Privater Waffenbesitz - eine Frage der Moral

Arioch @, Palz, Montag, 04.07.2016, 17:16 vor 3521 Tagen 5661 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 04.07.2016, 18:47

Wie vielleicht einige unter euch mitbekommen haben, will die Europäische Kommission das Waffenrecht massiv beschneiden. Zur Begründung dient diesmal nicht der Klimawandel sondern, wer hätte das gedacht, der Terrorismus.
Sollten die geplanten Änderungen Gesetz werden, wird dieses auch mich als langjährigen Sportschützen betreffen.
Aus diesem Grund suche ich regelmäßig nach evtl. Neuigkeiten diesbezüglich, als ich heute auf folgenden Artikel gestoßen bin:

http://iwoe.at/privater-waffenbesitz-eine-frage-der-moral/

Meiner Meinung nach eine brillante Zusammenfassung des hier in Schland grassierenden Wahnsinns, die auch für Nicht Sportschützen interessant sein könnte.

"Si vis pacem para bellum" oder wie seht ihr die Sache?

--
„Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“
―Erich Kästner-

Ein einfacher Sachverhalt, den sich die wenigsten klarmachen...

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Montag, 04.07.2016, 17:39 vor 3521 Tagen @ Arioch 5211 Views

...die diversen Entwaffnungsgesetze in den europäischen Ländern betreffen ja in Wahrheit nicht etwa eine kleine Anzahl von "legalen" Waffenbesitzern, sondern den ganzen, großen Rest der Völker.

In Deutschland leben 80 Millionen Menschen, davon 3.6 Millionen sogenannter "Legalwaffenbesitzer", wobei die Zahl durchaus niedriger ausfallen kann, da viele Leute mehrere sog. "waffenrechtliche Bedürfnisse" gleichzeitig haben und daher mehrfach in den verschiedenen Kategorien (Jäger, Sportschütze, Sammler, Waffenscheininhaber, Erben, o.ä.) auftauchen kann.

Die restlichen 76.4 Millionen haben nix. Zumindest nix "Legales" (d.h. brav beim Amt angemeldete Schießeisen) oder überhaupt noch Funktionsfähiges (auf dem Dachboden modert irgendein alter Karabiner aus dem 19. Jh. in zweifelhaftem Zustand vor sich hin).

Im Gegensatz zu diesen 76.4 Millionen auf dem Gesetzeswege entwaffneter Leute (keiner von denen kann sich auch nur einen Revolver im Laden kaufen gehen), haben wir Jäger, Schützen usw. unsere Hardware ja schon. Abgesehen von dem einen oder anderen Kleinkrieg gegen weitere Verschärfungsversuche durch die verpöbelte Obrigkeit könnte uns als vom Staat hochprivilegierten (Miß-/)Vertrauensträgern also alles vollkommen wurscht sein. Soll der Rest doch sehen, wo er sich einen Besenstiel oder einen Baumarkthammer besorgt, falls des nachts ein Fremder im Haus steht.

Die bloße Existenz der neostalinistischen Entwaffnungsgesetzgebung braucht uns nicht länger zu interessieren; wir haben die absurden Hürden schließlich genommen.

Der große Rest regt sich aber dennoch nicht auf, obwohl es ihn doch am allerhärtesten trifft.

Dabei ist das totale Waffenbesitzverbot, das wir z.B. in Deutschland und Frankreich haben (das Entwaffnungsgesetz, korrekt-helldeutsch: Waffengesetz regelt ja lediglich äußerst eng umgrenzte Ausnahmen zu diesem Totalverbot) erst seit 1972 in Kraft, davor hatten wir (mit kriegsniederlagenbedingten Unterbrechungen und der Anarchie der Weimarer Republik) mindestens 120 Jahre vollkommen freien Waffenbesitz in Deutschland - freier übrigens als in den USA, wo durch das case law des angelsächsischen Gewohnheitsrechts (common law) schon seit Jahrhunderten an vielen Orten Einschränkungen zum Besitz bestimmter Waffenarten und auch Trageverbote existierten.

Bis sich für diese deutsche Tradition des freien Waffenbesitzes und auch -tragens wieder ein rechtschaffenes Bewußtsein neuentwickelt, dürften Generationen vergehen. Die Gehirnwäsche hat seit 1972 auf diesem Sektor geradezu vorbildich funktioniert.

