Umlaufrendite heute erstmals negativ

Elli ⌂ @, Dienstag, 14.06.2016, 19:59 vor 3510 Tagen 6299 Views

Hier der Chart:

[image]

Der Zinsenzinskettenbrief hat fertig.

XERXES @, Dienstag, 14.06.2016, 20:09 vor 3510 Tagen @ Elli 4340 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.06.2016, 20:18

Wenn man sich vor Augen hält, mit welchen (Buch-)Geldmengen wir es mittlerweile zu tun haben, die überhaupt keinen Bezug mehr zur Realwirtschaft haben, sind Zinserhöhungen nicht denkbar!

Es ist einfach nur entlarvend, dass uns Schäuble an der schwarzen Null festhält, anstatt das Geschenk der Märkte anzunehmen, um die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt richtig anzukurbeln. Hinzu kommt die Möglichkeit der Umschichtung, um die Zinslast des Bundes, der Länder und Kommunen für die Zukunft deutlich zu reduzieren!

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Umschichtung?

Elli ⌂ @, Dienstag, 14.06.2016, 20:23 vor 3510 Tagen @ XERXES 4258 Views

Hinzu kommt die Möglichkeit der
Umschichtung, um die Zinslast des Bundes, der Länder und Kommunen für die
Zukunft deutlich zu reduzieren!

Die aktuellen Zinssätze gelten nur für NEUE Kredite. Bestehende Kredite zu höheren Zinsen kann man nicht kostenlos umschichten.

Aber ansonsten: Zustimmung. Klotzen, nicht kleckern.

Das Geld für kommende Fälligkeiten hinlegen. Kostet doch nichts..;-)

XERXES @, Dienstag, 14.06.2016, 20:40 vor 3510 Tagen @ Elli 3775 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.06.2016, 12:04

Null Risiko für den Staat. Keine Bank der Welt würde dem Bund Negativzinsen aufdrücken.
Sollten die Zinsen (wider Erwarten) wieder steigen, gäbe es eine äußerst lukrative Zinsarbitrage.
Was die Konjunktur angeht, so kommen doch fast 50 % der Staatsaufträge in Form von Steuern und steigenden Sozialabgaben wieder zurück.

Mehr Win-Win-Win gibt es nicht, wenn ein Schuldner keine Zinsen zahlen muss!

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Wenn es so einfach waere

CalBaer @, Dienstag, 14.06.2016, 21:06 vor 3510 Tagen @ XERXES 3506 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.06.2016, 13:11

Null Risiko für den Staat. ... kommen doch fast 50% der Staatsaufträge in
Form von Steuern und steigenden Sozialabgaben wieder zurück.

Mehr Win-Win-Win gibt es nicht, wenn ein Schuldner keine Zinsen zahlen
muss!

Nachhaltiges kapitalistisches Wirtschaften braucht vor allem private Schuldner, nicht den Staat, der Ausgaben auf Kosten (Entwertung) der privaten Finanzierer macht.

Es waere nur ein Trick zur Spielverlaengerung, darueber sollte man sich klar sein. Aber natuerlich gibt es gar keine andere Wahl, die Systempleite kommt so oder so.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Ich sagte es ja schon einmal: die Schuldenbremse und das irrsinnige Festhalten daran (mT)

DT @, Dienstag, 14.06.2016, 23:04 vor 3510 Tagen @ XERXES 3214 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.06.2016, 13:13

ist nichts anderes als Versailles II. DAS ist der Knackpunkt des EURO. In den Jahren 1922 ff hat sich Deutschland vom Versailler Joch befreit durch Gelddrucken, durch die Hyperinflation, und später durch die Mefo-Wechsel.

Jetzt ist die Lage durch die Target Salden und den EURO so, daß man bei einer Party ist, alle saufen und prassen, aber Papa (Schäuble) muß zum Schluß die Rechnung zahlen. Alle dürfen anschreiben beim Wirt, aber die Besatzer sagen: DEUTSCHLAND NICHT.

Ansonsten wäre JETZT die ideale Möglichkeit, durch Schuldenmachen die Infrastruktur, die Bahnen, Straßen, Brücken, Unis, Schulen, Kindergärten, die Kanalisation (eine weitere Zeitbombe) etc. auf Vordermann zu bringen, so wie das zB die Spanier mit den geschenkten EU Mitteln vor ca 10 Jahren gemacht haben.

Dann kommt der große Knall, und dann stehen WIR wenigstens am besten da beim Neustart.

Genau meine Frage an Axel Weber 2007, damals noch BuBapräsident: Herr Weber, wie viel des deutschen Goldes ist verliehen, damit wir nach dem großen Crash dann einen Vorsprung beim Neustart haben.

Eine verantwortungsvolle Politik zu Gunsten des deutschen Volkes sieht anders aus, aber ich habe in den vergangenen 10 Jahren erkennen müssen, daß Merkel und Schäuble die Besatzertrojaner Nummer 1 sind und mit Freuden mithelfen, den Morgenthau-Plan in die Tat umzusetzen.

Wenn man jetzt sagt, man nimmt 90 Mrd EUR in die Hand für die Flüchtlinge, wieso hat Gollum vorher nicht dieselbe Zahl in die Hand genommen und man hat ein anständiges Programm für Steuererleichterungen für Familien, Kinder, Kitas und Kindergärten in die Hand genommen??

Wieso gibt es das Geld für die Kulturbereicherer, aber nicht für deutsche Familien?

