Zum Schönreden bei Kommunikationsabstinenz

Dieter, Donnerstag, 30.06.2016, 10:50 (vor 3522 Tagen) @ Onkel S.1571 Views
bearbeitet von Dieter, Donnerstag, 30.06.2016, 13:31

Man kann sich auch Alles schönreden <img src=" />

Hallo Onkel S.,
seit ca.10 Jahren praktiziere ich es so, daß ich für 3-4 Monate im Jahr für andere sehr schwer nur über Umwege erreichbar bin sowie auf Internet und Fernsehen/Radio (außer wenn etwas im Café oder Restaurant läuft) verzichte.

Dabei ergibt sich folgende Erfahrung: In den 8-9 Monaten in Deutschland nutze ich das Internet intensiv, Radio, Fernsehen, Telefon wenig. Telefon eigentlich nur, um Geschäftliches zu klären, dafür aber auch gerne Fax. SMS oder ähnliches überhaupt nicht.

In den 3-4 Monaten ohne Kommunikation vermisse ich das Telefon nicht, allerdings das Internet, zumindest gelegentlich, um die eine oder andere Info zu bekommen oder auch um nachrichtenmäßig in deutscher Sprache auf dem Laufenden zu sein, da z.B. das portugiesische mir deutlich mehr Mühe bereitet.

Das war eine kurze Lagebeschreibung - und jetzt die Erfahrungen dazu:
1. Nach 3-4 Monaten ohne Nachrichten stelle ich fest, daß sich die Welt noch genauso dreht wie zuvor. Ich bin immer wieder erstaunt, daß sich eigentlich nichts Wesentliches geändert hat, wozu dann die Aufregung zwischendurch bei kontinuierlichem Nachrichtenkonsum.
2. Unbelästigt von Telefon und Fernsehen wendet man sich automatisch mehr seinen eigenen Interessen zu, zwangsweise.
3. Ich stelle Jahr für Jahr fest, daß die Zeiträume ohne Internet, Telefon, Fernsehen usw. mir sehr viel Kraft und Regeneration geben und ich die andere Zeit davon zehre. Übrigens profitiert auch die Partnerschaft davon.

Das einzige, was mich bewegt, ans Internet zu denken, ist die menschliche Schwäche der Neugierde und Bequemlichkeit. Also kämpfe ich mit mir und werde sicher eine für mich passende Lösung finden.

- dies zu Deinem Gedanken "man kann sich auch Alles schönreden"

Gruß Dieter

PS: Bis vor Kurzem war ich noch als Planer und Bauleiter beruflich aktiv. Auch in der Funktion habe ich auf sofortige Erreichbarkeit bewußt verzichtet. Also zum einen meinen Bauherren klargemacht, daß ich vor 10 Uhr morgens nicht angesprochen werden möchte, daß sie mich am besten abends telefonisch erreichen können.
Die beteiligten ausführenden Betriebe wurden eingenordet, daß ich täglich zu einer bestimmten Zeit auf der Baustelle present bin, zu der Fragen und Probleme erörtert werden können und erwarte, daß sie vorausdenken vor allem, weil ich kaum telefonisch zu erreichen bin.

Jahre zuvor war ich im Büro oder unterwegs per Autotelefon praktisch immer erreichbar. Die besseren Ergebnisse auch seitens der ausführenden Firmen ergaben sich dadurch nicht, eher umgekehrt, da sich die ausführenden Mitarbeiter aus Bequemlichkeit weniger vorausdachten.


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