--
Ainsi continue la nuit dans ma tête multiple... elle est complètement dechirée... ma tête.
- Luc Ferrari

Vollste Zustimmung und Danke für deine Ausführung (oT)

Arioch @, Palz, Montag, 04.07.2016, 19:29 vor 3521 Tagen @ Julius Corrino 2905 Views

- kein Text -

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„Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“
―Erich Kästner-

Die Schlinge zieht sich langsam aber sicher zu

Blut-Svente @, Dienstag, 05.07.2016, 09:17 vor 3520 Tagen @ Arioch 2976 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.07.2016, 13:29

Moin allerseits,

das Thema legaler Waffenbesitz und folglich das Waffenrecht spiegelt
für mich direkt die Verhältnisse in einem Land wider,
welches Vertrauen und welche Meinung die Obrigkeit
von seinen Bürgern hat. Das hat natürlich weder was mit Sicherheit noch mit
Terrorismus zu tun, die Straftaten mit im legalen Besitz befindlichen Waffen
sind statistisch schlicht nicht relevant, da so verschwindend gering.

Auch wenn gleich ein Aufschrei kommen mag, pro Jahr sterben ca.10k Personen nur durch
Suizid in Deutschland, bei 8760h p.a. sind das alle ca. 53 min. einer.
Durch rauchen sind es 100k, Alkohol und Drogen generieren ähnliche Sterberaten,
dagegen sind Unglücke mit legalen Waffen höchst selten und werden im Falle
medial aufs feinste ausgeschlachtet (siehe Winnenden).

Nicht umsonst ist die Statistik zu Straftaten mit legalen Waffen eine der best
gehüteten in D. So fließen z.B. auch Straftaten von beruflichen Waffenträgern,
wie z.B. Polizeibeamte in die Statistik ein und werden letztendlich Sportschützen
und Jägern indirekt angelastet, die sonst noch wesentlich beschämender
(aus Sicht der Herrschenden) aussehen würde.

Den Vogel abgeschossen haben 2 Jäger, die das Verbot für die Verwendung von
Selbstladebüchsen mit Magazinen mit mehr als 2 Patronen für jagdlichen Einsatz per Klage aufheben
lassen wollten. In letzter Instanz hat ein linientreuer Richter vorsorglich
alle Selbstladebüchsen, die ein herausnehmbares Magazin besitzen, als jagdlich
nicht zulässig erklärt. (Man kann ja das 2-schüssige rausnehmen und
ein 10-schüssiges einsetzten (z.B. auf dem Schießstand, was im jagdlichen Einsatz
natürlich verboten ist, aber von Einzelnen bisweilen trotzdem gemacht wird)

Als Resultat bzw. Steilvorlage interpretieren manche (insbesondere rot-grün gefärbten)
Behörden die Durchführungsvorschriften derzeit dahingehend, dass einem Jäger derzeit keine
Selbstladebüchse mehr via Erwerbsanzeige in eine WBK eingetragen wird.
Besonders linientreue Behörden wollten das gleich auf Kurzwaffen ausdehnen,
sprich, aus jeder handelsüblichen 9mm (Selbstlade-) Pistole ala Glock17 u.v.m. lässt sich
natürlich das Magazin entfernen, aber dies ließ sich dann wirklich nicht halten
und diese Sache ist nun zumindest für Kurzwaffen doch vom Tisch. Welcher Bärendienst diese saudumme
Aktion für gesetzestreue Steuerzahler war, lasst sich so auch für Außenstehende erahnen.
(Vielen Dank nochmals an dieser Stelle [[top]] *ironieoff*)

Kontraproduktiv könnte hier die allseits "geliebte" EU sein.
Bis man bei der Harmonisierung eines einheitlichen Waffenrechts
alle EU Staaten auf deutsches Niveau gehievt hat, dürften Jahrzehnte
vergehen. In Nachbarländern wie AUT sind z.B. einfache Schrotflinten
ohne besondere Bedürfnisprüfung bei Volljährigkeit erwerbbar.
Aber das wird die Vasallen in D nicht daran hindern, mit voraus eilendem
Gehorsam eine mustergültige Vorreiterrolle einzunehmen. [[sauer]]

