OT: Das Rätsel unseres Bewußtseins - Arte Doku

Prophet @, Freitag, 13.05.2016, 18:30 vor 3563 Tagen 6013 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.05.2016, 18:36

Für alle, die sich dafür interessieren, wie unser Gehirn arbeitet:

https://www.youtube.com/watch?v=RKxBd9im5oc

Es zeigt sich immer mehr, dass die "Gurus" der Frühzeit wohl sehr gute Beobachter waren, und ihre entsprechenden Schlüsse aus dem Verhalten der Menschen gezogen haben... was offensichtlich immer wieder in Vergessenheit geriet, und immer wieder neu entdeckt wird.

Bis zum Ende ansehen lohnt sich.

Unfreie Grüße [[zwinker]]
Prophet

Bewusstsein und Ich

Falkenauge @, Freitag, 13.05.2016, 19:37 vor 3563 Tagen @ Prophet 4914 Views

"Es gibt kein isoliertes Ich. Es gibt kein Kontrollzentrum. ... Es gibt nur den Bewusstseinsfluss, der ständig in Bewegung ist. ... Um der Welt einen Sinn zu verleiehen, ersinnt unser Gehirn Kategorien und Grenzen."

So etwas trostloses, das aus physilogischen Vorgängen im Gehirn das Bewusstsein erklären will. Dabei waren ja Ansätze im Film sichtbar, dass das Bewusstsein die Vorgänge im Gehirn bestimmt. Das Gehirn denkt nicht, sonst müsste es auch essen, trinken, lieben, lachen usw.

Wenn das Gehirn denkt, dann hat es auch diese Theorien über Gehirn und Bewusstsein ausgedacht. Was ist diese zwangsläufige "Erkenntnis" dann wert? Sie hebt sich auf.

Eine Alternative über die Erkenntnis der Erkenntnis vom Bewusstsein aus siehe hier.

Nein, so nicht

sensortimecom ⌂ @, Freitag, 13.05.2016, 22:04 vor 3563 Tagen @ Falkenauge 4227 Views

Er will das Pferd vom Schwanz her aufzäumen. Hat man Jahrtausende erfolglos versucht. Das ist kein Boden für die Philosophie, die kommt nicht weiter.

An das Thema muss man mit Grundkenntnisse aus Neurobiologie, Neurophysik, Quantenmechanik, Signalanalyse, Informatik, Sensortechnik und Robotik ran. Sonst wird ein Schuh draus <img src=" />

Herangehensweise

Wildheuer @, Schurkenstaat im Herzen Europas, Sonntag, 15.05.2016, 10:17 vor 3562 Tagen @ sensortimecom 3029 Views

Meinst du deine Herangehensweise ergänzend oder ausschliesslich?

Gute Doku

Zarathustra, Freitag, 13.05.2016, 22:13 vor 3563 Tagen @ Falkenauge 4354 Views

bearbeitet von Zarathustra, Freitag, 13.05.2016, 22:19

"Es gibt kein isoliertes Ich. Es gibt kein Kontrollzentrum. ... Es gibt nur
den Bewusstseinsfluss, der ständig in Bewegung ist. ... Um der Welt einen
Sinn zu verleiehen, ersinnt unser Gehirn Kategorien und Grenzen."

So etwas trostloses, das aus physilogischen Vorgängen im Gehirn das
Bewusstsein erklären will.

Was soll daran trostlos sein? Es geht um Wahrnehmung, wodurch ein Bewusstseinsfluss entsteht, und das ist nunmal überwiegend im Gehirn gespeichert, und weniger in den Haaren.

Dabei waren ja Ansätze im Film sichtbar, dass
das Bewusstsein die Vorgänge im Gehirn bestimmt.

Unterbewusstsein (im Gehirn) und Umwelt beeinflussen und formen das Bewusstsein (im Gehirn) und dieses hernach wiederum das Unterbewusstsein (im Gehirn) und die Umwelt uswusf.

Das Gehirn denkt nicht,
sonst müsste es auch essen, trinken, lieben, lachen usw.

Wenn das Gehirn denkt, dann hat es auch diese Theorien über Gehirn und
Bewusstsein ausgedacht.

Ja, eher das Gehirn als die Haare. Bei Haarausfall schwinden das Bewusstsein und das Denken nicht; bei Schwund oder Beschädigung der Hirnzellen dagegen sehr wohl.

