Entschuldigung wg. des Themas: Aber ich mußte mein geistiges Gesülze betr. Erdogan loswerden.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 29.07.2016, 21:23 vor 3498 Tagen 4937 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 29.07.2016, 21:34

Betrachtung über Erdogan – 28.7.2016

Schon interessant, wie da über diesen Mann hergezogen wird. Ich kann diese Entwicklung in der Türkei schon nachvollziehen und verstehen. Aber ich bin kein Politologe, sondern nur ein einfacher Mensch vom Bau und jemand, der die Augen aufmacht und sich seine Gedanken drüber macht.

Ich kenne die Türkei noch als 5. Rad am Wagen. Da kamen Gastarbeiter nach Deutschland und nach Österreich, die kein Wort Deutsch sprachen und die die Mülleimer ausleerten. Sie arbeiteten auch am Bau und überall dort, wo es kein Deutscher oder Österreicher machen wollte. Der Haken, den keiner erkannte: Es zogen die Familienangehörigen nach, - weil der Türke auch nur ein Mensch und kein geschlechtsneutraler Roboter ist. Dann trat das ein, mit dem man eigentlich hätte rechnen können, - was aber keiner tat: Die Türken blieben hier und vermehrten sich. Sie gingen nicht mehr zurück, zumindest die Meisten von Ihnen.

Wenn nun der Herr Türke schon Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte und die Frau Türke vielleicht gar nicht lesen und schreiben konnte, so unterhielt man sich in türkisch, und die Eingliederung in die westliche Gesellschaft war damit schon auf Eis gelegt. Es kam zwangsläufig zur Ghettoisierung, - nicht so extrem wie damals in Warschau, aber so auf die Art wie in Berlin-Kreuzberg und –Neukölln.

Tatsache ist aber, das man generell auf das türkische Volk etwas herablassend heruntergesehen hat, - was auch mit manchen persönlichen Urlaubserlebnissen in Anatolien zusammenhängt. Die Wenigsten in Deutschland und Österreich kennen geschichtliche Zusammenhänge, die Wenigsten bewerten die Waffenbrüderschaft aus dem 1. Weltkrieg in der wahren Form, dass sämtliche Ratten das sinkende Schiff damals verlassen haben, - nur der Türke hielt gemäß seiner Waffenbrüderschaft zu Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz, - bis zum Schluss.

Sich überhaupt mit der Kultur dieses Volkes auseinanderzusetzen und einfach die Mentialität, Religion und Tradition zu hinterfragen, - das war den meisten Deutschen und Österreichern sowieso zuviel. „Kümmeltürke“ war noch eine vornehme Bezeichnung, - „Scheiss-Türke“, „Drecks-Türke“ und andere abfällige Bemerkungen,- die waren für Otto Normalo viel bequemer zu händeln als sich mit Hintergründen zu befassen.

Der Türke ist ja auch nicht bescheuert und hat das mitgekriegt. Mit der Zeit hat er eine gewisse Geschäftstüchtigkeit in bestimmten Sparten entwickelt und machte Döner und Kebab salonfähig. Abgesehen von den Lebensmittelläden mit türkischen Spezialitäten, was dazu kam. Nach einer gewissen Zeit sagten so manche, die früher zum „Griechen“ oder zum „Chinesen“ essen gegangen sind, - heute gehen wir zum „Türken“.

Kleine Schritte bewirkten, dass sich doch so manche aus diesem Volk etablierten. Dazu kam das Festhalten an gewachsenen Strukturen, die man als Heimatersatz auch in die Fremde mitnahm. Das empfand der türkische Kurde oder der Jeside natürlich genauso. Anfangs schwiegen alle, - aus Unsicherheit. Als sich aber die nächste Generation bereits im Westen breitmachte, sah man keine Veranlassung mehr, diese ethnischen Konflikte im Gastland auszuklammern, zumal man hier schon eine Art Bleiberecht geltend machte.

