Haithaby verging, Schleswig kam

n0by ⌂ @, München, Donnerstag, 09.06.2016, 08:59 vor 3542 Tagen 6051 Views

Haithabu war eine frühmittelalterliche Wikinger-Stadt am Haddebyer Noor. Etwa 200 Jahre lang ab dem 9. Jahrhundert n. Chr. lebten dort an die 2000 Menschen. Mit anschließender Christianisierung der heidnischen Wikinger verschob sich der Lebensmittelpunkt der Menschen auf die andere Seite des Haddebyer Noors nach Schleswig.

http://n0by.blogspot.de/2016/06/haithabu-verging-schleswig-kam.html

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http://nobydick.de

Und wieder ein toller Bericht! (oT)

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Donnerstag, 09.06.2016, 09:38 vor 3542 Tagen @ n0by 2675 Views

Haithabu war eine frühmittelalterliche Wikinger-Stadt am Haddebyer Noor.
Etwa 200 Jahre lang ab dem 9. Jahrhundert n. Chr. lebten dort an die 2000
Menschen. Mit anschließender Christianisierung der heidnischen Wikinger
verschob sich der Lebensmittelpunkt der Menschen auf die andere Seite des
Haddebyer Noors nach Schleswig.

http://n0by.blogspot.de/2016/06/haithabu-verging-schleswig-kam.html

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"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Mensch Noby, mach doch endlich (mT)

DT @, Donnerstag, 09.06.2016, 12:29 vor 3542 Tagen @ n0by 4017 Views

ein bisschen Bepanthensalbe auf die Wunde, die kostet keine 5 EUR in der Apotheke, dann ein Pflaster drauf und täglich wechseln. Die desinfiziert und tötet die Bakterien, die den Eiter hervorrufen. Wer ist denn so blöd und will sich eine schleichende Blutvergiftung holen?
Vorher die Wunde noch gut desinfizieren, meinetwegen mit Jodtinktur.

Geh halt in Gottes Namen in eine Apotheke oder einen dm/Drogeriemarkt.
Das weiß ja jedes kleine Kind heutzutage.

DT

Wundbehandlung

n0by ⌂ @, München, Donnerstag, 09.06.2016, 14:46 vor 3542 Tagen @ DT 3611 Views

ein bisschen Bepanthensalbe auf die Wunde, die kostet keine 5 EUR in der
Apotheke, dann ein Pflaster drauf und täglich wechseln. Die desinfiziert
und tötet die Bakterien, die den Eiter hervorrufen. Wer ist denn so blöd
und will sich eine schleichende Blutvergiftung holen?
Vorher die Wunde noch gut desinfizieren, meinetwegen mit Jodtinktur.

....


DT

danke DT für den guten Rat,
seit einer Woche hilft schon dreimal täglich das Tyrosur Gel

http://www.tyrosur.de/

Die Wunde ist jetzt schon ziemlich gut verheilt, obwohl sie immer noch eitert.

--
http://nobydick.de

Noch natürlicher, noch einfacher

MausS @, Donnerstag, 09.06.2016, 15:26 vor 3542 Tagen @ n0by 3165 Views

Die Wunde ist jetzt schon ziemlich gut verheilt, obwohl sie immer noch
eitert.

Einfach reichlich trockene Heilerde darauf "anpappen" lassen, notwendigenfalls wiederholen, die sich schnell bildende, die vom Körper selbst vorgenommenen Ausspülungen aufnehmende und die Wunde bestens nach außen hin schützende Kruste löst sich dann irgendwann von ganz alleine ab.

Ist für alle "normalen" offenen Wunden das beste Verfahren, zumindest für all jene, die ihrem Körper noch genug eigene Regenerations- und Heilfähigkeit zutrauen - zumindest nach meinen eigenen praktischen Erfahrungen.

Beste Grüße

MausS

--
"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980

In einer dauerhaft eiternden Wunde steckt i.d.R. ein Fremdkörper.

Griba @, Dunkeldeutschland, Donnerstag, 09.06.2016, 16:13 vor 3541 Tagen @ n0by 2937 Views

Der muß raus, denn nur selten kann der Körper ihn so abkapseln, daß die Eiterung aufhört.

