Hallo,
mit der Immigration nach NZ sollte man sich beeilen, denn ich habe gehoert, dass die nachsten Wahlen moeglicherweise Parteien bevorzugen koennten, welche sich fuer striktere Migrationsregeln einsetzen. Einige Leute sind angesaeuert wegen der Immobilienpreise und sagen, es waeren die Immigranten, welche die Preise hochtreiben. Statistisch sind die fuer etwa 4 % der Immobilientransaktionen verantwortlich, wenn ich das richtig verstanden habe, einige von denen sind Geldwaescher und vor allem sind es Chinesen, die ihre Vermoegen in Sicherheit bringen wollen. Das ist gar nicht so einfach bei bestehenden Kapitaltransferbeschraenkungen, da muessen sich viele Individuen zusammen tun und damit dann auf Einkaufstour gehen.
Neuseeland hatte auch sein Echo wegen der Panama-Affaere, als Steuer-Oase.
Es gibt einigen Immigrationsbetrug hier, Leute nutzen rechtliche Grauzonen aus, um hierher zu kommen, und das macht nicht nur die Eingeborenen sauer. Beispielsweise (hat mir ein Inder erzaehlt, was ihn beschaemt fuer seine Landsleute) bewerben sich Inder fuer Jobs hier, die kaum englisch sprechen, und in den Bewerbungsgespraechen uebers Telefon lassen sie dann bezahlte Leute mit Oxford-Englisch an ihrer statt sprechen.
In Auckland soll es private Lehrinstitute geben, die Zertifikate gegen Geld ausstellen. Er hatte bei der Uni von Auckland mal das Thema angesprochen, und die Reaktion war ein Schulterzucken und "Jeder versucht zu ueberleben, so gut er kann".
Leute ohne das Talent zum Betrug versuchen es ueber die Investorenschiene, man muss etwa 10 Millionen NZD fuer vier Jahre in Neuseeland investieren, dann bekommt man seine Permanent Residence praktisch ohne weitere Fragen. Man muss es nur geschickt vertuschen, dass es nicht die eigenen 10 Millionen sind, sondern die von Familie oder Klan, und nach 4 Jahren sind es dann die 10 Millionen fuer ein weiteres Familienmitglied.
Was die Immobilien angeht, Auckland ist sowas von einer Blase, da wird einem schon mal ein Wohncontainer auf einer Wiese fuer 500.000 NZD angeboten.
Zeitungsbericht ueber die Blase (die hier keiner Blase zu nennen wagt):
Queenstown house price hikes eclipse Auckland
Und fuer jene, die Neuseeland noch nicht besucht haben: Ein- oder Mehrfamilienhaeuser in Neuseeland sind praktisch mit Holzplanken und Gipsplatten verkleidete Holzrahmenkonstruktionen mit oder ohne Isolierung, ohne Keller, ohne Zentralheizung, ohne Doppelverglasung. Wellblechdach, Alufensterrahmen mit Riegeln, die nach 5 Jahren rausbrechen oder so lose sind, dass einem der Wind durch pfeift. Je nach Alter des Hauses kann man sich aussuchen: Schimmelprobleme, haeufig mit Holzwurmbefall (vor 1960 gebaut), Baupfusch an den Wasserleitungen (1980er), Unbrauchbare Aussenwandverkleidungen (1990er).
Was mich im Moment persoenlich etwas wurmt, ist Elektrik. Es gibt hier bei Weitem nicht die Auswahl an Schaltern/Tastern zur Wohnraumgestaltung wie in Deutschland. Standard ist eine etwa 5x10 cm grosse Plastikplatte, in welcher 1-3 1x1 cm grosse Schalterknoepfe zu finden sind.
Schuko-Steckdosen sind sowas von besser verglichen mit diesen AU-Steckern und -Buchsen, die nicht mal das Gewicht eines Trafosteckers halten koennen, ohne halb rauszurutschen. Alle Kabelinstallation im Haus ist mantelfrei.
Ich kenne ein Paar, welches sich sein Haus mit deutschen Standards gebaut hatte, der Mann war Architekt, die Materialien wurden importiert. Das ist moeglich. Aber es ist die absolute, einzigartige Ausnahme.
Cheers,
SF