Trotzdem gehörte man immer zur Schicht der 2. Klasse in der Bevölkerung, - zumindest empfanden das viele so. Dann kam Erdogan. Er verstand es, geschickt das Garn um das Volk zu legen und es dort anzusprechen, wo es empfänglich ist. Das brachte Zustimmung. Der wirtschaftliche Aufschwung brachte zusätzliche Selbstsicherheit, und langsam kam das Gefühl bei den Türken auf, dass sie auch jemand sind. Das Hickehacke bei den Beitrittsverhandlungen zwischen EU und der Türkei verschaffte aber erneut den Türken ein Gefühl des Bittstellers, der Person aus dem Orient, bei der man erst mal überprüfen muss, ob er/sie überhaupt schon gelernt hat, mit Messer und Gabel zu essen und eine Toilette zu benutzen.

Klar weiß jeder, wie wichtig die strategische Position am Bosporus für die NATO ist. Das ist auch der türkischen Führung bewusst. Durch ihre verfehlte Immigrationspolitik hat die Pfarrerstochter dem Herrn Erdogan eine zusätzliche Aufwertung der immensen Wichtigkeit geschenkt. Dieser Handel mit den Syrern ist ja mehr als Ostern und Weihnachten zugleich für Erdogan. Das alles bewirkte eine zunehmende Selbstbesinnung des türkischen Präsidenten auf seine Rolle in Europa, in der Welt, und dass nun der Moment gekommen sei, wo man nicht mehr zu bitten braucht, sondern fordern kann.

Wie heißts so schön in dem alten Film: „Wehe, wenn sie losgelassen“ (Filmkomödie aus dem Jahr 1958). Und genau das ist eingetreten. Der türkische Präsident macht seinen Landsleuten klar, dass sie „wer“ sind. Dabei lehnt er sich weit aus dem Fenster, - und niemand kann ihn ernsthaft stoppen. Der Türke insgesamt fühlt sich durch Erdogan plötzlich aufgewertet.

Langsam kommen wir zu dem, worauf ich eigentlich hinauswollte: Haben wir denn wirklich die 30er Jahre in Deutschland und in Österreich vergessen? Wie war es denn damals? Der Fluch von Versailles, von St. Germain, die tiefe Erniedrigung, der Affenzirkus in der Weimarer Republik, - die Wirtschaftskrise, - das unbestimmte innere Gefühl, - „ich bin zwar Deutscher, aber Entschuldigung, ich kann nichts dafür“. Dann kam einer aus Braunau am Inn, der den Leuten wieder Hoffnung gab, - der ihnen Arbeit, soziale Sicherheit und vor allem Zukunft versprach, kann man denen verdenken, dass sie einem Traum nachgelaufen sind wie dem Rattenfänger von Hameln?

Viel zu viele kannte ich von damals noch persönlich, mit denen ich gesprochen hatte, - und sie fragte, warum sie damals in Wien an der Ringstraße im Jahre 1939 die Hand schräg hoch hielten und „Heil“ riefen, und ich bekam zur Antwort: Ja, ich rief „Heil“, weil ich wollte, dass man mir zuhause wieder den Strom aufdreht, dass ich wieder zuhause Gas habe, das man mir gesperrt hatte, usw. Diese Übergescheiten und doch Bescheuerten, die vorwurfsvoll die vorletzte Generation fragte, - warum habt ihr denn nicht, habt ihr denn nicht gesehen, - usw., - sie haben doch gar keine Ahnung, was damals wirklich abging.

Und was hat das mit Erdogan zu tun? Ist es hier nicht genauso? Meine Meinung : Eindeutig „Ja“. Er verschafft den bislang abgewerteten Türken eine neue Identität, sie sind nun was in der Welt, - sie bekommen eine Wertigkeit. Der Wirtschaftsaufschwung (das wissen die Wenigsten im Westen) bestätigt ihn, - er bringt soziale Veränderungen zur Bevölkerung, die positiven Effekt haben, was es vorher nie gab, (Kindergeld, Elterngeld, familiäre Absicherung, etc.) , -- und da soll man von den Türken Gedanken erwarten, dass dieser Mann was Böses fürs Volk im Sinn hat? Deshalb hat er gerade bei der einfachen Bevölkerung, bei der Landbevölkerung etc. so einen starken Rückhalt.

