Mehr als 100 Millionen Euro Steuergelder für Milchbauern

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Montag, 30.05.2016, 15:52 vor 3549 Tagen 5105 Views

Bundesagrarminister Schmidt hat den deutschen Milchbauern Hilfen in Höhe von über 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt, weil die Milchpreise aufgrund des Überangebots in den Keller gegangen sind.

Warum es auf einmal ein Überangebot gibt, wird nicht erwähnt. Das hat bestimmt mit der Aufhebung der Milchquote und den preissensiblen Verbrauchern zu tun, eventuell auch mit den laktose-intoleranten Chinesen.

Ganz bestimmt nichts zu tun hat damit der Handelsboykott gegen Russland. Er wird in diesem Zusammenhang deswegen auch gar nicht erst erwähnt.

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

...und 90 Milliarden für "Flüchtlinge". Das nenne ich mal Prioritäten setzen! (oT)

XERXES @, Montag, 30.05.2016, 16:21 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 3936 Views

- kein Text -

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“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

100 Mrd. hat Merkel in 2008 in die HRE versenkt, gebracht hat es nichts.

eddie09 @, Montag, 30.05.2016, 17:09 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 4175 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 17:14

Ich hoffe, dass sie noch dafür vor ein Gericht gestellt wird.

100 Mio für Milchbauern ist lächerlich, die gewinnstrotzende Automobilindustrie bekommt 1,2 Mrd. Sozialhilfe über die E-Autos.

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Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

0,01 Cent auf den Liter/KG Milch

Martino @, Montag, 30.05.2016, 17:14 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 4111 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 17:18

Bei circa 130 Liter Milch-Verbrauch pro Nase/Jahr in Deutschland (manche Quellen rechnen in KG, manche in Liter) macht das einen Gesamtverbrauch in Deutschland von 80.000.0000 * 130 = 10.400.000.000 Liter.

Die 100 Mio. auf den Jahresverbrauch umgelegt (wohlgemerkt in Deutschland, da ist der Exportanteil gar nicht mitgerechnet), macht dann 0,01 Cent pro konsumierter Liter Milch aus.

Wow, da hat sich der Milchgipfel aber wirklich gelohnt. Jetzt wird gleich alles viel besser!

Dann sollte Brüssel noch ganz schnell einen Deal mit Eritrea oder ähnlichem Staat aushandeln:
Deutschland nimmt ein paar Flüchtlinge mehr auf und und Eritrea macht sich für den Import von deutscher Milch in Afrika breit. Die Kühe dort sind so unsäglich dünn und unproduktiv... Das können
unsere Hightech-Monster besser.

Am besten sollte das Herr Müller-Milch aushandeln, die haben mit Subventionitis und ausländischen Regierungsdeals Erfahrung.

Die Besten der Besten mal wieder am Werk.

Saluti
Martino

Wieso soll der Steuerzahler für die Fehlentscheidungen der Agraruntenehmer aufkommen?

Orlando ⌂ @, Montag, 30.05.2016, 18:13 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 4105 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 18:17

Je schneller welche pleitegehen, desto schneller könnte der Preis steigen.

Paradieslandschaft "BRD"

Rybezahl, Montag, 30.05.2016, 18:35 vor 3549 Tagen @ Orlando 4311 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 19:23

Je schneller welche pleitegehen, desto schneller könnte der Preis steigen.

Was wäre ein Werbefilm ohne die deutsche Bauernlandschaft?
Lila Kühe und Überraschungseier. Ich finde, wir sollten einen Fonds gründen (wie die Saudis).
Aktive Unterstützung des Bauerntums! "Erst handeln, dann handeln!"

Es tut mir leid, Pocahontas...

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Der Ansatz ist zu begruessen, muesste man nur konsequent anwenden, auch bei Banken und Staaten(oT)

CalBaer @, Montag, 30.05.2016, 18:43 vor 3549 Tagen @ Orlando 3830 Views

- kein Text -

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Was wetten wir, dass dann die Vertreter vom Tierschutz

Kaladhor @, Münsterland, Montag, 30.05.2016, 19:01 vor 3549 Tagen @ Orlando 3974 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 19:09

ganz massiv auf die Barrikaden gehen würden, wenn man manche Betriebe einfach pleitegehen lassen würde?

Denn was soll man denn mit den dann überflüssig gewordenen Milchkühen machen? Schlachten lohnt da nicht wirklich, denn die haben nur ein ausgeprägtes Organ: das Euter.

Und ich bezweifle, dass wir genügend Weidefläche haben, um diese Tiere dann einfach irgendwo hinzustellen. Vor allem dürfte der Anteil der Tiere, die noch nie unter freiem Himmel standen, ziemlich groß sein.