Was ist diese zwangsläufige "Erkenntnis" dann
wert? Sie hebt sich auf.

Da hebt sich gar nichts auf. Ganz normale Reflexion. Unterbewusste und bewusste Tätigkeiten und Erlebnisse wirken gegenseitig und beeinflussen und verändern auch gegenseitzig Bewusstsein und Unterbewusstsein. Das Gehirn arbeitet überwiegend unbewusst, aber einiges wird einem halt bewusst, das heisst, man stellt sich etwas vor und sinniert darüber.

Grüsse, Zara

Wird Wahrnehmung gespeichert oder erst die daraus resultierende Erfahrung?

Nonpopulo @, Freitag, 13.05.2016, 23:13 vor 3563 Tagen @ Zarathustra 3866 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.05.2016, 23:25

Hoi Zara,

> Was soll daran trostlos sein? Es geht um Wahrnehmung, wodurch ein
[quote]Bewusstseinsfluss entsteht, und das ist nunmal überwiegend im Gehirn
gespeichert, und weniger in den Haaren.
[/quote]

Ich sehe die Wahrnehmung als etwas Unmittelbares, Unspeicherbares. Sie ist der kontinuierliche Fluss des Augenblicklichen.

Erst die daraus resultierende Erfahrung wird gespeichert, und zwar im Körper, insbesondere in den Muskeln. So sagt die Haltung, die Art der Bewegungen und der Gesichtsausdruck einiges darüber aus, was der Betroffene in seinem Leben so alles gespeichert hat und wie er es verarbeitet.

Natürlich kann man auch davon ausgehen, dass der Kopf das alles steuert, das bleibt wohl Ansichtssache. Für mich ist klar: Das Gespeicherte steuert den Kopf (genau wie im Makrobereich des Staates das Volk die Richtung der Politik steuert und nicht umgekehrt - auch wenn es oft so scheint).

> Da hebt sich gar nichts auf. Ganz normale Reflexion. Unterbewusste und
[quote]bewusste Tätigkeiten und Erlebnisse wirken gegenseitig und beeinflussen
und verändern auch gegenseitzig Bewusstsein und Unterbewusstsein. Das
Gehirn arbeitet überwiegend unbewusst, aber einiges wird einem halt
bewusst, das heisst, man stellt sich etwas vor und sinniert darüber.
[/quote]

Das Gehirn empfängt die emotionalen Impulse des Gespeicherten, Unbewussten und wandelt sie in bewusste Denkprozesse um, "beweist" sich selbst die Richtigkeit des Impulses (tendentiell konservativ) oder dekompensiert ihn (tendentiell linksliberal).

Ich fand aber den 1. Teil des Videos interessant und werde mir sicher auch noch den 2. angucken.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Das Gehirn als Speicher und Programm

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 08:27 vor 3563 Tagen @ Nonpopulo 3703 Views

bearbeitet von Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 08:34

Hoi Zara,

Saluti Nonpopulo

> Was soll daran trostlos sein? Es geht um Wahrnehmung, wodurch ein

Bewusstseinsfluss entsteht, und das ist nunmal überwiegend im Gehirn
gespeichert, und weniger in den Haaren. [/i]


Ich sehe die Wahrnehmung als etwas Unmittelbares, Unspeicherbares. Sie ist
der kontinuierliche Fluss des Augenblicklichen.

Dieser Fluss an Wahrnehmung speichert das Gehirn halt zu einem kleinen, winzigen Teil, wie ein Videorecorder einen Film speichert.

Erst die daraus resultierende Erfahrung wird gespeichert, und zwar im
Körper, insbesondere in den Muskeln. So sagt die Haltung, die Art der
Bewegungen und der Gesichtsausdruck einiges darüber aus, was der
Betroffene in seinem Leben so alles gespeichert hat und wie er es
verarbeitet.

Deine ganzen Erinnerungen an Deine Jugendzeiten sind doch nicht in den Bizeps oder den Fingern gespeichert. Michael Mross verliert ja auch nicht seine Erinnerungen an seine Jugendzeiten, nachdem er nun Hand und Bein verloren hat. Solange das Hirn intakt ist, ist auch das Bewusstsein intakt, weil es nunmal dort sitzt und nicht aus den Fingern gesaugt werden kann.