Wars bei Adolf anders? Es war genauso. KdF, Sozialversicherung, Arbeit, Arbeitsdienst, Autobahnen, Ideale für die Jugend mit VJ,DJ,HJ usw. - weiß das denn niemand mehr? Ist das denn schon alles vergessen?

Da fallen doch die paar Intellektuellen, die sich mit Erdogan anlegen, gar nicht ins Gewicht, und wenn sie 10 mal recht haben. Hitler brachte Selbstverständnis, Rückbesinnung zur eigenen Identität und wachsenden Wohlstand zurück. Erdogan machts genauso. Hitler hatte ein Feindbild, das waren die Juden, Erdogan hat die Kurden. Sämtliche Parallelen sind fast deckungsgleich.

Nein, meine Herrschaften, - wir als Deutsche und auch Österreicher sollten, solange wir uns halbwegs an unserer Geschichte orientieren können, für die Türken in der jetzigen Situation Verständnis entwickeln. Das Gefühl, das sie jetzt bekommen und ausleben, hatten sie seit Atatürk nicht mehr. Jetzt dagegen zu wettern und mit dem Finger auf sie zu zeigen, kann nur das Gegenteil bewirken, so wie es auch im 3. Reich war. Wenn man überhaupt etwas dagegen unternehmen kann, dann sind es Maßnahmen über die Wirtschaft, und Aufklärung, die man anbietet, aber nicht doktriniert. Die Politik, die von der Pfarrerstochter ausgeht, gerade im Zusammenhang mit Erdogan, ist nicht nur dillettantisch, sondern kontraproduktiv. Sie ist mit Sicherheit nicht im Interesse des Deutschen Volkes und auch nicht im Interesse von Europa.

Aber sich jetzt in Diskussionen zu verbeissen: Wie war das nun mit dem Putsch, - war der echt, usw. das ist ja alles untergeordnet und absolut zweitrangig. Genauso wie der Reichstagsbrand untergeordnet war. Was danach kam, bestimmte die Geschichte, den Lauf der Zeit. Wenn Erdogan bereits am nächsten Tag eine lange Liste von auszuwechselnden Leuten aus Verwaltung, Justiz und Militär vorlegt, dann ist doch jedem vernünftigen Menschen klar, dass diese Liste nicht am Morgen des nächsten Tages nach dem Putsch erstellt wurde. Das war schon seit Langem geplant, und irgendjemand hat es rausgekriegt. Der "Putsch" war ein völlig unvorbereitetes und spontanes Aufbäumen gegen diese Pläne, - und musste in die Hose gehen.

Wenn man die Eisen richtig ins Feuer legt, dann ist auch die Zeit von Erdogan schneller als gedacht vorbei und wird nicht in ein 1000-jähriges Reich münden. Dann kommt die Zeit nach Erdogan. Dafür soll man aber auch ein vernünftiges Konzept haben, - nicht die bislang gehandhabte Methode „wasch mich, aber mach mich nicht nass“. Leider haben wir keine Politiker, sondern Dilletanten. Sie sind nicht in der Lage, zwischen Schiiten, Sunniten und Aleviten zu unterscheiden. Sie erkennen nicht, dass wir von der Türkei keine fundamentalistische Gefahr durch Religionsfanatiker zu erwarten haben. Diese Gefahr lauert ganz woanders.

