt, seine Familie versorgen kann. Der Staat, der natürlich an einer funktionierenden Wirtschaft, ergo einem mindestens konstanten, am besten aber kontinuierlich zunehmenden Steuerfluss interessiert ist, wird hierfür die Rahmenbedingungen vorgeben durch Mindestlöhne - wie sie allesamt Anfang des 20. Jhdt (und besonders nach WKII) in Europa Einzug erhielten - höhere Unternehmenssteuern (zur Umverteilung) und einer Erleichterung des Zugangs des Privatmannes zum Kreditmarkt. Alles was zählt ist, dass auf der einen Seite für den Unternehmer noch genügend Geld übrig bleibt, das sein unternehmerisches Risiko rechtfertigt und auf der anderen Seite der arbeitende Mann seine Familie durchbringt. Natürlich bringen doppelt so viele Arbeitnehmer (die Frauen im Arbeitsmarkt) auch doppelt so viel wirtschaftlichen Output, aber da der Staat, v.a. in einer Demokratie, immer von Industrielobbyisten durchsetzt ist, wird das zwangsläufig auf lange Sicht dazu führen, dass sich das Gehalt des Mannes dann schlichtweg auf Mann und Frau aufteilt. Solange der kleine Mann davon leben kann, arbeitet er eben die zweite Hälfte seines Lebens für Oberschicht, Geldadel und Staat. Alles was sich ändert, sind also nur die Relationen. Man könnte ebenso gut eine 20-Stunden-Woche für Jedermann bei gleichem Gehalt einführen, solange man damit auf nationaler Ebene das Unternehmertum, d.h. die Motivation des Unternehmers nicht abwürgt. Natürlich gäbe es dann weniger Schnickschnack zu kaufen, aber die Lebensqualität würde signifikant steigen. Aufgepasst: Ich rede hier von einem national abgeschotteten Wirtschaftsraum, der kaum wirtschaftliche Beziehungen zum Rest der Welt pflegt.

Wie kam es überhaupt dazu, dass die Frauen, mit der euphemistisch umschriebenen „feministischen Bewegung“ in den Arbeitsmarkt gedrängt wurden? Oder anders gefragt: Wie konnte es eine feministische Bewegung mit hehren Zielen, die sich bereits im 18.Jhdt nachweisen lässt, erst so spät zu den Schalthebeln der Macht schaffen? Wer hat sie nach oben gehievt? Die Beantwortung dieser Frage ist eng verwandt mit dem Problem der Automatisierung, auf das ich gleich zurückkomme: Das Schlüsselwort heißt „Globalisierung“. Erst mit der Bewegungsfreiheit der Unternehmen, ist der imaginäre nationale Vertrag zwischen Staat, Bürger und Unternehmen zerbrochen. Mit der Globalisierung verschwand das nationale Unternehmertum und wurde international. Gleichzeitig wurde Know-how in aller Herren Länder transferiert, was dazu führte, dass nicht mehr die Politik die Rahmenbedingungen vorgeben konnte, sondern die Unternehmen, die sagten: Wenn ihr uns zu viele Steuern abverlangt oder die Löhne zu stark hebt, dann wandern wir eben ab. Erst mit dem Sieg der Konzernmacht und der internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen musste der Staat, um langfristig überlebensfähig zu sein, mit anderen Ländern konkurrieren und das heißt nichts anderes als sich langfristig den prekären Verhältnissen der Arbeitnehmer in anderen Ländern anpassen. Erst jetzt begann der Siegeszug des Feminismus, weil einerseits durch das Lohndumping der Mann seine Familie nicht mehr allein ernähren konnte und der Staat gleichzeitig die Frauen für das allgemeine Lohndumping von der patriarchalischen Abhängigkeit „befreien“ musste, d.h. als Arbeitsrädchen in die Wirtschaft drängte, um langfristig ein Gehalt, auf zwei Personen aufzuteilen zu können. Das ist auch der Grund warum in der Ära der Globalisierung die Einkommensschere zwischen arm und reich hoffnungslos zunehmen muss: Der Staat hat keinen Spielraum, Unternehmertum und Geldadel aber jeden nur erdenklichen Freiraum aus Erpressung und Bestechung.

