Mitgefühl und Achtsamkeit: Neue Wege zu alten Tugenden

mabraton @, Mittwoch, 20.07.2016, 08:38 vor 3507 Tagen 3003 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 20.07.2016, 13:22

Hallo zusammen.

hier ein sehr guter Artikel zu diesem Thema.
Die Techniken sind allesamt sehr einfach ausführbar. Man muss es nur tun und oft merken die Leute schon nach wenigen Tagen oder Wochen, wie sich das Erleben ändert.

Mitgefühl und Achtsamkeit: Neue Wege zu alten Tugenden

Ruhig ein- und ausatmen, seinen Körper und seine Emotionen spüren, bewusst wahrnehmen, aber nicht bewerten – was ursprünglich als Entspannungs- und Meditationstechnik begann, hat inzwischen auch Einzug in die Behandlung zahlreicher Erkrankungen erhalten.

So vermag Achtsamkeitstraining etwa Angstzustände und Depressionen zu lindern, ebenso wie chronische Schmerzen. Das Fokussiertsein auf den Augenblick vertreibt den Stress und kann uns – wie Forscher jüngst entdeckten – sogar dabei helfen, mehr Mitgefühl für sich und andere zu entwickeln.

Nebenbei bemerkt, auf pravda-tv.com finde sich oft bemerkenswert gut recherchierte Artikel.

Beste Grüße
Marc Braun

Eine weitere "alte" Tugend: Demut

Sylvia @, Mittwoch, 20.07.2016, 09:00 vor 3507 Tagen @ mabraton 2133 Views

hier ein sehr guter Artikel zu diesem Thema.

Danke! Den Artikel werde ich mir am Abend durchlesen.

Eine weitere, alte, wichtige Tugend ist, imho., Demut (mit dieser Tugend habe ich so meine speziellen Probleme [[zwinker]]). Demut der Schöpfung gegenüber.

Alter Wein in neuen Schläuchen ;-)

Ikonoklast @, Mittwoch, 20.07.2016, 09:22 vor 3507 Tagen @ mabraton 2101 Views

Vorweg "Achtsamkeit" ist wichtig für das Wohlbefinden und zur Prävention von Krankheiten.

Ich möchte nur zu bedenken geben, dass seit einigen Jahren Achtsamkeit in aller Munde ist. Es schießen Kurse, Workshops, CDs, DVDs, Online-Trainings wie Pilze aus dem Boden. Früher hatte man die Achtsamkeit frei Haus, da man mehr Zeit für sich und sein Gedankenleben hatte. Während der Arbeit, beim Beten in der Kirche, im Wirtshaus (gilt für Bayern [[freude]] ) usw. Durch die Neuzeit mit Smartphones und Always-On gehen uns die Ruhezeiten ( = Zeit zum Kraft tanken) flöten. Stichwörter Selbstausbeutung, Selbstverwirklichung, der neue Gott Arbeit usw.

Man doktert durch seine Achtsamkeitsübungen mehr an den Symptomen herum, anstatt das Grundübel zu beseitigen. Das soll jetzt nicht heißen, dass man keine Achtsamkeitsübungen machen soll, jedoch müsste man sein Augenmerk vermehrt auf die Auslöser lenken und diese beheben.

Ähnliches stand (glaube ich) in einer der letzten Ausgaben von Psychologie Heute.

--
Grüße

---

... and girls of course!

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Der Beruf des Menschen ist, zu sich selbst zu kommen

nemo, Mittwoch, 20.07.2016, 10:25 vor 3507 Tagen @ Ikonoklast 2018 Views

bearbeitet von nemo, Mittwoch, 20.07.2016, 15:37

Habe neulich ein gutes Zitat gelesen:

„Der Beruf des Menschen ist, zu sich selbst zu kommen.“

Friedrich Nietzsche

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Man kann sich jedoch die Frage stellen,
wie es dazu kam, dass wir die Achtsamkeit verloren haben. Oder man
kann die Frage noch konkretisieren: Wie kommt es, dass wir keine Zeit
haben bei uns selbst zu sein? Wie konnten wir das vergessen?

Und dann kommt man zu dem Schluss, dass der Mensch nicht bei sich selbst
ist weil er nicht Herr seiner Sinne ist – nicht zurechnungsfähig im Grunde.

Aber dies ist ein Problem, das schon zu Zeiten von Nietzsche, Hesse und
Jung existiert hat. Es hat mit der Zeit wohl zugenommen und wurde
durch zunehmende automatische Abläufe noch verschlimmert.