--
Beste Grüße

GRIBA

Es gibt verschiedene Möglichkeiten

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 09.06.2016, 22:00 vor 3541 Tagen @ n0by 2406 Views

Ich habs bei mir und meiner Familie, - einschl. meinen Kindern - immer mit pflanzlichen Mitteln hinbekommen. Das hat zwar den Nachteil, dass es länger dauert, und manchmal auch unbequemer ist, aber den Vorteil, dass es anhält.

Das Blöde dabei ist: Man muss das ausprobieren, was am besten hilft. Jeder Mensch reagiert anders, - bei dem Einen hilft dieses Kaut besser, beim Andern eben ein anderes Kraut.

Wenn mir sowas widerfahren würde,- was würde ich machen:

Ich würde mir aus Lysimachia (auch Pfennigkraut genannt, wächst wild an jedem Bachlauf oder Teichrand) eine intensive Tinktur herstellen (manuell herauspressen oder im Mixer) und mir die Wunde morgens und abends damit reinigen. Genauso kann man es mit Arnika-Tinktur versuchen, - das setzen die Bauern in den Bergen Österreichs als Schnaps zur Wundreinigung an. Tagsüber würde ich die Wunde offen lassen, damit Luft drankommt.

Abends resp. über Nacht würde ich mir Ringelblumen (klein gehackt) auflegen und mit einer Fasche (elastische Binde) so zubinden, dass es nicht zu fest ist, aber doch so, dass es im Schlaf nicht herunterfallen kann.

Im übrigen würde ich probieren, wie die Wunde reagiert, wenn ich im Meer bade. Wohlgemerkt, im Salzwasser. Kann ohne weiteres sein, dass dabei der drinnen befindliche Dreck rausgeht. Sollte das auch nicht helfen, dann gibts noch die Methode mit dem Ansetzen von Blutegeln, - ist aber nicht jedermanns Sache.

Ich betone nochmals, das würde ich machen. Ich bin weder Arzt noch Heilpraktiker, - lediglich jemand, der seit über 20 Jahren schon berufsbedingt ein enges Verhältnis zur Natur hat und sich seinen Reim drauf macht.

Natürliche Wundbehandlung

Leserzuschrift @, Freitag, 10.06.2016, 11:54 vor 3541 Tagen @ n0by 2223 Views

Der Saft frischer Wegerich-Blätter wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und stimuliert die Wundheilung.

Dazu werden ein paar abgewaschene Blätter gründlich zerkaut und dieser Brei auf die gereinigte Wunde gestrichen. Mindestens 15 min wirken lassen. Kann als Deckschicht auf der Wunde bleiben, bis er von allein abfällt.
Anwendung wiederholen, falls die Wunde nicht aufhört zu nässen.

Was ich nicht verstehe: Was spricht eigentlich gegen eine ordentliche, chirurgische Wundversorgung?

Gaby @, Freitag, 10.06.2016, 12:54 vor 3541 Tagen @ n0by 2280 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 10.06.2016, 13:00

Moin,

ich hätte mal eine Frage, auch an alle, die hier so ihre Tipps abgeben. Was spricht eigentlich gegen eine ordentliche, chirurgische Wundversorgung? Ich meine, Skepsis gegen Schulmedizin, Pillen etc - alles zugestanden und in den meisten Fällen auch mehr als angebracht und richtig.

Aber Wundversorung? Warum gehst Du mit einer Wunde, die offenbar nicht regelhaft heilen kann, nicht zu einem Arzt? Die Wunde hat ein Problem, sonst wäre sie nicht schon so lange da und würde - trotz teilweise Schließung - noch eitern. Möglicherweise holst Du Dir da ein viel größeres Übel ins Haus. Unter Sauerstoffabschluß, da feiern so manche Keime wahre Feste. Noch nie was von Wundbrand gehört?

Unsere Altvorderen kannten den - und gingen damit deshalb mit Wunden auch zum Arzt. An guter Chirurgie (die eben nicht nur schneidet sondern auch Fachdisziplin für Wunden ist) ist doch nun wirklich nichts auszusetzen. Warum begibst Du Dich selbst in Gefahr mit diesen an dieser Stelle doch nun wirklich mehr als fragwürdigen Behandlungsmethoden?