Dasselbe Debakel gibt es noch einmal in verschärfter Version in Baden-Württemberg, wo SPD (!) Finanzminister Nils Schmid starr an der Schuldengrenze festhält, während die Straßen, Schienen, Bahnhöfe, Unis und Schulen aussehen wie dereinst in Rumänien, während gleichzeitig Berlin "arm aber sexy" ist und weiterhin praßt. Dort sind die Kindergärten nach wie vor kostenlos etc.

Wenn wenigstens einmal die Infrastruktur SO instand gesetzt würde, daß das Rödeln im Hamsterrad noch reibungslos klappt und die Tribute und Reparationen erwirtschaftet werden können!

Das "System" ist ein staatlich/privater Hybrid. Lasst uns damit umgehen lernen.

BillHicks ⌂ @, Wien, Dienstag, 14.06.2016, 23:50 vor 3510 Tagen @ CalBaer 2946 Views

Hallo CalBaer,

Nachhaltiges kapitalistisches Wirtschaften braucht vor allem private
Schuldner, nicht den Staat der Ausgaben auf Kosten (Entwertung) der
privaten Finanzierer macht.

das System ist ein Hybrid. Staatlich/Privat. Öffentlich-rechtlich/Privatrechtlich.

Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett staatlich machen zu wollen.
Das geht per se nicht.
Der Versuch scheitert bereits.
Das System ist ein Hybrid. Lasst uns mal anfangen möglichst vernünftig mit diesem Umstand umzugehen.
Hier befinden sich teilweise immer noch Leute in den (meist privaten) Schützengräben. Warum?

Es waere nur ein Trick zur Spielverlaengerung, darueber sollte man sich
klar sein.

Selbstverständlich werden "Tricks" angewandt. Das Recht wird im Krisenfall eher elastisch gemacht als das System an die Wand zu fahren (was jederzeit möglich wäre - Hyperdeflation).
Wie wird das Recht elastisch gemacht? Öffentlich-rechtlich natürlich. Durch Gesetzesänderung. Durch andere Auslegung. Durch die Zentralbank. Es gibt reihenweise Möglichkeiten. Und für wen wird es elastisch gemacht? Für diejenigen mit der wirksamsten politischen Lobby.

Nur eines funktioniert definitiv nicht: ein "perfektes" rein privatrechtliches System bauen zu wollen (wie etwa per blockchain angestrebt). Das crasht mit Sicherheit und zwar nicht weil es nicht "perfekt" genug die selbst definierten Regeln einhält (und auf Erfüllung der Verträge pocht) sondern gerade deshalb. "Inherent instability of credit" hat Hawtrey das genannt. Pistor spricht vom "Paradox of (private!) Law".

Aber natuerlich gibt es gar keine andere Wahl, die Systempleite
kommt so oder so.

Zwei Fragen:
Was ist eine Systempleite?
Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?

Danke und schöne Grüße,

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Das steht ausser Frage

CalBaer @, Mittwoch, 15.06.2016, 07:45 vor 3510 Tagen @ BillHicks 2389 Views

Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett
staatlich machen zu wollen.

Das hat auch niemand gefordert. Tatsache ist aber, dass nur Private den Staat (vor)finanzieren koennen, der Staat kann sich nicht selbst (vor)finanzieren.

Selbstverständlich werden "Tricks" angewandt. Das Recht wird im
Krisenfall eher elastisch gemacht als das System an die Wand zu fahren (was
jederzeit möglich wäre - Hyperdeflation).

Es wird somit nur spaeter an die Wand fahren, dann allerdings mit groesserer Fallhoehe. Der Determinismus, der da ablaeuft, ist unabaenderlich. Man kann nur den Zeitplan etwas dehnen.

Was ist eine Systempleite?

Im Kapitalismus, wenn nicht mehr gewirtschaftet wird, sondern nur noch produziert (z.B. laesst der Staat wie bloed neue Autobahnen oder Bruecken bauen, die keiner braucht) und wenn die Eigentumsrechte erodiert sind (geht ja beim Geld bereits los).

Mit den Staatsinterventionen bewegen wir uns bereits immer weiter weg vom Wirtschaften. Z.B. sind Zinskurven der Kernindikator jedes Investors im Kapitalismus, nun sind die aber manipuliert, Wirtschaften kann man damit immer weniger.

Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?

Frage doch mal selbst, ob z.B. Frau Klatten oder Herr Buffett den Grossteil ihrer Vermoegen abtreten will, damit es den Staat oder die unteren 99% im Gegenzug entschuldet und ihnen obendrein frisches beleihbares Eigentum beschafft? Freiweillig werden sie das nicht tun, das ginge nur per Gewalt (z.B. Kontopfaendungen, auch schleichend, z.B. mit NIRP), was ja nichts anderes als eine Systempleite waere.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

„Ihr wollt doch alle nur den absolut unhaltbaren heutigen Zustand verlängern. Das ekelt mich an.“

Zarathustra, Mittwoch, 15.06.2016, 08:56 vor 3510 Tagen @ BillHicks 2525 Views

bearbeitet von Zarathustra, Mittwoch, 15.06.2016, 09:01

Grüezi BillHicks!


Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett
staatlich machen zu wollen.
Das geht per se nicht.
Der Versuch scheitert bereits.

Kollektivistische Unterwerfungssysteme scheitern allesamt, seit eh und je, und enden in Massenelend, Mord und Totschlag. Wer damit 'umzugehen lernen' postuliert, macht sich zum Komplizen eines Systems der organisierten Gewalt.
Nein danke.

Das System ist ein Hybrid. Lasst uns mal anfangen möglichst vernünftig
mit diesem Umstand umzugehen.

„Ihr wollt doch alle nur den absolut unhaltbaren heutigen Zustand verlängern. Das ekelt mich an.“ PCM

Hier befinden sich teilweise immer noch Leute in den (meist privaten)
Schützengräben. Warum?