Und hier schließt sich der Kreis zur Automatisierung. In einem voll souveränen Staat, mit starker Binnenwirtschaft und internationaler Abschottung wäre diese überhaupt kein Problem. Eine Hälfte arbeitet in der Wirtschaft und alimentiert die andere, welche Aufgaben fürs Gemeinwohl erledigt. Für einen international konkurrierenden, globalisierten Staat mit aufgeblähten Staats-, ZBs- und Privatbilanzen ist die Automatisierung dagegen eine Katastrophe, weil er einerseits Jobs verliert, aber die Unternehmen nicht zwingen kann, diesen Kaufkraftverlust durch höhere Steuern oder Löhne zu kompensieren, ohne dass diese drohen in Länder abzuwandern, deren Bilanzen und Verwaltung weniger stark aufgebläht sind. Die Folgen wären Deflation und Staatsbankrott. Deshalb bin ich mir auch absolut sicher, dass so etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen – hauptsächlich geschöpft als netto-Geld – kommen wird. Es wird zu viel sein um zu sterben, aber zu wenig um zu leben. Das alles ist nichts anderes als das langsame Sterben des Abendlandes (nicht erst mit der Automatisierung). Auf lange Sicht ist die Automatisierung nur ein weiteres Mosaiksteinchen, das am Ende zur Stadtflucht, der Auflösung hierarchischer und organisatorischer Strukturen und am Land zur Subsistenzwirtschaft führt: Der Wirtschaftsform des Fellachen, während sich rundherum private Familien um Macht und Einfluss bekriegen.

Gruß
Phoenix5

PS: Die Automatisierung ließe sich natürlich (analog zur nationalen Souveränität), in einer Weltregierung steuern. Dort könnte man global verbindliche Arbeitnehmerschutzgesetze implementieren. Für mich ist eine Weltregierung nichts anderes als der feuchte Traum eines degenerierten Geldadels, der nicht weiß, was er sonst den lieben langen Tag tun soll. Allein die Verwaltung einer Weltregierung über Jahrzehnte ist ein Ding der Unmöglichkeit - von Jahrhunderten ganz zu schweigen.

ZDF - Frohes Schaffen

Obi Wan @, Mittwoch, 03.08.2016, 23:31 vor 3494 Tagen @ Phoenix5 2439 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 04.08.2016, 12:32

Geht nicht direkt die Ursachen an, aber beschäftigt sich etwas mit den Auswirkungen.
Vor allem wird die schon fast religiöse Bedeutung des Themas Arbeit oder besser des Jobs in Frage gestellt.

Der Untertitel ist auch schön:
Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Kam natürlich wie fast alle interessante Beiträge etwas später, ist aber in der Mediathek:
http://www.zdf.de/das-kleine-fernsehspiel/frohesschaffen-33131374.html
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2133004/Frohes-Schaffen

In dem Sinne

Frohes Schaffen

Obi Wan

Vom Segen der Automatisierung

Nico @, Freitag, 05.08.2016, 04:19 vor 3493 Tagen @ Phoenix5 1573 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 05.08.2016, 04:47

Hallo Phoenix5

Gern wird hier im Forum das pro und contra der fortschreitenden
Automatisierung und Technologisierung und der damit einhergehenden (oder
nicht einhergehenden) Arbeitslosigkeit besprochen, aber selten mit dem
Debitismus verflochten und erklärt. Man sollte sich mal vor Augen führen,
wie wenige Frauen noch vor 60 Jahren berufstätig, d.h. ebenfalls
„arbeitslos“ im ökonomischen Sinne waren. Wenn die kulturellen
Rahmenbedingungen es für Frauen vorgaben, Hausfrau und Mutter zu sein,
schien also der Kapitalismus dennoch, zumindest temporär, funktioniert zu
haben. Woher kommt also plötzlich die Angst vor dem Jobverlust durch
Automatisierung? Dazu muss ich weiter ausholen.

Zunächst wäre es hier wichtig zu erkennen, dass wir alle im Allgemeinen Arbeit keinesfalls zu mehren, sondern zu verringern bedacht sind. So suchen wir für gewöhnlich auch nicht nach mehr, sondern allenfalls nach besser bezahlter Arbeit. Wir sind damit auch alle selbst bestrebt, unsere eigene Arbeit möglichst effizient zu gestalten, wobei eben auch die Automatisierung eine Möglichkeit bedeutet.

Wir haben kategorisch zwischen Freiwilliger und Unfreiwilliger Arbeitslosigkeit zu unterscheiden. In einer Einzelfallbetrachtung mag persönliches Unvermögen bei Unfreiwilliger Arbeitslosigkeit eine Rolle spielen. Nicht aber, wenn Unfreiwillige Arbeitslosigkeit als gesellschaftliches Phänomen betrachtet wird. Hier ist nämlich grundsätzlich von einer Fehlfunktion des politischen – und damit inbegriffen – des monetären Umfeldes auszugehen.

