Bitte um medizin. Hilfe bzw wer hat Erfahrung mit Folgen von Augen-Katarakt-OP (Grauer Star) ???

Udo @, Freitag, 08.07.2016, 16:53 vor 3518 Tagen 5394 Views

Hallo in die Runde,

hier schreiben und lesen ja viele, die medizinisch schon einiges mitgemacht haben. Meine Frage geht an alle, die entweder selbst eine Katarakt-OP hinter sich haben bzw sich mit den Heilungsfortschritten postoperativ und mit Nebenwirkungen von Grauer Star OP auskennen.

Die Lage: Zwei Augen innerhalb einer Woche operiert, Grauer Star abgesaugt und durch neue Kunstlinsen ersetzt. OP komplikationslos verlaufen. Ein Auge 27.6. das andere 30.6 operiert. Die ersten Tage normale Seheinschränkungen, alles leicht verschwommen, aber seither nur im Nahbereich starke Sehschärfe, alles andere ist verschwommen. Daher die Frage: Bessert sich das alles noch innerhalb der nächsten Wochen (man soll ja angeblich sechs Wochen lang Fortschritte spüren)??? Da tut sich aber derzeit rein gar nichts mehr...

Geplant war nach den OPs OHNE Brille am Bildschirm arbeiten zu können, das ist derzeit illusorisch, Sehen ist nur im absoluten Nahbereich (etwa 20 Zentimeter) möglich, alles andere total verschwommen.

Eine zwischenzeitlich fürs Autofahren verordnete Brille ist kurioserweise auch perfekt für die PC-Arbeit, ist da noch Besserung zu erwarten, was habt IHR für Erfahrungen...???

Danke für jedwede Information, auch wenn sie nicht positiv sein sollte... Hauptsache die Wahrheit - was habt IHR für Erfahrungen? Wie lange hat es gedauert mit dem scharfen Sehen...

LG

Udo

Auf die Schnelle... PS!

Reffke @, Freitag, 08.07.2016, 17:53 vor 3518 Tagen @ Udo 4736 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 08.07.2016, 18:00

Hallo Udo,

Vielleicht hilft dir dieser Link zum Augenforum:
http://www.augenforum.org/index.php/Board/53-Erfahrungsaustausch-zwischen-Betroffenen-m...
Der Moderator bietet eine ==> Hotline 10-12 Uhr [[zwinker]]

Gute Besserung! [[top]]
MfG, Reffke

PS: Das kostenlose Beratungstelefon ist in den Ferienmonaten vom 01. Juli bis 31. August 2016 nicht erreichbar.

Sorry, zu spät gesehen!

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Meine Erfahrung

Rollo @, Bremen, Freitag, 08.07.2016, 18:38 vor 3518 Tagen @ Udo 4669 Views

Ich habe andere Erfahrungen.
Direkt nach der OP war der Eindruck: Adlerauge.
Meine Augenärztin hat dann aber gewarnt: Warten Sie erstmal ab!
In der Tat hat sich in den Folgemonaten das Sehvermögen wieder reduziert (ist aber immer noch sehr zufriedenstellend).
Erst nach 1 Jahr kann man da ein Urteil abgeben.
Was mir auch auffällt: Wenn ich mich am PC weit zurücklehne kann ich plötzlich besser sehen.
Versuchs mal
Ein Mitleidender

Grauer Star (Katarakt)

hanno @, Freitag, 08.07.2016, 18:51 vor 3518 Tagen @ Udo 4337 Views

Hallo,

ich habe vor ein paar Jahren die gleiche Operation, im Abstand von 6 Wochen, an beiden Augen bekommen.

Zuerst kann man bei größeren Abständen alles nur unscharf sehen. Sehen in der Nähe ist sehr ermüdend. Ich wurde 6 Wochen krank geschrieben, bin aber nach 2 -3 Wochen wieder zur Arbeit (Laptop/kurze Distanz) gegangen.

Eine neue Brille kann man erst 6-8 Wochen nach der letzten OP aussuchen, da die Augen sich erst darauf einstellen müssen.

Grüße

Hanno

Der Augenarzt deines Vertrauens sollte diese Erfahrung haben.

