Ewige Perle - Konrad Lorenz

re-aktionaer @, Sonntag, 17.07.2016, 00:11 vor 3514 Tagen 3549 Views

Es ist ein Segen, dass man in den Weiten der Youtube Channels immer wieder alte Perlen entdecken kann... 300 Seher und eine Stunde Verhaltensforschung und dann wird es groß... Der Vortrag an sich ist schon interessant - aber die letzten 10min demaskieren so einige Dinge unserer Zeit...
https://www.youtube.com/watch?v=1kTDEpa4cRM

Lorenz war überhaupt ein ganz Großer. Wer es noch nicht kennt, dem kann ich das Buch "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" nur wärmstens empfehlen - über 40 Jahre alt und noch immer aktuell.

Ansonsten - googeln und youtuben - fast alles was der Mann von sich gibt ist spannend und erhellend und das in einem gepflegten kultivierten alt-österreichisch, wie es heute nicht mehr existiert.

Es ist alles bekannt, nur noch nicht oft genug gesagt

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Sonntag, 17.07.2016, 00:52 vor 3514 Tagen @ re-aktionaer 2273 Views

Der Vortrag an sich ist schon interessant - aber die letzten 10min
demaskieren so einige Dinge unserer Zeit...

Es ist eine realistische Beschreibung der Zukunft, die jetzt Gegenwart ist.

Ich Rätsel herum, wie es Politikern gelingt, ein Vertrauen zu gewinnen, dass normalerweise nur verdienten Mitgliedern der Gruppe gewährt wird.

Wo genau versagt hier das soziale Verhalten?

Rainer

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Gesellschaft & Gemeinschaft

Rybezahl, Sonntag, 17.07.2016, 01:58 vor 3514 Tagen @ Rainer 2021 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 17.07.2016, 02:02

Ich Rätsel herum, wie es Politikern gelingt, ein Vertrauen zu gewinnen,
dass normalerweise nur verdienten Mitgliedern der Gruppe gewährt wird.

Wo genau versagt hier das soziale Verhalten?

Hallo Rainer!

In einer Gemeinschaft kennt jeder jeden persönlich. In einer Gesellschaft trifft man meist auf Personen, von denen man nur einen Bruchteil kennt. Die Gesellschaft ist anonym, die Gemeinschaft intim.
Das soll kein romantisches Gewäsch sein, es geht darum, dass, je größer die Einheit (z.B. "BRD"), umso weniger überschaubar wird es.
Politiker kennen die meisten Leute nur aus dem Fernsehen. So generieren sie ihre "Bekanntschaft" mit dem Zuschauer, der sich die "Bekanntschaft" aber nur einredet. Mit dabei sind Beraternetzwerke, eine Branche mit Wachstum (!).
Darum gelingt es auch den besonders guten Schwätzern, die ein Gespür für den Zeitgeist haben und Charisma ausstrahlen, die Bürger für sich zu gewinnen.

Es grüßt der
Rybezahl.

[image]
(Zur Fahnung ausgeschrieben.)

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Vertrauen nund soziales Verhalten

Falkenauge @, Sonntag, 17.07.2016, 08:28 vor 3514 Tagen @ Rainer 1756 Views

Ich Rätsel herum, wie es Politikern gelingt, ein Vertrauen zu gewinnen,
das normalerweise nur verdienten Mitgliedern der Gruppe gewährt wird.

Wo genau versagt hier das soziale Verhalten?

Rainer

Politiker kriegen kaum Vertrauen, aber die Stimmen über die Parteien, die das einzige Kandidaten-Vorschlagsrecht bei den Wahlen haben. Das ist die Krux. Und Parteien deformieren die Demokratie zur Oligarchie.

Die Lösung sehe ich darin, dass der Staat endlich auf die Regelung des reinen Rechts reduziert wird und in das Wirtschafts- und Kultur- (Bildungs-)wesen inhaltlich nicht hineinzureglementieren hat, sondern hier nur Rahmengesetze erlässt. Inhaltlich koordinieren die hier tätigen Bürger ihre Initiativen horizontal in Selbstverwaltungen selbst. Nur so kann die Macht einer kleinen Clique über die Masse aufgehoben werden.
Man kann nicht Probleme mit dem selben Denken lösen, das sie hervorgebracht hat.
Da sind grundlegende Überlegungen nötig.