In der Tat könnte und sollte sogar, eine zunehmende Automatisierung Arbeitslosigkeit mit sich bringen. Allerdings nur eine freiwillige. Bei der hingegen häufig anzutreffenden Vermutung, dass die Automatisierung auch Unfreiwillige Arbeitslosigkeit zeitigen würde, wird offenbar nur eine Seite der Medaille betrachtet und die andere Seite bleibt übersehen. Und zwar führt die Automatisierung zu niedrigeren monetären Kosten für die Produktion, weshalb sich ergo die Preise reduzieren, weshalb der Einzelne nun entsprechend mehr konsumieren kann, weshalb wiederum mehr produziert wird. Potentielle Arbeit ist dabei unendlich vorhanden, weil auch die Wünsche der Menschen unendlich sind. Wie viel wir arbeiten hängt also nicht unbedingt daran, wie viel Arbeit vorhanden ist, bzw. nachgefragt wird, sondern wie viel Arbeit uns unsere Wünsche wert sind.

Die von mir bereits angedeutete, und für die Unfreiwillige Arbeitslosigkeit Verantwortung tragende primäre Fehlfunktion ist im Übrigen in der herrschenden Praxis der Staatsfinanzierung zu suchen. Anstatt sich Geld selbst zu erzeugen, machen Staaten Schulden. So kontaminieren die Staaten die Märkte mit Leistungs- bzw. arbeitslosen Zinsquellen (=Verrentung). Eigentlich ist es überraschend, dass du dich auf den "Debitismus" berufst, und diesen Aspekt in diesem Zusammenhang aber unerwähnt lässt.

Grundsätzlich müssen Unternehmen ihren Lohnarbeitern so viel Gehalt
zahlen, dass diese, mit ihrem Gehalt + ihren aufgenommenen Krediten, die
Produkte der Unternehmen auch kaufen können. Das ist natürlich keine
Vorgabe für die Unternehmen (die versuchen selbstverständlich die Löhne
zu drücken), sondern eine gesamtwirtschaftliche Tatsache: Der Unternehmer
kann nur dann Gewinn machen, wenn genügend Kaufkraft seiner Kunden da ist.
Auf der einen Seite regeln Angebot und Nachfrage die Preise der Waren, auf
der anderen Seite Angebot und Nachfrage bei Jobs den Preis des
Arbeitnehmers. Ein Gleichgewicht gibt es im Debitismus dabei nie. Mal boomt
die Wirtschaft und sie braucht Arbeitnehmer: Die Löhne steigen, mit ihnen
der Konsum und die Kreditaufnahme und damit auch die Preise von Waren und
Dienstleistungen – es besteht die Gefahr einer inflationären
Lohn-Preis-Spirale. Mal stagniert oder kontrahiert die Wirtschaft (schon
allein aufgrund des vorangegangenen Booms), sie rationalisiert und drückt
Löhne, Konsum und Kreditaufnahme brechen ein und die Preise sinken – es
besteht die Gefahr einer deflationären Spirale.

Löhne und Kaufkraft bedeuten von Anfang an eine Tautologie, zwei Seiten der selben Medaille. Dieses nicht nur weil Löhne von so identifizierten "Lohnarbeitern" an so identifizierte "Unternehmer" zurückfließen, sondern vielmehr deshalb, weil die hier in Anwendung gebrachten Unterscheidungskriterien dieser Gruppierungen für diese Betrachtung irrelevant sind. Im Grunde genommen bedeuten alle Wirtschaftsteilnehmer sowohl Produzenten wie Konsumenten, respektive Arbeitnehmer wie Arbeitgeber und zwar jeweils in der selben Person. Unterschiede bestehen nur auf der quantitativen Ebene, womit die hier gezeigten Wechselbeziehungen auch hinfällig werden, weil also jegliche Zahlung (ob nun von s.g. "Unternehmern" oder eben "Lohnarbeitern") eben dem entsprechenden Anderm (ob nun dem s.g. "Unternehmer" oder "Lohnarbeiter") einen Lohn bedeuten.

Wenn dabei 50% der volljährigen Bürger einer Volkswirtschaft keinen
direkten ökonomischen Output liefern (z.B. die Frauen als Hausfrauen), ist
das dem Debitismus grundsätzlich mal völlig egal, solange der Mann als
derjenige, der das Geld nach Hause bringt, seine Familie versorgen kann.
Der Staat, der natürlich an einer funktionierenden Wirtschaft, ergo einem
mindestens konstanten, am besten aber kontinuierlich zunehmenden
Steuerfluss interessiert ist,

Wer oder was ist der Staat, als dass dieser irgendwelche Interessen haben könnte? Vermutlich wäre hier der Begriff der „Regierung“ treffender. Nur scheint es aber schwer zu bestimmen, wer diese bildet, oder vielleicht wäre besser zu fragen, wessen Interessen durch diese vertreten werden. Könnte aber gesagt werden, dass durch die Regierung die Interessen des Volkes vertreten werden, dann sollte man doch meinen, dass dieses möglichst wenig Steuern zahlen möchte.

wird hierfür die Rahmenbedingungen vorgeben
durch Mindestlöhne - wie sie allesamt Anfang des 20. Jhdt (und besonders
nach WKII) in Europa Einzug erhielten

Wie oben bereits angemerkt, ist eine Unterteilung zwischen „Unternehmern“ und „Lohnarbeitern“ nicht sinnvoll. Sinnvoll wäre aber eine Unterscheidung zwischen „Arm“ und „Reich“ Der Ruf nach Mindestlöhnen ist eine Folge einer diesbezüglich polarisierend wirkenden vorangegangenen Politik. Nicht aber etwa die Folge einer Welt in welche Gott zuvor „Unternehmer“ und „Lohnarbeiter“ gegeben hat.

- höhere Unternehmenssteuern (zur
Umverteilung) und einer Erleichterung des Zugangs des Privatmannes zum
Kreditmarkt. Alles was zählt ist, dass auf der einen Seite für den
Unternehmer noch genügend Geld übrig bleibt, das sein unternehmerisches
Risiko rechtfertigt

Ja, was ist das eigentlich für ein komisches „Risiko“ welches man eingeht, weil am Ende genügend Geld übrig bleibt?

und auf der anderen Seite der arbeitende Mann seine
Familie durchbringt. Natürlich bringen doppelt so viele Arbeitnehmer (die
Frauen im Arbeitsmarkt) auch doppelt so viel wirtschaftlichen Output, aber
da der Staat, v.a. in einer Demokratie, immer von Industrielobbyisten
durchsetzt ist, wird das zwangsläufig auf lange Sicht dazu führen, dass
sich das Gehalt des Mannes dann schlichtweg auf Mann und Frau aufteilt.

Das ist wohl leider zutreffend, wie das hier aber hergeleitet worden wäre, kann ich nicht recht erkennen.

Solange der kleine Mann davon leben kann, arbeitet er eben die zweite
Hälfte seines Lebens für Oberschicht, Geldadel und Staat. Alles was sich
ändert, sind also nur die Relationen. Man könnte ebenso gut eine
20-Stunden-Woche für Jedermann bei gleichem Gehalt einführen, solange man
damit auf nationaler Ebene das Unternehmertum, d.h. die Motivation des
Unternehmers nicht abwürgt. Natürlich gäbe es dann weniger
Schnickschnack zu kaufen, aber die Lebensqualität würde signifikant
steigen. Aufgepasst: Ich rede hier von einem national abgeschotteten
Wirtschaftsraum, der kaum wirtschaftliche Beziehungen zum Rest der Welt
pflegt.

Übrigens hätten sowohl Männer wie Frauen auch heute prinzipiell die Freiheit z.B. nur 20 Stunden, oder auch gar nicht zu arbeiten. Es ist gleichzeitig zweifelsfrei festzustellen, dass Arm und Reich zunehmend polarisieren. So werden entsprechende Bevölkerungsschichten also gezwungen mehr zu arbeiten. Du scheinst nun aufzeigen zu wollen, dass aber etwas anderes dahinter stecke, als dass sich lediglich von der Mehrheit der Menschen abweichende Interessen politisch durchsetzen würden.