Es waere nur ein Trick zur Spielverlaengerung, darueber sollte man sich
klar sein.


Selbstverständlich werden "Tricks" angewandt. Das Recht wird im
Krisenfall eher elastisch gemacht als das System an die Wand zu fahren (was
jederzeit möglich wäre - Hyperdeflation).
Wie wird das Recht elastisch gemacht? Öffentlich-rechtlich natürlich.
Durch Gesetzesänderung. Durch andere Auslegung. Durch die Zentralbank. Es
gibt reihenweise Möglichkeiten. Und für wen wird es elastisch gemacht?
Für diejenigen mit der wirksamsten politischen Lobby.

Komisch gell! Alle Macht den Ohnmächtigen!

Nur eines funktioniert definitiv nicht: ein "perfektes" rein
privatrechtliches System bauen zu wollen (wie etwa per blockchain
angestrebt). Das crasht mit Sicherheit und zwar nicht weil es nicht
"perfekt" genug die selbst definierten Regeln einhält (und auf Erfüllung
der Verträge pocht) sondern gerade deshalb. "Inherent instability
of credit" hat Hawtrey das genannt. Pistor spricht vom "Paradox of
(private!) Law".

Nur eines funktioniert definitiv nicht: Kollektivismus jeglicher Ausprägung.

Aber natuerlich gibt es gar keine andere Wahl, die Systempleite
kommt so oder so.


Zwei Fragen:
Was ist eine Systempleite?

Massenelend, Mord und Totschlag, wie immer, bei exponentiell steigendem Vernichtungspotential durch technische Errungenschaften (Fortschritt).

Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?

Ist immer Nullkommanull, und im Hinblick auf die Systempleite vollkommen irrelevant.

Beste Grüsse, Zara

Je mehr verfallen ist, umso größer der Wiederaufbauboom

Onkel S. @, Mittwoch, 15.06.2016, 10:08 vor 3509 Tagen @ DT 2277 Views

Hallo DT,


Ansonsten wäre JETZT die ideale Möglichkeit, durch Schuldenmachen die
Infrastruktur, die Bahnen, Straßen, Brücken, Unis, Schulen,
Kindergärten, die Kanalisation (eine weitere Zeitbombe) etc. auf
Vordermann zu bringen, so wie das zB die Spanier mit den geschenkten EU
Mitteln vor ca 10 Jahren gemacht haben.

Dann kommt der große Knall, und dann stehen WIR wenigstens am besten da
beim Neustart.

das sehe ich nicht so. Je mehr jetzt verfällt, umso mehr gibt es später mal zum Aufbauen.

Grüße,
S.

--
Keine Anlageempfehlung!
Keine Anlageberatung!
Keine Gewähr!
Umsetzung auf eigene Gefahr!

Was tun wir JETZT am sinnvollsten?

BillHicks ⌂ @, Wien, Mittwoch, 15.06.2016, 12:58 vor 3509 Tagen @ CalBaer 2080 Views

Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett
staatlich machen zu wollen.


Das hat auch niemand gefordert. Tatsache ist aber, dass nur Private den
Staat (vor)finanzieren koennen, der Staat kann sich nicht selbst
(vor)finanzieren.

Diese Metapher des "Vorfinanzierens" halte ich heute für ein (zu) stumpfes analytisches Werkzeug.

Ohne Staat gibt es überhaupt keine Privaten. "Private" ex ante (vorstaatlich) gibt es nicht.
Umgekehrt ist das (leider!) nicht so: Totalitarismus.

Einen freiheitlichen, demokratischen, sozialen Rechtsstaat gibt es - wenn überhaupt - nur "by design". Dieser wächst niemals auf Bäumen oder ähnliches und entsteht schon gar nicht durch "den Markt" (d.h. Handlungen von Privaten nach Logik des Privatrechts).

Selbstverständlich werden "Tricks" angewandt. Das Recht wird im
Krisenfall eher elastisch gemacht als das System an die Wand zu fahren

(was

jederzeit möglich wäre - Hyperdeflation).


Es wird somit nur spaeter an die Wand fahren, dann allerdings mit
groesserer Fallhoehe. Der Determinismus, der da ablaeuft, ist
unabaenderlich.

Welcher "Determinismus" läuft da ab?

Man kann nur den Zeitplan etwas dehnen.

Langfristig sind wir alle tot.

Was tun wir JETZT - mit Blick nach möglichst weit vorne - am sinnvollsten?

Was ist eine Systempleite?


Im Kapitalismus, wenn nicht mehr gewirtschaftet wird, sondern nur noch
produziert (z.B. laesst der Staat wie bloed neue Autobahnen oder Bruecken
bauen, die keiner braucht) und wenn die Eigentumsrechte erodiert sind
(geht ja beim Geld bereits los).

Ein "reines" Eigentumsgeld gibt es nicht. Der Versuch scheitert an der inhärenten Instabilität privaten Kredits. Das wissen Fachleute spätestens seit 2008, ein Jahr in welchem das private "Weltgeld" (Eurodollars) einen Bankrun erlebt hat und als privates Geld zusammen gebrochen ist.
Heute wird dieses Weltgeld (u.a.) von den permanenten unlimitierten Swap-Linien der C6 zusammen gehalten.

Mit den Staatsinterventionen bewegen wir uns bereits immer weiter weg vom
Wirtschaften.

Schaffung von Eigentumsrechten ist bereits eine Staatsintervention.

Z.B. sind Zinskurven der Kernindikator jedes Investors im
Kapitalismus, nun sind die aber manipuliert, Wirtschaften kann man damit
immer weniger.