Sie sollten sich ein Beispiel an den Staaten nehmen, wo die Türken genauso Minderheit sind, die aber nicht durch eine völlig verfehlte Politik auf irgendeine Ebene gebracht werden, wo sie eigentlich nichts verloren haben. Beispielsweise haben wir hier in Rumänien auch Türken. Die bekommen aber keine Sonderrechte. Von dem Meisten weiß man gar nicht, dass sie Türken sind, so sehr haben sie sich hier assimiliert. Viele sind mit christlich-orthodoxen Frauen aus Rumänien verheiratet. Als ein übergeschnappter Premierminister auf die Idee kam, hier in Bukarest die größte Moschee Europas zu bauen, mußte er seinen Hut nehmen. Hier leben zwar „nur“ Rumänen, - aber die ticken noch richtig.

Im Gegensatz zur Pfarrerstochter.

Schlusssatz: Ich beharre mit keinem Jota darauf, dass ich in jedem und allem Recht habe. Das ist einfach nur meine persönliche Meinung dazu.

Ein hinkender Vergleich bedingt den nächsten

XERXES @, Freitag, 29.07.2016, 22:01 vor 3498 Tagen @ helmut-1 3327 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.07.2016, 13:29

Hallo Helmut,

in der Theorie liest sich Dein Text schlüssig. Nur machst Du zunächst den Fehler, von dem "Türken" zu sprechen.

Die Türkei hat beileibe keine homogene Gesellschaft, so wie wir sie kennen. Die Friesen, Bayern, Sachsen (trotz 40-jähriger Trennung) und sogar die Österreicher sind sich näher, als es der Westtürke, der Kurde, der Armenier und/oder Ostanatole je sein können.
Dies ist der Eingangsfehler!

"Der Türke" wurde, als er hier ankam, von seiner Gastgesellschaft auch nicht ausgegrenzt, sondern das tat er selbst, weil er schlichtweg mit den Erfordernissen der Integrierung von vornherein überfordert war. Selbst die nun in der dritten Generation hier lebenden schaffen es nicht!
Im übrigen anders als die Polen, die in Massen ins Ruhrgebiet kamen und schon nach zehn Jahren die kulturellen Grenzen zur gastgebenden Gesellschaft verschwammen (Erlernung der deut. Sprache).

Wir sprechen in erster Linie von den Türken aus der Osttürkei, die unbedarft auch heute noch fieberhaft an ihre althergebrachten Traditionen festhalten und diese seit 50 Jahren noch immer an ihre Kinder weitergeben.
Traditionen, die mit unserer Gesellschaft einfach nicht vereinbar sind, Punkt!
Somit verurteilen diese Türken auch ihre Kinder dazu, bis heute, am Rand unserer Gesellschaft zu stehen!
Ich spreche von den asiatischen Türken.

Was Erdogan nun macht, ist es gerade diese Türken, in ihrer selbst gewählten Außenseiterrolle zu bestätigen, sogar zu bestärken. Was ich persönlich als perfide empfinde und allen Integrationsbemühungen zuwider läuft. Zumal er damit auch Moslems anderer Staaten anspricht!

Vor diesem Hintergrund denke ich auch, dass sich ein Hitler/Erdogan-Vergleich verbietet.
Schließlich wurde das deut. Volk durch Fremdmächte unterdrückt, Wovon man bei den hier lebenden Türken gewiss nicht sprechen kann. Es ist ein selbst gewähltes Schicksal?

Nun, das ist mein Senf dazu.

LG

XERXES

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Hab ja auch nicht behauptet, dass ich die Weisheit mit dem Löffel gefressen habe

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 29.07.2016, 22:25 vor 3498 Tagen @ XERXES 3137 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.07.2016, 13:26

Servus Xerxes,


in der Theorie liesst sich Dein Text schlüssig. Nur machst Du zunächst
den Fehler, von dem "Türken" zu sprechen.