Grüße,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Und sie hat der Autoindustrie 2008/2009 etliche Milliarden über die "Abwrackprämie" zukommen lassen. (mT)

DT @, Montag, 30.05.2016, 19:33 vor 3549 Tagen @ eddie09 3701 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 19:38

Die Arbeiter und Angestellten beim Daimler, VW, Audi, BMW, Porsche etc. bekommen 5000-8911 EUR pro Jahr und Nase "Prämie", die Zulieferer werden geknechtet, die Bonzen genehmigen sich Millionenboni, Pischetsrieder bekam selbst nach dem Skandal noch 50 Mio.

Und NIX muß nach der Krise von den fetten Milliardengewinnen an den Steuerzahler zurückgezahlt werden. Umverteilung von den Steuerzahlertaschen direkt in die Taschen der Autobonzen.

Nichts anderes ist S21 - direkte Umverteilung vom Steuerbürger in die Taschen der Immobilienoligarchen und ihrer korrupten Politikerkumpels (Pofalla, Schuster und Co), für die das Projekt gemacht wurde. Der Bahnfahrer leidet 20 Jahre während der Bauzeit und danach unter dem Rückbau des Bahnknotens.

FUCK YOU SELBSTBEDIEN-POLITIKER UND OLIGARCHEN!

Ja, wetten wir...

Prophet @, Montag, 30.05.2016, 19:49 vor 3549 Tagen @ Kaladhor 4087 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 19:56

ganz massiv auf die Barrikaden gehen würden, wenn man manche Betriebe
einfach pleitegehen lassen würde?

Nein, das würden sie nicht. Da sieht man, dass du in Tierschutz- und Tierrechtskreisen nicht zu hause bist. Man sollte deshalb nicht über Themen schreiben, über die man nicht nachgedacht hat.

Jeder Tierschützer würde sich freuen, wenn die Milchtier-Sklavenhaltung morgen früh aufhören würde. Es würde eine Kette von Leid und Schmerz durchbrochen. Gerade die kleinen Milchbauern (z.B. im Allgäu) sind ja das große Übel, nicht mal die großen Betriebe mit den Laufställen. Ich wette, dass du noch nie vor Ort Ställe gesehen hast, wo Kühe seit Jahren an der Eisenkette ihr unwürdiges Dasein fristen. Die sind dort im Dunklen geboren worden, wurden angekettet und verrecken dort an der Kette, ohne jemals frische Luft gerochen zu haben. Würde man so etwas mit Menschen machen, dann gäbe es einen weltweiten Aufschrei. Aber bei nichtmenschlichen Lebewesen scheint die Quälerei in Ordnung zu sein. "Es sind ja nur Tiere", und ihr jammervolles Geschrei ist wie "Quietschen von Maschinen, die schlecht funktionieren" (Descartes). Dahingehend sind die Vorstellungen der "aufgeklärten" Menschen noch recht mittelalterlich - und leider an der Tagesordnung. [[sauer]]

Ob die jetzt existierenden Kühe geschlachtet würden, interessiert gar niemanden ernsthaft. Bis auf ein paar Spinner abgesehen, die aber in der Szene nicht relevant sind. Da die Kühe ohnehin dem Tode geweiht sind, würde man ihnen mit der sofortigen Schlachtung jahrelanges Leid ersparen.

Es wird in Tierschutzkreisen praktischer gedacht und gehandelt, als dir bekannt sein dürfte. Auch hier sollte man nicht auf einige wenige lautstarke Schreihälse hereinfallen, die mediengeil sind.


Außerdem kann der Mensch ganz hervorragend ohne Milch und Milchprodukte leben, und auch ohne deren "Getreideäquivalente". Ich und viele andere sind der gesunde, sportliche und lebensfrohe Gegenbeweis.

Grüße,
Prophet

Die Milch macht´s

Schissbux @, Montag, 30.05.2016, 20:15 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 4114 Views

Meinen Kumpel aus der Energiewirtschaft erinnert die heutige Geschichte an seine Branche und seine Einschätzung hierzu möchte ich Euch nicht vorenthalten (lustig, wenns nicht so traurig wäre):

Fakten:

- die Nachfrage nach Milch stieg vor einigen Jahren in China etwas an, was hier natürlich eine starke Exportchance für europäische Milch erahnen ließ.

- die bis dahin bestehende Milchquote mit entsprechenden Preisgarantien (Sozialismus vom feinsten) wurde abgeschafft.

- danach wurde die Milchproduktion ausgeweitet - der große Ansturm aus China ist ausgeblieben

- Als die Preise zu fallen begannen, wurde die Produktion weiter hoch gefahren, weil jeder Bauer sich selbst am nächsten ist und überleben will. Das passiert fast immer vor einer großen Marktbereinigung.

- Jetzt ist der Preis im Keller und ALDI ist es schuld.

Lösungsansätze der Politik:

- Verbraucher aufrufen, nur teure gute Milch zu kaufen - obwohl der Preis nichts mit der Qualität zu tun hat und der höhere Preis auch nicht zu einer Verknappung des Angebotes führen wird.

- den Bauern Liquiditätshilfen geben (damit sie die erhöhte Milchproduktion möglichst lange aufrecht erhalten können)

- den Bauern Beihilfen geben, damit sie und ihre Kühe für etwas unterstützt werden, was keiner braucht.