Wie kam es überhaupt dazu, dass die Frauen, mit der euphemistisch
umschriebenen „feministischen Bewegung“ in den Arbeitsmarkt gedrängt
wurden? Oder anders gefragt: Wie konnte es eine feministische Bewegung mit
hehren Zielen, die sich bereits im 18.Jhdt nachweisen lässt, erst so spät
zu den Schalthebeln der Macht schaffen? Wer hat sie nach oben gehievt? Die
Beantwortung dieser Frage ist eng verwandt mit dem Problem der
Automatisierung, auf das ich gleich zurückkomme: Das Schlüsselwort heißt
„Globalisierung“. Erst mit der Bewegungsfreiheit der Unternehmen, ist
der imaginäre nationale Vertrag zwischen Staat, Bürger und Unternehmen
zerbrochen. Mit der Globalisierung verschwand das nationale Unternehmertum
und wurde international. Gleichzeitig wurde Know-how in aller Herren
Länder transferiert, was dazu führte, dass nicht mehr die Politik die
Rahmenbedingungen vorgeben konnte, sondern die Unternehmen, die sagten:
Wenn ihr uns zu viele Steuern abverlangt oder die Löhne zu stark hebt,
dann wandern wir eben ab. Erst mit dem Sieg der Konzernmacht und der
internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen musste der Staat, um
langfristig überlebensfähig zu sein, mit anderen Ländern konkurrieren
und das heißt nichts anderes als sich langfristig den prekären
Verhältnissen der Arbeitnehmer in anderen Ländern anpassen. Erst jetzt
begann der Siegeszug des Feminismus, weil einerseits durch das Lohndumping
der Mann seine Familie nicht mehr allein ernähren konnte und der Staat
gleichzeitig die Frauen für das allgemeine Lohndumping von der
patriarchalischen Abhängigkeit „befreien“ musste, d.h. als
Arbeitsrädchen in die Wirtschaft drängte, um langfristig ein Gehalt, auf
zwei Personen aufzuteilen zu können. Das ist auch der Grund warum in der
Ära der Globalisierung die Einkommensschere zwischen arm und reich
hoffnungslos zunehmen muss: Der Staat hat keinen Spielraum, Unternehmertum
und Geldadel aber jeden nur erdenklichen Freiraum aus Erpressung und
Bestechung.

Nun wäre aber doch zu fragen, warum denn auf einmal die Globalisierung über die Menschheit hergefallen ist. Warum ergab sich die Globalisierung nicht viel mehr dadurch, dass der „imaginäre Vertrag zwischen Staat, Bürger und Unternehmen“ „zerbrochen“ ist? Die sich entwickelnden Technologien mögen die Aktionsradien der einzelnen Individuen vergrößert haben, was aber auch nur eine neue Quantität, aber keine neue Qualität in die Welt brachte.

Und hier schließt sich der Kreis zur Automatisierung. In einem voll
souveränen Staat, mit starker Binnenwirtschaft und internationaler
Abschottung wäre diese überhaupt kein Problem. Eine Hälfte arbeitet in
der Wirtschaft und alimentiert die andere, welche Aufgaben fürs Gemeinwohl
erledigt. Für einen international konkurrierenden, globalisierten Staat
mit aufgeblähten Staats-, ZBs- und Privatbilanzen ist die Automatisierung
dagegen eine Katastrophe, weil er einerseits Jobs verliert, aber die
Unternehmen nicht zwingen kann, diesen Kaufkraftverlust durch höhere
Steuern oder Löhne zu kompensieren, ohne dass diese drohen in Länder
abzuwandern, deren Bilanzen und Verwaltung weniger stark aufgebläht sind.
Die Folgen wären Deflation und Staatsbankrott. Deshalb bin ich mir auch
absolut sicher, dass so etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen –
hauptsächlich geschöpft als netto-Geld – kommen wird. Es wird zu viel
sein um zu sterben, aber zu wenig um zu leben. Das alles ist nichts anderes
als das langsame Sterben des Abendlandes (nicht erst mit der
Automatisierung). Auf lange Sicht ist die Automatisierung nur ein weiteres
Mosaiksteinchen, das am Ende zur Stadtflucht, der Auflösung hierarchischer
und organisatorischer Strukturen und am Land zur Subsistenzwirtschaft
führt: Der Wirtschaftsform des Fellachen, während sich rundherum private
Familien um Macht und Einfluss bekriegen.

Wie oben bereits angemerkt ist die Automatisierung aber überhaupt kein Problem, sondern für gewöhnlich ein Segen. Müssten Staaten wirklich untereinander konkurrieren, dann sollte die Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Allerdings bezweifle ich diese angebliche Notwendigkeit sehr. Staaten definieren sich vor allem durch Landesgrenzen, welche vielleicht auch militärisch bedroht sein mögen, von wirtschaftlichen Aspekten aber allenfalls sekundär berührt werden könnten. Wer also in einem Land lebt, der lebt dann halt unter den dort herrschenden Bedingungen. Solange die Menschen nicht alle verhungern oder auswandern, sich dafür aber fleißig reproduzieren, bleibt erst mal alles beim Alten. Wie passt eigentlich z.B. Nordkorea in dein Weltbild? Es könnte aber auch sicher etwas stattfinden, was man Globalisierung nennen könnte, was aber die allgemeine Lebensqualität eher befördern sollte. Mit Verlaub konnte ich keinen Mechanismus nachvollziehen, welcher die Menschen dazu zwingen sollte, mehr zu arbeiten, oder in einen Drift von Arm und Reich zu zwingen. Die Menschen werden unter Zuhilfenahme von List und Hinterhalt ausgequetscht, das ist alles. Der Aberwitz der globalen Staatsfinanzierung ist hierfür Erklärung genug.