Die Wunde gehört fachmännisch inspiziert, ggf. revidiert, antiseptisch behandelt (und nicht mit irgendwelchen Kräutern) und fachgerecht verbunden, incl. Verbandswechsel.

Alles andere ist Zauberkram.

Und ich schreibe das hier nur, weil sonst wieder vielleicht Mitleser auf den Gedanken kommen, beim nächsten Mal das auch so zu probieren. Leute, das Mittelalter war schön. Aber in einige Schritten sind wir medizinisch echt schon weiter.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Betaisodona (Povidon-Jod) oder Chlorhexidin

Reffke @, Freitag, 10.06.2016, 13:18 vor 3541 Tagen @ n0by 2133 Views

Hallo n0by,

Vermutlich ist deine Reiseapotheke gut gefüllt, aber eines davon sollte drin sein!
Beide Wirkstoffe gibt es in Lösung oder Salbe unter diversen Handelsnamen und in allen Preisklassen von klein bis groß!
Jeder Apotheker hat so was vorrätig [[top]]

Gute Besserung!

Vielen Dank für die wunderbaren Impressionen der Zeitenwende:
ein Wechselbad der Gefühle von schauerlich schönen Erinnerungen und wehmütige Reue über arglose Tatenlosigkeit all um.

MfG, Reffke

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Zustimmung (Wundversorgung)

twc-online @, Freitag, 10.06.2016, 15:49 vor 3541 Tagen @ Gaby 2127 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 10.06.2016, 15:59

...
ich hätte mal eine Frage, auch an alle, die hier so ihre Tipps abgeben.
Was spricht eigentlich gegen eine ordentliche, chirurgische Wundversorgung?
Ich meine, Skepsis gegen Schulmedizin, Pillen etc - alles zugestanden und
in den meisten Fällen auch mehr als angebracht und richtig.
...

Ich würde auch mal einen richtigen Arzt hinschauen lassen. Das ist bei kleinen Wunden fast nie nötig, aber hier vielleicht schon.

Neben den Kinderwunden habe ich bei den Hunden meines Vaters (Baujagd mit entsprechenden Wunden; fast immer vom Vater selbst genäht) zahllose Wunden und Heilungsprozesse gesehen. Nach zwei Wochen sollte eine kleine Wunde nicht so aussehen.

Wie weiter oben schon beschrieben, könnte eine Möglichkeit ein Fremdkörper sein. Bei den Bauhunden waren die Heilungsverläufe eigentlich immer sehr schön. Einmal hat eine Wunde geeitert. Da ist ein Haar in der vernähten Wunde geblieben. Nach dem Entfernen und der Desinfektion ist dann rasch wieder die normale Wundheilung eingetreten.

Ich habe mir gemerkt:
Wenn eine Wunde eitert, sollte schnell versucht werden, die Ursache zu finden und diese zu beheben. Wenn ich das nicht kann, sollte ich zu einem Arzt gehen, der das kann.

Anmerkung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 10.06.2016, 20:21 vor 3540 Tagen @ twc-online 1980 Views

Zu dem Ausspruch:
Wenn eine Wunde eitert, sollte schnell versucht werden, die Ursache zu finden und diese zu beheben. Wenn ich das nicht kann, sollte ich zu einem Arzt gehen, der das kann.
Generell richtig. Das Problem: Viel zu viele Mediziner sind nur noch Focus-Mediziner. Sie sehen die Dinge nur noch aus ihrer Blickrichtung. Der beste Mediziner ist der ehrlichste. Nämlich der, der sich erlauben kann, zu sagen, - hier komme ich nicht weiter, - ich muss Sie zu einem anderen Fachkollegen verweisen.

Das nächste Problem: Solche Worte sind die absolute Ausnahme. Jeder Weißkittel meint, irgendwas diagnostizieren zu müssen, und wenns der größte Blödsinn ist. Klar meint man, dass eine eiternde Wunde doch kein unlösbares Problem darstellen sollte, gerade nicht für einen Chriurgen. Sollte es auch nicht.