Silke, Freitag, 08.07.2016, 19:00 vor 3518 Tagen @ Udo 4220 Views

bearbeitet von Silke, Freitag, 08.07.2016, 19:22

Lieber Udo,

du hast mit deinem Augenarzt bestimmt nach ausführlicher Anamneseerhebung und Untersuchung durch diesen die therapeutischen Optionen und die regelmäßig hierbei zu erwartenden Konsequenzen bezüglich Heilung, Komplikationen und Risiken besprochen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Katarakt_(Medizin)

Ihr habt die für dich besten Linsen ausgewählt und die Vor- und Nachteile der verschiedenen monofokalen Standard-Linsen bzw. Premiumlinsen besprochen und einen komplikationslosen Linsenaustausch vorgenommen.

Danach habt ihr je nach Notwendigkeit mehr oder weniger engmaschige Nachbetreuung vereinbart, den Verlauf der OP's, das erreichte Ergebnis und noch notwendige weitere Schritte besprochen.

Bist du dir beim bisherigen Procedere unsicher geworden, solltest du darüber mit deinem Augenarzt sprechen.
Gelingt es dabei nicht, Unsicherheiten und Zweifel bei dir auszuräumen, kannst du eine zweite Meinung einholen, wie bei jedem anderen Dienstleister auch.
Das sollte dann aber ein Facharzt/Operateur sein, dem alle Befunde und anamnestische Daten zur Verfügung gestellt werden, und kein weit entfernter Forumsteilnehmer, sonst schadest du dir doch nur selbst.

Liebe Grüße
Silke

Katarakt

joep @, Freitag, 08.07.2016, 19:27 vor 3518 Tagen @ Udo 4279 Views

Wird sich noch in den nächsten Wochen ein wenig ändern, aber so viel auch nicht.

20cm Nahbereich scheint mir ein Kunstfehler zu sein. Die deutschen Ärzte machen aber gerne alles auf kurzsichtig. In USA werden die Augen verschieden eingestellt, so dass man sowohl Nahbereich als auch Weitbereich relativ gut sehen kann. Für perfekte Sicht dann Lesebrille/Fernbrille oder Gleitsichtbrille.

Ich würde noch mal ne Woche abwarten und zweite Meinung hören.

Bist stark kurzsichtig geworden = falsche Linsen.

Beo2 @, NRW Witten, Freitag, 08.07.2016, 19:36 vor 3518 Tagen @ Udo 4303 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 08.07.2016, 19:41

Geplant war nach den OPs OHNE Brille am Bildschirm arbeiten zu können, das ist derzeit illusorisch, Sehen ist nur im absoluten Nahbereich(etwa 20 Zentimeter) möglich, alles andere total verschwommen.
Eine zwischenzeitlich fürs Autofahren verordnete Brille ist kurioserweise auch perfekt für die PC-Arbeit, ist da noch Besserung zu erwarten, was habt IHR für Erfahrungen...???
Danke für jedwede Information, auch wenn sie nicht positiv sein sollte... Hauptsache die Wahrheit - was habt IHR für Erfahrungen? Wie lange hat es gedauert mit dem scharfen Sehen...

Es ist nicht möglich, 100%-ig exakt im Voraus zu berechnen, wie die neuen Linsen in den Augenäpfeln "zu sitzen" kommen, nachdem die Wunde verheilt ist. Dementsprechend muss trotzdem eine Linsenkrümmung ausgewählt werden.
Bei Dir hat mensch offensichtlich zu falscher Krümmung gegriffen. Du bist nun recht stark kurzsichtig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzsichtigkeit

Falls das nach 4-6 Monaten nicht deutlich(!) besser wird, solltest Du heftig reklamieren und eine erneute OP verlangen/beantragen, nämlich das Auswechseln der Linsen. Es wird vermutlich nicht gelingen, hier einen Kunstfehler nachzuweisen; versuchen kannst Du es aber (durch Gutachten).
Bei den neuen Linsen musst Du dich im Voraus entscheiden, ob Du lieber im Nahbereich oder in die Ferne scharf sehen willst, weil die Kunstlinse nicht akkomodiert. Für den anderen Bereich brauchst Du dann eine Brille. Auch eine Art von Kompromiss ist möglich.
An deiner Stelle würde ICH wohl ein Scharfsehen auf ca. 80-100 cm anstreben; die neue OP kann sich dem sowieso nur annähern.

