Nägelkauen in Athen: Heute Abend erste Großdemo gegen die Regierung. Forderung: "Tretet zurück"

Gaby @, Mittwoch, 15.06.2016, 15:27 vor 3536 Tagen 2571 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.06.2016, 16:26

Moin,

heute abend könnte es noch "bunte Bilder" aus Athen geben. Via facebook organisiert sich die Bewegung "Rücktritt" und demonstriert um halb sieben Ortszeit vor dem Parlament. Um 20.00 Uhr ist Thessaloniki dran. Die entsprechende Facebook-Gruppe verzeichnet rund 20.000 "Zusagen" - das ist mal ne Hausnummer und kann gut sehr viel mehr werden.

Wenn man der Presse glaubt, so dreht die Tsipras-Truppe deshalb schon ziemlich durch. Bereits im Vorfeld versucht man seit Tagen, die Demo als von der Opposition instrumentalisiert und/oder initiiert zu diffamieren. Sehr schön auch Aussagen (lassen tief in linkes Demokratieverständnis blicken) wie: "Jeder hat das Recht zu demonstrieren, wir haben eine Demokratie. Aber diese Demonstration zerstört unsere Demokratie und ist deshalb illegal."

Auch in Athen wollte man eigentlich erst um acht Uhr los legen. Da hat dann aber die Gewerkschaft der Metro/U-Bahnfahrer (eng mit Syiriza) kurzerhand einen Streik angekündigt. Die Bahnen fahren dann nicht - und ergo, so dachte man, hätten die Demonstranten Schwierigkeiten, in die Stadt zu gelangen. Deshalb die spontane Vorverlegung.

Die Regierung fürchtet, dies könnte der Anfang von weitgehenden sozialen Unruhen werden.

Hoffen wir es.

Viele Grüße

Gaby

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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Worüber lacht Griechenland?

Ostfriese @, Freitag, 17.06.2016, 22:05 vor 3534 Tagen @ Gaby 1110 Views

Hallo Gaby,

fragt 3sat auf Kulturzeit vom 14. Juni 2016.

Vielleicht wissen die Griechen nicht mehr, wie ihnen geschieht – können es auch nicht mehr empfinden –, so dass sie auch nicht auf Großdemonstrationen gehen. Die MSM haben bei uns jedenfalls nichts darüber berichtet – keine "bunte Bilder" aus Athen. Wir hören stattdessen lieber von den weißen Rosen aus Athen.

Sehr schlimm und traurig wäre natürlich, wenn die Griechen das Lachen und den Humor mittlerweile auch noch verloren hätten. Sie haben, statt auf die Demonstrationen zu gehen, bestimmt „Radio Arvyla“ gehört und gesehen, dessen Produzent und Moderator Antonis Kanakis beruhigt: „Humor ist heilsam. Es ist vielleicht eines der letzten Dinge, die uns geblieben sind.“

Wir haben auf jeden Fall noch Humor und gut lachen. Hans-Joachim Seppelt hat mit seinem letzten Bericht über Doping in Russland die IAAF wohl endgültig davon „überzeugt“, die russische Leichtathletik von den Olympischen Spielen in Rio auszuschließen. Das ist doch toll – es läuft alles wie geschmiert! Die Leichtathleten werden ausgeschlossen, bejubelte (Lebedev: „Ich sehe nichts Schlimmes darin, wenn die Fans kämpfen, ganz im Gegenteil: Gut gemacht, Jungs, weiter so!“) Hooligans werden in Köln inhaftiert und die russische Mannschaft scheidet „sicher“ nach der EM-Vorrunde aus.

So ungerecht sind der Humor und das Lachen in der Welt verteilt.


Viele Grüße

Gaby

Grüße zurück in den Abend

Ostfriese

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