Ich will jetzt daraus keine Philosophie machen, aber so eine Wunde kann man in 70% der Fälle "mit links" erledigen. Verbleiben die anderen 30%. Der Mediziner, der bei diesem Gehalt sich die Mühe macht, nachzuforschen, der mutiert vom Mediziner zum "Arzt", was eigentlich nur mehr die wenigsten sind, nämlich die Ausnahmen. Der forscht dann nach, warum man trotz Säuberung und Desinfizierung der Wunde, und obwohl man nichts im "Durchblick" erkennen kann (Durchblick = Röntgen, Ultraschall, CT, MR), das Ding nicht zubekommt.

Dann wird alles überprüft, natürlich die Blut- und Urinwerte, (kann ja auch Zucker sein) und versucht, das Hirn einzuschalten. Der Patient, der sich darauf verläßt, dass das sicher jeder Mediziner macht, der ist bereits verlassen. Die wenigen Herrschaften in Weiß, auf die ich noch was gebe, sind die, die an mir nichts verdienen. Freunde, gute Bekannte, manchmal auch meine Kunden. Da ich viele Einzelheiten kenne, auch so manche hinter den Kulissen, mache ich den Beschäftigten in der Medizin gar keinen regelrechten Vorwurf, - sie sind oftmals nur arme Schweine des Gesundheitssystems. "Hopp and go", so wird man heute Mediziner.

Der Chrirurg ist in erster Linie Spezialist dafür, dass er was fachgerecht wegschneidet, - nicht etwas fachgerecht beläßt. Solange ausputzen, verbinden und Antibiotika geben keinen Erfolg zeigt, dann kommt die Maßnahme des Schnippelns. Weil es lt. Chirurgie sein muss, um nicht andere Gewebe zu zerstören.

So passierte es, dass in meiner Verwandtschaft Leute mit Durchblutungsstörungen am großen Zeh letztlich im Schnippelverfahren ihr ganzes Bein verloren haben. Am Schluß durch die ganzen Operationen auch ihr Leben. Wenn man mir erklären will, dass bei der Durchblutungsstörung am großen Zeh nur die Schnippelei übrigbleibt, dann kann man mir auch gleich mitteilen, dass ich von biologischen Zusammenhängen Null Ahnung habe. Kann ja durchaus sein, - ich bin ja kein Mediziner, sondern nur ein einfacher Gärtner, - aber doch jemand, der sich mit lebenden Objekten auseinandersetzt.

Bei meinem eigenen Vater war ich mehr dahinter. Auch hier sollte wegen einer offenen Wunde am Schienbein geschnippelt werden. Klar war ich dagegen. Alles Mögliche haben wir probiert, bis man endlich mit der Wassertherapie zum Erfolg kam, und die Wunde nach einiger Zeit verheilte. Jahre danach ist er verstorben, aber mit allen vollständigen Gliedmaßen.

Mein persönliches Fazit: Grundsätzlich bei so etwas erst mal den Facharzt konsultieren (ich war der Meinung, dass das bereits - erfolglos - getan wurde), aber mit vollem Verstand dabei sein, und nicht alles gleich für bare Münze nehmen. Im Zweifel andere Fachärzte einschl. Heilpraktiker konsultieren, - das kann manchmal lebensrettend sein.

Fest steht, dass man im Alter ab 60 auch derlei Verletzungen nicht bagatellisieren sollte, weil irgendwann die natürlichen Abwehrkräfte nachlassen. Ich z.B. verletze mich fast täglich am Bau (kleine blutende Wunden) und habe seit über 30 Jahren keine Tetanus mehr erhalten. Aber genau dadurch habe ich soviele natürliche eigene Abwehrkräfte in mir, dass ich eben keine Tetanus benötige.

Das trifft aber nicht für einen Rentner zu, der sich im sauberen Wohnmobil im ungefährdeten Medium bewegt. So einer braucht nun mal eine Tetanusspritze mit der Auffrischung alle 5 Jahre. Von wo soll denn so einer die natürlichen Abwehrstoffe produzieren? Ist doch logo. Sollte er als Rentner im Pferdestall ausmisten, dann erst recht. Wenn man halbwegs informiert ist, dann weiß man, dass das Tetanus-Bakterium "Clostridium tetani" vornehmlich im Pferdemist vorkommt.

