Staatsschul-System

Falkenauge, Mittwoch, 13.07.2016, 15:30 (vor 3513 Tagen) @ Leserzuschrift2084 Views

In Preußen lag wesentlich der Ausgangspunkt des staatlichen Schulsystems, das der absolutistische Staat an die Stelle des bis dahin von den Kirchen verwalteten Bildungswesens setzte. Diese staatlich gelenkte Erziehung ist die Erziehung der den Staat beherrschenden Eliten, die damit die heranwachsende Jugend nach ihren Vorstellungen, Interessen und Zielen formen kann.
Das ist bis heute nur noch perfektioniert worden.

„Im 18. Jahrhundert setzte sich der Polizei- und Militärstaat mit seinen merkantilistischen Interessen dem Individuum gegenüber absolut. Er benutzte auch die Pädagogik als Mittel, um seine ´Macht´ und seinen ´Reichtum´ zu vermehren. Von jedem Untertan wurden angespannte Tätigkeit, Gehorsam und Pflichterfüllung verlangt, wobei aus dem staatlichen Machtwillen eine eigentümliche Dynamik erwuchs. Im pädagogischen Bereich kam dies in der Forderung, auf die künftige Brauchbarkeit vorzubereiten, deren inhaltliche und funktionale Bestimmung sich aus der Zuordnung zu einem der Stände ergab, zum Ausdruck. Der Grundsatz, ´das Kind gehört dem Staat´, den jede totalitäre Staatsform vertritt, war hier bereits vorweggenommen. ´Die gefährlichste Verobjektivierung des pädagogischen Ziels´ lag darin, dass sich die Sorge nicht auf das Gedeihen des Heranwachsenden richtete, sondern auf seine künftige Brauchbarkeit, seine ´Leistung´ (Hermann Nohl). Das Schulwesen stand in erster Linie im Dienste der merkantilistischen Wirtschaftspolitik, der Zwecke des Militärs und der Verwaltung."

Vgl.: Das staatliche Schulsystem als Relikt des Obrigkeitsstaates


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