Mal angenommen es würde per "Staatengemeinschaft" so richtig massiv interveniert werden. So mit gepegten Preisen für Rohstoffe, Währungen usw.
Würde das den (realwirtschaftlichen) Unternehmen schaden?
Ganz im Gegenteil! Sie würden sich mit ihren Kalkulationen viel leichter tun...

Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?


Frage doch mal selbst, ob z.B. Frau Klatten oder Herr Buffett den
Grossteil ihrer Vermoegen abtreten will, damit es den Staat oder die
unteren 99% im Gegenzug entschuldet und ihnen obendrein frisches
beleihbares Eigentum beschafft? Freiweillig werden sie das nicht tun, das
ginge nur per Gewalt (z.B. Kontopfaendungen, auch schleichend, z.B. mit
NIRP), was ja nichts anderes als eine Systempleite waere.

Tatsächlich müssten die Größtgeldvermögenden ihre Sparneigungen in Investitionsneigungen verwandeln, wenn es insgesamt besser funktionieren soll. Nun kann man darüber sprechen was sinnvollerweise an der Spielanordnung geändert werden sollte um die erwarteten Profite von den Geldvermögen weg und und zu "realwirtschatlichen" Investitionen hin verlagern kann.
Wird man da lieb gewonnene "Freiheiten", wie an Nullsummenspielchen mitmachen zu können, aufgeben müssen? Denkbar wäre es schon. Es beginnt aber damit zu realisieren: es könnte sehr wohl etwas getan werden. Nur was genau?

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Gewaltfreiheit > organisierte Gewalt (Staat) > unorganisierte Gewalt (Krieg) ?

BillHicks ⌂ @, Wien, Mittwoch, 15.06.2016, 13:13 vor 3509 Tagen @ Zarathustra 1983 Views

Grüezi BillHicks!

Grüezi Zara!


Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett
staatlich machen zu wollen.
Das geht per se nicht.
Der Versuch scheitert bereits.


Kollektivistische Unterwerfungssysteme scheitern allesamt, seit eh und je,
und enden in Massenelend, Mord und Totschlag. Wer damit 'umzugehen lernen'
postuliert, macht sich zum Komplizen eines Systems der organisierten
Gewalt.

Mir ist Gewaltfreiheit auch viel lieber. Das fängt bei der - auch schriftlichen - Kommunikation schon an. Nur da sind wir ganz offensichtlich ja noch nicht gelandet. Was nun?

Könnten wir uns eigentlich auf diese Lesart einigen:
Gewaltfreiheit > organisierte Gewalt > unorganisierte Gewalt

Nein danke.

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Aber es hilft ja nix: wir leben hier und jetzt und haben uns hier und jetzt zurecht zu finden. Müssen mit dem hier und jetzt "umgehen lernen", darum geht's mir.

Was soll die Alternative sein?
Wie macht man sich - ernsthaft - nicht zum "Komplizen"? Geht das überhaupt?

Das System ist ein Hybrid. Lasst uns mal anfangen möglichst

vernünftig

mit diesem Umstand umzugehen.


„Ihr wollt doch alle nur den absolut unhaltbaren heutigen Zustand
verlängern. Das ekelt mich an.“ PCM

Das ist nettes bonmot, aber kein Argument.

Komisch gell! Alle Macht den Ohnmächtigen!

Das ginge ins Auge. Garantiert.
Dialektik, Zara! Dialektik!

Nur eines funktioniert definitiv nicht: Kollektivismus jeglicher
Ausprägung.

Auch das ist kein Argument.

Zwei Fragen:
Was ist eine Systempleite?


Massenelend, Mord und Totschlag, wie immer, bei exponentiell steigendem
Vernichtungspotential durch technische Errungenschaften (Fortschritt).

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind wir über den Punkt einer potenziell erfolgreichen Rückabwicklung doch irgendwie schon hinaus oder?
Hände einfach in den Schoß legen - äh' ich meine Subsistenzwirtschaft für alle - geht sich schon deshalb nicht aus, weil die Atomkraftwerke weiterbetrieben werden wollen, oder?

Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?


Ist immer Nullkommanull,

Stimmt.
Spannend wie groß trotzdem die Angst vor den Schulden ist, gell?

und im Hinblick auf die Systempleite vollkommen
irrelevant.

Im Hinblick auf die Systempleite deiner Diktion schon. Aber vielleicht nützlich im Hinblick auf sinnvolle Maßnahmen bis dorthin?

Beste Grüsse, Zara

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Genau das meinte ich

Elli ⌂ @, Mittwoch, 15.06.2016, 13:17 vor 3509 Tagen @ XERXES 2337 Views

Das Geld für kommende Fälligkeiten hinlegen

Eben, nur für KOMMENDE Fälligkeiten.

Den Wahnsinn überwinden statt sich mit ihm arrangieren

Zarathustra, Mittwoch, 15.06.2016, 13:39 vor 3509 Tagen @ BillHicks 2029 Views

bearbeitet von Zarathustra, Mittwoch, 15.06.2016, 13:45

Grüezi BillHicks!


Grüezi Zara!


Der grandiose Irrtum ist es entweder komplett privat oder komplett
staatlich machen zu wollen.
Das geht per se nicht.
Der Versuch scheitert bereits.


Kollektivistische Unterwerfungssysteme scheitern allesamt, seit eh und

je,

und enden in Massenelend, Mord und Totschlag. Wer damit 'umzugehen

lernen'

postuliert, macht sich zum Komplizen eines Systems der organisierten
Gewalt.


Mir ist Gewaltfreiheit auch viel lieber. Das fängt bei der - auch
schriftlichen - Kommunikation schon an. Nur da sind wir ganz offensichtlich
ja noch nicht gelandet. Was nun?