Tetanus aller 20 Jahre...

bude @, Freitag, 10.06.2016, 23:31 vor 3540 Tagen @ helmut-1 2009 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.06.2016, 15:43

pAVK oder auch generalisierte Arteriosklerose bei Diabetes und Bluthochdruck und Rauchen.
Ja, da wird scheibchenweise wegeschnippelt, was der Angiologe nicht retten konnte.
Was da heute alles balloniert und thrombarterektomiert wird, bevor etwas Nekrose abgetragen wird.

Diskussionen von Laien sind manchmal lustig, manchmal traurig.

Die meisten Ärzte bieten die Therapie an, die die Leute wollen.
Nämlich die, bei der die Menschen weiter fressen, rumsitzen und rauchen können.

Sagt ein Arzt.
Meine täglichen Umstellungsvorschläge zu Bewegung, kohlehydratarmer Ernährung, Nikotinstopp etc - die meisten wechseln lieber den Arzt.

Gute Nacht

PS: So ne Eiterwunde gehört geputzt, fertig! Siehe @Gaby

Die Wunde gehört geputzt, fertig!

n0by ⌂ @, München, Samstag, 11.06.2016, 00:04 vor 3540 Tagen @ n0by 1986 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.06.2016, 14:16

In eigener Sache

Heute hat eine junge, einfühlsame Ärztin meine Wunde im Krankenhaus Sygehus Sonderyjlland in Aabenraa behandelt.

wunde.jpg

Die Freunde vom Gelbenforum.net haben mir mit ihren Nachrichten so viel Angst eingejagt, dass schon morgens meine Versuche, ärztliche Hilfe in Schleswig zu bekommen, alle vergebens waren. Die erste Dame an der Rezeption verwies mich darauf, dass nur am Mittwoch offene Sprechstunde sei. "Was soll ich denn dann machen?", "Geh'n Sie gegenüber in die Praxis!". Doch die schickten mich ebenso weg, weil das Wartezimmer voll sei und die Menschen schon lange auf einen Termin warteten. Also packte mich die Energie und Empörung, dies unwirtliche Land DSchland schleunigst Richtung Dänemark zu verlassen. Doch die Sorge um die nun schon seit 20 Tagen eiternde Wunde plagte mich.

Auf dem Camp in Aabenraa, (diese Namen sind ebenso schwer zu merken wie die Namen der Salben für meine Wunde) steigerten sich meine Sorgen in einen psychodelischen Rausch. Derart: "Jetzt werden langsam meine Zehen nach dem Duschen weiß und taub...."

Im Internet gibt Aabenraa eine Nummer für Lagevegten, die von 16.00 bis 8.00 Uhr besetzt sei. In meiner sich steigernden Sorge, vergleichbar der Sorge der Wutbürger um ein von Flüchtlingen überflutetes Land, war mein Anruf unter der Nummer immerhin einen Versuch wert. Die Dame fragte mein Alter, meinen Namen ab und gab mir einen Termin um 9.30 Uhr. "Heute abend?", kam meine erstaunte Frage, "oder morgen früh?" "Nein, jetzt direkt, morgen kann ich keine Termine geben." "Ja, ja, mein Auto ist gleich gepackt, bin gleich da." Vor lauter Sorge um meine Wunde war mein Zustand total nüchtern, selten um die Abendstunde, aber so war's. Die sieben Kilometer zum Krankenhaus Sygehus Donderjylland waren dann auch in weniger als 15, 20 Minuten mit allen verschlossenen Schätzen im Wagen geschafft. Die Wartezeit verging wie im Flug, bis mich eine junge, einfühlsame, hübsche Ärztin aufrief: "Tourist? Deutschland?" Damit meinte sie mich, weil sie meinen Namen nicht kannte.