- auf Discounter schimpfen und ihr ruinöses Preisdiktat.

Selbstverständlich: Qualitätsjournalismus stimmt im gleichen Sound in die Debatte mit ein. (Wer eine richtig gute PR-Agentur sucht, sollte mal beim Milchbauernverband nachfragen, großer Sport)

Vielleicht sollte sich die Politik ein Beispiel an der Energiewende nehmen:

- Feste Preise für Milch -- ohne Abnahmebeschränkung

- Verpflichtung von Aldi per Gesetz alle produzierte Milch abzunehmen

Der Effekt für die Verbraucher: negative Milchpreise, mit denen sich auch der restliche Aldi Einkauf bezahlen ließe.[[freude]]

Staatliche Unterstützung für Aldi durch steuerfinanzierte staatliche Beihilfe und Besetzung der Geschäftsführungsebene mit Staatssekretären des Verbraucherschutzministeriums.

Den Milchbauern in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf...

Was sind Getreideäquivalente?

SevenSamurai @, Montag, 30.05.2016, 20:48 vor 3549 Tagen @ Prophet 3627 Views

Außerdem kann der Mensch ganz hervorragend ohne Milch und Milchprodukte
leben, und auch ohne deren "Getreideäquivalente".

Was sind Getreideäquivalente?

Brot?

P.S. Ein kleines bisschen Milch im Kaffee habe ich ganz gern.

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Sojamilch, Tofu und sowas in der Art

Prophet @, Montag, 30.05.2016, 22:39 vor 3549 Tagen @ SevenSamurai 3523 Views

Hallo,

Was sind Getreideäquivalente?


Ich meinte damit so Kunstprodukte wie Soja-, Hafer-, Reismilch usw.
Und Tofu (Sojakäse), Seitan, Tempeh, etc.

P.S. Ein kleines bisschen Milch im Kaffee habe ich ganz gern.

Ja, wenn man es nicht übertreibt ist das sicherlich okay. Halte nur nichts vom literweisen Milchtrinken... so wie sich manche Mittags einen Becher Müllermilch mit Erdbeergeschmack und Zucker reinkippen. Als erwachsener Mensch ist Milch so ziemlich das überflüssigste "Nahrungsmittel". Und Molkepulver hauen sie auch überall rein, auch mit ein Grund, warum ich schon lange keine Industrienahrung mehr esse. Fast überall werden Füll- und Abfallstoffe verklappt.

Und dann beschweren sich wieder alle über diese und jene Zipperlein. Aber "verzichten" auf Althergebrachtes will kaum jemand. Und so einer wie ich ist dann wieder der genußfeindliche "Buhmann", der dankend die Sahnetorte ablehnt.

Ich habe z.B. nichts dagegen, wenn jemand raucht. Soll er sich vergiften, wie er will. Aber wenn andere Lebewesen unter einem überflüssigen Verhalten leiden, sehe ich das kritisch (Rauchen in Wohnungen mit Kindern, Fahren unter Alkoholeinfluss, Milchtierhaltungsqual etc.)

Verstehe nicht, warum man Tierquäler auch noch finanziell pampern muss. Vielen Branchen geht es schlecht, und jeder Selbständige muss jeden Tag ums Überleben kämpfen. Nur für Landwirte, die sich in einer Subventions-Kuschelecke gemütlich eingerichtet haben, gibt es wieder einmal Steuergelder. Wenn sich viele Bauern überschuldet haben mit unsinnigen Anschaffungen, ist das eigentlich nicht das Problem der Steuerzahler. Sondern das Problem des Landwirts, der damit gerechnet hat, wieder einmal gerettet zu werden (so schön hätte ich es auch mal gerne gehabt: "Hey Staat, ich hab' mich voll verkalkuliert mit meiner neuen Produktionsmaschine. Ich brauche mal bitte schnell Soforthilfen von euch!"). Schön, wenn manche eben gleicher sind als andere Teilnehmer der Wirtschaft.

Ich wohne nicht in einem schicken neuen Haus. Ich habe auch kein neues Auto. Und keine Maschinen im Millionenwert auf dem Hof. Aber alle Landwirte die ich kenne schon. Wenn jemand über seine finanziellen Verhältnisse lebt, sollte es nicht die Aufgabe der anderen, bescheidenen Menschen sein, diese Prasser auch noch zu retten. Ich glaube, hier geht's manchen einfach zu gut!*)

Willkommen im sozialistischen Wohlfahrtstaat!

Grüße,
Prophet

*) Ich habe viele Katzenhilfe- und Kastrations-Aktionen bei verlotterten Landwirten gemacht. Auf die Frage, warum nicht kastriert wird, heißt es immer: "Für die Viecher da hab' I koi Geld." Aber alle 5 Jahre den neuesten Mercedes oder BMW vor die Tür stellen - dafür ist dann reichlich Geld vorhanden! - Für mich sind die Landwirte (bis auf geringe Ausnahmen) ein extrem verlogenes und verschlagenes Pack!