Glück auf
Svente

PS: Habe mich köstlich amüsiert, als ich hörte, dass sich die Guten,
(also SEKs u.a., die im Auftrag legal auf Menschen schießen dürfen), darüber beschwerten,
dass die Bösen zunehmend AP (amor piercing) Munition in Handfeuerwaffen benutzen
(sind schließlich nur den Guten vorbehalten) und damit die Schutzwesten
und andere Ausrüstung ihre Schutzwirkung verlieren. Wo doch Munition,
die Westen durchschlägt, grundsätzlich für normale "Berechtigte" tabu ist. Tssstssss [[lach]]

--
Wenn man einen Deutschen mit ein paar Konservendosen in den Urwald jagt, kommt er mit einer Lokomotive wieder heraus...
Ephraim Kishon

Widerspruch

Naclador @, Göttingen, Dienstag, 05.07.2016, 09:58 vor 3520 Tagen @ Arioch 2870 Views

Also hier hat sich ja die Mehrheit bisher pro Waffenbesitz geäußert.

Wenn ich mich in meinem Umfeld umgucke, dann bin ich dankbar, das von denen keiner mit 'ner Knarre durch die Gegend läuft. Dafür verzichte ich auch gern selbst auf das Recht, eine Waffe zu besitzen. Ich würde keinen 5% meiner Mitmenschen die moralische Reife zusprechen, verantwortungsvoll mit einer Schusswaffe umzugehen. Und bevor wir hier US-Verhältnisse kriegen und in der durchschnittlichen Kleinstadt zwei, drei Leute jährlich von überreagierenden Vollpfosten ins Nirvana geblasen werden, bleib ich lieber im Land der Prohibition, da fühle ich mich erheblich sicherer.

Außerdem soll sich doch bitte niemand der Illusion hingeben, er könne sich mit der Waffe gegen den Staat wehren. Und wenn der Einbrecher mit gezückter Waffe in der Schlafzimmertür steht, hilft Dir der Revolver im Nachttisch auch nichts mehr.

TL;DR:
Idioten mit Waffen sind gefährlicher als Verbrecher mit Waffen, denn Idioten gibt es viel mehr und die sind viel weniger berechenbar.

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Das ist eine wichtige Entdeckung!

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 05.07.2016, 10:50 vor 3520 Tagen @ Naclador 2792 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.07.2016, 13:27

Also hier hat sich ja die Mehrheit bisher pro Waffenbesitz geäußert.

Wenn ich mich in meinem Umfeld umgucke, dann bin ich dankbar, das von
denen keiner mit 'ner Knarre durch die Gegend läuft. Dafür verzichte ich
auch gern selbst auf das Recht, eine Waffe zu besitzen. Ich würde keinen
5% meiner Mitmenschen die moralische Reife zusprechen, verantwortungsvoll
mit einer Schusswaffe umzugehen.

Dann liegt es also an der 68er-Generation?
Vor 1972 besaßen die Leute diese Reife offensichtlich.
Und in der Schweiz wohl heute noch.
Du kannst gerne mal die Einbruchstatistiken vor 1972 raussuchen und mit heute vergleichen.

Und bevor wir hier US-Verhältnisse
kriegen und in der durchschnittlichen Kleinstadt zwei, drei Leute jährlich
von überreagierenden Vollpfosten ins Nirvana geblasen werden, bleib ich
lieber im Land der Prohibition, da fühle ich mich erheblich sicherer.

Du fühlst dich also sicherer, wenn die Leute mit Messern abgestochen werden?
Aber warte nur ab, diese Verhältnisse werden wir auch mit Waffenverbot bekommen, dass in jeder Kleinstadt 2-3 Leute erschossen werden, wo die Medien weder den Vornamen des Täters nennen noch ein Foto veröffentlichen, dafür aber, dass er deutsch gesprochen hat und ein Deutscher ist und nicht Allahu akbar! gerufen hat.

Außerdem soll sich doch bitte niemand der Illusion hingeben, er könne
sich mit der Waffe gegen den Staat wehren. Und wenn der Einbrecher mit
gezückter Waffe in der Schlafzimmertür steht, hilft Dir der Revolver im
Nachttisch auch nichts mehr.

Da wette ich aber mit dir, dass der Einbrecher mit gezückter Waffe bei denen steht, von denen bekannt ist, dass sie keine eigene Waffe haben, und an denjenigen Häusern vorübergeht, wo bekanntermaßen eine Waffe haben.