In ihrem Arbeitszimmer popelte sie unter reichlich Fluss von Alkohol mit einer spitzen Pinzette den Schorf von der Wunde, immer von Fragen begleitet, "tut das weh?"... "nein, machen Sie nur, das geht gut"... Sie entfernte allen Schorf, spritzte Alkohol aus ihrer Flasche mit spitzer Öffnung über die Wunde, tupfte mit einem flauschigen Wattebausch Flüssigkeit, Wundwasser und Schorf von der Wunde. "Da ist nichts entzündet. Das ist eine sehr tiefe Wunde. Aber das heilt alles. Tut das weh?" "Machen Sie nur, das macht mich glücklich, wenn es so gut geht." "Sagen Sie nur, wenn es weh tut, dann weiß ich mehr." Aber es tat nicht weh. Zum Schluss pappte sie ein Pflaster Cosmopor steril 10 cm x 8 cm auf die tiefe Wunde, von der Paul Hartmann AG aus Heidenheim und gab mir noch ein Muster mit, um es mir in der Apotheke zu besorgen. "Baden sollen Sie noch nicht mit der Wunde. Nach dem Duschen machen Sie ein neues Pflaster drauf, das ist besser."

sonnenuntergang.jpg

Innerlich jubilierend dokumentiert dies Bild meinen Freudensprung in der untergehenden Sonne. Vor vielen Jahren hatte uns ein privater Sicherheitsdienst in Kopenhagen einen unverschämt hohen Strafbefehl unter den Scheibenwischer geklemmt, den wir in aller Dummheit auch noch gleich bei der Bank bezahlt haben. Es war - meiner schwachen Erinnerung nach - etwa 150 Mark damals für ein PARKVERBOT! Die Polizei meinte nur, dass sie damit nichts zu tun hätten, das wären private Initiativen. Doch diese Behandlung hat mich mit Dänemark wieder versöhnt! Zur Freude und zum Glück und zur wunderbaren Heilkraft des Körpers pumpt sich in übermütiger Laune mein Organismus auch noch einen halbe Flasche edlen Bordeaux ab, um so mit großem Glücksgefühl in mein schmales Bett zu taumeln. Die Warnung der hübschen Ärztin hängt natürlich noch nach: "Es ist keine Entzündung. Aber wenn es sich entzündet, kommen sie sofort - oder wo immer sie dann sind."

Es bleibt ein Gefühl der Scham und Schuld, der Kleinen nicht aus Dank 200 Kronen für ihre Arbeit in die Hand gedrückt zu haben. Aber erstmal hat mir die Bank beim Wechseln von 100 Euro gleich sieben Euro Gebühr abgezogen und dann muss sich der böse Strafmandat von Kopenhagen vor vielen, vielen Jahren ja auch noch gegen rechnen. Ja so sind die Gesetze von Ursache und Wirkung! Mir ist bei der mörderischen Bombenflut aus Drohnen und aus Kampfflugzeugen absolute unverständlich, wie sich Menschen in Massenveranstaltungen derzeit in Paris wagen! Kann man nicht daheim oder zumindest in einem Park sein Leben feiern? Mir gefällt mein erster Platz in Dänemark in Aabenraa. Fast einsam - gegenüber Schleswig, Friedrichstadt, Cuxhaven, Bremerhaven und Bremen!

CampBild.jpg

p.s.: Das ist erst der Entwurf zum kommenden Bild-Blog-Bericht, danke allen, die sich sorgen!

--
http://nobydick.de

Stimmt vieles dran, leider

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 11.06.2016, 08:51 vor 3540 Tagen @ bude 1806 Views

pAVK oder auch generalisierte Arteriosklerose bei Diabetes und
Bluthochdruck und Rauchen.
Ja, da wird scheibchenweise wegeschnippelt, was der Angiologe nicht retten
konnte.
Was da heute alles balloniert und thrombarterektomiert wird bevor etwas
Nekrose abgetragen wird.

Diskussionen von Laien sind manchmal lustig, manchmal traurig.

Für mich nachvollziehbar, - geht mir in meinem Beruf genauso. Hab deshalb überhaupt nichts dagegen, wenn man sich in dem Bereich, wo ich nicht beschlagen bin wie hier, dann über mich lustig macht. Mein Vorteil: Meistens profitiere ich ein paar Gramm an Wissen bei derartigen Gesprächen.


Die meisten Ärzte bieten die Therapie an, die die Leute wollen.
Nämlich die, bei der die Menschen weiter fressen, rumsitzen und rauchen
können.

Sagt ein Arzt.
Meine täglichen Umstellungsvorschläge zu Bewegung, kohlehydratarmer
Ernährung, Nikotinstopp etc - die meisten wechseln lieber den Arzt.

