Hütchenspielrer in roten Roben

stocksorcerer @, Dienstag, 21.06.2016, 18:12 vor 3532 Tagen 2533 Views

Intro:
Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag gleich mehrere Verfassungsbeschwerden gegen das OMT-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) abgewiesen. Das Instrument ermächtigt die Bank, notfalls unbegrenzt kurzläufige Staatsanleihen von EU-Krisenstaaten zu kaufen. Seit seiner Einführung im Jahr 2012 laufen nicht nur in Deutschland die Hüter der nationalen Souveränität dagegen Sturm. 2013 argumentierte der damalige Präsident des Münchener ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, der OMT-Beschluß sei im Kern eine wirtschaftspolitische und keine geldpolitische Maßnahme und liege außerhalb der EZB-Befugnisse.

weiter hier:
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/huetchenspieler-in-roten-roben/

Gruß
stocksorcerer


P.S.: ... wieder ein Dolchstoß der Kuttenträger

Unfähigkeit höchstrichterlich bestätigt

Leserzuschrift @, Mittwoch, 22.06.2016, 12:24 vor 3531 Tagen @ stocksorcerer 1353 Views

Nachdem bereits im Bauplan des OMT dessen eigene Unfähigkeit, als monetäre "Brandschutzmauer" zu dienen, zementiert worden ist. Ebenso der EuGH festgestellt hat, dass das OMT zu nichts taugt. Hat jetzt auch Karlsruhe die Sinn- und Nutzlosigkeit amtlich bescheinigt.

Die selbst eingebauten und richterlich bestätigten Schranken negieren den Gebrauch des Instrumentes für den vorgesehenen Zweck.

- Aufkauf nur vom Sekundärmarkt mit vorgeschriebener Haltefrist des Primärkäufers
- Im Vorfeld festgelegtes Volumen
- Staaten die keinen Zugang zum Kapitalmarkt mehr haben, fallen als Nutznießer des OMT aus

Schade, dass man es erklären muss, weil es erklärt sich von allein. Nämlich dass man mit dem OMT so überhaupt nichts anfangen kann, schon gar keine wegbrechenden Staatshaushalte auffangen.

Wenn zum Beispiel ein Griechenland für seine Schulden keine Käufer am Kapitalmarkt mehr findet, dann kann die EZB aus selbst auferlegten Willen auch nicht tätig werden. Die Beschränkung des Volumens bzw. dessen vorherige Bekanntgabe, dazu noch die Haltefrist, schießen komplett an der Marktrealität vorbei. Beruhigt wird damit gar nichts, höchstens Frau Kohl von der ARD.

Und genau damit spielt sich die EZB selbst in die Bedeutungslosigkeit. In unserem monetaristischen System wäre es die Aufgabe der Zentralbank, als letzter Mann die schlechten Schulden aufzufangen. Die guten Schulden braucht niemand aufzufangen und zu retten, die kauft der Markt von allein. Wer Geld hat, braucht keinen billigen Kredit. Nur der nichts hat, braucht einen.

Und wer diesen Passus dem Draghi in die Feder diktiert hat, das sollte wohl klar sein. Zumindest sollte man sich mal die Frage stellen, sind die zu blöd, was richtig zu konstruieren. Oder ist das Absicht?

Guten Tag.


PS: Wenns um Geld geht, frag nie einen Sozialisten.

Beschränkung des OMT

Martino @, Mittwoch, 22.06.2016, 13:37 vor 3531 Tagen @ Leserzuschrift 1037 Views

- Im Vorfeld festgelegtes Volumen

Die richterlich eingeforderte Beschränkung wird doch nur formal, aber nicht nominell beschrieben.

100.000 Trillionen sind doch auch eine Beschränkung, wenn auch eine absurd hohe.

Wer soll die noch ernst nehmen?

Saluti
Martino

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