TL;DR:
Idioten mit Waffen sind gefährlicher als Verbrecher mit Waffen, denn
Idioten gibt es viel mehr und die sind viel weniger berechenbar.

Wenn Autofahren für Privatleute verboten wäre, dann würde fast kein Mensch die persönliche Reife besitzen, ein KFZ verantwortungsvoll zu fahren.
Natürlich gibt es immer ein paar Idioten, die meisten fahren jedoch verantwortungsbewusst.
Sag mal, ist dir jemals die Idee gekommen, dass der verantwortungsvolle Umgang erst mit dem täglichen Gebrauch der Waffe kommt?


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Legaler Waffenbesitz weitgehend unkorreliert zur Mordrate

twc-online @, Dienstag, 05.07.2016, 11:09 vor 3520 Tagen @ Naclador 2589 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.07.2016, 11:14

Also hier hat sich ja die Mehrheit bisher pro Waffenbesitz geäußert.
...
Idioten mit Waffen sind gefährlicher als Verbrecher mit Waffen, denn
Idioten gibt es viel mehr und die sind viel weniger berechenbar.

Schusswaffenmorde sind weitgehend unkorreliert zum legalen Waffenbesitz. Oder anders gesagt, es gibt Faktoren, die für die Anzahl der Morde viel wichtiger sind, als der legale private Schusswaffenbesitz.
Alte Postings über Waffenbesitz:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=383898
Hier sind z. B. die Unterschiede zwischen Kanada und USA interessant (pro Schusswaffe gibt es in Kanada viel weniger Morde als in den USA, obwohl es in beiden Ländern relativ viele Waffen gibt):
http://www.fwr.de/statistik/fakten-zum-waffenbesitz/

Terror-Morde sind auch in den USA im Verhältnis zu der gesamten Anzahl der Morde sehr gering. Und für die unzähligen Morde im privaten Umfeld kann jeder auf Küchenmesser, Gift oder Ähnliches ausweichen.

In Südeuropa hat auf dem Land fast jeder eine Waffe.

Dieter, Dienstag, 05.07.2016, 11:33 vor 3520 Tagen @ Naclador 2638 Views

trotzdem behaupte ich mal einfach, daß die Tötungs- und Verletztenrate in den Metropolen größer ist, obwohl dort deutlich weniger Menschen eine Waffe besitzen.
Gewaltgelüste, Frust, Ausweglosigkeit, psych. Störungen; was immer zu Gewaltexzessen führt, findet seinen Weg sich zu artikulieren, egal ob mit ner Keule, einem Messer oder einer Pistole. Eine Schleuder reicht auch schon für ein Tötungsdelikt.

Eine Waffe in der Hand eines Durchgeknallten oder Überzeugungstäters ist natürlich verwerflich, aber wenn alle Waffen hätten, würden Durchgeknallte auch nicht lange leben und die Menschheit wäre von ihnen befreit.

Und so hoffen im Ernstfall alle auf die staatliche Hilfe, die aber nicht kommt.

Gruß Dieter

Ebenso in Südamerika.

siggi, Dienstag, 05.07.2016, 21:13 vor 3520 Tagen @ Dieter 2222 Views

Hallo Dieter,

trotzdem behaupte ich mal einfach, daß die Tötungs- und Verletztenrate in
den Metropolen größer ist, obwohl dort deutlich weniger Menschen eine
Waffe besitzen.

Das ist so.

Eine Waffe in der Hand eines Durchgeknallten oder Überzeugungstäters ist
natürlich verwerflich, aber wenn alle Waffen hätten, würden
Durchgeknallte auch nicht lange leben und die Menschheit wäre von ihnen
befreit.

Das ist eben der Unterschied zur Landbevölkerung. Da ist der Anteil der Durchgeknallten eben erheblich geringer.
Das Verantwortungsgefühl der Waffenbesitzer auf dem Land hat sich durch Generation hindurch verinnerlicht und Auseinandersetzungen werden bereits viel früher verbal, mit Fäusten;-) oder auch durch soziale Kontrolle der Gemeinschaft entschärft.

Das kann man so ohne Weiters nicht auf die Stadt übertragen.

LG

siggi

Du hast die Psychopharmaka vergessen!