Was für eine komplett haltlose Polemik! (mT)

DT @, Montag, 30.05.2016, 23:19 vor 3549 Tagen @ Prophet 3761 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.05.2016, 23:35

Allgäuer Bauern unterstellen, es gäbe dort Kühe, die "ihr ganzes Leben lang" nicht raus kämen und "angekettet an die Eisenkette" wären. So ein Bullshit. Kühe sind auch im Allgäu nicht permanent an einer Eisenkette im Stall angekettet, und im Frühjahr, Sommer und Herbst kommen sie raus auf die Weide, das ist nämlich viel weniger Arbeit für den Bauern, als dauernd das Grünfutter von draußen reinzuholen.

Wer glaubt diesem Geschreibsel, widersinnig und ohne jeglichen Beleg.

Hast du im Allgäu schon mal eine Kuh gesehen?

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 30.05.2016, 23:40 vor 3549 Tagen @ DT 3828 Views

Allgäuer Bauern unterstellen, es gäbe dort Kühe, die "ihr ganzes Leben
lang" nicht raus kämen und "angekettet an die Eisenkette" wären. So ein
Bullshit. Kühe sind auch im Allgäu nicht an einer Eisenkette im Stall
angekettet, und im Frühjahr, Sommer und Herbst kommen sie raus auf die
Weide, das ist nämlich viel weniger Arbeit für den Bauern, als dauernd
das Grünfutter von draußen reinzuholen.

Wer glaubt diesem Geschreibsel, widersinnig und ohne jeglichen Beleg.

Ich wohne zwar nicht im Allgäu, aber in Schwaben und seit über einem Jahr in einem Kuhdorf.
Und seit ich hier wohne, habe ich noch keine einzige Kuh gesehen. Wohl höre ich sie manchmal, aber sehen nie.
Pferde ja, und auch Schafe, aber keine Kühe.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Nix Gegenbeweis!

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 31.05.2016, 00:09 vor 3549 Tagen @ Prophet 4016 Views

Ich und viele andere

sind der gesunde, sportliche und lebensfrohe
Gegenbeweis.

Das Schöne an der Geschichte ist, dass sie aus Amerika stammt. Das ist die Hauptsache.

http://img.welt.de/img/fitness/crop139868893/8269737063-ci3x2l-w540/IMG-0215-copy.jpg
Zu den Fotos ist zu sagen, das am Strand, na ja, schlank ist das nicht gerade, aber von Krankheit keine Spur. Ich würde sagen, wie ein ganz normaler gesunder weißer Mann in diesem Alter. Und hässlich auch nicht. Oder, was sagen die Damen?

http://img.welt.de/img/fitness/crop139868895/1106603737-ci3x2s-w300-ai2x3l/VELO0171-cop...
Das andere Foto mit dem wohldefinierten Körper, na ja, nach Lebensfreude schaut das nicht gerade aus.
Das sind wohl die treffenden Kommentare:
http://www.welt.de/sport/fitness/article139868900/Vom-fetten-Alkoholiker-zum-Ultra-Spor...

Thor • vor einem Jahr
nun ist der Körperkult sein Alkohol ...

Angsthase Thor • vor einem Jahr
Wenn man sich die biochemischen Zusammenhänge mal klar macht, dann wird schnell klar, dass das durch Hunger und extreme sportliche, mit Schmerz verbundene Leistung ausgeschüttete Endorphin chemisch mit den Opiaten verwandt ist (Endo="innen" orphin=Morphin). Die fatalen Nebenwirkungen dürften die gleichen sein, samt Gewöhnungseffekt. Einfach mal eine Woche auf dem Sofa herumlümmeln geht dann nicht mehr.

Mir fehlt in diesen Gesundheitsberichten mal das Lob auf die gelegentliche Bewegung, die durch Studien belegt einen deutlich besseren Effekt auf die Gesundheit hat als was der gute Herr da praktiziert. Wenn er dann bald an einem Herzinfarkt sterben wird, dann berichtet keine Zeitung darüber.

Eine Suchtverlagerung ist noch lange kein Gegenbeweis.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Leider ganz und gar nicht "haltlose Polemik".

siggi, Dienstag, 31.05.2016, 01:56 vor 3549 Tagen @ DT 3568 Views

bearbeitet von siggi, Dienstag, 31.05.2016, 12:36

Lieber DT,

auch wenn das für einen halbwegs normal tickenden Zeitgenossen unvorstellbar ist.

Hier wird es ganz gut beschrieben:

http://www.wir-sind-tierarzt.de/2015/04/keine-einigung-bei-der-anbindehaltung-von-milch...