Michael Mross sagte zwar: "Ich bin jetzt ein Krüppel." Aber das muss man stark relativieren:

Das ist mir aber das Geringste, seit ich unter Menschen bin, dass ich sehe: »Diesem fehlt ein Auge und jenem ein Ohr und einem Dritten das Bein, und Andre giebt es, die verloren die Zunge oder die Nase oder den Kopf.«

Ich sehe und sah Schlimmeres und mancherlei so Abscheuliches, dass ich nicht von Jeglichem reden und von Einigem nicht einmal schweigen möchte: nämlich Menschen, denen es an Allem fehlt, ausser dass sie Eins zuviel haben – Menschen, welche Nichts weiter sind als ein grosses Auge, oder ein grosses Maul oder ein grosser Bauch oder irgend etwas Grosses, – umgekehrte Krüppel heisse ich Solche. (Also sprach Zarathustra)

Natürlich kann man auch davon ausgehen, dass der Kopf das alles steuert,
das bleibt wohl Ansichtssache. Für mich ist klar: Das Gespeicherte steuert
den Kopf (genau wie im Makrobereich des Staates das Volk die Richtung der
Politik steuert und nicht umgekehrt - auch wenn es oft so scheint).

Ja, ein autopoietischer Schwarm ohne Zentralmacht. Das sehe ich auch so. Der Körper ist ein wechselwirkendes Gesamt-System, ein neuronales Netz, bei dem kein einzelnes Organ als Zentralmacht agiert. Organe haben Eigenschaften und üben Funktionen aus. Das Hirn speichert Erlebnisse und Erinnerungen und trifft Entscheidungen, allerdings nicht losgelöst von Forderungen und Reizen aus der Peripherie.

In der Systemtheorie Niklas Luhmanns bezeichnet Reflexion eine bestimmte Form der Selbstreferenz sozialer Systeme, und zwar die, bei der das System seinen Operationen die Differenz von System und Umwelt zugrunde legt. Die Selbstreferenz dient der autopoietischen Reproduktion, d. h. der Reproduktion des Systems aus sich selbst heraus; die Orientierung an der Differenz von System und Umwelt erlaubt es dem System, Konditionierungen durch die Umwelt selbst zu wählen, was relevant werden kann, wenn das System als solches in Frage gestellt wird.[45] Luhmann formuliert, auch in Hinblick auf psychische Systeme (mit Verweis auf Jurgen Ruesch/Gregory Bateson für unbestrittene Standards von psychiatrischen Theorien):

„Jede Analyse der Selbstbeschreibung oder, in klassischer Terminologie, von „Reflexion“ wird davon ausgehen müssen, dass das System für sich selbst operativ unerreichbar und damit auch für die eigenen Operationen intransparent bleibt. […] Hier mag der Grund dafür liegen, dass die klassischen Theorien der Selbstreflexion, sei es des Bewusstseins, sei es des „Geistes“, mit dem Schema bestimmt/unbestimmt arbeiten. […] In Hegels Theorie wird dies zu einem Problem durch Dialektik disziplinierter Übergänge.“

> Da hebt sich gar nichts auf. Ganz normale Reflexion. Unterbewusste
und

bewusste Tätigkeiten und Erlebnisse wirken gegenseitig und

beeinflussen

und verändern auch gegenseitzig Bewusstsein und Unterbewusstsein. Das
Gehirn arbeitet überwiegend unbewusst, aber einiges wird einem halt
bewusst, das heisst, man stellt sich etwas vor und sinniert darüber.

[/i]

Das Gehirn empfängt die emotionalen Impulse des Gespeicherten,
Unbewussten und wandelt sie in bewusste Denkprozesse um, "beweist" sich
selbst die Richtigkeit des Impulses (tendentiell konservativ) oder
dekompensiert ihn (tendentiell linksliberal).

Ja, aber das Gehirn ist - wie der Computer - sowohl Speicher als auch Programm.

Ich fand aber den 1. Teil des Videos interessant und werde mir sicher auch
noch den 2. angucken.

Beste Grüsse Nonpopulo

Beste Grüsse, Zara

Naivität der Erkenntnis

Falkenauge @, Samstag, 14.05.2016, 10:32 vor 3563 Tagen @ Zarathustra 3634 Views

Jede Einzelwissenschaft, auch die Hirnforschung, setzt naiv die Sicherheit und Zuverlässigkeit der eigenen Erkenntnis, mit der sie Aussagen über ihren Gegenstand macht, voraus. Es ist daher logisch unzulässig, wenn die Ergebnisse der Einzelwissenschaften, die eine bestimmte Auffassung von Erkenntnis bereits voraussetzen und diese unbewusst, naiv handhaben, Aussagen über das Bewusstsein, also Erkenntnis machen wollen. Denn dann liegt ja das Paradoxe vor, dass Begriffe, die an einem Gegenstand der Erkenntnis gewonnen wurden, auf das Erkennen selbst übertragen werden, das man noch gar nicht kennt, weil man es ja ständig naiv vorausgesetzt hat.