┗(°0°)┛
Gewalt ist natürlich und omnipräsent. Organisierte Gewalt dagegen ist wider die Natur und endet stets gleich: im Untergang der dergestalt organisierten Völker.

Könnten wir uns eigentlich auf diese Lesart einigen:
Gewaltfreiheit > organisierte Gewalt > unorganisierte Gewalt

Nein danke.


Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Aber es hilft ja nix: wir leben hier
und jetzt und haben uns hier und jetzt zurecht zu finden. Müssen mit dem
hier und jetzt "umgehen lernen", darum geht's mir.

Was soll die Alternative sein?
Wie macht man sich - ernsthaft - nicht zum "Komplizen"? Geht das
überhaupt?

Schwierig. Jedenfalls fängt es damit an, dass man sich selber eingesteht, dass der homo oeconomicus als versklavte Karikatur des homo sapiens niemals eine andere Zukunft haben kann als den kollektiven Untergang.

Das System ist ein Hybrid. Lasst uns mal anfangen möglichst

vernünftig

mit diesem Umstand umzugehen.


„Ihr wollt doch alle nur den absolut unhaltbaren heutigen Zustand
verlängern. Das ekelt mich an.“ PCM


Das ist nettes bonmot, aber kein Argument.

Doch, das war ein Argument, und erst noch ein ganz starkes.

Komisch gell! Alle Macht den Ohnmächtigen!


Das ginge ins Auge. Garantiert.
Dialektik, Zara! Dialektik!

Nur eines funktioniert definitiv nicht: Kollektivismus jeglicher
Ausprägung.


Auch das ist kein Argument.

Wenn Geschichte und Empirie keine Argumente sind, dann sind es Fiktionen noch viel weniger.

Zwei Fragen:
Was ist eine Systempleite?


Massenelend, Mord und Totschlag, wie immer, bei exponentiell steigendem
Vernichtungspotential durch technische Errungenschaften (Fortschritt).


Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind wir über den Punkt einer
potenziell erfolgreichen Rückabwicklung doch irgendwie schon hinaus oder?

Diese Ausrede ist vermutlich schon Jahrtausende alt.

Hände einfach in den Schoß legen - äh' ich meine Subsistenzwirtschaft
für alle - geht sich schon deshalb nicht aus, weil die Atomkraftwerke
weiterbetrieben werden wollen, oder?

Sehr richtig, die Rückabwicklung müsste anfänglich noch organisiert erfolgen, solange, bis die Gefahr gebannt ist.

Wie hoch ist die Nettoverschuldung der Welt?


Ist immer Nullkommanull,


Stimmt.
Spannend wie groß trotzdem die Angst vor den Schulden ist, gell?


Finde ich nicht spannend, weil dies schon immer irrelevant war. Es geht um die systemimmanente Bilanzverlängerung ohne Ende bis zum Ende.

und im Hinblick auf die Systempleite vollkommen
irrelevant.


Im Hinblick auf die Systempleite deiner Diktion schon. Aber vielleicht
nützlich im Hinblick auf sinnvolle Maßnahmen bis dorthin?

Das sind doch keine Visionen. Mit der Organisierten Gewalt (Kirche und Staat - Patriarchat) soll man sich nicht arrangieren. Organisierte Gewalt ist etwas, das überwunden werden soll.


Schöne Grüße

Beste Grüsse

Zara

Vom Wahnsinn profitieren, solange die Party läuft. (oT)

XERXES @, Mittwoch, 15.06.2016, 13:44 vor 3509 Tagen @ Zarathustra 1804 Views

- kein Text -

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Wenn du den Staat überwinden willst, solltest du seine Derivate überwinden

trosinette @, Mittwoch, 15.06.2016, 14:20 vor 3509 Tagen @ Zarathustra 1876 Views

Guten Tag,

Mit der Organisierten Gewalt (Kirche und Staat - Patriarchat) soll man sich nicht arrangieren.

Gilt natürlich nicht für die ganzen Derivate wie Internet, Chemotherapie, E-Bike, Bitcoin usw. usw., mit deren Überwindung du in Deinem ganz persönlichen Umfeld, ganz ohne organisierten Beistand und gefahrlos jetzt sofort beginnen kannst.

Vor allem mit den ganzen medizinischen Derivaten wollt ihr doch alle nur euern absolut unhaltbaren Zustand verlängern. Das ekelt mich an.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Man muesste nur Marktwirtschaft einfuehren

CalBaer @, Mittwoch, 15.06.2016, 17:17 vor 3509 Tagen @ BillHicks 1690 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.06.2016, 17:21

Ohne Staat gibt es überhaupt keine Privaten. "Private" ex ante
(vorstaatlich) gibt es nicht.
Einen freiheitlichen, demokratischen, sozialen Rechtsstaat gibt es - wenn
überhaupt - nur "by design". Dieser wächst niemals auf Bäumen oder
ähnliches und entsteht schon gar nicht durch "den Markt" (d.h. Handlungen
von Privaten nach Logik des Privatrechts).

Das ist ein voellig anderes Thema.

Mit den Staatsinterventionen bewegen wir uns bereits immer weiter weg vom
Wirtschaften.

Schaffung von Eigentumsrechten ist bereits eine Staatsintervention.

Man moege sich das mit dem "Wirtschaften" nochmal auf der Zunge zergehen lassen.

Welcher "Determinismus" läuft da ab?

Dass ein positiv zurueckgekoppeltes System irgendwann an den Resourcen scheitert. Z.B. als Grenzbetrachtung ueberstiegen die Zinszahlungen die Wirtschaftsleistung [@dottore]. Wenn man dem nun zuvor kommen will (ZIRP,NIRP) hebt es das System an anderer Stelle aus den Angeln. Der Ueberdruck wird sich schon einen neuen Weg suchen.

