Retro ist doch angesagt. Was gut war wird doch durch
Änderungen nicht besser. Irgendwann haben die Leute die Schnauze voll.
Ja, ärgert mich auch immer wieder. Jahrelang bewährtes wird kaputtgemacht, "stylish gelayoutet" (=unlesbar, schlechte Nutzbarkeit), und dann als tolle Änderung hingestellt. Bei der Commerzbank war es letztes Jahr im Online-Banking auch so. War doch super, wie es war. Jetzt muß man sich mit grauen Schriften auf hellgrauem Hintergrund abmühen und bekommt Augenkrämpfe bei der Online-Überweisung. Das neue PayPal-Layout finde ich auch grottig und unübersichtlich. Das Layoutändern scheint derzeit eine ansteckende Krankheit zu sein.
Anderes Beispiel:
Früher gab es die internetmarke.de. Da konnte man innerhalb von einer Minute alle seine Marken bei der Deutschen Post zusammenstellen und bezahlen. Heute gibt es nur noch die efiliale. Da braucht man 3-4 Mal so lange, bis man sich durch den Prozess geklickt hat. Und muß sich erst mal bei Postpay registrieren usw. usw. (ein einfacher PayPal-Checkout würde es m.E. auch tun, wie früher).
Wenn man das auf alle Kunden dort zusammenrechnet, gehen sicherlich Millionen von produktiven Minuten flöten. Das macht sich dort offensichtlich niemand klar. Bewährtes wird nicht verbessert, sondern einfach eingestampft und ein neues, schlechteres System installiert. Ich muß über so etwas als ehemaliger EDVler oft den Kopf schütteln.
Leider gibt es beim Post-Monopolisten auch keine Alternative, auf die man ausweichen könnte. Und Beschwerden dringen niemals zu den Verantwortlichen vor. Wird alles auf der unteren Ebene abgeblockt und mit Textbausteinen beantwortet. Große Firmen wissen meistens überhaupt nicht mehr, was der Kunde am anderen Ende überhaupt will. Die Schlipsträger sitzen in einer Parallelwelt ohne jede Praxiserfahrung. Von der Schule auf die Uni in den Managementposten, ohne jemals praktisch die Dinge genutzt zu haben, die sie anbieten. Das fällt mir immer mehr auf. Und das betrifft die großen Internetriesen genauso. Google, amazon, ebay, Youtube sind extrem unkomfortabel geworden und es wird ständig verschlimmbessert.
Die "alten" Internetangebote waren oft um Längen besser, auch wenn sie "altbacken" ausschauten. Offensichtlich gehen die Praktiker, die das damals angestoßen haben, langsam in Rente.
Eine traurige Entwicklung. Aber natürlich auch eine Chance. So wie Google damals das Suchen mit seiner minimalistischen Startseite revolutionierte. Jeder Mensch liebt einfache Lösungen. Je größer und komplexer diese Firmen werden, desto schlechter nutzbarer werden sie für mein Empfinden. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht mehr im entsprechenden Alter wäre. Wenn Amazons Katalog einfach korrupt ist, ist das eben so, oder alles mittlerweile von ungeprüften chinesischen Händlern vollgemüllt wird. Dann ist das ja kein subjektiver Eindruck. Oder wenn ebay wieder mal die Suchparameter ändert, und eine Million Bücher in eine einzige Unterkategorie packt und damit alles unauffindbar macht, und mit solchen unüberlegten Aktionen eine Erfolgsgeschichte der letzten 15 Jahre kaputtmacht. Das sind einfach totale Dummheiten von irgendwelchen Abteilungen, die gar nicht mehr wissen, was der Kunde überhaupt möchte.
Grüße,
Prophet