Olivia @, Donnerstag, 07.07.2016, 13:20 vor 3518 Tagen @ Dieter 1951 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 07.07.2016, 14:56

trotzdem behaupte ich mal einfach, daß die Tötungs- und Verletztenrate in
den Metropolen größer ist, obwohl dort deutlich weniger Menschen eine
Waffe besitzen.
Gewaltgelüste, Frust, Ausweglosigkeit, psych. Störungen; was immer zu
Gewaltexzessen führt, findet seinen Weg sich zu artikulieren, egal ob mit
ner Keule, einem Messer oder einer Pistole.

................

Mich würde außerordentlich interessieren, ob es eine Korrelation zwischen der Einnahme von Psychopharmaka und "Amoklauf" gibt. Außerdem habe ich bisher nichts darüber gelesen, mit welchen Mitteln die "Selbstmordattentäter" vor ihrer Tat vollgestopft werden und wo die das Zeugs her haben. Möglicherweise lässt sich die Zahl der Attentate u.U. auch durch eine Kontrolle der "Euphorisierungsmittel" bzw. die Kommunikation in den Medien darüber einschränken. Könnte mir vorstellen, dass die zukünftigen "Helden" gar nicht erbaut sind, wenn man in den Zeitungen lesen kann, dass man sie vorher mit Drogen vollstopft (stopfen muss), denn dann fallen sie ja in die Kategorie "Drogen-Junkie".

Alle anderen würde ich unter die Rubrik "Schwerst-Kriminelle" subsummieren. Da gehe ich davon aus, dass die alles, was sie in die Hände bekommen zum Töten hernehmen. Ob illegale Schusswaffen, illegale Messer, Äxte, Haushaltsmesser etc. etc. etc.

--
For entertainment purposes only.

Einbrecher und gezueckte Waffe

Mausebär @, Dienstag, 05.07.2016, 11:38 vor 3520 Tagen @ Naclador 2761 Views

Einbrecher mit gezueckter Waffe gibt es nicht. Der Taeter heisst dann naemlich Raeuber.
Bewaffneter Raubueberfall ist ganz eine andere Kiste als Einbruch und viel seltener!
Und die USA als Dauerbeispiel fuer die Gefahr durch legale Waffen in der Bevoelkerung passt auch nicht. Gegenbeispiel Kanada: Aehnliche Waffengesetze, kaum Tote...

Kanada

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Dienstag, 05.07.2016, 11:49 vor 3520 Tagen @ Mausebär 2698 Views

Widerspruch: Kanada hat keineswegs "ähnliche" Waffengesetze wie die USA, stattdessen ähneln diese in vielerlei Hinsicht sehr viel mehr dem deutschen (minus dem Unsinn vom staatlich anerkannten "Bedürfnis" und minus die zentrale Registrierung des privaten Bestandes bei einer staatlichen Stelle).

Das heißt aber keineswegs, daß "kanadische Verhältnisse" im Waffenrecht irgendwie ursächlich mit der niedrigeren Mordrate zu tun hätten (sie tun es nicht). Das führe ich in meinem Posting zu den sog. "amerikanischen Verhältnissen" aber in Kürze (heute) noch genauer aus.

Grüße,
Julius

--
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- Luc Ferrari

Denkfehler

Blut-Svente @, Dienstag, 05.07.2016, 12:00 vor 3520 Tagen @ Naclador 2584 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.07.2016, 13:23

für mich ganz klar...

Zum einen unterstellst Du, dass JEDER legal eine scharfe Feuerwaffe bekommt.
Falsch. Die Prüfungen für Zuverlässigkeit und Bedürfnis sind allgegenwärtig
und sind in den letzten Jahren stark in den Anforderungen angestiegen.
Derzeit wird sogar die grundgesetzwidrige fortwährende Bedürfnisprüfung angewendet.

Zur Info: Waffen sind auch: Luftdruckwaffen, Säbel, Schwerter, Morgensterne,
Saufedern, Teaser, Mistgabeln, Steinschleudern, Blasrohre, Wurfsterne,
Brotmesser, Schlagringe u.v.m.
All diese sind teils frei zu erwerben, teils sogar verbotene Gegenstände.
Auch einschüssige Vorderlader (perkussion) sind frei ab 18 Jahren.
Warum läuft damit praktisch niemand durch die Gegend?

