Hallo helmut-1,
Hallo, Reffke
Deine persönlich gehaltene Meinung überrascht mich wirklich.
Warum bist du dann überhaupt noch "katholisch"?
Luther bietet seit 500 Jahren eine prima Alternative zu Rom!
Gute Frage. In meinem Taufschein steht "katholisch". Tatsächlich bin ich aber Christ, dazu noch ein bekennender. Passt so manchen nicht in den Kram, hab auch vor Jahren meine Thesen hier an die Kirchentüren der drei Hauptkirchen angeschlagen, nach dem Vorbild Luthers. Wurde auch vom Lokal-TV hier gefilmt
Um ehrlich zu sein: Wenn mir danach ist, in eine Kirche zu gehen, oder einen Gottesdienst zu besuchen, dann ist mir das relativ egal, ob das ein katholischer oder evangelischer ist. In die orthodoxen Gottesdienste gehe ich selten, zumal die immer so lange dauern und man dabei stehen muss.
Wenn ich am Sonntag was vorhabe und früh weg muss, aber trotzdem den Gottesdienst besuchen will, dann gehe ich zu den Katholiken, - da gibts bei uns um 8 Uhr früh den Gottesdienst in deutscher Sprache. Hab ich Zeit oder will länger schlafen, dann gehe ich um 10 Uhr zum evangelischen Gottesdienst, natürlich auch in deutscher Sprache.
Klingt pragmatisch und unkompliziert, - und genauso sehe ich es auch.
Es gibt obendrein genug Freikirchen oder humanistische Zirkel.
Die zivilisatorischen Leistungen der Christen bzw. der
institutionalisierten Kirchen sind doch prägend und vielfältig
offensichtlich:
Diakonie wie Caritas, Hospitz, Krankenhaus, Waisenhaus, Irrenanstalt usw.
oder Bildungsstätten wie Kindergarten, Schulen, Fach-/Hochschulen,
Universitäten usw. wären ohne sie - auch wenn sie heute verweltlicht
sind! - undenkbar.
Wenn ich an die Diskussionen bez. Kindergarten denke, da geht mir noch jetzt das Messer in der Hosentasche auf. Was da von den Kirchen (egal ob kath. oder evang.) an Selbstdarstellung und sonstigem Unsinn an Geld verbraten wird, bevor man daran denkt, mal für 50 € wieder mal ein paar sinnvolle Spielsachen für die Kinder zu kaufen, - da kommt mir immer noch der Hass auf. Ich hatte da ziemlich kontroverse Diskussionen.
Kein Christ kann sich auf Gewalt von Jesus Christus berufen, im Gegensatz
zu Mohammed!
Ganz zu schweigen auf Mord und Totschlag...
Nun, dann müßte man die Kirche neu reformieren. In dem Sinn, dass man das Alte Testament offiziell als nicht mehr gültig bezeichnet. Tut man aber nicht, - siehe die Erklärung der Bibelmenschen:
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/ist-die-bibel-noch-aktuell/das-alte-testament/bedeu...
Ich zitiere aus diesem link (klar kann man das nun als einseitig oder bewusst tendenziös bezeichnen):
Zunächst ist ganz einfach festzuhalten, dass dieses Buch eine Fülle großartiger Texte enthält.
Aber gerade für uns Christen gibt es noch einen anderen Grund, der die Lektüre des Alten Testaments unverzichtbar macht. In dem Teil der Bibel, den wir das Alte Testament nennen und der die Heilige Schrift des Judentums ist, begegnen wir unseren Vätern und Müttern im Glauben; hier liegt die Wurzel unseres Christseins, ohne die es gar nicht zu verstehen ist:
Auch unsere Ethik ist tief im Alten Testament verankert. Selbst viele als typisch »christlich« erachtete Haltungen wie die Mitmenschlichkeit gegenüber dem Feind und der Kampf um das Recht der Schwachen sind bereits in den Texten Israels begründet.
Deshalb war es nur folgerichtig, dass sich die frühe Kirche dafür entschieden hat, das gesamte Alte Testament als Teil ihrer eigenen heiligen Schriften zu übernehmen.