Langfristig sind wir alle tot.

Erkennungszeichen eines Keynesians?

Mal angenommen es würde per "Staatengemeinschaft" so richtig massiv
interveniert werden. So mit gepegten Preisen für Rohstoffe, Währungen
usw.
Würde das den (realwirtschaftlichen) Unternehmen schaden?
Ganz im Gegenteil! Sie würden sich mit ihren Kalkulationen viel leichter
tun...

Wenn ein Unternehmen nicht mehr kalkulieren muss, tut es auch nicht mehr Wirtschaften. Auch damit hebst Du das System am Ende voellig aus den Angeln.

Tatsächlich müssten die Größtgeldvermögenden ihre Sparneigungen in
Investitionsneigungen verwandeln,

Das aendert ueberhaupt nichts, denn es ist voellig egal ob man Zinsen oder Dividenden kassiert. Beides dient der weiteren Konzentration des Eigentums. Der Unterschied waere das Risiko, dass die Vermoegenden damit eingingen. Nun, das hat man ja bereits abgschafft (Bail-Outs, TBTF) und schafft es immer weiter ab. So kann sich Vermoegen immer weiter konzentrieren bei denen, die die Lobby fuer diese Massnahmen haben. Das System geht in seiner eigenen Dekadenz unter. Pleiten halten aber den Kapitalismus gesund, weil sie a) schlechtes Wirtschaften bestrafen und b) die Konzentration von Eigentum eindaemmen - zumindest in einer besseren Marktwirtschaft.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Im Kopf beginnt's

Zarathustra, Mittwoch, 15.06.2016, 22:08 vor 3509 Tagen @ trosinette 1668 Views

Guten Tag,

Gute Nacht,

Mit der Organisierten Gewalt (Kirche und Staat - Patriarchat) soll man

sich nicht arrangieren.

Gilt natürlich nicht für die ganzen Derivate wie Internet,
Chemotherapie, E-Bike, Bitcoin usw. usw., mit deren Überwindung du in
Deinem ganz persönlichen Umfeld, ganz ohne organisierten Beistand und
gefahrlos jetzt sofort beginnen kannst.

1. Mit Bitcoin (Kryptografie) wird die Gesellschaft erledigt.

2. Krankheit überwindet nicht, wer sich überwiegend darauf konzentriert, Symptome zu bekämpfen. Um Symptombekämpfung geht es nur, so lange man die Ursachen nicht ausmerzt.

Vor allem mit den ganzen medizinischen Derivaten wollt ihr doch alle nur
euern absolut unhaltbaren Zustand verlängern. Das ekelt mich an.

Micht nicht. Mich ekelt niemand an, der den ganzen Tag Server-Farmen anstarrt. Mich ekelt an, wer das System im Grundsatz als erhaltenswert postuliert, denn mit dieser Haltung ist nicht einmal im Ansatz an eine Ueberwindung der Organisierten Gewalt denkbar.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Beste Grüsse, Zara

und im Kopf endet es - wobei ich keine Blassen habe, was ich damit sagen will, klingt aber irgendwie total gut.

trosinette @, Donnerstag, 16.06.2016, 09:31 vor 3509 Tagen @ Zarathustra 1520 Views

Guten Tag,

Micht nicht. Mich ekelt niemand an, der den ganzen Tag Server-Farmen
anstarrt. Mich ekelt an, wer das System im Grundsatz als erhaltenswert
postuliert, denn mit dieser Haltung ist nicht einmal im Ansatz an eine
Ueberwindung der Organisierten Gewalt denkbar.

Überwindungsanstrengungen im weltbewegenden Maßstab, wie z.B. Erhalt des Systems oder Ausradieren der organisierten Gewalt, befinden sich schon lange nicht mehr in meinem Zuständigkeitsportfolio. Es ekelt mich aber auch nicht an, wenn sich Andere in der einen oder anderen Richtung abstrampeln und ich plaudere hin und wieder auch gerne über die jeweiligen kopflastigen Fieberträume. Wobei der Anteil der Systemerhalter nach meiner Schätzung bei nahezu 100% liegt und im Ernstfall bei 110%.

Im meinem Zuständigkeitsportfolio befindet sich Rasenmähen.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Es wird keinen Wiederaufbauboom geben - niemals wieder

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 16.06.2016, 12:24 vor 3508 Tagen @ Onkel S. 1636 Views

Hallo DT,


Ansonsten wäre JETZT die ideale Möglichkeit, durch Schuldenmachen die
Infrastruktur, die Bahnen, Straßen, Brücken, Unis, Schulen,
Kindergärten, die Kanalisation (eine weitere Zeitbombe) etc. auf
Vordermann zu bringen, so wie das zB die Spanier mit den geschenkten EU
Mitteln vor ca 10 Jahren gemacht haben.

Dann kommt der große Knall, und dann stehen WIR wenigstens am besten

da

beim Neustart.


das sehe ich nicht so. Je mehr jetzt verfällt, umso mehr gibt es später
mal zum Aufbauen.

Das sehe ich nicht so. Es wird keinen Wiederaufbauboom geben, ganz einfach aus dem Grund, weil es niemanden geben wird, der ihn finanziert.
Private finanzieren ihn nur dann, wenn sie eine entsprechende Rendite erwarten. Diese Erwarteungshaltung wird aber nach den vorgegangenen Erfahrungen - also der jetzigen Gegenwart - nicht vorhanden sein. Erwartest du eine Rendite bei einer Rentnergeneration?