Zum anderen unterstellst Du, dass Jeder immer und überall mit einem
Großkaliber-Revolver durch die Gegend laufen würde, wäre er frei verkäuflich.
Ist das in den VSA auch so?
Nein, mitnichten.

In Finnland gibt es sogar das Schießen mit Luftdruckwaffen als Wahl-Schulsport,
ein m.E. höchst löbliches Unterfangen, fördert es doch die Verantwortung
und die persönliche Reifung nachhaltig. Und jetzt bitte kein
Aufschrei: der Schüler kann es machen, er muss es keinesfalls.
Und nicht jeder Jugendliche ist dafür geeignet oder hat Interesse daran.
Jeder wie er mag.
Dagegen werden die wenigen 10m Luftdruck-Stände aus den Kellern der hiesigen Schulgebäude
verbannt (keine Waffenausbildung für Kinder!), aber über DM Titel und
Olympia-Medallien freut man sich dann doch. Und bei der BW ist das natürlich
wieder völlig OK, auch mit automatischen Kriegswaffen. Logisch.

Die bösen Buben stellen leider keinen Antrag auf eine WBK und auch bei
einer Amnestie-Aktion vor ein paar Jahren konnte jeder alles "Überflüssige"
straffrei zur Entsorgung bei den Behörden abgeben. Dabei wurden hauptsächlich
alte Jagdwaffen und der K98 vom Uropa entsorgt. Jedoch ohne die Rechnung
der Behörden: die Abgabe war zwar straffrei, allerdings wurden einzelne
dann wegen illegalem Transports (!!!) von Schusswaffen als Nichtberechtigte
von Behörden gefxxxxx. Das sollte eine Lehre sein.

Glück auf
Svente

--
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Ephraim Kishon

Amerikanische Verhältnisse

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Dienstag, 05.07.2016, 14:42 vor 3520 Tagen @ Naclador 2727 Views

Und bevor wir hier US-Verhältnisse
kriegen und in der durchschnittlichen Kleinstadt zwei, drei Leute jährlich
von überreagierenden Vollpfosten ins Nirvana geblasen werden, bleib ich
lieber im Land der Prohibition, da fühle ich mich erheblich sicherer.

Hallo Naclador,

abgesehen davon, daß Dein Einwand von der nicht haltbaren "ICH wäre ja schon vertrauenswürdig, aber viele andere nicht"-Bauart ist - Du vermengst nachfolgend einfach zu viele verschiedene Teilaspekte in Deinem Posting miteinander, als daß eine sinnvolle, umfassende Antwort darauf noch möglich wäre. Deswegen beschränke ich mich in meiner Antwort auf den Aspekt der "amerikanischen Verhältnisse", die außerhalb der USA immer wieder gegen den privaten Waffenbesitz ins Feld geführt werden, ohne daß der Betreffende eigentlich genauer darüber Bescheid weiß. Nur kurz noch: Seit MINDESTENS dem frühen 19. Jahrhundert war der Waffenbesitz für den gemeinen Bürger in Deutschland ohne jegliche Einschränkungen möglich - auch und gerade im "autoritären Beamtenstaat" Preußen. Eine staatliche Waffengesetzgebung war bis 1919 vollständig unbekannt. Es ist nicht überliefert, daß Waffengewalt oder gar extensive Mordraten je ein Problem in Deutschland gewesen wären. Bis 1972 konnten Repetierbüchsen und Flinten bei Quelle und Neckermann im Versandhandel bezogen werden; der Kolonialwarenhändler in meinem kleinen Nest hatte Schrotmunition und Drillinge gleich neben dem Nudelregal feilgeboten, ohne daß die Einheimischen sich gegenseitig en masse das Lebenslicht ausgeblasen hätten. Insofern ist Dein Einwand von den immensen Gefahren, die eine Freigabe nach sich zöge, in keinster Weise nachvollziehbar.


=== TRENNUNG ===


"In den USA schießen sich jeden Tag Siebzehnjährige mit Maschinengewehren gegenseitig über den Haufen, weil der eine dem anderen bei Walmart den besseren Parkplatz weggenommen hat." Es ist keine Untertreibung, zu sagen, daß dies der "Kenntnisstand" des Durchschnittsbürgers außerhalb (und zunehmend auch innerhalb) der USA ist. Was übrigens ausschließlich mit dem waffenfeindlichen Tenor der ansonsten hier und anderswo ja gern (zurecht) gescholtenen Lücken- oder Lügenpresse zu tun hat, die als Erfüllungsgehilfen von Politik und aktivistischen NGOs fleißig bemüht ist, an der Abschaffung privater Waffen mitzuwirken.