Vielleicht hätte ich das mehr unter Anführungszeichen setzen sollen, um diese Problematik mehr herauszuheben. Dass ich sehr wohl in der Lage bin, zwischen dem Türken in Istanbul (mit westlicher Orientierung), dem Anatolier (wie Du es richtig nennst, mit asiatischer Prägung, - vielleicht besser gesagt, - orientalischer Prägung), dem Kurden und so manchen anderen Minderheiten, wie Jesiden, Armenier, usw. (soll ja auch Albaner dort geben) zu unterscheiden, - das müsste sich eigentlich aus dem Text ergeben.

Der Kardinalfehler, oder zumindest einer davon, war ja in Deutschland, diese Volksgruppen aufgrund des türkischen Passes alle über einen Kamm zu scheren. Deshalb mein provokativer Ausspruch "der Türke", der sich durch meinen ganzen Monolog zieht.

Ist ja bez. der Rumänen nicht anders. Da meint jeder, wenn man einen rumänischen Pass hat, dann ist man Rumäne. Dass es dabei Roma, Ungarn, Deutsche, Lipowener (= russisch stämmig), Bulgaren, Türken, und noch mehr gibt, die alle einen rumänischen Pass haben, - das kapiert Otto Normalo in Deutschland nicht.

Vor diesem Hintergrund denke ich auch, dass sich ein
Hitler/Erdogan-Vergleich verbietet.
Schliesslich wurde das deut. Volk durch Fremdmächte unterdrückt, Wovon
man bei den hier lebenden Türken gewiss nicht sprechen kann. Es ist ein
selbst gewähltes Schicksal?

Ja, damals waren bei den Deutschen Fremdmächte im Spiel. Bei den Türken sinds fremde Kulturen und fremde Gesellschaften aus dem Westen, die Druck ausüben, - gewollt oder ungewollt. Der Effekt ist aber derselbe.


Nun, das ist mein Senf dazu.

Ein guter Senf, - danke dafür!

LG - Helmut

Der Vergleich passt nicht!

Olivia @, Samstag, 30.07.2016, 13:16 vor 3497 Tagen @ XERXES 2643 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.07.2016, 13:31

Hallo helmut,

bereits sehr früh äußerte sich Helmut Schmidt dahingehend, dass es problematisch sei, Menschen aus einem völlig anderen System hierher zu holen. Es nützte ihm nichts. Die damalige "Einwanderung" war genauso "vorgegeben" wie die heutige (über die wir alle schreiben). Deutschland ist nicht autonom. Die Stoy, dass "die Türken" Deutschland "aufgebaut" haben, gehört dazu.

Meine persönliche Meinung: Die ersten Türken, die ins Land kamen, waren sehr freundlich und den Deutschen sehr zugetan. Sie waren zudem außerordentlich fleißig und hatten absolut nichts gegen "anders" lebende Frauen. Ich durfte als Jugendliche sogar einmal bei einer Tanzveranstaltung türkischer Männer mitmachen. Das Tanzen auf der Bühne gefiel mir so sehr, dass ich fragte, ob ich mitmachen dürfe. Sie sagten ja. Es war ein prägendes Erlebnis. Ich war die einzige Frau, es störte niemanden.

Die ersten Türken bemühten sich auch, ihre Kinder (auch die Mädchen) in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Du kannst solche gelungenen Beispiele der Integration überall in Deutschland finden.

Was das Thema 2. Klasse betrifft, so bildet sich das leider überall auf der Welt heraus, wenn Menschen einwandern, deren Bildungsniveau sehr viel niedriger ist, als das einheimische. Selbst meine Tochter kam mit starken Ressentiments gegenüber einer Bevölkerungsgruppe in Asien nach Deutschland. Es stellte sich heraus, dass die sehr arm und sehr ungebildet waren und sich sehr anders benahmen...... Ich habe mit ihr lange darüber gesprochen, dass man NIEMALS von DEN .....XY sprechen kann, sondern dass es in jedem Volk, "gute", "schlechte" und "normale" Menschen gibt.