Daraus:

"Auf der Länder-Agrarministerkonferenz im März 2105 in Bad Homburg hatte Hessen beantragt, binnen 12 Jahren aus der ganzjährigen Anbindehaltung komplett auszusteigen. Die anderen Länder signalisierten breite Zustimmung – auch das Grün-regierte Baden-Württemberg. Ein einstimmig zu fassender Beschluss kam aber nicht zustande, weil Bayern – als hauptsächlich betroffenes Bundesland – ein Auslaufen der Anbindehaltung strikt ablehnt."

In Bayern betrifft das laut BR 300.000 Kühe.

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/anbindehaltung-kuh-milchvieh-100.html

Dass es das nun gerade im Allgäu bzw., wie du schreibst, "auch im Allgäu" nicht geben soll, kann man getrost vergessen.

Und auch "nur" eine sechsmonatige Ankettung ist, meiner Meinung nach, extreme Tierquälerei.

Mein Mitgefühl für jeden dieser "landwirtschaftlichen" Betriebe, die Pleite gehen, tendiert gegen minus Null.

LG

siggi

Allgäuer Bauern unterstellen, es gäbe dort Kühe, die "ihr ganzes Leben
lang" nicht raus kämen und "angekettet an die Eisenkette" wären. So ein
Bullshit. Kühe sind auch im Allgäu nicht permanent an einer Eisenkette im
Stall angekettet, und im Frühjahr, Sommer und Herbst kommen sie raus auf
die Weide, das ist nämlich viel weniger Arbeit für den Bauern, als
dauernd das Grünfutter von draußen reinzuholen.

Wer glaubt diesem Geschreibsel, widersinnig und ohne jeglichen Beleg.

Da stellt sich nur die Frage bei diesen Bildern, sollen hier die Kühe gemolken werden oder die Touristen? (oT)

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 31.05.2016, 05:21 vor 3549 Tagen @ DT 3063 Views

- kein Text -

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Warum wird die Milchproduktion nicht dem wegbrechenden Absatz angepaßt? Ein Argument, was hier bisher nicht zu hören war.

Griba @, Dunkeldeutschland, Dienstag, 31.05.2016, 08:52 vor 3549 Tagen @ Otto Lidenbrock 3399 Views

Die meisten Milchbauern haben für die (Ausweitung der) Milchproduktion in den vergangenen Jahren massiv Subventionen bekommen. Wenn sie jetzt also aus der Milchproduktion ausstiegen, müßten sie die Subventionen zum größten Teil zurückzahlen - was bei der angespannten finanziellen Situation der allermeisten nicht möglich ist. Also beißt sich die Katze in den Schwanz.

Hauptursache für das Desaster ist wie in den meisten Fällen die (EU-)Politik, die erst Subventionen vergibt und dann den zugehörigen Markt mit Sanktionen belegt.

Denn ob der Liter Milch im Supermarkt 1 EUR oder 0,5 EUR kostet, ist dem Verbraucher schnurz.

--
Beste Grüße

GRIBA

Genau, lass sie doch verrecken, genau wie die Banken ....

J. v. Liebig @, Dienstag, 31.05.2016, 10:37 vor 3549 Tagen @ Orlando 3178 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 31.05.2016, 13:14

Je schneller welche pleitegehen, desto schneller könnte der Preis steigen.

Das hochgelobte Marktgefüge von Angebot und Nachfrage funktioniert nicht bei Waren wie Milch.
Ursächlich für die Probleme am Milchmarkt ist die Aufhebung des Regelinstrumentens genannt Quote, jeder Betrieb durfte im Jahr/Quartal nur eine gewisse Menge Milch anliefern. Die Anlieferungs-Menge wurde je nach Marktlage jeweils um einige Prozente justiert.
Diese Regelung ist vor einigen Monaten beendet worden. Es gab sie seit April 1984, als Antwort auf die Butterberge der damaligen Zeit.
In der Kreditkette hängt wohl heute jeder Unternehmer, also Produktion einschränken ist nicht. Milchviehställe habe keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten. So ein 100er Stall kostet zwischen 500 und einer Mio einschließlich Peripherie.


Es sind nur noch 80.000 Milchviehbetiebe in Dtl, oder 1 % Stimmenvieh. Wahrscheinlich wählen mittlerweile zahlreiche "Agrarunternehmer" die AfD, da sie ihre Interessen nicht nur ökonomisch von der CDU verraten sehen.

Gruß v.L.

Wer hat denn die Milchbauern genötigt, ihre Produktion auszuweiten?

Orlando ⌂ @, Dienstag, 31.05.2016, 11:04 vor 3549 Tagen @ J. v. Liebig 3073 Views

Da wurde doch auf Export spekuliert oder auf Verdrängung der Wettbewerber. Oder investieren die einfach so nach Laune in neue Ställe?

Wer hat sie genötigt?

J. v. Liebig @, Dienstag, 31.05.2016, 11:16 vor 3548 Tagen @ Orlando 3247 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 31.05.2016, 13:10

Bist Du Unternehmer im Sinne von „etwas unternehmen“?

Was ist denn der erste Reflex, wenn Du merkst, es reicht nicht, die Kredite zu bedienen. Produktion einschränken und bei der Bank erzählen:
"Sorry, habe die Produktion eingeschränkt, damit der Preis steigt!"