Ich habe nach Laser-OPs (2-mal jedes Auge) wegen ehemals starker Kurzsichtigkeit nun zwei unterschiedliche Augen: Mit dem einen kann ich gut lesen, sehe aber nur verschwommen in die Ferne. Mit dem anderen ist es umgekehrt. Auch das geht als eine Art von Kompromiss ganz gut, eben unterschiedliche Sehschärfen. Hat sich so ergeben. Brauche deshalb trotz fortgeschrittenem Alter nur selten eine Brille (und nur bei Dunkelheit). Würde ich aber nicht unbedingt empfehlen wollen.

Mit Gruß, Beo2

Danke an alle für die Hinweise! (oT)

Udo @, Samstag, 09.07.2016, 08:18 vor 3518 Tagen @ Udo 3503 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 09.07.2016, 13:22

- kein Text -

Beurteilung durch einen Facharzt

BBouvier @, Samstag, 09.07.2016, 13:31 vor 3518 Tagen @ Udo 3826 Views

Hallo, Udo!

Mein Bruder ist Augenarzt und operiert erfolgreich seit Jahrzehnten.
Ihn habe ich gebeten, Dir zu raten.

Hier seine Stellungnahme:
=>
Hallo Udo,

Du bist kurzsichtig, mehr als geplant.
Dass PC-Entfernung angezielt wurde, bedeutet, dass die Werte
bei ca. -1.25 Dpt hätten liegen sollen.
Das heißt, für die Ferne und zum Lesen hättest Du eine Brille benötigt.
Den Rest des Lebens vor dem PC?
Interessant wären genaue Dioptrien-Angaben von dem Jetzt-Zustand.
Das Ergebnis wird sich kaum mehr ändern.

Ursache des Fehlbetrages ist wahrscheinlich, dass die neue Linse
sich zu weit vorne im Auge befindet.
Die alte Linse hat eine Dicke von ca. 3,5 mm, die neue 1,5 mm.
Lagert sich die neue Linse nur 1 mm Millimeter weiter nach vorne
oder hinten im Auge ein, hat man eine Fehl-Refraktion von 3 Dpt.
Eine Fehl-Berechnung, besonders, da beide Augen betroffen sind,
ist äußerst unwahrscheinlich.
Der in einem Kommentar geäußerte Ruf nach Gutachten
und Schadensersatz ist nicht erfolgversprechend.

4 Möglichkeiten der Korrektur:
!. Sofortiger Linsentausch (zu einem späteren Zeitpunkt,
wie in einem Kommentar vorgeschlagen ist nicht sinnvoll,
weil dann die Aufhängung der Linse wahrscheinlich gleichzeitig zerstört wird
und kompliziertere, risikoreichere, in ihrem Ausgang
nicht gut berechenbare Operations- und Linsenimplantationsverfahren
zum Einsatz kommen.
Sofort oder gar nicht.
2. In einem halben Jahr Implantation einer Huckepacklinse,
d.h., einer zweiten Linse auf die jetzige drauf,
die die Rest-Fehlsichtigkeit korrigiert.
3. in einem halben Jahr Laser Behandlung der Hornhaut.
Vorteil: Das Auge braucht nicht eröffnet zu werden,
kleinste Abweichungen werden perfekt korrigiert.
4. Gar nichts tun.
Finanziell sieht es, je nach Kassenpatient oder Privatpatient,
schlecht oder gut aus.
Sofortiger Tausch ist die beste Option.
Die Laser-Option ist die Zweitbeste.
Wenn der Operateur auch Laser-Eingriffe durchführt,
macht er es unter Umständen auf Kulanz beim Kassenpatienten.
Die private Kasse sollte es zahlen.
Drittbeste Möglichkeit ist die Implantation einer Huckepacklinse,
dürfte die Gesetzliche-KV bezahlen, die private auch.

1. Bestand schon vorher Kurzsichtigkeit?
2. Wurden die Augen mit einem Laser vermessen?
Wurde eine Hornhauttopographie durchgeführt?
(Zuzahlung füt Gesetzlich-Versicherte!)
3. Wurde bei der Wahl der Linse für das zweite Auge berücksichtigt,
dass das erste Auge zu kurzsichtig geworden war?

Resümée:
1. Der eingetretene Schaden bewegt sich in der Bandbreite
der Nebenwirkungen der Graue-Staroperation.
2. Es liegt wahrscheinlich kein Kunstfehler vor.
3. PC Entfernung anzuvisieren ist keine gute Idee.
4. Sofortiger Linsen-Tausch.