Gruß
Phoenix5

PS: Die Automatisierung ließe sich natürlich (analog zur nationalen
Souveränität), in einer Weltregierung steuern. Dort könnte man global
verbindliche Arbeitnehmerschutzgesetze implementieren. Für mich ist eine
Weltregierung nichts anderes als der feuchte Traum eines degenerierten
Geldadels, der nicht weiß, was er sonst den lieben langen Tag tun soll.
Allein die Verwaltung einer Weltregierung über Jahrzehnte ist ein Ding der
Unmöglichkeit - von Jahrhunderten ganz zu schweigen.

So bedarf es auch keiner Steuerung der Automatisierung. Die Menschen haben sich ihrer Unterdrückung bewusst zu werden, und ihre Rechte einzufordern.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

Der Kapitalismus frisst seine Kinder

Phoenix5, Freitag, 05.08.2016, 21:01 vor 3492 Tagen @ Nico 1536 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 06.08.2016, 14:03

Hallo Nico!

Zunächst wäre es hier wichtig zu erkennen, dass wir alle im Allgemeinen Arbeit keinesfalls zu mehren, sondern zu verringern bedacht sind. So suchen wir für gewöhnlich auch nicht nach mehr, sondern allenfalls nach besser bezahlter Arbeit. Wir sind damit auch alle selbst bestrebt, unsere eigene Arbeit möglichst effizient zu gestalten, wobei eben auch die Automatisierung eine Möglichkeit bedeutet.

Grundsätzliche Zustimmung, nur dass der Debitismus so etwas nicht zulässt. Weder die Erfindung der Dampfmaschine, noch die des Automobils, ja nicht einmal die des Internets und des Ausbaus der Infrastruktur auf Straße, Schiene und Luft, hat irgendeine Reduktion der Arbeitszeit oder gar eine Erleichterung der Arbeit hervorgebracht. Wenn die Arbeitszeit reduziert wurde, dann von Gewerkschaften. Für die Unternehmen schmälerte das zwar den Gewinn, aber da sie früher weniger Freiheiten hatten abzuwandern, fanden sie sich damit ab. Im Gegenteil - hat doch jede zunehmende Technologisierung nur noch mehr Stress hervorgebracht: Automobile sorgten dafür, dass wir heute 2 Stunden zum Arbeitsplatz fahren und ohne Auto oft gar keinen Supermarkt mehr erreichen bzw. insgesamt flexibler agieren müssen und das Internet sorgte dafür, dass wir mehr Aufträge bearbeiten können als früher.

Wir haben kategorisch zwischen Freiwilliger und Unfreiwilliger Arbeitslosigkeit zu unterscheiden. In einer Einzelfallbetrachtung mag persönliches Unvermögen bei Unfreiwilliger Arbeitslosigkeit eine Rolle spielen. Nicht aber, wenn Unfreiwillige Arbeitslosigkeit als gesellschaftliches Phänomen betrachtet wird. Hier ist nämlich grundsätzlich von einer Fehlfunktion des politischen – und damit inbegriffen – des monetären Umfeldes auszugehen.

Eine Fehlfunktion hat für mich jedes ökonomische System. Beim Debitismus darf es zu keiner gesamtwirtschaftlichen Bilanzverkürzung kommen, ohne eine Deflation zu riskieren – ganz besonders, wenn die Regierung jahrzehntelang penibel darauf achtete, eine solche deflationäre Bereinigung zu verhindern und so die Bilanzen aufs Irrsinnigste aufblähte.

In der Tat könnte und sollte sogar, eine zunehmende Automatisierung Arbeitslosigkeit mit sich bringen. Allerdings nur eine freiwillige. Bei der hingegen häufig anzutreffenden Vermutung, dass die Automatisierung auch Unfreiwillige Arbeitslosigkeit zeitigen würde, wird offenbar nur eine Seite der Medaille betrachtet und die andere Seite bleibt übersehen. Und zwar führt die Automatisierung zu niedrigeren monetären Kosten für die Produktion, weshalb sich ergo die Preise reduzieren, weshalb der Einzelne nun entsprechend mehr konsumieren kann, weshalb wiederum mehr produziert wird. Potentielle Arbeit ist dabei unendlich vorhanden, weil auch die Wünsche der Menschen unendlich sind. Wie viel wir arbeiten hängt also nicht unbedingt daran, wie viel Arbeit vorhanden ist, bzw. nachgefragt wird, sondern wie viel Arbeit uns unsere Wünsche wert sind.

