Die Lage an den 'Maerkten'

Kiwi, Freitag, 15.07.2016, 14:33 (vor 3516 Tagen)6072 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 15.07.2016, 14:53

Gruss an die Trader vorab,

ich setze 'Maerkte' mal in Anfuehrungszeichen. Wir wissen schon, warum.

Nach dem Brexit ist das GBP stark gefallen. Ein geschaetzter Forist hat daraufhin einen Call auf GBP/USD aufgerufen, zum Einstiegskurs von 1,30. Hut ab, das war ganz grosses Kino. Das Szenario stimmte und das Timing war geradezu perfekt.

Auch der EUR erholt sich nach seinem tiefen Fall gegen den NZD derzeit wieder, steht jetzt bei 1,55. Auch dies wurde von Foristen kuerzlich besprochen, ebenfalls Hut ab!

Bankaktien wie Unicredit, Commerzbank, Deutsche Bank haben nach dem Brexit-Blutbad eine kleine Rally hingelegt. Das hatte ich, wenn auch nicht mit voller Ueberzeugung, kommen sehen.

Wie es mit Bankaktien nun weitergeht, wird davon abhaengen, ob die italienischen Banken einen Bail-out oder einen Bail-in bekommen. Ein geschaetzter Forist wies zuletzt darauf hin, dass es im Grunde an den Betreibern des 'Systems' liegt, ob und wann sie den Stecker ziehen wollen.

Gold- und Silberminenaktien sind extrem stark gelaufen im ersten Halbjahr 2016 und nun scheue ich sie ein wenig. Kommt bei den Krisenmetallen erst einmal eine Korrektur? Die technischen Spezialisten hier scheinen davon auszugehen, mit guten Gruenden, wie ich meine.

Oelwerte sind fuer mich das ganz grosse Raetsel. Werte wie YPF oder Ecopetrol scheinen guenstig bewertet. Sie haben auch in der grossen Krisenzeit des Oels Anfang des Jahres positive Quartalsergebnisse vorgelegt. Doch wie es nun mit dem Oel weitergeht, ist fuer mich bekanntlich die grosse Preisfrage schlechthin.

Ich sehe einerseits eine globale Rezession kommen, was grundsaetzlich gegen Oel spricht. Andererseits haben, wie gesagt, Werte wie YPF oder Ecopetrol auch in den Krisenzeiten des Oels ganz gute Geschaeftsergebnisse vorgelegt. Es sind 'integrierte' Oelkonzerne, das heisst, sie verfuegen neben der Oelproduktion auch ueber ein Raffineriegeschaeft. Daher koennen sie von niedrigen Oelpreisen, auf der Raffinerie-Ebene, auch profitieren.

Nun wurde in den letzten Monaten die Welt bekanntlich mit Oel 'geflutet'. Auch bei raffineriertem Oel (Benzin, Diesel, usw.) scheint es derzeit einen Ueberfluss zu geben. Dies koennte sich vielleicht aendern, wenn etwa in Saudi-Arabien Unruhen ausbrechen oder gar ein grosser Krieg kommt.

Marc Faber meint, soweit ich verstehe, der Oelpreis haette sein Tief bereits hinter sich. Er denkt, dass die globale Geldruckerpresse dem Oelpreis auf die Spruenge helfen wird. Ich bin in dieser Frage unentschieden.

Die hier im Forum aus technischer Sicht vertretene 'bullische' Einstellung zum Oel habe ich wohl zur Kenntnis genommen. Allein, es fehlt mir ein wenig die volle Ueberzeugung. Dies wird vielen Oel-Tradern in der Welt aehnlich gehen. Nun, bekanntlich ist Skepsis ja eine wesentliche Voraussetzung fuer einen nachhaltigen Bullenmarkt...

George Soros ist, wie ich hoere, gross in Goldwerte eingestiegen, und zwar noch vor dem Brexit. Ein kluger Schachzug, fuer mich allerdings wohl nun ein wenig zu spaet zur Nachahmung? Ausserdem zeigt es eine sehr 'baerische' Einstellung dem Gesamtmarkt gegenueber, was ein wenig furchteinfloessend wirkt, denn Soros ist als grosser 'Kenner' der 'Maerkte' bekannt.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.