Aber betrachten wir einmal nüchtern die Fakten jenseits des Atlantiks - abseits der vor Blutgeilheit triefenden Sensationenproduktion nach Massenmorden wie in Aurora oder jüngst in Orlando.

Für 2013 - ein typisches Jahr - verzeichneten die USA 33.636 Tote durch Schußwaffen (sagt hochoffiziell das CDC).

Nota bene: Tote, nicht Mordopfer.

Von diesen sind 21.175 (also 63,4%!) Suizide gewesen.

"Also!" ruft der Waffenskeptiker. "Ohne Pistolen wäre es für viele von denen nicht so schlimm gekommen!"

Das ist nachweislich falsch. Zunächst liegen die USA mit ihrer Selbstmordrate von 12,1 pro 100.000 Einwohner international gesehen im unauffälligen Mittelfeld. Tatsächlich sind es nahezu totale Waffenverbotsparadiese wie Frankreich und Belgien oder wirklich totale wie Taiwan, Japan, Süd-Korea oder Indien, die hier die Spitze bevölkern. Ein Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Knarren und Selbsttötungen ist also nicht gegeben. Wer sich nicht erschießen kann, springt eben von Brücken, vor Züge, hängt sich auf oder vergiftet sich.

Aber weiter im Text. Von den verbleibenden 12.461 Toten...

...kommen 505 in Unfällen, die Schußwaffen involvieren, um.

...sterben weitere 281 in ungeklärten Vorfällen, bei denen die Waffe "aufgrund nachträglich nicht mehr zu bestimmender Umstände zum Einsatz kam".

...sind mindestens (s.o.) 467 gerechtfertigte Tötungen, z.B. Polizisten, die gegen Kriminelle von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen sich gezwungen sehen - und eben und gerade auch bewaffnete Zivilisten, die sich gegen Raubüberfälle u.ä. erfolgreich zur Wehr setzen.

Die übrigen 11.208 tatsächlichen Morde, die mit Feuerwaffen verübt werden, sorgen dafür, daß die USA im Jahr 2013 auf eine Mordrate von 3,5 pro 100.000 Einwohner kommen - und sich damit im internationalen Vergleich im unauffälligen Mittelfeld in der Nachbarschaft des niederländischen Aruba und Thailands tummeln (Achtung: UNODC zieht eine andere Definition von "Mord" als CDC heran, weswegen die Mordrate für 2013 hier zu 3,9 pro 100.000 Einwohner gemessen wurde). An der Spitze hingegen Länder wie Honduras (84,6 Opfer pro 100.000!) oder Venezuela (62 pro 100.000), ferner Lesotho, Kolumbien oder Brasilien; allesamt Länder, die einer besonders liberal gestalteten Waffengesetzgebung eher unverdächtig sind.

"Das ist aber immer noch vier mal so hoch wie unsere 0,9 Morde pro 100.000 Einwohner in Deutschland!" meint der Waffenskeptiker daraufhin. Das ist korrekt. Weswegen wir uns die interne Struktur des Mordens in den USA einmal genauer ansehen.

Die brutale Wahrheit ist, daß in den USA die Verbrechensraten extrem stark mit der Rasse des Täters korrelieren. Im Jahr 2013 wurden 52% (mehr als die Hälfte!) aller Morde (nicht nur die 11.208 Morde durch Schußwaffengebrauch) von Schwarzen begangen.

Dies ist insbesondere deswegen von so eminenter Wichtigkeit, weil Schwarze an den rund 320 Millionen Einwohnern der USA gerade einmal einen Bevölkerungsanteil von 12,2% ausmachen. Wenn wir noch genauer hinschauen, erkennen wir, daß die morddeliktrelevante Untergruppe junge Männer zwischen 15 und 35 Jahren sind.

Dann landen wir bei der ernüchternden Aussage, daß nicht einmal acht Prozent der Bevölkerung die Hälfte aller Morde begehen.

Die Opfer sind übrigens zu über 90% andere Schwarze.