....oder die vorhandenen festen Kosten mit einem Maximum an Produktion bedienen?

Bin übrigens keine Milcherzeuger, versuche aber zu verstehen ...

Gruß v.L.

Die 100 Mio. bringen rein gar nichts

Leserzuschrift @, Dienstag, 31.05.2016, 12:13 vor 3548 Tagen @ Otto Lidenbrock 3205 Views

Servus in die Runde.

Die 100 Millionen sind ein Witz und bringen rein gar nichts, weder den Bauern, noch den vor- und nachgelagerten Bereichen. Sie dienen lediglich der Politik als Feigenblatt für ihr Versagen in den letzten 30 Jahren. Bauern wurden mit billigen Krediten und staatlichen Beratung in ein Wachstum gelockt, was ihnen nun um die Ohren fliegt. Der einzelne ist in unserem Mantra "wachsen oder weichen" gefangen (sind wir hier nicht bei den konkreten Auswirkungen des Debitismus und dem zinsbelasteten Geld?). Denn konkret kann man mit Tier- und Flächenbeständen wie vor 30 Jahren definitiv nicht mehr überleben.
Es ist auch erstaunlich, mit welchen Anforderungen die Landwirtschaft konfrontiert wird. Wir sollen naturnah, billig, tiergerecht (wobei auch hier das Rind "vermenschlicht" wird), idyllisch und und und.............. alles produzieren.

Man vergisst leicht, dass auch hier ein Bauer, Mensch und seine Familie dahinter steht, der sein Auskommen bestreiten muss. Wir werden eben nicht mehr von irgendwelchen Zöllen und dergleichen geschützt. Ölrüchte aus der ganzen Welt, Tierhaltung aus der ganzen Welt, andere Pflanzenprodukte aus der ganzen Welt mit ihren Sozialstandards und Umweltauflagen stehen mit uns in direkter Konkurrenz. Wer Forderungen stellt, muss uns auch durch Zölle schützen, da wir austauschbare Massenwaren produzieren. Und bevor einer von Direktvermarktung und Biolandwirtschaft faselt, der sollte bedenken, dass das Nischenmärkte sind und bleiben werden (preisbedingt).

Schließlich wundert mich noch die Kritik an der Milchviehhaltung generell. Tierhaltung ist in einer nachhaltigen Landwirtschaft absolut notwendig. Weltweit sind ca 70 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als absolutes Grünland zu betrachten, welches nicht ohne schwere, langfristige Schäden zu Ackerland umgewandelt werden kann.
Weidehaltung ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Hier gibt es das Problem, wie bekomme ich die Kühe zum Melken? Entweder ich laufen die Tiere jeden Tag zwei mal zum Melkhaus, wie die Treibwege dahin dann aussehen (punktuelle Belastung mit Stickstoff, da die Tiere hier massiert abkoten) kann sich mancher vorstellen. Oder ich fahre mit einem transportablen Melkstand hinterher, aber mit prinzipiell gleichen Problemen (starke Belastung mit Stickstoff und letztlich mit Nitrat). Arbeitswirtschaftlich ist das alles nicht zu machen unter deutschen Standards.

Man kann ruhig sagen, dass einfach ein Teil in die Pleite entlassen werden kann. Nichtsdestotrotz, werden die Flächen von anderen Berufskollegen übernommen und weiter bewirtschaftet, meistens dann intensiver, als vorher, da ja zusätzlich der Pachtzins erwirtschaftet werden muss.

Also alles nicht so einfach.............

Gruß Rotti

Nebenerwerbsbauer (nicht Landwirt) und Fahrdienstleiter
(also momentan doppelt in der Kritik stehend......)

Denke, dass hier wichtige Tatsachen unter den Tisch fallen

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 31.05.2016, 12:14 vor 3548 Tagen @ Griba 3275 Views

Wenn ich richtig informiert bin, dann gab es irgendwelche Handelsvereinbarungen mit Russland, dass entsprechende Milchkontingente dorthin geliefert werden. Daneben werden Überschüsse in Milchpulver umgewandelt und auch nach Russland geliefert.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/russland-so-hart-trifft-der-import-stopp-f...

Merkels Hörigkeitspolitik im Zusammenhang mit der Ukraine hat das beendet. Die Bauern hat niemand gefragt. Aber keiner spricht heute darüber.

Dieses Embargo hat ja nicht nur die Milchbauern getroffen, auch die Obstbauern etc. spüren das hart.

Jetzt bin ich kein Bauer, aber eines weiß ich: Es gibt keine "Milchbauern". Also ein Bauer, der nur Milchkühe und nichts anderes hat. Er braucht auch Feldwirtschaft, Weidewirtschaft und andere Aktivitäten, weil wenn er alles ( = Viehnahrung) zukaufen müßte, dann wäre er längst pleite. Es gibt lediglich den Unterschied der Schwerpunkte, die jeder Landwirt auf seine Tätigkeit setzt.