Herr über seine Sinne und seine Zeit zu sein ist eine Qualität, die in
unserer Gesellschaft kaum Beachtung findet, weil diese Qualität
nicht gebraucht wird.
Es beinhaltet die Erkenntnis, dass wir die meiste
Zeit fremdbestimmt sind – gefangen in einer Maschine, die eine perfekte,
hierarchische Struktur zur Erzeugung von Geld hervorgebracht hat und
die unser Leben bestimmt. Wir leben im Grunde nicht für uns selbst,
sondern für die Interessen anderer.

Die Rückkehr zu sich selbst ist die eigentliche Revolution, die diese
Gesellschaft braucht. Wir haben das Leben nicht verstanden, weil wir
ausschließlich mit dem Verstand nach dem Lebenssinn suchen und
von ihm gesteuert werden.

Wie kann man von einem Menschen Mitgefühl erwarten, der sich
selbst vergessen hat? Der Mensch, der sich selbst vergessen hat
empfindet Achtsamkeit und Mitgefühl als Tugenden die er gerne
erlangen möchte, ohne zu ahnen, dass diese zu seiner ureigensten
Natur als Mensch gehören. Die eigenen Sinne zu gebrauchen, ist
in dieser kopfgesteuerten Gesellschaft schon zur Tugend geworden.

Gruß
nemo

Da lobe ich mir meine ererbte katholische Faulheit

Langmut @, Mittwoch, 20.07.2016, 10:01 vor 3507 Tagen @ mabraton 2122 Views

Hallo in die Runde,

in der Neuzeit entstand diese schändliche Arbeitsethik und vorbei war es mit dem schönen Leben.

Der sogenannte "Ernst des Lebens" und Schlagworte wie "Müßiggang ist aller Laster Anfang" und "Ohne Fleiß kein Preis" haben den neuzeitlichen Menschen aus seiner Mitte und Ruhe vertrieben.

Denn ohne diese böse gemeinte Aufmunterung könnten die Konzerne und deren gesellschaftlichen Schwestern, die Staaten, gar niemals nie existieren.

Vergesst also dieses Geschwurbel von Achtsamkeit und den anderen neuen Tugenden, sie dienen nur dazu euch um so nachhaltiger und auswegloser auszubeuten und zu "Industriefutter" zu verarbeiten.

Das Nichtstun und die Langeweile ist der unbedingte Normalzustand für jeden schöpferischen Prozess.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

Kontemplation

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Mittwoch, 20.07.2016, 16:47 vor 3506 Tagen @ Langmut 1557 Views

Der sogenannte "Ernst des Lebens" und Schlagworte wie "Müßiggang ist
aller Laster Anfang" und "Ohne Fleiß kein Preis" haben den neuzeitlichen
Menschen aus seiner Mitte und Ruhe vertrieben.

Das Nichtstun und die Langeweile ist der unbedingte Normalzustand für
jeden schöpferischen Prozess.


Ja, hallo Langmut, gut beobachtet.

Es gibt kein anderes Säugetier, was
- arbeitet,
- joggt,
- Gewichte stemmt,
- meditiert,
- an sich arbeitet,
- andere auffordert etwas zu tun (z. B. arbeiten, joggen, Gewichte stemmen, meditieren, an sich arbeiten, achtsam zu sein...)

Der ideale Grundzustand des Menschen besteht meiner Meinung nach aus:
- schlafen
- dösen
- kontemplieren
- social bonding (sich lieben, berühren bis zum Sex)
- essen
- faulenzen
- trommeln und pfeifen
- tanzen
- palavern
- Stegreifspiele (schauspielern)
- Beeren pflücken
- und ab und zu mal ne Hatz auf andere Säuger

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Mitgefühl und Achtsamkeit sind Gift in diesen Zeiten...

Nonpopulo @, Mittwoch, 20.07.2016, 11:43 vor 3507 Tagen @ mabraton 2193 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 20.07.2016, 11:52

...in denen eigentlich darum ginge, unsere Werte und unsere Kultur zu verteidigen und diejenigen, die uns bedrängen in die Schranken zu weisen.

Denn es ist ja wohl klar, dass Meditation und bewusstes Atmen uns da wenig helfen werden! Ich bin sogar sicher, dass uns dieser Klimbim noch wehrloser macht als wir eh schon sind. Vor lauter Mitgefühl fangen wir dann sogar damit an, Mitleid mit denen zu empfinden, die Leid über uns bringen!

Letztlich bezeichnen in diesen Zeiten Mitgefühl und Achtsamkeit nur die Weltflucht von Menschen, die das Kämpfen verlernt haben und denen es zu unbequem ist, es wieder zu erlernen. Ganz abgesehen von der moralischen Barriere, die sie daran hindert, aufzuwachen und zu handeln. Lieber auf die Meditationsmatte sitzen und ruuuuuhig atmen. [[wut]]

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

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