Hängt bei mir im Esszimmer,
dieses Gebet. Der Sinn ist derselbe, die Worte sind manchmal anders. Statt "Mut" steht bei mir "Kraft" drin, - Mut habe ich sowieso genug. Statt "Gelassenheit" steht bei mir "Geduld" drin, - ist sich ja ziemlich ähnlich, - aber an Geduld fehlt es mir ständig.
Mittlerweile hat sich einiges an meiner Einstellung geändert, - meine hehren Vorstellungen von Volk und Vaterland sind auf dem Prüfstand gelandet. Derzeit schließe ich die Pfarrerstochter in mein Abendgebet mit ein, - und zwar in der Form, dass sie nicht aufhört, mit diesem Unsinn weiterzumachen.
Ihr habt keine Vorstellung, wie viele Anfragen sowie Bitten um Unterstützung ich für eine Existenzgründung oder Alterswohnsitz in Siebenbürgen bekomme. Die meisten aus Deutschland, es sind aber auch ein paar andere dabei, wie z.B. aus Namibia, wo der Druck durch die Schwarzen auf die Weißen immer größer wird.
Klar helfe ich, wo ich kann, - ist nur meistens mit einiger Geduld von Seiten der Anfragenden verbunden, - ich arbeite schließlich noch aktiv auf Baustellen.
Warum meine Hoffnung auf Weiterführung des Merkelunsinns? Hier in Siebenbürgen brauchen wir die Leute, die anpacken und eine klare Vorstellung von dem Wort "Vorwärts" haben. Die Weicheier, die sich in irgendeiner Form an staatlicher Unterstützung für ihren Lebenszweck orientieren, die fragen sowieso bei mir nicht an.
Gestern hatte ich ein völlig überraschendes Gespräch mit einer Familie, deren Wurzeln grade in der Stadt sind, in der ich wohne, und wo sich ein Familienmitglied erfrecht hat, in unserer Fachrichtung zu studieren. Das Dilemma war, dass er in Siebenbürgen keinen für ihn interessanten Job bekommen hat. Daraufhin ist er nach Merkeltanien ausgewandert, um dort sein Glück zu machen. Nun hat er die Realität, die er sich in dieser Form niemals vorstellen konnte, mit eigenen Augen gesehen.
Das Resultat: Er sucht nach Alternativen, aber nicht in Merkeltanien. Sehr wahrscheinlich, dass er in seine Heimat zurückkehrt und wir ins Geschäft kommen. Was die Wenigsten wissen: Die Rumänen (vielleicht auch andere Nationen) beobachten und bewerten aus ihrer Sicht, was sich im Merkelland abspielt. Und viele kommen zu der Einsicht, nicht mehr auf dieses Pferd zu setzen, - da sich auch über Nacht alles in eine Richtung ändern kann, die man heute (noch) nicht für möglich hält. Ich bemerke das in vielen Gesprächen.
Es wird für uns hier in Siebenbürgen ein Segen sein, - also, - Angela, mach weiter so!