Es hat IMMER gut ausgebildete Türken gegeben! Die waren auch beim Studium integriert! Da gab es keinerlei 2. Klasse, denn die hatten die "gleiche" Ausbildung und kamen aus "ähnlichen" Gesellschaftsschichten. Diese Gesellschaftsschichten ermöglichten es ihnen, sich den Sitten und Gebräuchen der Länder anzupassen, in denen sie lebten oder studierten.

Geändert hat sich das Klima, als immer mehr ungebildete Menschen aus der Türkei kamen, von denen viele gar nicht mehr arbeiteten, sondern mit dem gesamten Clan im Sozialsystem landeten und begannen, archaische Verhaltensnormen zu etablieren und auszuleben (Zwangsheirat, Bedrohung der eigenen Kinder, Bedrohung von Frauen etc.). Sie stellten für die Gesellschaft keinerlei "Wert" dar, sondern verlangten lediglich von der Gesellschaft eine "Alimentierung".
DAS war bei den ersten ankommenden Türken NICHT der Fall. Sie ARBEITETEN und lernten und hassten die Gesellschaft NICHT, obwohl sie am unteren Ende der Pyramide standen. Sie waren "aufstiegsorientiert", genauso wie Deutsche auch.

Die Verwahrlosung hängt damit zusammen, dass die Menschen ihren Selbstwert verlieren, wenn sie der größeren "Gemeinschaft" keinen Nutzen bringen. Der "Hund" liegt also hier begraben! Wenn man den Menschen keine Möglichkeit gibt, sich ihren Lebensunterhalt durch ARBEIT zu verdienen, sondern meint, die Probleme "mit Geld"/Alimentierung lösen zu können, dann liegt man komplett schief. DANN entstehen Parallelstrukturen! Und dann entsteht HASS!

Ich hänge hier einen Text über die "schlimme" Ausbildung der Fahrer von UPS an. Die Amerikaner hatten verschiedene Einwanderungswellen zu bewältigen. Sie entwickelten dazu psychologische Screenings, um überhaupt halbwegs beurteilen zu können, wie sie diese Menschen einsetzen konnten (u.a. Militär). Dadurch dass so viele unterschiedliche und im hohen Maße auch vollkommen unausgebildete Menschen zu ihnen kamen, mussten die Firmen große Teile der Ausbildung organisieren. Sie taten das, indem sie "ALLES"/jeden Schritt, genau vorgaben und eintrainierten. Hier in D mit der allgemeinen Schulpflicht und der dreijährigen Lehrzeit kann das natürlich niemand verstehen. Aber in den USA funktioniert es aufgrund der Einwanderungswellen nicht anders.

WIR werden uns an GENAU diesen AUSBILDUNGEN ein Beispiel nehmen müssen. Es geht um VERHALTENSTRAINING, damit keine größeren "Fehler" passieren. Es ist ein hartes Training, aber die Menschen, die es durchstehen, die sind stolz darauf. Stolz sind auch die Jugendlichen hier in MUC, die die harte und teilweise "brutale" Ausbildung in einem "Leading Hotel" absolviert haben. Sie wurden bis zu ihren Grenzen gefordert. DAS brauchen Jugendliche. Sie müssen ihre eigene Kraft, ihre eigene Stärke kennenlernen und müssen lernen, wie sie diese konstruktiv einsetzen können.

Kuschel-Romantik-Pädagogik, Kuschel-Justiz und Kuschel-Verständnis sind völlig fehl am Platz und ZERSTÖREN das Leben der jungen Menschen.

Ganz KLARE Ansagen sind erforderlich!

--
For entertainment purposes only.

Irgenwie kapier ich da was nicht

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 30.07.2016, 19:22 vor 3497 Tagen @ Olivia 2404 Views

Hallo, Olivia,

Das, was Du geschrieben hast, ist für mich schon verständlich und befasst sich in erster Linie mit der soziologischen Entwicklung der sog. Gastarbeiter aus der Türkei. Ist vieles dabei, das ich genauso sehe.

Ich aber habe mir das Phänomen vorgenommen, warum die Bevölkerung in der Türkei, insbesonders die Türken, dieser Faszination von Erdogan so unterliegt.