Es ist aber ein fundamentales wissenschaftliches Prinzip der Voraussetzungslosigkeit, dass der Untersuchung eines Gegenstandes keine fertigen Meinungen und Begriffe von Anfang an als Voraussetzung zugrunde gelegt werden dürfen, die eben erst gewonnen werden sollen.

Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der Erkenntnis der Erkenntnis.

Ich halte daher das Video wissenschaftlich für höchst anfechtbar, nicht die experimentellen Befunde, sondern ihre erkenntnistheoretischen Schlussfolgerungen, die logisch in der Luft hängen.

Gruß
Falkenauge

Interdisziplinäre Wissenschaft

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 11:00 vor 3563 Tagen @ Falkenauge 3480 Views


Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die
mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft
vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und
diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der Erkenntnis
der Erkenntnis.

Was seriöse Neurowissenschaft selbstverständlich tut. Gerhard Roth beispielsweise ist ein interdisziplinär wirkender Wissenschaftler mit gigantischem philosophischem Rucksack. Religiöse Philosophaster wie Habermas und Nida-Rümelin hatten in dieser Debatte nicht den Hauch einer Chance gegen Gerhard Roth.

Gerhard Roth

Falkenauge @, Samstag, 14.05.2016, 12:14 vor 3563 Tagen @ Zarathustra 3673 Views

Was seriöse Neurowissenschaft selbstverständlich tut. Gerhard Roth
beispielsweise ist ein interdisziplinär wirkender Wissenschaftler mit
gigantischem philosophischem Rucksack. Religiöse Philosophaster wie
Habermas und Nida-Rümelin hatten in dieser Debatte nicht den Hauch einer
Chance gegen Gerhard Roth.

Auf den gigantischen philosophischen Rucksack kommt es nicht an, höchstens für Autoritätsgläubige. Es kommt auf die Voraussetzungslosigkeit an, und die hat Gerhard Roth auch nicht in seinem Vorgehen.

Wenn er z. B. zu der Konsequenz kommt, dass jeder die Welt nur in seiner Weise sehe, wir wirklich voneinander isoliert seien und der Anspruch aufgegeben werden müsse, objektive Wahrheiten zu verkünden, so ist das keine Erkenntnis, sondern Konstruktion.

Und auf sich selbst angewendet bedeutet das ja, dass diese seine Behauptung eben auch nicht eine Verkündung objektiver Wahrheit ist. Sie hebt sich also selber auf. Der Prüfstein solcher "Erkenntnisse" ist die Anwendung auf sich selbst. Das unterbleibt gewöhnlich, was ich wieder als naiv bezeichnen würde.

Selbstüberschätzung

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 13:44 vor 3563 Tagen @ Falkenauge 3427 Views

bearbeitet von Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 13:48

Was seriöse Neurowissenschaft selbstverständlich tut. Gerhard Roth
beispielsweise ist ein interdisziplinär wirkender Wissenschaftler mit
gigantischem philosophischem Rucksack. Religiöse Philosophaster wie
Habermas und Nida-Rümelin hatten in dieser Debatte nicht den Hauch

einer

Chance gegen Gerhard Roth.


Auf den gigantischen philosophischen Rucksack kommt es nicht an,
höchstens für Autoritätsgläubige.

Nein, in der Forschung kommt es immer darauf an, auf den bisherigen Erkenntnissen aufzubauen. Wenn einer auf die Idee käme, beim Autobau bei Null zu beginnen statt auf bisherigen Autoritäten aufzubauen, dann käme dabei nichts heraus. Genauso ist es mit Philosophastern, die bei Null beginnen. Groteske Selbstüberschätzung, resultierend in dilettantischem Geschwafel.
Kein Ingenieur käme auf die Idee, die Erkenntnisse der Autoritäten beiseite zu wischen. Nur Esos tun dies.

