Was sagen eigentlich die Schwundgeld-(Silvio Gesell)-Anhänger zu der Null-Zins-Politik?

SevenSamurai @, Sonntag, 22.05.2016, 00:40 vor 3556 Tagen 2571 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.05.2016, 13:08

Was sagen eigentlich die Schwundgeld-(Silvio Gesell)-Anhänger zu der Null-Zins-Politik?

Oder der bald, bei Bargeldverbot, kommenden negativen Zinsen?

Ich verfolge die Schwundgeld-Szene nicht, doch negative Zinsen dürften bei denen zu einer totalen Euphorie führen.

Innerlich habe ich immer diese Art von "Diebstahl" an erbrachter Arbeitsleistung gehasst, aber bald wird es auch uns treffen. Viele Mitbürger hoffen ja auf die bargeldlose Gesellschaft, aber mir wird dann immer ganz anders.

Denn letztlich wird uns genommen und denen da oben das Geklaute gegeben.

Gut, ich kenne die Bibelaussage:

„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ Mt 25,29

Aber gut finde ich es deshalb nicht...

Auf den Aufschrei der Bevölkerung werden wir wohl noch lange warten müssen. Und dass die Neolibs bei der AfD viel ändern werden, darf bezweifelt werden. Bankster und deren kriminelle Machenschaften werden nämlich von der AfD bestimmt nicht geahndet werden. Leider.

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Antworten

Ötzi @, Sonntag, 22.05.2016, 02:56 vor 3556 Tagen @ SevenSamurai 2685 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.05.2016, 13:09

Was sagen eigentlich die Schwundgeld-(Silvio Gesell)-Anhänger zu der
Null-Zins-Politik?

Oder der bald, bei Bargeldverbot, kommenden negativen Zinsen?

Eigentlich sinnvoll, aber auch die richtige Medizin hilft nicht mehr, wenn der Patient bereits im Sterben liegt. Dann verlängert sie das Leiden nur noch.

In Syrien wäre nach Ende des Bürgerkriegs ein alterndes Geld eine sinnvolle Sache. Dann könnte sich dort eine gänzlich neue Zivilisation entwickeln, sofern man das Land komplett abschottet gegen die Außenwelt. Koran, Bibel und Bankentürme wären sehr schnell überflüssig.

Innerlich habe ich immer diese Art von "Diebstahl" an erbrachter
Arbeitsleistung gehasst, aber bald wird es auch uns treffen.

Im Morgenland glaubt man an Mohammed, im Abendland glaubt man an die alleinige Existenz der Gegenwartspräferenz, und verleugnet die Zukunftspräferenz. Zwar will ohnehin niemand sein gesamtes Geldvermögen sofort verkonsumieren, aber Zinsen möchte man trotzdem fürs Geldverleihen. Der Aufschub des Konsums in die Zukunft ist ja kostenlos, indem das Geld nicht altert. Man teleportiert den Abruf der Gegenleistung für geleistete Arbeit kostenlos um 30 Jahre in die Zukunft. Dass der Kostenlos-Teleport mit negativen Zinsen nicht mehr möglich ist, ist natürlich doof.
Warum kauft ihr Euch nicht einfach alles auf Vorrat, was ihr für die nächsten 30 Jahre braucht? Da hat sich das Problem mit dem negativen Zins gelöst.
Den Liquiditätsvorteil des Geldes gegenüber den Waren gibt es ja angeblich nicht.

Verständnisproblem

SevenSamurai @, Sonntag, 22.05.2016, 13:42 vor 3556 Tagen @ Ötzi 1513 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.05.2016, 14:02

Innerlich habe ich immer diese Art von "Diebstahl" an erbrachter
Arbeitsleistung gehasst, aber bald wird es auch uns treffen.


Im Morgenland glaubt man an Mohammed, im Abendland glaubt man an die
alleinige Existenz der Gegenwartspräferenz, und verleugnet die
(... Ich kürze hier etwas.)
gelöst.
Den Liquiditätsvorteil des Geldes gegenüber den Waren gibt es ja
angeblich nicht.

Ich verstehe deine Antwort nicht.

Zur Erläuterung, warum ich Schwundgeld und negative Zinsen ablehne und für Diebstahl halte:

Es machte jede Altersvorsorge oder auch den Wunsch zum Bau eines Hauses zur Makulatur, wenn ich heute Geld bekomme, dieses spare und dann, wenn ich eigentlich genügend zusammenhätte - also fleissig gespart habe (Sorry, ich bin ein total erfolgloser Spekulant, Aktien sind seit 2008 für mich PFUI, PFUI.), deutlich weniger oder nichts habe, weil es Schwundgeld war.