Der Einzige, der so etwas wie Wiederaufbau versuchen wird, ist der Staat - bis ihm das Geld ausgeht. Wenn der Staat vor der Alternative steht, das (wenige) vorhandene Geld entweder in Infrastruktur oder in den Beamtenapparat zu investieren, was meinst du wohl, wie seine Entscheidung dann ausfallen wird?

Wie ein Wiederaufbau, den der Staat durchührt, aussehen könnte, sieht man derzeit prima an der Elbphilharmonie, an BER oder an Stuttgart 21.

Deswegen gebe ich DT recht: Das, was wir JETZT renovieren, wird uns noch über Jahrhunderte reichen müssen.
Danach kommt nichts mehr.

Wer hat denn die römischen Straßen und die römischen Aquädukte jemals wiederaufgebaut? Obwohl man sie dringenst gebraucht hätte.
Mit römischen Straßen, auf denen sich Lebensmittel über 100e von Kilometern transportieren lassen, und mit römischen Aquädukten wären sowohl die häufigen lokalen mittelalterlichen Hungersnöte als auch die mittelalterlichen Pestwellen unmöglich gewesen.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Wirtschaften basiert auf Rechtsgeschäften.

BillHicks ⌂ @, Wien, Donnerstag, 16.06.2016, 14:50 vor 3508 Tagen @ CalBaer 1501 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 16.06.2016, 15:19

Ohne Staat gibt es überhaupt keine Privaten. "Private" ex ante
(vorstaatlich) gibt es nicht.
Einen freiheitlichen, demokratischen, sozialen Rechtsstaat gibt es -
wenn
überhaupt - nur "by design". Dieser wächst niemals auf Bäumen oder
ähnliches und entsteht schon gar nicht durch "den Markt" (d.h.
Handlungen
von Privaten nach Logik des Privatrechts).


Das ist ein voellig anderes Thema.

Ich sehe es als elementaren Teil des Themas.
Das Thema ist "Wirtschaft". Die Wirtschaft ist kein Prozess, der als basale Operation den Austausch von Sachen hat, sondern auf Rechtsgeschäften basiert.

Nun gibt es etwas, das sich "Weltwirtschaft" nennt, aber die Welt ist unbestreitbar kein Rechtsstaat.

Hat sich schon mal jemand gefragt wie das denn überhaupt funktioniert in der Praxis?

Man moege sich das mit dem "Wirtschaften" nochmal auf der Zunge
zergehen lassen.

Was verstehst Du unter "Wirtschaften"?

Welcher "Determinismus" läuft da ab?


Dass ein positiv zurueckgekoppeltes System irgendwann an den Resourcen
scheitert.

Wer den Wirtschaftsprozess als einen auf Rechtsgeschäften basierenden Prozess erkennt, wird von der zu beobachtenden positiven Rückkopplung nicht mehr automatisch gezwungen, ängstlich auf endliche Ressourcen zu blicken.
Das geschieht nur, wenn man den Wirtschaftsprozess für einen Austausch von Sachen hält. Wenn dann immer mehr "ausgetauscht" werden muss, sind endliche physische Ressourcen ein Problem.

Ich sage nicht, dass das Wirtschaften heute unabhängig von der Physis statt findet. Ich sage nur, dass es zwei Prozesse sind: Stoffkreisläufe (eigentlich mehrheitlich: Stofflinien - von Ressource zu Müll) vs. Wirtschaften (Operationen, die sich auf Vermögensrechte und deren Bewertung beziehen und NICHT auf Sachen).

Z.B. als Grenzbetrachtung ueberstiegen die Zinszahlungen die
Wirtschaftsleistung [@dottore].

Auch die Wirtschafts"leistung" ist kein physischer Prozess.
Auch auf den Konten der Leistungsreihe werden Vermögensrechte verbucht und keine Sachen.

Wenn man dem nun zuvor kommen will
(ZIRP,NIRP) hebt es das System an anderer Stelle aus den Angeln. Der
Ueberdruck wird sich schon einen neuen Weg suchen.

Nichts Genaues weiß man nicht?

Langfristig sind wir alle tot.


Erkennungszeichen eines Keynesians?

Wohin sollen uns denn Schubladen bringen?
(Ah ein Keynesian! Brauche ich nicht weiter zuzuhören. Ah, ein Libertärer! Brauche ich nicht weiter zuzuhören. Ah, ein Marxist! Brauche ich nicht weiter zuzuhören. Laaaangweilig.)

Keynes war - wie jeder brave Postkeynesian heute noch - komplett rechtsblind. Das kann man sich mEn nicht leisten, weil man mit dieser Blindheit für die basale Operation des Wirtschaftens selbst blind wird: Rechtsgeschäfte.
Das heißt aber nicht, dass Keynes nicht sinnvolle Sachen zu sagen gehabt hätte. Das gilt übrigens für Marx und Hayek (u.a.) genau so. Beide mit dramatischen blinden Flecken (ein gemeinsamer ist beispielsweise das Recht), aber auch sehr sinnvollen Einsichten oder Methoden.

Mal angenommen es würde per "Staatengemeinschaft" so richtig massiv
interveniert werden. So mit gepegten Preisen für Rohstoffe, Währungen
usw.
Würde das den (realwirtschaftlichen) Unternehmen schaden?
Ganz im Gegenteil! Sie würden sich mit ihren Kalkulationen viel

leichter

tun...


Wenn ein Unternehmen nicht mehr kalkulieren muss, tut es auch nicht mehr
Wirtschaften.