Wenn nun der Landwirt seine Tätigkeit beendet, die seit Generationen in seiner Familie betrieben wurde, dann stellt das für ihn nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein psychisches Problem dar.

Aber wir (als Verbraucher) vergessen dabei eines: Aus einem Bauern kann man in den meisten Fällen einen Handwerker machen, aber umgekehrt klappt das nie. Das bedeutet, dass wir die Zeche irgendwann bezahlen müssen, - wenn das Kilogramm Kartoffel 5 Euro und mehr kostet.

Es sei denn, man kauft dann die Lebensmittel aus Afrika u. dgl. Dort wird ja fleissig mit den Pestiziden behandelt, die bei uns längst verboten sind. Wenn dann die Kontrollen an den Grenzen zwecks Feststellung der Rückstände in der Nahrung zunehmen, dann werden die lieben Chemieproduzenten andere Stoffe erfinden, die in Deutschland noch nie zur Zulassung kamen, nur in die 3. Welt exportiert wird, und dessen Parameter gar nicht bekannt sind, weswegen man dann keine Rückstandüberprüfung an denr Grenzen vornehmen kann, weil man gar nicht weiss , wonach man suchen soll.

DT, du bist ein Stadtkind. Die Landidylle gibt es seit 20 oder 30 Jahren nicht mehr

Prophet @, Dienstag, 31.05.2016, 16:04 vor 3548 Tagen @ DT 3136 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 31.05.2016, 16:11

Von Landwirten hast du keine Ahnung und beziehst deine Kenntnisse aus zweiter oder dritter Hand. Oder aus Prospekten vom Fremdenverkehrsverein. Ja, da gibt es sie noch, die heile Welt mit Bimmelglocken und Lederhosen. Das glauben aber nur Amerikaner oder Japaner, die mal ein paar Fotos vom Almabtrieb schießen wollen. Die Realität ist leider eine andere.

Ich kenne hier fast alle Landwirte. Es gibt im Umkreis von 10 km genau ZWEI(!) Milchviehhalter, die die Kühe rauslassen, und das auch nur von Anfang Mai bis September. Und häufig packt man die Schlagstöcke und Elektroschocker aus, um die Viecher wieder abends in den Stall zu 'locken'. Du hast keine Ahnung, was ich alles schon für Quälereien gesehen habe. DU könntest wahrscheinlich wochenlang nicht mehr schlafen, wenn du meine Bilder im Hirn hättest.


Sorry DT, du erzählst totalen Bullshit und hast keine Ahnung vom Leben auf dem Lande. Halt einfach deine Finger still, wenn du keine Ahnung hast, okay?

Deine Bildchen und Schimpftiraden machen deine Aussagen auch nicht wahrer. Sondern sind einfach nur lächerlich und haben mit der Realität nichts zu tun. Damit betreibst du billigste Gimpelfängerei, von denen es hier allerdings mittlerweile recht viele gibt.

Grüße,
Prophet

Die pööösen Milchbauern

Waldläufer @, Dienstag, 31.05.2016, 17:18 vor 3548 Tagen @ Prophet 2988 Views

Ich kenne hier fast alle Landwirte. Es gibt im Umkreis von 10 km genau
ZWEI(!) Milchviehhalter, die die Kühe rauslassen, und das auch nur von
Anfang Mai bis September.

Jeder Futterwechsel: von Silo auf Gras, von Gras auf andere Sorte Gras, auf Mischungen mit Mais usw. bedingen einen Abfall an Milch, Eiweiß- und Fettprozenten. Schwankungen bei der Milchmenge erhöhen die Zellzahl. Höhere Zellzahlen sind knallhart noch weniger Geld für die Milch. Jeder, der halbwegs rechnen muss, kann sich das nimmer leisten. Ganz einfach, weil der Hof auf dem Spiel steht.

In welcher Glasglocke leben Sie? Ich kann`s nimmer hören.

Übrigens sind bei uns in der ganzen Gegend die Rinder draußen. Drinnen sind nur noch die weideuntauglichen Tiere. Das sind in erster Linie die größeren Bullen und kranke Tiere (und ja, die gibt es auch!). Ich kenne die Branche sicherlich sehr viel besser als Sie und nein, hier werden die Tiere weder geprügelt, noch mit dem Viehtreiber gequält. Ganzjahresanbindung gibt es hier in irgendeiner relevanten Größe schon lange nicht mehr.

Unser Bauer hier hat jetzt aufgehört mit Milch, hat nur noch Mutterkühe, weil der Vorgang des Melkens mehr Geld kostet, als die Milch einbringt. (Dazu gehört: Instanthalten der Melkanlage und Kühlung, Strom -u. Wasserverbrauch (zum Melken und Kühlen), Reinigungsmittel...).

Und dann kommen solche Experten (*heul*) und sagen: da unten hat `ne Kuh gekalbt und die brüllt so und das Kleine ist so nass und der Wind geht doch so...
[[freude]] [[wut]] [[ironie]] leider gibt es keinen passenden Smilie...