Und nun zum Inhalt - und zu einigen brisanten Stellen, - weil Du Dich auf den Ausspruch fixierst:
Kein Christ kann sich auf Gewalt von Jesus Christus berufen, im Gegensatz zu Mohammed!
Ich entgegne: Jeder Christ kann sich auf die Gewalt von Moses berufen.
Wenn eines Priesters Tochter sich durch Hurerei entheiligt, so soll man sie mit Feuer verbrennen; denn sie hat ihren Vater entheiligt.
Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Seine Blutschuld komme über ihn, weil er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat. Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat.
Oder ein paar Passagen, wenn man sich einer anderen Religionsrichtung zuwendet (man beachte die Parallelität zum Koran):
Sage zu den Israeliten: Wer unter den Israeliten oder den Fremdlingen in Israel eins seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben; das Volk des Landes soll ihn steinigen. Und ich will mein Antlitz kehren gegen einen solchen Menschen und will ihn aus seinem Volk ausrotten, weil er dem Moloch eins seiner Kinder gegeben und mein Heiligtum unrein gemacht und meinen heiligen Namen entheiligt hat. Und wenn das Volk des Landes bei dem Menschen durch die Finger sehen würde, der eins seiner Kinder dem Moloch gegeben hat, dass es ihn nicht tötet, so will doch ich mein Antlitz gegen diesen Menschen kehren und gegen sein Geschlecht und will ihn und alle, die wie er mit dem Moloch Abgötterei getrieben haben, aus ihrem Volk ausrotten.
Wenn sich jemand zu den Geisterbeschwörern und Zeichendeutern wendet, dass er mit ihnen Abgötterei treibt, so will ich mein Antlitz gegen ihn kehren und will ihn aus seinem Volk ausrotten
Oder aber ein paar Passagen, wie man über die Behinderten denkt:
Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten Gesicht, mit irgendeiner Missbildung oder wer einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat 20oder bucklig oder verkümmert ist oder wer einen weißen Fleck im Auge hat oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hat. Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des HERRN; denn er hat einen Fehler. Darum soll er sich nicht nahen, um die Speise seines Gottes zu opfern.
Oder wie über die Homosexualität gedacht wird:
Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen
Alle Passagen sind aus dem 3. Buch Moses entnommen. Wenn Du es benötigst, gebe ich Dir gerne die genauen Stellenangaben dazu.
Es geht aber beim Umgang mit dem Islam nicht um engstirnige Animositäten
oder einfach die Rivalität zur Kirche, sondern seinen totalitären
Alleinvertretungsanspruch gegenüber allen un- oder anders Gläubigen.
Damit nicht genug: Es geht vor Allem nicht nur um das Recht anders oder
als anders geartet zu glauben, sondern eben auch an ==> Garnix! ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Da drückt der Schuh!
Das Recht gibt es für freie Bürger praktisch erst seit der Aufklärung
bzw. der Französischen Revolution: ==> Säkularität, die Trennung von
Kirche und Staat!
Wird aber in Deutschland nicht praktiziert. Der Staat treibt die Kirchensteuer ein.
Sobald eine kritische Masse da ist (oft reicht schon eine fiktive
Person...), meldet der Islam unmißverständlich Ansprüche auf
"Extrawürste" an, die die erworbene Säkularisiert unterlaufen.
Wenn Du meine Kritik an der christlichen Religion derart auslegst, dass ich den Islam rechtfertige, dann liegst Du falsch. Klar sehe ich hier eklatante Diskrepanzen, mehr noch als beim Christentum. Heißt aber noch lange nicht, dass ich auf einem Auge blind sein muss.
Also: Sapere aude!
Hier geht es nicht um den "Verstand", sondern schlicht und einfach nur um eine Meinung. Und zwar um meine. Ich erhebe keinen Rechtsanspruch darauf, dass diese Meinung auch zutrifft. Aber es muss erlaubt sein, darüber zu diskutieren.
MfG, Reffke
Beste Grüße - Helmut