Hier haben wir den Knackpunkt. Ich sage nicht, dass du Unrecht hast, sondern will hier meine Sicht der Dinge schildern. Dazu drei Punkte:

1. Hat diese Unendlichkeit der Wünsche (auf der ja der Debitismus im Kern beruht: Begehrlichkeiten wecken, die zuvor noch nicht da waren) eine natürliche Grenze. Beispielsweise kann der Mensch nur eine begrenzte Anzahl Kalorien am Tag zu sich nehmen, d.h. in der Kulinarik gibt es eine Konsumgrenze. Außerdem kann der Mensch sich allerhand für seine Freizeit wünschen, aber am Ende hat der Tag nur 24 Stunden. Meines Erachtens gibt es eine zeitliche Grenze, wie viel Wellness/Reisen/Computerspielen/etc. konsumiert werden kann. Und diese Grenze kann sich innerhalb dieser 24 Stunden (schlafen mal ausgenommen) nur zwischen Arbeit und Freizeit verschieben, d.h. je mehr der Mensch arbeitet, um sich in der Freizeit etwas gönnen zu können, desto weniger Freizeit hat er. Hat er umgekehrt viel Freizeit, hat er zu wenig Geld, um sich etwas gönnen zu können. Dieses wie ein Krebs ewig wuchernde System aus Bedürfnissen beißt sich am Ende in den eigenen Schwanz. Der Trend weg von der Konsumgesellschaft und hin zu einer Vereinfachung des Lebens und Wertschätzung des einfachen Lebens (der Hand in Hand geht mit der „Fellachisierung“ des Menschen) zeichnet sich bereits jetzt ab.

2. Stimmt deine Erklärung ja nur auf national abgeschotteter Ebene. Ein Unternehmen, das die Möglichkeit hat, eine ähnliche Qualität woanders zu einem Sklavenlohn produzieren zu können, wird im Sklavenland produzieren lassen – schon allein um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir können dann zwar billiger konsumieren, können aber im Gegenzug immer weniger zum Export anbieten – es entsteht ein Handelsbilanzdefizit, d.h. man konsumiert nur mehr auf Pump, bis zur allgemeinen Überschuldung. Woher, denkst du, kommen die Bestrebungen die Arbeitszeit zu verlängern und die Mindestlöhne zu senken. Das hat nicht nur mit den prekären Staatsfinanzen oder der Demographie zu tun, sondern auch weil uns konkurrenztechnisch der Arsch auf Grundeis geht: Die Industrie wandert allmählich ab. Daran allein zeigt sich die Stupidität und fehlende Legitimität einer Partei wie "die Grünen", die Globalisierungsbefürworter sind, aber gleichzeitig für gewerkschaftlich festgelegte Mindestlöhne eintreten. Das ist eine Paradoxie sondergleichen.

3. Und mit der Automatisierung verschlimmert sich das innerhalb eines globalisierten Handels. Jobs gäbe es in Hülle und Fülle, aber wer bezahlt sie? Wer in den Kulturbetrieb geht oder Straßen und Züge säubert, wird von der Allgemeinheit bezahlt, weil er keinen direkten wirtschaftlichen Output hervorbringt. Man kann sich natürlich als Reinigungskraft für 2 Euro die Stunde prostituieren, aber genau hier sieht man schon in welche Richtung das geht: Senkung der Löhne und das bedeutet deflationäre Wirtschaftskrise, weil der Debitismus auf eine dauerhafte Ausweitung der Gesamtbilanz angewiesen ist, die bei uns auf einem ganz anderen (höheren) Level ist als in jungen Kulturen (ebenso wie die Verwaltung/Bürokratisierung/der Gesetzesdschungel, etc.). Natürlich kann man all die fehlenden Jobs wegerklären, indem man sie durch Wartungs- und IT-Arbeiten ersetzt, aber das ist natürlich bildungstechnisch illusorisch. Realiter wird das aber dann so ausschauen, dass die Unternehmen ins billige Ausland gehen und die gefragten Jobs in Wartung, Service, IT usw. dorthin hochbezahlt nachziehen. Der Westen hat derzeit noch das Know How, aber wenn dieses weg ist, sehe ich für ihn keine Zukunft. Zumindest nicht in einer globalisierten Welt.