Der Vergleich

Falkenauge @, Samstag, 14.05.2016, 14:26 vor 3563 Tagen @ Zarathustra 3388 Views

Nein, in der Forschung kommt es immer darauf an, auf den bisherigen
Erkenntnissen aufzubauen. Wenn einer auf die Idee käme, beim Autobau bei
Null zu beginnen statt auf bisherigen Autoritäten aufzubauen, dann käme
dabei nichts heraus. Genauso ist es mit Philosophastern, die bei Null
beginnen. Groteske Selbstüberschätzung, resultierend in dilettantischem
Geschwafel.
Kein Ingenieur käme auf die Idee, die Erkenntnisse der Autoritäten
beiseite zu wischen. Nur Esos tun dies.

Der Vergleich geht daneben. Man baut in der Technik nicht auf Autoritäten, sondern auf gesicherten Erkenntnissen auf. Darum handelt es sich bei Roth aber nicht, wie aufgezeigt.

Ich ziehe es jedenfalls vor, mich selber richtig einschätzend, selber zu denken und nicht Autoritäten und ihren abergläubischen Theorien von der "denkenden Materie" zu folgen.

Genauer gesagt, Erkenntnisse beruhen auf Naturgesetzen und nicht auf Autorität.

nemo, Samstag, 14.05.2016, 14:31 vor 3562 Tagen @ Falkenauge 3231 Views

Der Vergleich geht daneben. Man baut in der Technik nicht auf
Autoritäten, sondern auf gesicherten Erkenntnissen auf. Darum handelt es
sich bei Roth aber nicht, wie aufgezeigt.

Wer auf Null aufbaut, baut nicht sehr hoch

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 14:49 vor 3562 Tagen @ Falkenauge 3351 Views

bearbeitet von Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 14:55

Nein, in der Forschung kommt es immer darauf an, auf den bisherigen
Erkenntnissen aufzubauen. Wenn einer auf die Idee käme, beim Autobau

bei

Null zu beginnen statt auf bisherigen Autoritäten aufzubauen, dann

käme

dabei nichts heraus. Genauso ist es mit Philosophastern, die bei Null
beginnen. Groteske Selbstüberschätzung, resultierend in

dilettantischem

Geschwafel.
Kein Ingenieur käme auf die Idee, die Erkenntnisse der Autoritäten
beiseite zu wischen. Nur Esos tun dies.


Der Vergleich geht daneben. Man baut in der Technik nicht auf
Autoritäten, sondern auf gesicherten Erkenntnissen auf. Darum handelt es
sich bei Roth aber nicht, wie aufgezeigt.

Doch, genau darum handelt es sich bei Roth und bei jeder seriösen Wissenschaft. Man baut auf den Erkenntnissen der Autoritäten auf, egal ob Hirnforschung oder Mobilitätsforschung.

Ich ziehe es jedenfalls vor, mich selber richtig einschätzend, selber zu
denken und nicht Autoritäten und ihren abergläubischen Theorien von der
"denkenden Materie" zu folgen.

Ja, und deshalb kommt bei Dir auch nicht annähernd soviel heraus wie bei jenen, die auf bisherigen Erkenntnissen aufbauen.
Wer auf Null aufbaut, baut nicht sehr hoch. Man glaubt dann an freischwebenden Geist jenseits des Hirns. Obschon man schlicht und einfach weiss, dass bei beschädigtem Hirn nicht mehr viel Geistreiches produziert wird.

Geist

Falkenauge @, Sonntag, 15.05.2016, 08:43 vor 3562 Tagen @ Zarathustra 3140 Views

Doch, genau darum handelt es sich bei Roth und bei jeder seriösen
Wissenschaft. Man baut auf den Erkenntnissen der Autoritäten auf, egal ob
Hirnforschung oder Mobilitätsforschung.

Wenn es denn Erkenntnisse sind. Bei der Hirnforschung handelt sich eben bei der Interpretation der experimentellen Ergebnisse weitgehend nicht um schlüssige Erkenntnisse, sondern um Glaubenssätze, um Aberglauben. Wo ist der zwingende Nachweis, dass die Materie des Gehirns denkt, dass von ihr die Gedanken in unserem Bewusstsein herstammen? Von welcher Gehirnwindung genau stammt z. B. der Satz des Pythagoras oder der Satz: Das Gehirn denkt? usw.
Man hat sich da so festgebissen, dass man die Absurdität gar nicht mehr merkt.

Wer auf Null aufbaut, baut nicht sehr hoch. Man glaubt dann an
freischwebenden Geist jenseits des Hirns. Obschon man schlicht und einfach
weiss, dass bei beschädigtem Hirn nicht mehr viel Geistreiches produziert
wird.