Viele Grüße ... XYZ

xxxxxxxxxxxxxxxxxx

Beste Grüße!
BBouvier

Sofortiger Linsentausch

joep @, Samstag, 09.07.2016, 16:13 vor 3517 Tagen @ BBouvier 3918 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 09.07.2016, 16:16

Macht Sinn, ist aber gruselig. Schon wieder herumschneiden. Muss jeder selbst wissen, ich hätte es sicher nicht gemacht.

Ansonsten noch eine Überlegung: Udo sieht offenbar im Nahbereich 20cm scharf. Es ist also nicht alles verkorkst. Damit lässt sich mit Brille alles korrigieren. Blöd nur, dass man die Brille eben immer braucht.

Ich bin auf einem Auge kurzsichtig, auf einem weitsichtig eingestellt worden. Beides ist nicht optimal, aber es geht komplett ohne Brille. Bildschirm, iPad natürlich dann mit Lesebrille, Autofahren mit Fernbrille. Oder Gleitsichtbrille.

Fazit: nachoperieren oder Brille. Lasern scheint auch eine Erwägung zu sein, mit dem Arzt besprechen. Bis alles gefixt ist: die Billigbrillen von Rossmann helfen vorübergehend.

PS: Augen sind oft trockener als früher. Das kann einen Riesenunterschied machen. Viel trinken und Augentropfen!

Wie weit hast du nach Regensburg?.............

ottoasta @, Samstag, 09.07.2016, 18:19 vor 3517 Tagen @ Udo 3613 Views

...da gibt es einen Spezialisten: PD Dr.habil Herrmann zusammen mit einem Prof.
Die haben ihre Praxis im Krankenhaus Barmherzie Brüder Regensburg.

Der Dr. Herrmann ist weit bekannt als Spezialist speziell beim Katarakt.

Meine Frau hat sich dort behandeln lassen, die sieht jetzt jedes Körnchen!
Ist mir manchmal unangenehm da meine Hose nun nicht mehr dreckig werden darf[[freude]] !

Also so wurde behandelt:

1. Vermessung der Augen mit einem speziellen Laser (Zuzahlung gesetzl. Versicherte ca. 50.-EUR) um die am besten passende Linse zu finden.
2. Die OP dauerte ca. 20 min. komplett.
3. Erstmal nur ein Auge gemacht, das zweite dann 4 Wochen später!
4. Die Augenklappe musste sie nur über Nacht tragen, am nächsten Tag erste KOntrolle, keine Klappe mehr.
5. 3 Wochen Anwendung von Augentropfen, null Probleme!
Keine Reizung, keine Schmerzen von der OP an! Sofort eine exzellente Sicht!

Somit: Niemals beide Augen sofort oder nur mit 3 Tagen Abstand machen!
Um eventuelle Entzündungen zu erkennen!
Bei Pfuschern hat es schon Erblindungen gegeben!

Bei meiner Frau wurden die Linsen auf Fernsicht eingestellt, die sieht nun unheimlich scharf und benötigt keine Brille für die Fernsicht.

Nur zum Lesen hat sie eine Lesebrille, aber auch nur zeitweise.
Sie ist extrem zufrieden, auch mit der optimalen Nachsorge!

Hier der Link dazu:

http://www.augenklinik-regensburg.de/augenklinik-praxis-regensburg/

Viel Erfolg; und nimm eine länger Anfahrt in Kauf, es lohnt sich bei diesem Spezialisten sicher!

Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

Bei Pfuschern hat es schon Erblindungen gegeben!

BBouvier @, Sonntag, 10.07.2016, 13:32 vor 3517 Tagen @ ottoasta 3388 Views

Bei Pfuschern hat es schon Erblindungen gegeben!

Hallo, Ottoasta!

Dazu bittet mich mein Bruder,
Facharzt für Augenheilkunde mit jahrzehntelanger OP-Praxis,
folgendes hier einzustellen.
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Vor dem Diffamieren, informieren:
Ältere Studien besagen, dass bei 35% der Graue-Star-operierten Augen
sofort nach der Operation Bakterien in der Vorderkammer nachweisbar sind.
95% von diesen stammen vom Patienten selbst.
Das Risiko einer schweren Entzündung im Auge beträgt ca. 1:2000.
Eine prophylaktische Eingabe eines speziellen Antibiotikums
(kostet 14€) am Ende der Operation wird von den gesetzlichen Krankenkassen
als unwirtschaftlich abgelehnt.
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Grüße,
BB

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Wandere aus, solange es noch geht.