Wieso nicht mehr kalkulieren?
Selbstverständlich muss man kalkulieren. Auch bei gepegten Rohstoffpreisen. Es geht nur viel einfacher - nämlich auch für die kleineren Betriebe - weil nicht jedes Fliegenschissgeschäft mit Swaps (u.a.) abgesichert werden muss, wenn man die Zinsänderungs-, Währungs- und andere -risiken nicht tragen möchte. Teuer und heute Usus, weil eben fast NIX gepegt ist.
Außer dem Preis für Bankeinlagen ("par"). Der ist bei 1:1 gepegt. Und viele glauben das wäre automatisch so. Ist es nicht. Man muss (u.a.) auch öffentlich-rechtliche Institutionen schaffen, die diese Preisfixierung überhaupt erst erlauben.

Ich habe par deshalb hier als Beispiel gewählt, weil damit klar wird, dass gepegte Preise absolut nichts Ungewöhnliches sind. Das Geschäftsmodell einer ganzen Branche basiert darauf ("Banking").

Tatsächlich müssten die Größtgeldvermögenden ihre Sparneigungen in
Investitionsneigungen verwandeln,


Das aendert ueberhaupt nichts, denn es ist voellig egal ob man Zinsen oder
Dividenden kassiert. Beides dient der weiteren Konzentration des Eigentums.
Der Unterschied waere das Risiko, dass die Vermoegenden damit
eingingen. Nun, das hat man ja bereits abgschafft (Bail-Outs, TBTF) und
schafft es immer weiter ab. So kann sich Vermoegen immer weiter
konzentrieren bei denen, die die Lobby fuer diese Massnahmen haben. Das
System geht in seiner eigenen Dekadenz unter. Pleiten halten aber den
Kapitalismus gesund, weil sie a) schlechtes Wirtschaften bestrafen und b)
die Konzentration von Eigentum eindaemmen - zumindest in einer besseren
Marktwirtschaft.

Welche Zusammenhänge sollten dafür sorgen, dass Pleiten die Konzentration von Eigentum eindämmen?
Glaubst Du daran, dass das Privatrecht aus sich heraus irgendwie für eine "Normalverteilung" der Vermögen sorgen würde, wenn man das Privatrecht doch nur wirken ließe ("Marktwirtschaft")?

Der "Marktprozess" oder die "Marktwirtschaft", d.h. Privatrechtslogik, sorgt im Zeitablauf aus sich heraus immer für eine Zunahme der Vermögensungleichheit, niemals für eine Abnahme.
Dieser Prozess der Vermögensungleichheitszunahme kann per öffentlichem Recht noch zusätzlich forciert werden (wie derzeit durch Verhinderung von Pleiten von Größtvermögen) oder aber abgemildert (wie z.B. in der Nachkriegszeit). Hier liegt die Wahl beim öffentlichen Recht. Nirgendwo sonst.

Dass substanzielle Beiträge der Superreichen das System insgesamt stabilisieren würden liegt auf der Hand (können Überschüsse recyceln ohne auf eigenen Konsum verzichten zu müssen), dass sie daran - derzeit - noch kein Interesse oder kein Verständnis dafür haben ebenfalls. Dass sie derzeit diese Beiträge freiwillig leisten müssten liegt daran, dass es erst gar keine fiskalische Infrastruktur gäbe, die solche Beiträge von Größtvermögen (> 500 Millionen Dollar) überhaupt einheben könnte. Auch die USA könnte es nicht oder will es derzeit nicht, sie sind aber mit Abstand am nächsten dran.
Ziemlich unangenehm das alles. Aber hilft ja nix. Darüber kann man jetzt nachdenken oder aber man muss mit der nächsten Verschärfung der Krise wieder hopplahopp irgendwelche Reparaturmaßnahmen machen und die dann - erneut - erfolgende Rechtselastizität wird wieder unüberlegt - im Idealfall noch per Gießkanne im schlechteren Fall wieder extrem ungleich - angewendet. Sie wird wieder statt finden.
Und wieder werden die Rechtsnihilisten ("die da oben machen was sie wollen") einerseits und die Träumer von reiner Privatrechtslogik oder Ausrechenbarkeit oder gar Ausführbarkeit von Recht ("Blockchain", smart contracts and the like) einen Aufschwung erfahren. Temporär.
Nur um dann erneut von der juristischen Wirklichkeit geohrfeigt zu werden. Die juristische Wirklichkeit ist diejenige der Rechtselastizität. Weder Nihilismus ("eh alles wurscht") noch Ausführbarkeit des Rechts.
Let's deal with it.

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Stelle ich auch nicht in Abrede

CalBaer @, Freitag, 24.06.2016, 20:01 vor 3500 Tagen @ BillHicks 1254 Views

Glaubst Du daran, dass das Privatrecht aus sich heraus irgendwie für eine
"Normalverteilung" der Vermögen sorgen würde, wenn man das Privatrecht
doch nur wirken ließe ("Marktwirtschaft")?

Was ist die "Normalverteilung" der Vermögen? Das wird wohl niemand ernsthaft in einer Marktwirtschaft anstreben koennen oder wollen. Nur Sozialisten wollen das, wo alle fuer die Dummheiten Einzelner bezahlen sollen.

Aber dass die vermehrten Eingriffe des Staates (vergl. Menge and Gesetzen, Interventionen heute und 1776) die Eigentumsverteilung immer ungleicher machen, laesst sich empirisch belegen:

Anteil am Gesamtvermoegen der Top 1% (USA):
1776 7%
1849 10%
heute 40%

Damals Goldstandard (erzwingt Wirtschaften von Banken und Staat beim Geld inherent), kaum Regulierung, aber: es gab Verfassung, Recht und Gesetz. Rechtsgeschaefte gab es auch damals, andernfalls waeren die USA nicht da, wo sie heute sind.

--
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