Diese Erfahrung mache ich auch als Laie. Leider Gottes stimmt das viel zu oft, und die Leute kapieren nicht die Zusammenhänge. Gehörte auch mein eigener Vater dazu. Zigarette oder das Bein, - war die Wahl seines Arztes. Er gab das Rauchen auf, und sagte, dass er auf den Arzt gehört hatte. Dafür begann er zu schnupfen. Dass da genauso Nikotin drinnen ist, ignorierte er vehement.

Auch hier in der Nachbarschaft ist einer, dem sagte der Arzt, er solle doch eine Zeit lang nur die Hälfte fressen und mit der Sauferei aufhören, dann würde er automatisch gesund. Der "Patient" meinte über den Arzt, dass dieser spinne und er sich nach einem "richtigen" Arzt umsehen müsse.

Grade hier in Siebenbürgen sind Lebensformen und Ernährungsweisen an der Tagesordnung, die jedem, der auch nur über Binsenweisheiten der biologischen Zusammenhänge verfügt, den Kopf schütteln lassen. Schon mein regelmäßiges Heilfasten stößt hier auf absolutes Unverständnis (natürlich nur bei denen, die das mitkriegen). Wie kann man bei sowas überleben, - wenn man zwei Wochen nichts isst, dann ist man doch tot...

Jüngstes Beispiel, an mir selbst ausprobiert (vielleicht auch eine Art der Erklärung für meine Skepsis gegenüber den Herrschaften in Weiß):

Letzte Weihnachten habe ich mir was am Knie zugezogen, einen mechanischen Faux pas, der zur Folge hatte, dass ich mich nur noch mit Krücke und Schmerzen fortbewegen konnte. Meinem Naturell gemäß gehe ich wg. sowas nicht gleich zum Arzt, sondern warte erst mal ab, ob sich das Problem nicht von selbst erledigt, auch mit Hilfe von Zusätzen (Eincremen mit Produkten wie Kampfer, Beinwell, etc.). Natürlich setze ich mir da eine Frist von 2 - 3 Wochen der Selbstbeobachtung. Wird auch (um der Wahrheit die Ehre zu geben) damit zusammenhängen, dass ich nicht versichert bin, weil ich nie krank bin.

Da der Erfolg äußerst mäßig war, ließ ich vom Knie eine MR machen (kostet hier ca. 100 €, einschl. Facharztbeurteilung). Damit ging ich zu verschiedenen "Spezialisten", die sich mit dem Bewegungsapparat des Menschen beschäftigen. Chiropraktiker bis Orthopäde, - alles machte ich durch, hörte mir alles an und bildete mir meine Meinung. Unnötig, zu sagen, dass die Orthopäden in seltsamer Übereinstimmung immer nur die Operation als Lösung sahen, - sowohl in Rumänien als auch in Österreich. Wobei mich in Österreich geärgert hatte, dass der Herr Chefarzt der orthopädischen Abteilung eines Krankenhauses auch beim Privatpatienten erst nach 10 Tagen einen Termin zur Untersuchung freihatte. O.k., ich habe einen anderen dafür gefunden.

Nach den vielen Meinungen zeichnete sich ungefähr eine mögliche Marschrichtung ab. Frage, wer das dann macht. Durch einen Hauptkunden bin ich zu einem Sportmediziner in Rumänien rekommandiert worden, der zwar relativ jung war, aber in gutem Ruf stand. Schließlich betreute er auch eine renommierte Fußballmannschaft, da muss er schon was drauf haben. Der erste Untersuchungstermin übrigens bereits am nächsten Tag.

Für den Mann war der Fall klar (Seitenbänder, Knorpel, Innenmeniskus). Erklärte mir seinen Behandlungsweg, der eine Vielzahl von Maßnahmen enthielt, - aber ohne Operation. Drei Aktionen mit Infiltrationen durch irgendwelche teuren Essenzen aus Österreich, davor irgendwelche Flüssigkeiten aus dem Knie herausgezogen, durch Physiotherapie verschiedene elektrische Apparate täglich ans Knie, zwei Wochen lang (weiß nicht, wie die Dinger heißen), Krücke, tagsüber Tragen der Orthese mit irgendeiner Gradeinstellung, und vor allem völlige Ernährungsumstellung. Kein Fleisch, nur verschiedene Gemüsearten, Alkohol beschränkt auf 1 - 2 Gläsern Weißwein pro Tag, auf keinen Fall Bier oder Spirituosen. Dazu viel Ruhe (was eher theoretischer Natur war, - ich muss ja meine Leute beaufsichtigen).