Dabei meine ich nicht nur die Türken aus dem Osten des Landes, sondern auch in der Westtürkei gibts da enorme Anhängerschaft, dazu noch in den Einwanderungsländern wie Deutschland und Österreich.

Ich habe mit meiner Argumentation nicht die soziologische Entwicklung der Einwanderer aus der Türkei behandeln wollen, sondern eher die Sichtweise des deutschen Schlafmichels auf diese Bevölkerungsgruppe, zum Einen, und zum Anderen die Parallelität zwischen der aktuellen Situation Erdogans und der im 3. Reich in Deutschland.

Natürlich kann man da unterschiedlicher Meinung sein, was diesen Vergleich betrifft, - aber er ist diskussionswürdig, - so meine ich. Es gibt genügend Parallelen.

Dazu aber hast Du gar nichts gesagt. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Gruß - Helmut

Erdogan ist beliebt.

aprilzi @, tiefster Balkan, Samstag, 30.07.2016, 20:30 vor 3497 Tagen @ helmut-1 2430 Views

Hi,

Erdogan ist in der Tuerkei beliebt, weil er als kleiner Junge sein Geld mit Zeitungen austragen sich verdient hat.

Er hat keine Universitaetsausbildung, da er seine Diplomurkunde erhalten haben soll, ein Jahr bevor diese Universitaet eroeffnet wurde. Als Praesident jedoch muesst er eine solche vorweisen. Das stoert aber niemand.

Er ist ein Mann aus dem Volk. Und er hasst die westlichen Kolonialmaechte, die die Schuld an die vielen Staatsstreiche haben. Erdogan beschwert sich, dass die westlichen Fuehrer von ihm verlangen, dass tuerkische Soldaten im Krieg gegen westliche Ziele sich aufopfern sollen.
Erdogan denkt an die Tuerken, waehrend die Merkel denkt an die Migranten. Grosser Unterschied!

Gruss

Wie sich die Bilder gleichen

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 30.07.2016, 21:07 vor 3497 Tagen @ aprilzi 2417 Views

Erdogan denkt an die Tuerken, waehrend die Merkel denkt an die Migranten.
Grosser Unterschied!

Gruss

Erdogan denkt an die Türken, Cameron denkt an die Briten, Duda (polnischer Präsident) denkt an die Polen, Trump denkt an die Amerikaner, usw.

Nur die Pfarrerstochter tickt anders. Wie lange noch? Grade habe ich in den Nachrichten gehört, dass sich Seehofer bereits distanziert.

Vielleicht machen sich Schottland und Bayern ja gleichzeitig "selbständig". :-)))

Olivia @, Montag, 01.08.2016, 16:37 vor 3495 Tagen @ helmut-1 2053 Views

Grade habe ich in

den Nachrichten gehört, dass sich Seehofer bereits distanziert.

...........

Bayern ist doch ein Freistaat - übrigens genauso wie Sachsen.

Kann sich Bayern eigentlich unabhängig von der BRD machen?
Wie würde das gehen?

Die Schotten beschäftigen sich ja auch mit einem Referendum zur Unabhängigkeit.
Die Katalanen übrigens auch.

Da gibt es so einige Regionen in Europa, die sich unabhängig machen wollen. Wenn dies einer dieser Regionen gelingt, dann werden sich vmtl. andere anschließen.

--
For entertainment purposes only.

Bayernpartei klärt auf ;-)

Ikonoklast @, Montag, 01.08.2016, 16:46 vor 3495 Tagen @ Olivia 2566 Views

Na, dann musst Du wohl das nächste Mal der BP deine Stimme geben, wo bei ich mehr für eine Alpenunion (Bayern, BaWü, Schweiz + Österreich) wäre... [[zwinker]]

Edit: Südtirol vergessen [[freude]]

--
Grüße

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... and girls of course!

