Berlin sagt nein – die EU sagt ja

nereus @, Montag, 04.07.2016, 17:57 vor 3521 Tagen 4939 Views

Unglaubliches geschieht hinter den Kulissen von Brüssel.

Da die italienischen Banken seit Jahresbeginn im Schnitt bereits 40 % ihres Aktienkurses verloren hatten und diese Verluste im Zuge des Brexit-Votums in Einzelfällen auf bis zu 75 % zunahmen, wandte sich Premier Renzi nach dem Brexit-Votum der Briten erneut mit einem dringenden Hilferuf an die EU. Mit Hinweis auf die Gefahr einer Panik unter Investoren und einen Banken-Run verlangte er 40 Mrd. Euro, um die Finanzinstitute seines Landes mit einer direkten Kapitalinjektion oder durch gedeckte Regierungsgarantien zu stützen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und ihr Finanzminister Schäuble reagierten umgehend mit einer scharfen Ablehnung und forderten Renzi auf, erneut die geltende Bail-in-Regelung anzuwenden. Ihr kategorisches Nein überraschte nicht, denn Deutschland muss als größte Volkswirtschaft der EU für einen großen Teil der 40 Mrd. geradestehen.
Dann aber geschah Unerwartetes:
Kaum hatten Merkel und Schäuble abgewinkt, da verkündete die EU-Kommission nach Rücksprache mit der EZB, man habe der Rom bis zum Jahresende geltende Staatsgarantien von bis zu 150 Mrd. Euro - also fast das Vierfache der Summe, die Renzi als Direktmaßnahme gefordert hatte - zugesagt. Wie hoch die unmittelbar zur Verfügung gestellte Summe ist, wurde geheim gehalten.

Quelle: http://www.goldseiten.de/artikel/292002--Italiens-Bankenkrise~-Lunte-am-Pulverfass-EU.html

Da die Rettungssummen immer höher werden MÜSSEN, werden die Einschnitte bei den Sparern/Steuerzahlern immer gewaltiger.
Doch werden sich das Europas und vor allem die deutschen Steuerzahler gefallen lassen?

Rückwirkend betrachtet ist das Prinzip des Bail-in nichts anderes als der von Juristen und Wirtschaftlern am Reißbrett entworfene Versuch, ein längst zusammengebrochenes Finanzsystem künstlich am Leben zu erhalten. Sein entscheidender Schwachpunkt liegt allerdings darin, dass seine geistigen Urheber die Rechnung ohne den Wirt, d.h.: ohne das Volk, gemacht haben. Dessen möglicher Widerstand wurde nämlich nicht mit einkalkuliert, hat sich aber in Zypern und Italien bereits auf dramatische Weise bemerkbar gemacht.

Oder vielleicht haben sie es doch?
Das hört sich alles nicht gut an? [[sauer]]

mfG
nereus

Der Drops ist schon lang gelutscht

Arioch @, Palz, Montag, 04.07.2016, 18:41 vor 3521 Tagen @ nereus 3676 Views

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/26/schaeuble-gibt-deutsche-spargutha...

Zitat:
"Renzi und die EU-Kommission haben sich in den Verhandlungen um einen Ausweg festgebissen, zuletzt war die Rede von Staatsgarantien. Doch Schäuble rettet mit seiner Verlautbarung die Banken vor dem „sudden death“. Damit können die italienischen Banken weiter von der EZB Kredite erhalten und haben bis 2024 Zeit gekauft. Bis dahin herrscht das Prinzip Hoffnung – entweder darauf, dass alles plötzlich wieder ins Lot kommt; oder aber darauf, dass die deutschen Sparer weiter fleißig Vermögen ansammeln, um als Retter des europäischen Banken-Systems in die Pflicht genommen zu werden."

Wie hätte da unser Pfälzer Helmut kommentiert: de Bimbes is weg[[sauer]]

--
„Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“
―Erich Kästner-

Bitte im Bild bleiben!

Langmut @, Dienstag, 05.07.2016, 00:11 vor 3521 Tagen @ Arioch 1964 Views

Hallo in die Runde,

Zitat:
"Renzi und die EU-Kommission haben sich in den Verhandlungen um einen
Ausweg festgebissen, zuletzt war die Rede von Staatsgarantien. Doch
Schäuble rettet mit seiner Verlautbarung die Banken vor dem „sudden
death“.

Weder "sudden death" noch "Golden Goal", die Entscheidung fällt schlussendlich im Elfmeterschießen.

Gefallen wird das trotzdem niemanden.

Gruß
Langmut

--
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