Die von mir bereits angedeutete, und für die Unfreiwillige Arbeitslosigkeit Verantwortung tragende primäre Fehlfunktion ist im Übrigen in der herrschenden Praxis der Staatsfinanzierung zu suchen. Anstatt sich Geld selbst zu erzeugen, machen Staaten Schulden. So kontaminieren die Staaten die Märkte mit Leistungs- bzw. arbeitslosen Zinsquellen (=Verrentung). Eigentlich ist es überraschend, dass du dich auf den "Debitismus" berufst, und diesen Aspekt in diesem Zusammenhang aber unerwähnt lässt.

Geldschöpfung ohne Verschuldung ist netto-Geld und damit wertlos. Aber keine Sorge: In diese Richtung geht es ja bereits durch Anleihen mit 100 Jahren Laufzeit und Ähnlichem. Die Zinsen sind nicht umsonst nahe Null oder gar negativ. Der Kapitalismus im Westen ist am Ende.

Löhne und Kaufkraft bedeuten von Anfang an eine Tautologie, zwei Seiten der selben Medaille. Dieses nicht nur weil Löhne von so identifizierten "Lohnarbeitern" an so identifizierte "Unternehmer" zurückfließen, sondern vielmehr deshalb, weil die hier in Anwendung gebrachten Unterscheidungskriterien dieser Gruppierungen für diese Betrachtung irrelevant sind. Im Grunde genommen bedeuten alle Wirtschaftsteilnehmer sowohl Produzenten wie Konsumenten, respektive Arbeitnehmer wie Arbeitgeber und zwar jeweils in der selben Person. Unterschiede bestehen nur auf der quantitativen Ebene, womit die hier gezeigten Wechselbeziehungen auch hinfällig werden, weil also jegliche Zahlung (ob nun von s.g. "Unternehmern" oder eben "Lohnarbeitern") eben dem entsprechenden Andern (ob nun dem s.g. "Unternehmer" oder "Lohnarbeiter") einen Lohn bedeuten.

Nein, nicht im Kapitalismus, weil jeder Unternehmer ja letztendlich Gewinn machen will. Deshalb verschuldet er sich zuerst, baut seinen Betrieb auf und bezahlt seine Angestellten. Damit er Gewinn machen kann, muss irgendwo mehr Geld herkommen, als er ausgegeben hat und das kann nur durch weitere Kredite bewerkstelligt werden. Zinsen sind übrigens in dieser Betrachtung auch nichts anderes als der Gewinn für eine Dienstleistung (z.B. der Geschäftsbank). Der Ursprung von Zins und Gewinn liegt in der Steuer an den Staat begründet. Wenn wir mal die ganze Historie der Staaten- und Geldentstehung außen vor lassen, dann müsste ein neu gegründeter Staat auf Kreditgeldbasis mehr dieser Zettel einnehmen, als er als Startgeld ausgegeben hat. Und schon ist der Zins in der Welt: Der Surplus an den Staat. Erst so zündet der Kapitalismus, indem er Privatpersonen zur Verschuldung zwingt.

Wie oben bereits angemerkt, ist eine Unterteilung zwischen „Unternehmern“ und „Lohnarbeitern“ nicht sinnvoll. Sinnvoll wäre aber eine Unterscheidung zwischen „Arm“ und „Reich“ Der Ruf nach Mindestlöhnen ist eine Folge einer diesbezüglich polarisierend wirkenden vorangegangenen Politik. Nicht aber etwa die Folge einer Welt in welche Gott zuvor „Unternehmer“ und „Lohnarbeiter“ gegeben hat.

Arm und Reich ist eine Folge des Kapitalismus. Der eine hat die zinstragenden Schulden, der andere das sich vermehrende Guthaben. Beides bedingt einander. Aufgabe der Politik ist es, wenn Interesse an einem funktionieren Staatsgebilde besteht, hier regulierend einzugreifen, was ihr aber in Zeiten der Globalisierung kaum mehr gelingt. Da wird nur mehr Politik für die oberen 10% gemacht. Wichtig für die Stabilität eines kapitalistischen Staates ist die bürgerliche Mittelschicht, die zur Oberschicht strebt und die Armut fürchtet. Sie sind die Leistungsträger des Staates. Wenn diese erodiert, ist der Staat am Ende bzw. wird letztendlich von den Cäsaren übernommen, die mit der Macht des Geldadels brechen.

Entschuldige, wenn ich hier nicht auf deinen gesamten Text eingehe. Das wär jetzt zu viel Schreibarbeit. Ich hoffe, ich habe keine Punkte weggelassen, die dir wichtig waren.


Beste Grüße
Phoenix5

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