D_Exit

wihoka @, Mittwoch, 13.07.2016, 13:24 vor 3513 Tagen @ Centao 2568 Views

Also kurz und bündig mein Credo: Deutschland müsste mindestens den Euro aufgeben; noch besser wäre ein kompletter EU-Austritt.
Ja, ich weiß, dies ist in den Wind gesprochen...

Drei Fragen.

BillHicks ⌂ @, Wien, Mittwoch, 13.07.2016, 14:37 vor 3513 Tagen @ wihoka 2155 Views

Hallo wihoka,

Also kurz und bündig mein Credo: Deutschland müsste mindestens den Euro
aufgeben;

auf welche weitergehenden Überlegungen gründet sich Dein "Credo"?

noch besser wäre ein kompletter EU-Austritt.

Besser für wen?
Besser in welcher Hinsicht?

Danke und schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Frage zurück!

mabraton @, Mittwoch, 13.07.2016, 15:15 vor 3513 Tagen @ BillHicks 1898 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 13.07.2016, 17:00

Hallo Bill,

wie sähe der beste Ausweg aus dem EURO-Desaster aus Deiner Sicht aus?
Dass sich eine Wirtschaftsunion in der die Steuer- und Sozialgesetze homogenisiert sind nicht mehr auf die Beine stellen lässt, steht für mich fest.

Was dann?
Danke für Dein Feedback.

Beste Grüße
mabraton

Super Zeiten stehen uns bevor. Wenn wir endlich unser Ding machen.

BillHicks ⌂ @, Wien, Mittwoch, 13.07.2016, 17:52 vor 3513 Tagen @ mabraton 2040 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 13.07.2016, 19:04

Hallo Bill,

Hallo mabraton,

wie sähe der beste Ausweg aus dem EURO-Desaster aus Deiner Sicht aus?

Euro-Desaster? Für wen genau war es oder ist es ein Desaster?
Für die Jugend Südeuropas? Stimmt.
Für die durch beggar-thy-neighbour Niedriglohnpolitik seit 15 Jahren vollveräppelten deutschen Arbeitnehmer und die durch mangelhafte europäische Steuergesetzgebung veräppelten Klein- und Mittelstandsbetriebe? Stimmt auch.
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[Zynismus]
Das ist ja so... wenn die deutschen Größtunternehmen (mit großen Teilen internationaler Eigentümer) nicht alle Nettosparer sind, dann geht morgen direkt die Welt unter und überhaupt werden alle Arbeitsplätze sofort ins Ausland verlegt.

Nettosparende Unternehmen sind etwas gaaaaaanz ganz wichtiges. D.h. die Steuerpolitik z.B. muss unbedingt so sein, dass die Unternehmen auch wirklich sparen UND noch viel wichtiger: man darf JA nicht dafür sorgen, dass die Renditeerwartungen in der Realwirtschaft höher sind als in der Finanzwirtschaft. Sonst würde am Ende noch investiert. Aber investieren das hieße ja Schulden machen. Nein, das geht gar nicht. Das darf man auf gar keinen Fall zulassen. Man muss ERST sparen und dann ...
Und nicht nur die Unternehmen auch die Haushalte müssen alle sparen. Und der Staat darf sich auch nicht verschulden, das ist ja eh klar, weil sonst sterben wir alle an Überschuldung. Und die nächsten Generationen und so. Und überhaupt.

UND wenn dann der Staat und die Unternehmen und die Haushalte alle brav gespart haben, wir das durch beggar-thy-neighbour tatsächlich hinbekommen haben, weil dann der Außenbeitrag NX so groß ist, dass die anderen sektoralen Salden positiv sein konnten, DANN schimpfen wir auf das verschuldete Ausland. Diese Prasser. Diese faulen Nichtskönner. Den ganzen Tag bloß in der Sonnne liegen und wir strampeln uns hier ab...
[/Zynismus]
[/color]

Dass sich eine Wirtschaftsunion in der die Steuer- und Sozialgesetze
homogenisiert sind

Das wäre keine Wirtschafts-, sondern eine Rechtsunion. Die bräuchte es tatsächlich und wird es auch brauchen, wenn man den Euro behalten will. Genau das haben brave Monetärkeynesianer und sonstige Heterodoxe leider nicht auf dem Schirm (z.B. Flassbeck, Varoufakis, etc.).

"Die EZB ist eine asoziale Einrichtung."

"Die EZB ist die sozialste Einrichtung in ganz €uroland."

Beide Sätze stimmen (leider).

"Die EZB ist die einzige Einrichtung."

Ach so.

nicht mehr auf die Beine stellen lässt steht für mich
fest.


Na dann.

