Man muss das in der Gesamtheit sehen
Zum einen ist der letzte Absatz im Spiegel irgendwie ein Hohn:
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien. Er sei polizeibekannt. Es gebe keine Hinweise auf weitere Täter. Das Motiv ist noch unklar. Laut Polizei besteht nach derzeitigem Stand keine Gefahr für die Bevölkerung.
Eines fällt meistens bei der Berichterstattung unter den Tisch oder wird nur so nebenbei erwähnt: Die Verletzten.
Die Toten sind der Gradmesser für die Schwere, für die Eklatanz des Vorfalles, - das wichtigste Parameter. Was aber ist mit den Verletzten? Was ist überhaupt "verletzt"?
Ist der "Verletzte" jemand, der eine Platzwunde abbekommen hat, die nach ein paar Tagen wieder verheilt ist, oder ist ein Verletzter auch jemand, dem nach dem Vorfall ein Bein fehlt? Denke, dass es da alle möglichen Varianten gibt.
Was für ein Leben ist das "danach", wenn einem dadurch eine Behinderung - egal welcher Art - bleibt? Denke, dass das bei der Betrachtung so eines Ereignisses meist unter den Tisch fällt. Von den psychischen Folgen für viele Beteiligte wollen wir erst gar nicht sprechen.
Bei einem Tankstellenüberfall, bei dem es "nur" um die Geld-Herausgabe geht, da wird sich schon öfters damit auseinandergesetzt, welches Trauma die dabei anwesenden Personen anschließend durchmachen. Aber bei einem Attentat? Soll man da generell immer froh sein, wenn man danach noch lebt? Nach dem Motto "Hurra, wir leben noch!" ???