Servus, Dieter,
bin da nur etwas unsicher, wie wertungsfrei dieser Bericht ist, von dem link.
Ich zitiere daraus:
Besonders dramatisch: die niedrige Beschäftigungsquote. Gerade einmal rund 50 Prozent der arbeitsfähigen türkischen Bevölkerung geht einer Beschäftigung nach, insgesamt nur 27,6 Millionen der über 70 Millionen Türken haben einen Job. Und das weitgehend zu Hungerlöhnen. Wie das deutsche Auswärtige Amt lapidar mitteilt, „bezieht der überwiegende Teil der in Industrie, Landwirtschaft und Handwerk erwerbstätigen Arbeiter weiterhin den offiziellen ‚Mindestlohn‘. Er wurde für das Jahr 2016 auf 1.647 Türkische Lira brutto (rund 520 Euro) festgesetzt“ – bei Lebenshaltungskosten, die bei rund 70 Prozent der deutschen liegen und einer jährlichen Inflationsrate von zuletzt 7,7 Prozent (2015).
Das sieht so aus, als ob 50 % der arbeitsfähigen Bevölkerung auf der faulen Haut liegen würden. Denke, dass man das so verstehen muss, dass es nur 50% sind, die einer angemeldeten Beschäftigung (mit Sozialabgaben etc.) nachgehen. Der Rest wird sicher in der familiären Landwirtschaft ohne soziale Absicherung tätig sein, um ein gewisses Einkommen zu gewährleisten.
Dazu die Aussage der "Hungerlöhne". Der staatlich festgesetzte Mindestlohn in der Türkei, - mit umgerechnet 520€, - da würden sich die Rumänen die Finger schlecken. In Rumänien wurde der Mindestlohn letztmals um 19% angehoben, am 1. Mai 2016, auf 1.250 RON, das sind umgerechnet 277 €. Wenn man die Lebenshaltungskosten mit 70% der deutschen in der Türkei vergleicht, dann stellt sich immer die Frage nach der Vergleichbarkeit, insbesonders, was man mit was vergleicht.
Verlässliche aktuelle Zahlen gibt es nicht über Rumänien, - im Herbst 2015 spricht man von 57% im Europaschnitt, wobei Deutschland da 2% über dem Schnitt liegen würde. Wie man auf diese Zahlen kommt, ist mir ein Rätsel. Denn in den Supermärkten sind die Lebensmittel genauso teuer wie in Deutschland, manche sogar teurer. Lediglich manche Grundnahrungsmittel (Brot, Kartoffeln, etc.) sind billiger. Was noch billiger ist, sind manche Dienstleistungen (z.B. Frisör), Sprit ist genauso teuer, die Energiepreise steigen ständig. Wenn man keine staatlich subventionierte Wohnung mieten kann, dann kann es in den Städten schon bis 6€ pro m² (kalt) gehen. Allerdings spricht die staatliche Statistik in RO von einer derzeitigen Deflation von ca. 1%.
Diese schwierigen Lebensbedingungen sind letztlich auch der Grund dafür, dass soviele Rumänen außerhalb Rumäniens arbeiten. Allerdings gibt genügend (z.B. in der Energiebranche), die auch 1.000 € und mehr monatlich bekommen. Wer sehr gut bezahlt wird, ist der Facharbeiter in RO, - weil es den kaum noch gibt, - mangels Berufsausbildungsmöglichkeiten. Wer zu knabbern hat, das sind die Ungelernten, die nichts können. Und das sind die meisten in RO.