Was dann?

[color=#d9d9d9]
[Zynismus]
Ich würde vorschlagen wir machen einfach endlich wieder unser Ding. Die anderen sind eh alle faul und unfähig. Endlich "Zurück zum Nationalstaat". Das hat schon einmal ganz super funktioniert.

Oder nein, noch viel besser: endlich zurück zum eigenen Dorf. Genau. Das ist es. Die im Nachbardorf konnte ich eh noch nie so richtig leiden. Lokalpatriotismus. Das ist es!

Und wenn wir dann erst die ganzen Klötze am Bein endlich los sind, dann werden wir weltweit endlich so richtig ernst genommen. Vor allem dann, wenn wir Dinge einfordern, die die Interessen anderer berühren. Wenn wir braven Mittelstands-Deutschen etwa mehr Steuergerechtigkeit (Multijurisdiktionaler Konzern vs. monojurisdiktionaler Mittelständler) oder eine Finanztransaktionssteuer oder Dinge dieser Art fordern.

Das werden dann super Zeiten für uns. Super, super Zeiten.

Wenn wir nur endlich durch das "EURO-Desaster" durch sind, dann wird es uns allen so richtig gut gehen.
[/Zynismus]
[/color]
Wenn wir Europäer wirklich dumm genug sind, es nicht auf die Reihe zu bekommen, die geopolitische Wirklichkeit auch nur ansatzweise versuchen zu begreifen, dann werden wir uns noch an die Zeiten des "EURO-Desasters" mit Wehmut zurück erinnern.

Im Übrigen: Einen Großteil der EU-Entscheidungsträger halte ich für ausgewachsene Staatswissenschaftsversager, die EU ist eine groteske Fehlkonstruktion. Dabei meinen die es wahrscheinlich sogar irgendwie gut. Und das ist das Schlimmste. Das ist viel schlimmer, als wenn sie es besser wüssten und uns Normalos einfach vera*schen würden. Dann könnte man ihnen auf die Schliche kommen und sagen: Hört auf, diesen Mist zu machen. Hört auf zu spielen.

Zeit den Kids ihr Spielzeug aus der Hand zu nehmen. Zeit für Erwachsene in der Politik. Wo sind die Erwachsenen?!?

Danke für Dein Feedback.

Ja, gerne.

Beste Grüße
mabraton

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Konjunktiv und Credo?

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Mittwoch, 13.07.2016, 15:00 vor 3513 Tagen @ wihoka 1883 Views

Also kurz und bündig mein Credo: Deutschland müsste mindestens den Euro
aufgeben; noch besser wäre ein kompletter EU-Austritt.
Ja, ich weiß, dies ist in den Wind gesprochen...

Ja, wihoka,

in den Wind gesprochen - aber warum dann auch noch ins Gelbe?

Wirklich interessant oder wichtig ist nicht, was jemand müsste.
Wirklich interessant oder wichtig ist auch nicht, was jemand muss.
Wirklich interessant oder wichtig ist, was jemand tut.

Und besonders wichtig ist dieser Aspekt bei einem eigenen Credo (= ich glaube).
Ein Credo kann grundsätzlich nicht mit einem Konjunktiv formuliert werden!
Was bedeutet denn zu glauben, was jemand müsste?
Ich steh mehr darauf zu glauben, was jemand tut.

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Entschuldigung

wihoka @, Mittwoch, 13.07.2016, 18:28 vor 3513 Tagen @ Hinterbänkler 1510 Views

Ja, vielleicht hätte ich besser "cogito" oder gar "persuasus sum" genommen, mag sein. (Bei letzterem bitte den feinen Unterschied zwischen "persuadere ut" und persuadere mit AcI beachten.) Mea culpa, ich weiß. Fragt sich bloß, was des Lateinischen Unkundige in diesen Fällen verstünden. "Credo" dürfte um einiges bekannter sein.
Ave
wihoka

Frexit steht auch an!

Steppke, Mittwoch, 13.07.2016, 14:06 vor 3513 Tagen @ Centao 2651 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 13.07.2016, 14:17

Le Pen steht kurz davor, in Frankreich an die Macht zu kommen und diese Frau will auf jeden Fall aus der EU raus und auch aus dem Euro (zurück zum Franc).

Le Pen ist ein ganz anderes Kaliber und wird sich weder von Merkel (& Co.), noch von EZB oder Wall-Street auf der Nase herumtanzen lassen.

Die 5-Sterne-Bewegung in Italien wird ihr das dann nachmachen!

Der mögliche Austritt von Finnland ist daher das kleinste Problem, denn sobald Frankreich geht, ist die EU am Ende (am 7. Mai 2017 sind dort Wahlen)!