Hispanics liegen bei den Mordraten übrigens ziemlich genau im Mittelfeld zwischen Schwarzen und Weißen. Derzeit sind sie ca. 54 Millionen (von geschätzt 320 Millionen Gesamtbevölkerung).

Mit anderen Worten: Wenn wir South Central LA, Baltimore, Washington D.C.*, Chicago**, Detroit, St. Louis, Houston und ein paar weitere Städte aus der Statistik herausnähmen, sähen die USA aus wie Westeuropa.

Und was die in Mode gekommenen Massentötungen in den USA anbelangt - diese sind erstaunlicherweise in einer Ära verstärkt aufgekommen, in der die Bundesstaaten und der Bund dort die Waffengesetze massiv verschärft haben (ein Prozeß, der ca. ab den 20er Jahren begann und erst seit 2004 und v.a. 2008 wieder erstes "Tauwetter" erkennen läßt - das ist aber ein Thema für ein anderes Posting und würde hier zu weit führen). Das bedeutet selbstredend nicht, daß die im Vergleich zu früher scharfen Waffengesetze Amerikas die Ursache dafür sind (ganz sicher nicht). Es zeigt vielmehr, daß die Zeit vor 1968 (Federal Gun Control Act), als man problemlos im Baumarkt Dynamit und Ammoniumnitrat kaufen konnte und jeder Waffen handeln und einfach mit der Post zum Käufer schicken konnte (das ist seit Jahrzehnten hochillegal) trotz der "laxen" Gesetzgebung im Gegensatz zu heute in Bezug auf Massentötungen völlig unproblematisch gewesen war. Was immer das Problem der USA hier also letztendlich sein mag, es hat mit der leichten Verfügbarkeit von Feuerwaffen nichts zu tun. (Meine Vermutung geht in Richtung der Provokation und Motivation von Nachahmungstätern durch die Medien, die jedes solche Ereignis weidlich ausschlachten und wochenlang genüßlich auf jedem Detail herumreiten sowie hin zu einem allgemeinen kulturellen Verfall, wie er heute in jeder abendländischen Nation zu beobachten ist; in jüngster Zeit, wenigstens seit St. Bernadino und Orlando, ist die fortgesetzte Anwesenheit einer immer größeren Anzahl von von Muslimen auf amerikanischem Boden sicherlich hier als zusätzlicher Risikofaktor zu berücksichtigen).


* Wer in D.C. Waffenbesitzer ist, der sehnt sich das deutsche WaffG herbei, so absurd streng (und völlig erfolglos was die Verbrechensbekämpfung angeht) sind die Regelungen dort. Soviel zum Thema "laxe Waffengesetze in den USA". Die USA haben nicht eines oder fünf oder sechsunddreißig, sondern zehntausende verschiedener Waffengesetze auf Bundes-, Staaten-, Landkreis- und Gemeindeebene. Aber das ist, wie gesagt, ein Thema für ein anderes Posting.
** Detto.

--
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- Luc Ferrari

Ein liberales Waffenrecht allein nützt dem Verteidiger gar nichts,

Dirk-MV @, Punta Cana, Dienstag, 05.07.2016, 13:30 vor 3520 Tagen @ Arioch 2692 Views

solange er mittels dieser entmündigenden Gesetze (restriktive Auslegung von Notwehr etc) danach sowieso einfährt. Sicher ist es besser, von einem verknackt zu werden als von 6 Leuten getragen, aber eine legale Waffe zum Selbstschutz macht keinen Unterschied. Entweder man handelt nach dem ungeschriebenen Jägergesetz 3S oder nimmt die 6 Monate mehr wegen unerlaubtem Waffenbesitz in Kauf.

mfg

--
Der wahre Feind eines Mannes ist Zweifel.

Wie bitte lautet das ungeschriebene Jägergesetz 3S im Volltext? - Google und ich wissen das nicht. (oT)

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Dienstag, 05.07.2016, 15:01 vor 3520 Tagen @ Dirk-MV 2531 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.07.2016, 15:09

- kein Text -

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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Er meint "Schießen, Schaufeln, Schweigen". (oT)

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Dienstag, 05.07.2016, 15:06 vor 3520 Tagen @ Hinterbänkler 2336 Views

- kein Text -

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- Luc Ferrari

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Wandere aus, solange es noch geht.