[image]

Ist das scharf: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker - und außerdem werden sie vom Norden immer gemobbt.

Olivia @, Montag, 01.08.2016, 18:49 vor 3495 Tagen @ Ikonoklast 2117 Views

Na, dann musst Du wohl das nächste Mal der
BP
deine Stimme geben
, wo bei ich mehr für eine Alpenunion (Bayern,
BaWü, Schweiz + Österreich) wäre... [[zwinker]]

..............

Gegen eine Alpenunion hätte ich gar nichts. Die Katalanen würden sich sicherlich auch noch gerne anschließen. :-)) - Wenn da noch mehr dazu kommen, haben wir ja fast eine Gegen-EU.

Wenn man sich so anhört, wie die Bayern immer als Hinterwäldler von allem nördlich der Donau gemobbt werden, dann ist das schon aus Gründen der Psychohygiene nötig, sich "selbständig" zu machen. Wer weiß, was alles passieren könnte, wenn ein ganzes Bundesland so "traumatisiert" wird. Sein Ministerpräsident könnte es vielleicht auch einmal mit einer Anzeige probieren.

Jetzt habe ich aber gerade gelesen, dass die kölner Polizei gestern zur Demo Scharfschützen auf der Rheinbrücke positioniert haben soll... haben die sich vielleicht von der AfD beraten lassen? Die wollten die Schießgewehre doch eigentlich nur an den Grenzen einsetzen. Na ja, jetzt sind sie halt auf der Rheinbrücke gewesen. Scheint aber funktioniert zu haben. Größere Krawalle gab es nicht, waren alle ganz brav und haben nur Fähnchen geschwenkt und ihren Lieblingsgesang von sich gegeben. Nennt man Abschreckung oder die Illusion der Alternativen.

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For entertainment purposes only.

Passt nicht aus vielen Gründen.

Olivia @, Montag, 01.08.2016, 16:28 vor 3495 Tagen @ helmut-1 2101 Views

Hallo,

Deutschland war damals total geschwächt durch die Reparationszahlungen. Da es "Kriegsschuldiger" war, konnten sich alle "Siegermächte" durch entsprechende Reparationszahlungen bedienen und die Bevölkerung litt an allem. Der "Kerl" hat zwar "dieses" Buch geschrieben, ich glaube aber nicht, dass das viele gelesen haben. Die wussten also kaum, was alles auf sie zukommen würde. Natürlich hatte der auch seine "Geheimpolizei", so wie alle Diktatoren. Deutschland hatte seine vorherige wirtschaftliche Position aber aufgrund von Innovationen, guter Ausbildung der Bevölkerung, Fleiß und guter Organisation erreicht. Darauf konnte H. aufbauen. Das war ein immenses Potential.

Die Türkei bekam enorme Hilfestellungen der Westmächte, da sie eine überragende geostrategische Bedeutung für den Westen hatte. Angefangen von der Gesundheitsfürsorge für Familienmitglieder von hier arbeitenden türkischen Menschen, bis hin zur kostenlosen Ausbildung der Leute, dem Aufbau von Firmen in der Türkei etc. Trotzdem soll der Durchschnittslohn in der Türkei noch bei 520 Euro pro Monat liegen. Deshalb sind auch die vielen Anhänger von Erdogan hier und wollen nicht in der Türkei leben.... :-))) Das könnten sie ja ohne weiteres, da er doch die "Demokratie" schützt und alles so gut macht. Die Ausbildung der vom Land kommenden Menschen kann man hier in den Parallelgesellschaften "bewundern". Sie kommt im wesentlichen von den Mullahs..... Also sind die Mullahs und der Islam ihr Stolz und das "Band", das sie zusammen hält und mithilfe dessen sie sich "abgrenzen" können.

Wie dieses Desaster in Deutschland passieren konnte (Hitler) das begreife ich heute noch nicht. Aber wenn ich die Politik der letzten Jahre betrachte, dann bekomme ich eine gewisse Ahnung davon.

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