Am Rand der Klippe

Fleet @, Tor zum Harz ex NL, Mittwoch, 13.07.2016, 14:45 vor 3513 Tagen @ Steppke 2572 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 13.07.2016, 16:58

Hallo Steppke,

Le Pen steht kurz davor, in Frankreich an die Macht zu kommen und diese
Frau will auf jeden Fall aus der EU raus und auch aus dem Euro (zurück zum
Franc).

Le Pen ist ein ganz anderes Kaliber und wird sich weder von Merkel (&
Co.), noch von EZB oder Wall-Street auf der Nase herumtanzen lassen.

Die 5-Sterne-Bewegung in Italien wird ihr das dann nachmachen!

Der mögliche Austritt von Finnland ist daher das kleinste Problem, denn
sobald Frankreich geht, ist die EU am Ende (am 7. Mai 2017 sind dort
Wahlen)!


mich freut es immer wieder, wenn jemand guter Hoffnung ist, also eine positive Erwartungshaltung hat. Persönlich schätze ich das System mittlerweile aber so ein, dass LePen dann sehr nach an einer Felsklippe steht, die jederzeit abbrechen kann. Nötigenfalls wird da eben ein Stückchen weggesprengt, so ganz aus Versehen. Beispiele haben wir historisch dazu genug, auch in Frankreich. Solche Abstürze enden mitunter tödlich.

Den NWO-Kandidaten läuft die Zeit davon. Denke, das anstehende Finale des Systems ist ihnen dazwischen geraten und nun bleibt nur noch AllIn. Die Masken fallen ja immer mehr, vieles wird selbst für Dauerschläfer mittlerweile sichtbar.

Aber warten wir's ab.

LG Fleet

--
"Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht." (H. Heine)

Nicht positiv, sondern realistisch!

Steppke, Mittwoch, 13.07.2016, 21:32 vor 3513 Tagen @ Fleet 1693 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 14.07.2016, 13:00

mich freut es immer wieder, wenn jemand guter Hoffnung ist, also eine
positive Erwartungshaltung hat. Persönlich schätze ich das System
mittlerweile aber so ein, dass LePen dann sehr nach an einer Felsklippe
steht, die jederzeit abbrechen kann. Nötigenfalls wird da eben ein
Stückchen weggesprengt, so ganz aus Versehen. Beispiele haben wir
historisch dazu genug, auch in Frankreich. Solche Abstürze enden mitunter
tödlich.

Hallo Fleet,
meiner Meinung nach würde das auch nichts mehr ändern denn, selbst wenn Le Pen "verunfallen" würde, verschwinden ihre Anhänger, die sich hinter ihr versammelt haben (und die immer mehr werden), ja nicht wieder. Die bleiben im Front National und werden einen anderen Anführer wählen (aber verschwinden werden sie nicht). Und ein unvorhersehbarer "Unfall" würde die Lage sogar noch verschlimmern, denn es würden sofort Mordspekulationen aufkommen und ihre Anhänger sich weiter radikalisieren (und das können die Eliten überhaupt nicht gebrauchen).

In Frankreich hat der Geheimdienstchef übrigens vor Kurzem vor aufkommendem Bürgerkrieg gewarnt, der bei nur einem einzigen weiteren islamistischen Anschlag ausbrechen könnte. Wenn Le Pen jetzt auch noch "verunfallen" würde, wäre das für die Eliten eine ziemlich böse Sache.
http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2016/06/21/01016-20160621ARTFIG00282-quand-le-p...

Dasselbe Phänomen haben wir übrigens auch in den USA! Selbst wenn Clinton knapp siegen würde, verschwindet ja auch dort Trumps Anhängerschaft nicht mehr, sondern wächst weiter und daher ändert selbst ein Sieg Clintons praktisch gar nichts mehr.

In allen Ländern, in denen die "Rechtspopulisten" aktiv sind, werden ihre Anhänger übrigens immer zahlreicher und die Anhängerschaft der "Eliten" weniger. Überall haben wir dasselbe Bild und dieser Prozess verstärkt sich gegenseitig, denn Siege der "Rechtspopulisten" in einem Land, gibt auch den "Rechtspopulisten" in anderen Ländern weiteren Anschub (das ist mittlerweile ein sich selbstverstärkender Prozess geworden).

Das ist alles nur noch eine Frage der Zeit - die Herrschaft der jetzigen Eliten geht aber zu Ende und selbst "Unfälle" ändern daran nichts mehr.

Und wie man an der pausenlosen Hetze der westlichen Medien gegen die "Rechtspopulisten" sehen kann, wissen die Eliten das auch. Sie haben große Angst!

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