Schwer zu sagen. Aber ... (+edit: Aldi)
Moin,
dazu fehlt mir ehrlich gesagt der Überblick, um das genau zu sagen. Was ich aber sagen kann: Elektroniki, JetOil und Marinopoulos sind m.E vor allem deshalb platt gegangen, weil sie griechische Unternehmen sind. Ihre Konkurrenten MediaMarkt, Shell (als Beispiel) oder Lidl florieren. Offensichtlich haben Unternehmen mit ausländischer Mutter eben weniger Probleme. Kapitalvekehrskontrollen, Lieferanten, Cash-Flow, alles wesentlich leichter.
Nur um es zu verdeutlichen: Die griechischen Unternehmen gehen platt - die ausländisch basierte Konkurrenz übernimmt den Markt. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die Supermarktkette Sklaventidis, die nicht nur 2014 sämtliche Metro-Märkte kaufte und seitdem profitabel betreibt, sondern sich nun auch die Filetstücke aus der - abzusehenden - Marinopoulos-Pleite sichern will. Derzeit ist Sklaventidis vor allem rund um Athen mit ca. 100 Läden konzentriert, hier in Nordgriechenland gibt es die (noch) nicht.
Deren Konzept ist ähnlich wie WalMart: Große Läden, One Stop Shop. Das ist anders, als griechische Supermärkte bislang strukturiert sind: Klein, kramig, dafür an jeder Ecke. Allein wir hier in unserem 20.000-Leute Kaff haben drei Masoutis-Supermärkte. Und direkt vor den Toren der Gemeinde sind noch viel mehr.
Generell haben wir hier, was den Lebensmittelhandel betrifft, ein Riesenproblem mit Kartellen und das wird sich durch die derzeitigen Geschehnisse eher verschärfen. Griechische Lebensmittel sind unverhältnismäßig teuer. Das liegt - klar - einerseits an der astronomischen Mehrwertsteuer, andererseits aber eben auch an Preisabsprachen. Das ist auch bekannt, nur macht niemand etwas dagegen. Wer es wollte, der hatte dann auch schon mal einen Unfall, liest man ... Böse Zungen behaupten ja auch, dass Aldi u.a. deshalb hier in GR gescheitert ist. Man wollte mit der bekannten Preisbrecher-Politik antreten (tat man auch, die Preise waren ein Segen, die Läden voll!). Dann aber stieß Aldi auf alle möglichen dieser "unsichtbaren Mauern" hier in GR. Dazu kamen Fehler im Management, man hatte sich die falschen Berater durch den griechischen Bürokratie-Dschungel geholt.
Letztlich hat Aldi sich dann geschlagen gegeben und ist nach zwei Jahren aus Griechenland wieder weg gegangen. Profiteur war Lidl. Die haben nicht nur die Laden-Filetstücke (Immobilien) übernommen, sondern auch gleich das Logistikzentrum in Thessaloniki und das Auslieferungslager in Patras/Athen. Der Preisdruck, dem sich Lidl durch Aldi ausgesetzt gesehen hatte (was auch zu tw. gesenkten Preisen bei Lidl führte, gerade bei Grundnahrungsmitteln) war weg. Die Auswirkungen auf die Lidl-Preise kann man sich an einer Hand ausrechnen.
Viele Grüße
Gaby
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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci