OT - Bitte um medizinische Hilfe - Psyche
Liebe Foristen und Leser,
heute wende ich mich für eine gute Freundin, welche unweit von uns lebt, sich aufopfernd um Tiere kümmert und kurz vor einem Zusammenbruch steht, an Euch mit der Bitte um Hilfe.
Vorab:
Es gibt für die nächsten 8-12 Monate für unsere Freundin KEINE Möglichkeit, sich in Deutschland in einer längere Behandlung zu begeben, was die erste Wahl wäre.
Sie hat uns um Hilfe gebeten, ihr Problem zumindest zu lindern, bis sich ihre persönliche Situation geändert hat, was von beiden auch gemeinsam gerade organisiert wird.
IST-Zustand:
48 Jahre, sehr schwierige Partnerschaft mit krankem Mann, (beginnende Demenz mit Wutausbrüchen und in einer weiteren medizinischen Behandlung), finanziell einigermaßen stabil mit viel EInsatz, körperlich gesund bis auf unbedeutende Kleinigkeiten, Blutdruck perfekt, Gewicht normal, trinkt keinen Alkohol.
Seelisch ist sie hart an der Grenze zum Durchdrehen, bricht in Tränen aus, ist überfordert mit der privaten Situation, keine Ansprechpartner außer uns.
Symptome:
Schlaflosigkeit, wach bis in die Morgenstunden mit Herzklopfen und Angst und ständiger Grübelei, schläft mit dem Blutdruckmessgerät neben sich, wacht auf mit dem Gefühl „da tut sich in der Brustgegend ein Loch auf, als würde ich jetzt sterben“.
Dann Panik. „Herzstolpern“ nennt sie das, als würde es rauschen und kratzen.
Das hat sie nur nachts!
Sie möchte am liebsten mit niemandem mehr reden, soziale Kontakte strengen sie sehr an, sie widersteht bisher gerade noch der Versuchung, Post nicht aufzumachen und das Handy auszuschalten.
Aber sie ist kurz davor.
Das würde aber – mit der großen Aufgabe konfrontiert – alles noch schlimmer machen und dessen ist sie sich bewußt und kämpft sich durch jeden einzelnen Tag.
Blutdruckmessung in panischen Situationen ergibt 110 – 70 – 70 so im Durchschnitt, also normal.
Tagsüber etwas besser, aber bei der geringsten Aufregung Herzklopfen und starke Unruhe und das Bedürfnis Auszuflippen. (Blutdruck dann immer normal – Höchstwert der letzten Wochen 139 – 89 – 95.)
Was hat sie unternommen:
Der Gang zum Hausarzt ergab Alprazolamtabletten, welche nachts aber keine Ruhe bringen und sie tagsüber nur müde machen und eine Blutdruckmessung, die in Ordnung war.
Ein EKG ergab keine Auffälligkeiten.
Da sie kaum Italienisch spricht, ist eine Aufarbeitung ihrer Probleme bei einem (privat zu zahlenden) Psychiater/ Psychologen nicht möglich.
Sie braucht schnelle Hilfe, um die nächsten Monate zu überbrücken, dann wird sie mit ihrem Partner in Deutschland leben, wo Familie und das Pflegesystem ihr Entlastung bringen werden.
Bis dahin ist sie für den Mann und den Lebensunterhalt alleine verantwortlich und die Situation ist sehr schwierig.
Jetzt geht es darum, dass sie wieder zur Ruhe findet, ohne tagsüber sediert zu sein und nachts schlafen kann.
Sie ist sich bewußt, dass Psychopharmaka keine Dauerlösung sind, aber dass sie jetzt nicht Durchdrehen kann, sondern Kraft und einen kühlen Kopf braucht, um die Situation zu meistern und alles zu organisieren.
Sie ist niemals abhängig gewesen von irgendetwas und eine vernünftige Person, so dass sie auch verantwortungsvoll mit einem Medikament umgehen würde.
Wir haben uns mit ihr zusammen vors Internet gesetzt und gegoogelt, denn dass wir hier alle Medikamente ohne Rezept bekommen, ist ein Segen – aber als Laien kann keiner von uns dreien sich anmaßen, ein Antidepressivum und ein Schlafmittel auszusuchen.
Sie merkte, dass wir auch beim besten Willen zusammen nicht weiterkommen und der Hausarzt ist keine wirkliche Hilfe.
Bitte keine Ratschläge in Richtung Meditation, Baldrian, Bachblüten und Tee – sie hat alles durch in dieser Richtung aus eigener Initiative.
Darum meine/ unsere Bitte - Wer kann eine Empfehlung aussprechen, wie sie Angst, Überforderung, beginnende soziale Phobie, Schlafstörung und Panik in den Griff bekommen kann für eine Zeit der Überbrückung?
Vielen Dank und Grüße
modesto
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