Eingriff in den Stoffwechsel / Hajo Seppelt und sein Nachweis von russischem Staatsdoping
Hallo mh-ing!
Es gibt hier keine Abgrenzung von Stoffen, die in den Stoffwechsel eingreifen und solchen, die das nicht tun. Wenn der Körper mit Stoffen konfrontiert wird, die er auch selbst produzieren kann, wirkt sich das in jedem Fall auf den Stoffwechsel aus. Ob der "russische" Wirkstoff jetzt raffinierter eingreift, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich finde vielmehr interessant, wie auch Du als Ingenieur, von fachlichen Allgemeinplätzen beeinflusst, argumentierst.
Ohne genaue Kenntnis der biologischen Zusammenhänge bin ich mir recht sicher, dass die westlichen Doping-Fachleute primär mit Mechanismen arbeiten, die eine Rückverfolgung auf eine zugeführte Substanz nicht zulassen. Um das zu erreichen, arbeitet man längere Zeit vor einem Top-Ereignis mit Substanzen, die dann körpereigene Prozesse stimulieren und sich dadurch später oder langfristig auswirken.
Zum Thema Hajo Seppelt: Generell geht mir das selbstherrliche Auftreten dieses Mannes seit längerer Zeit gg. den Strich. Seine Doping-Entdeckungen sind sein Geschäftsmodell. Das ist normal. An seinen Ableitungen lässt er aber keine Zweifel aufkommen. Gut, das ist mein Urin. Aber der täuscht mich bei solchen Personen nicht oft. Bei seinen Reportagen fehlt jedenfalls die Transparenz der von ihm ermittelten Grundlagen und es gibt keine B-Probe.
Das Schlagwort "Staatsdoping" (in Analogie zur Vorgehensweise hinter dem Eisernen Vorhang) lässt sich im aktuellen Fall nicht halten. Es geht primär um einen russischen Trainer, der bereits vorher als Doping-Trainer bekannt war und der von einer Gruppe von Athleten wieder engagiert wurde. Wenn solche Leute dann, nach Anfrage, von staatlichen Stellen erst mal raus gehauen werden, ist es auch möglich, dass man dort nicht auf dem Laufenden ist. Im heutigen Russland ist vieles chaotischer und schlechter organisiert als damals. Es ist natürlich auch möglich, dass man eingeweiht ist. Von hier aus lässt sich das nicht beurteilen. Wenn man die russische Situation nun bspw. mit dem Doping, das in den 80er-Jahren bei Spielern des VfB Stuttgart stattgefunden hat, vergleicht, kann man, im Fall VfB Stuttgart, zu einem vergleichbaren Schluss kommen. Die Doping-Schmiede Freiburg hat in diesen Fällen genau so gearbeitet, wie es bei einer staatlich orchestrierten Vorgehensweise der Fall ist. Dennoch waren die damaligen Entscheidungsträger beim VfB Stuttgart nicht eingeweiht, möglicherweise nicht mal einzelne Spieler selbst.
Das Wesentliche ist, dass man in der Berichterstattung das sog. Wording beachtet, es erst einmal heraus nimmt und die Schemata mit Fällen abgleicht, die nicht unter Schlagworten wie "Staatsdoping" abgelaufen sind.
Beste Grüße
mabraton