Und noch der wirklich wichtige Nachsatz: Nein, ich bin kein Milchbauer. Ich würde auch keiner werden wollen. Aber ich kenne die tausend Schikanen, denen sie ausgesetzt sind! Aus jeder Ecke kommen Experten, die es besser wissen!

schönen Abend noch

--
Ich mag das Wort schützen nicht. Es erinnert mich so an Schützengraben und an Schutzgeld.
(sinngemäß, geklaut von M. Burchardt)

Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg

Wer hat die Landwirtschaft in den Kapitalismus entlassen?

aliter @, Dienstag, 31.05.2016, 18:29 vor 3548 Tagen @ Orlando 3019 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 31.05.2016, 18:39

So ist das halt, entweder der Bauernstand lebt abgeschottet und hat eine Aufgabe für das eigenen Volk, oder er ist ein Unternehmensbereich wie jeder andere.
Zu letzterer Ansicht tendiert wohl unsere Regierung und die Agrarindustrie. Ich weiss genau, vor einiger Zeit (ich schätze 2 bis 4 Jahre) haben die Bauern unter der Hand zugegeben, dass der Milchpreis sehr attraktiv ist und die Produktion hochgefahren. Jetzt kommen die Komplikationen des Marktes: weggebrochene Abnehmer (siehe damals bei der DDR-Übernahme) und Überproduktion. Ich bin nicht der Ansicht, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu verstaatlichen.

Völlig richtig - inzwischen werden die Hochleistungskühe vom Weidegras auch nicht mehr satt.

Griba @, Dunkeldeutschland, Dienstag, 31.05.2016, 18:48 vor 3548 Tagen @ Waldläufer 3221 Views


Jeder Futterwechsel: von Silo auf Gras, von Gras auf andere Sorte Gras,
auf Mischungen mit Mais usw. bedingen einen Abfall an Milch, Eiweiß- und
Fettprozenten. Schwankungen bei der Milchmenge erhöhen die Zellzahl.
Höhere Zellzahlen sind knallhart noch weniger Geld für die Milch. Jeder,
der halbwegs rechnen muss, kann sich das nimmer leisten. Ganz einfach, weil
der Hof auf dem Spiel steht.

Der Hof bei mir gegenüber (mit 200 Kühen ein hier in der Gegend eher kleiner Betrieb) hat jetzt sogar das Problem, daß das Milchvieh selbst auf der "Intensiv-Weide" nicht mehr satt wird und schon mittags wieder in den Stall möchte, um Mais-Silage fressen zu können.


Unser Bauer hier hat jetzt aufgehört mit Milch, hat nur noch Mutterkühe,
weil der Vorgang des Melkens mehr Geld kostet, als die Milch einbringt.
(Dazu gehört: Instanthalten der Melkanlage und Kühlung, Strom -u.
Wasserverbrauch (zum Melken und Kühlen), Reinigungsmittel...).

Und die Umstellung auf Fleischrinder wird zu einem Verfall der Fleischpreise führen - aber mein Bauer von gegenüber wird zumindest teilweise umstellen. Denn alles so lassen, geht wirklich nicht.


Und noch der wirklich wichtige Nachsatz: Nein, ich bin kein Milchbauer.
Ich würde auch keiner werden wollen. Aber ich kenne die tausend Schikanen,
denen sie ausgesetzt sind! Aus jeder Ecke kommen Experten, die es besser
wissen!

schönen Abend noch

Auch ich bin kein Milchbauer, lese aber keine Zeitungen und konsumiere auch kein Fernsehen mehr.[[top]]

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Beste Grüße

GRIBA

Bauernsterben

Rybezahl, Donnerstag, 02.06.2016, 13:20 vor 3546 Tagen @ Prophet 2709 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 02.06.2016, 14:18

Hallo!

Mir ist das in der Gegend des Brenner-Passes vor wenigen Jahren so richtig aufgefallen. Die dortigen Bauern, die in aller Frühe (sobald es hell wurde) ihre einsamen Milchkannen durch den Ort schoben, waren allesamt im Greisenalter, und der spärliche Nachwuchs, etwa um die 50 Jahre, hatte es nicht einfach, eine Bauersfrau zu finden. Deren Nachfolgegeneration wiederum übernahm dann den Hof, wenn überhaupt, nicht als Bauern, sondern, "weil es dort halt so schön ist" und mit dem Auto ist man ja schließlich auch ganz schnell am entfernter gelegenen Arbeitsplatz. Und die restlichen Höfe werden dann von Städtern zur Erholung oder Vermietung gekauft.

Meine Vermieterin beschwerte sich auch gelegentlich darüber (ihr Sohn gehörte zu den vielen Verlierern), worauf ich immer meinte, die Zeiten würden sich auch wieder ändern. Sie wunderte sich darauf immer sehr über das Treiben an den Börsen (das war nach 2008).

Gruß!

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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

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