Fest steht, er sagte mir, - wenn ich das alles einhalte, dann garantiere er mir, dass ich im kommenden Winter wieder Schifahren könne (da bin ich 65). Hat mich beeindruckt, - hab auch alles gemacht, was er sagte, - anscheinend hatte er recht. Seit einem Monat bin ich schon wieder fleissig auf dem Fahrrad unterwegs. Nachkontrolle mit neuem MR, - alles o.k. Kostenpunkt für alles zusammen (inkl. 2 x MR) ca. 600 €.

Stellt sich die theoretische Frage, wie es mir ergangen wäre, wenn ich mich unters Messer gelegt hätte. Kann man nur mutmaßen, ob ich zum selben Zeitpunkt Fahrrad gefahren wäre. Mit Sicherheit hätte ich einiges an Euro mehr hingelegt.

Mein Fazit: Es ist gut, wenn man auch als prinzipiell Gesunder Ärzte kennt, die was draufhaben und noch richtige Ärzte sind. Was ich mit meinen Ausführungen nur klarmachen wollte: Den richtigen Arzt für die richtige Diagnose mit der richtigen Therapie zu finden, das ist heutzutage die Nadel im Heuhaufen.

Jeder Mensch sollte erst mal sein Hirn einschalten, wenns wo klemmt. Meistens ist er selbst schuld an den Erscheinungen, und kann so manches selbst abstellen. Wenn man natürlich wg. jedem Mist zur Praxis rennt und sich bei jeder Erkältung Antibiotika reinzieht, dann ist einem leider nicht zu helfen.

Wenn man aber den richtigen Arzt gefunden hat und dann die Anweisungen z.B. auf Ernährungsumstellung, Bewegung etc. ablehnt, dann ist man ein Depp und so jemanden gehört überhaupt nicht geholfen.


Gute nacht

PS: so ne Eiterwunde gehört geputzt, fertig! Siehe @Gaby

Da braucht man nicht drüber zu diskutieren. Ob Arzt oder geübte und erfahrene Krankenschwester, - aber geputzt und desinfiziert sowie mit einer Wundcreme versorgt (da gibts natürlich verschiedene Evangelien), das ist das Erste, - ohne wenn und aber. Allerdings war ich der Meinung, dass dieses Schadbild an der Wunde "nach" und "trotz" der Erstbehandlung aufgetreten ist. Siehe meinen letzten Kommentar:
Grundsätzlich bei so etwas erst mal den Facharzt konsultieren (ich war der Meinung, dass das bereits - erfolglos - getan wurde)

Genau das habe ich unter anderem gemeint

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 11.06.2016, 08:59 vor 3540 Tagen @ n0by 1731 Views

Die Freunde vom Gelbenforum.net haben mir mit ihren Nachrichten soviel Angst eingejagt, dass schon morgens meine Versuche ärztliche Hilfe in Schleswig zu bekommen alle vergebens waren. Die erste Dame an der Rezeption verwies mich darauf, dass nur am Mittwoch offene Sprechstunde sei. "Was soll ich denn dann machen?", "Geh'n Sie gegenüber in die Praxis!". Doch die schickten mich ebenso weg, weil das Wartezimmer voll sei und die Menschen schon lange auf einen Termin warteten. Also packte mich die Energie und Empörung, dies unwirtliche Land DSchland schleunigst Richtung Dänemark zu verlassen. Doch die Sorge um die eiternde Wunde nun schon seit 20 Tagen eiternde Wunde plagte mich.

Geht übrigens in Österreich genauso (mein letzter Beitrag weiter oben 405237). Fazit: Mit dem Gesundheitssystem liegt irgendwas schief in Deutschland und Österreich. Gegenfrage: Warum funktioniert das in anderen Ländern der EU?

Hab das übrigens nicht registriert, dass Du wg. diesem Problem vorher überhaupt nicht beim Arzt warst. Aber es ist gut, dass die Kuh nun vom Eis ist.

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Wandere aus, solange es noch geht.