Nur muss ich mich leider mit dem Gedanken, dass es so kommen wird, anfreunden.

Übrigens gebe ich das meiste für Miete, Strom, Gemeindesteuern, Essen, Heizung, Internet/Telefon aus. Für den Konsum bleibt mir so wenig, dass ich sparen MUSS. Mein bisschen Konsum geht nur mit SPAREN.

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Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

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Kommt zu spät

LLF @, Sonntag, 22.05.2016, 14:03 vor 3556 Tagen @ SevenSamurai 1577 Views

Was sagen eigentlich die Schwundgeld-(Silvio Gesell)-Anhänger zu der
Null-Zins-Politik?

Oder der bald, bei Bargeldverbot, kommenden negativen Zinsen?

Ich verfolge die Schwundgeld-Szene nicht, doch negative Zinsen dürften
bei denen zu einer totalen Euphorie führen.

Wären die Negativzinsen 2003 eingeführt worden (zusammen mit Arbeitszeitverkürzung), hätte es (möglicherweise) zur Vollbeschäftigung geführt.

Wenn die Negativzinsen bei -2% liegen, dann dauert es 35 Jahre, um eine bestehende Schuldensumme zu halbieren - ein unvorstellbar langer Zeitraum. Also wird man kurzfristig schärfere Methoden (z.B. Lastenausgleich, Vermögensabgabe) einführen müssen, um die Schuldensumme schnell um 20% senken zu können.

Schwundgeld zwingt zu anderen Investitionsmethoden:
- Langfristige 0%-Anleihen (auch nicht prickelnd)
- Immobilien: Etappenbauweise wie in Griechenland: wer Geld hat, kauft sich eine Palette Ziegelsteine und baut einen Teil des Hauses fertig.
- Immobilienfonds / Wohnungsbaugenossenschaft: 1000 Mitglieder zahlen monatlich 100 Euro, davon kann man eine Wohnung pro Monat fertigstellen.
Solche Fonds / Genossenschaften sind natürlich mit Organisationsaufwand verbunden. Problematisch bleibt die politische Gesamtlage: Wenn man nicht weiß, wo und wie lange die Flüchtlinge bei uns bleiben, dann kann man auch keine Immobilieninvestitionen kalkulieren.

(Fehler ohne Ende – Beitrag gelöscht vom Moderator) (oT)

Dominik @, Sonntag, 22.05.2016, 14:15 vor 3556 Tagen @ LLF 1266 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.05.2016, 14:24

- kein Text -

Verschiedene Möglichkeiten

Ötzi @, Sonntag, 22.05.2016, 16:13 vor 3556 Tagen @ SevenSamurai 1359 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.05.2016, 16:24

Ich verstehe deine Antwort nicht.

Zur Erläuterung, warum ich Schwundgeld und negative Zinsen ablehne und
für Diebstahl halte:

Es machte jede Altersvorsorge oder auch den Wunsch zum Bau eines Hauses
zur Makulatur, wenn ich heute Geld bekomme, dieses spare und dann, wenn ich
eigentlich genügend zusammenhätte
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Hallo Sevensamurai,

vor wenigen Jahren noch konnte man sein Geld bei 3-4% Zins und 2% Inflation auf einem Tagesgeldkonto wie einen Joker liquide halten, wobei das Geld auf dem Tagesgeldkonto ja nicht wirklich verliehen ist, da man es jederzeit abziehen kann. Das geht eben nun nicht mehr.

Zum deinem Beispiel Hausbau:
Du müsstest dann abwägen, ob du auf Kredit baust, oder dein Einkommen bis zum voraussichtlichen Zeitpunkt des Baubeginn fest anlegen. Für feste Anlagen mit längerer Laufzeit bekommst du ja einen höheren Zinssatz als den Negativ-Zins der Zentralbank.

Im akuellen Absurdistan wäre eindeutig der Kredit zu bevorzugen, weil die Zinsen auf längerfristige Anleihen nicht annhäherungsweise das Kreditausfall- und Inflationsrisiko widerspiegeln. Zumal durch die Ankäufe von Staatsanleihen und bald auch Unternehmensanleihen durch die EZB sowieso alles beliebig geworden ist.
Alterndes Geld funktioniert natürlich nur dann, wenn es eine Zentralbank gibt, die nicht Wirtschaftsakteuren ihrer Wahl einfach zusätzliches Geld schenkt. Außerdem bräuchte man ein Bargeld, das an Nennwert verliert.

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