Sonntags-Gruß
Falkenauge

Oligarch happens.

re-aktionaer @, Sonntag, 17.07.2016, 10:24 vor 3513 Tagen @ Falkenauge 1581 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 17.07.2016, 10:33

Ich befürchte, dass Oligarchien in jeder Gesellschaft entstehen. Bis zur industriellen Revolution war Oligarch und Adel/Kirche mehr oder minder das Selbe. Im deutschen Reich gab es auch Oligarchen - jedoch oftmals gebändigt durch Kaiser und aufkommende Sozialisten - mit durchaus positivem Ergebnis.
Im Grunde war auch jemand wie Henry Ford ein Oligarch. ´
Die Frage ist doch weniger ob es sie gibt sondern eher, ob
- Der Oligarch der Gesellschaft angehört, die er dominiert (ich halte das für extrem wichtig)
- Ob er sich der Gesellschaft gegenüber verantwortlich fühlt oder es ihm ausschließlich um Profit geht.
- Ob eine Regierung ihm befiehlt oder er der Regierung

Ersteres sieht so aus, letzteres haben wir.

Internationalisierung und immer größere Distanz zum beherrschten Subjekt sind hier genauso schädlich wie in der Politik.

Oligarchen

Falkenauge @, Sonntag, 17.07.2016, 14:28 vor 3513 Tagen @ re-aktionaer 1220 Views

Ich befürchte, dass Oligarchien in jeder Gesellschaft entstehen. Bis zur
industriellen Revolution war Oligarch und Adel/Kirche mehr oder minder das
Selbe. Im deutschen Reich gab es auch Oligarchen - jedoch oftmals
gebändigt durch Kaiser und aufkommende Sozialisten - mit durchaus
positivem Ergebnis.
Im Grunde war auch jemand wie Henry Ford ein Oligarch. ´
Die Frage ist doch weniger ob es sie gibt sondern eher, ob
- Der Oligarch der Gesellschaft angehört, die er dominiert (ich halte das
für extrem wichtig)
- Ob er sich der Gesellschaft gegenüber verantwortlich fühlt oder es ihm
ausschließlich um Profit geht.
- Ob eine Regierung ihm befiehlt oder er der Regierung

Es kommt drauf an, dass durch eine freiheitliche Ordnung das Entstehen von Oligarchen verhindert wird.

Es gibt Oligarchen, die durch privilegierende Gesetze wie das Privateigentum am Kaital ermöglicht werden, die andere ausbeuten, die Gewinne alleine einstreichen und dadurch ungeheuren Reichtum anhäufen, der auch zu gesellschaftlicher Macht führt. Siehe dazu hier.
Dann gibt es Oligarchen, die das politische Parteiensystem hervorbringt, das eine Demokratie zur Oligarchie (Herrschaft der Wenigen) deformiert. Siehe dazu hier.

Beides ist menschengemacht und kann durch Verfassung und gerechte Gesetze verhindert werden.

Ein paar Fragen

re-aktionaer @, Montag, 18.07.2016, 22:07 vor 3512 Tagen @ Falkenauge 954 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 19.07.2016, 16:16

Wollen wirklich alle Leute frei und voll verantwortlich sein?
Wollen wirklich alle Leute im Wettbewerb stehen?
Ich habe da so meine Zweifel und denke, viele Menschen wollen einen Taktgeber, jemanden, der ihnen sagt, was zu tun ist. Wir wollen uns das nur nicht mehr eingestehen, weil es verpönt ist.

Hierarchien und Machtkonzentrationen bilden sich aber immer - schon allein deshalb, weil die Menschen unterschiedlich sind. Unterschiedlich schlau, unterschiedlich schnell und unterschiedlich aggressiv.
Ich hätte keine Lust mir die ständigen Intrigen und Machtkämpfe in diesen Sphären zu geben, andere lieben das.
Ich habe kein Problem mit reichen und mächtigen Menschen, ich habe ein Problem mit Menschen die mit ihrem Reichtum und ihrer Macht verantwortungslos umgehen und andere massiv schädigen.

Soziale Distanz fördert diese Tendenz, die Eingebundenheit in eine Gesellschaft und soziale Kontakte die sich über alle Schichten erstrecken sind hier sehr heilsam. Dies ist einer der Hauptgründe, warum ich Globalisierung als eine der schlimmsten und gefährlichsten Entwicklungen unserer Zeit sehe.

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