Bei beschädigtem Gehirn kann sich der Geist eben nicht mehr voll äußern, weil sein physisches Instrument nicht mehr ganz funktioniert. Manche produzieren auch bei intaktem Gehirn nicht viel Geistreiches - weil bei ihnen nicht der Geist, sondern eben "das Gehirn denkt".

Was den "Geist jenseits des Hirns" betrifft, kommt mir ein Spruch Rudolf Steiners in den Sinn:
"Und wenn sie auch den Geist verleugnen,
So gib ihnen darin doch nur recht:
Es steht mit ihrem Geiste eben schlecht."

Aber vielleicht bringt ja das Pfingstfest, das Fest des Geistes, noch Hoffnung.

In diesem Sinne
freundlichen Gruß
Falkenauge

Du solltest Dir beim missionarischen Zutexten der Leute früher eine Pause gönnen.

trosinette @, Mittwoch, 18.05.2016, 09:38 vor 3559 Tagen @ Zarathustra 2830 Views

Du kommst nämlich manchmal in merkwürdiges Fahrwasser.

Guten Tag,

mir hat es gefallen, was Falkenauge hier vorgetragen hat.

Ja, und deshalb kommt bei Dir auch nicht annähernd soviel heraus wie bei
jenen, die auf bisherigen Erkenntnissen aufbauen.
Wer auf Null aufbaut, baut nicht sehr hoch. Man glaubt dann an
freischwebenden Geist jenseits des Hirns. Obschon man schlicht und einfach
weiss, dass bei beschädigtem Hirn nicht mehr viel Geistreiches produziert
wird.

Vor allem lässt sich auf Null bekanntlich kein Machtsystem hoch aufbauenbauen. Hier habe ich aber den Eindruck, dass Du, als Zivilisationskritiker und intimer Debitismuskenner, fürs Hochbauen offenbar was übrig hast, obwohl nach meinem Wissen das aufgebaute Wissen bisher nur perfidere und zerstörerische Machtsysteme aufgebaut hat.

Ja, und deshalb kommt bei Dir auch nicht annähernd soviel heraus wie bei jenen, die auf bisherigen Erkenntnissen aufbauen.

Was ist denn bei jenen herausgekommen?

Man glaubt dann an freischwebenden Geist jenseits des Hirns.

Und Du glaubst vermutlich, dass das hochgebaute Wissen eines schönen Tages Anarchie und Solidargemeinschaft aufbaut.

Mit freischwebendem Geist jenseits des Hirns verbinde ich eher die schräge und erkenntnisarmen Weltanschauung Deiner vor sich hin blubbernden gesunden Vormals-Menschen. Mit Nietzsche, Schopenhauer und den tollen Erkenntnissen über biochemische Hirnfunktionen verbinde ich eher das komatöse Endstadium eines zivilisatorischen Fiebertraums, den Nietzsche quasi persönlich vorgelebt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider, der Gekreuzigte...

Du solltest nicht "Du solltest" sagen ...

Zarathustra, Mittwoch, 18.05.2016, 09:57 vor 3559 Tagen @ trosinette 2704 Views

bearbeitet von Zarathustra, Mittwoch, 18.05.2016, 10:01

... und diesen Imperativ auch nicht auf Deinen Projektionen aufbauen.
Wenn das alle täten? Wo kämen wir hin?

Du kommst nämlich manchmal in merkwürdiges Fahrwasser.

Guten Tag,

mir hat es gefallen, was Falkenauge hier vorgetragen hat.

Dafür kannst Du nichts, bist also unschuldig.

Mit freischwebendem Geist jenseits des Hirns verbinde ich eher die
schräge und erkenntnisarmen Weltanschauung Deiner vor sich hin blubbernden
gesunden Vormals-Menschen. Mit Nietzsche, Schopenhauer und den tollen
Erkenntnissen über biochemische Hirnfunktionen verbinde ich eher das
komatöse Endstadium eines zivilisatorischen Fiebertraums, den Nietzsche
quasi persönlich vorgelebt hat.

Nietzsche war ähnlich stark auf Schopenhauer fixiert wie Du auf mich.


Mit freundlichen Grüßen
Schneider, der Gekreuzigte...

Richte nicht ...

Zara

Musste sich schon der Vormals-Mensch in spirituelle Scheinwelten flüchten?

Nonpopulo @, Mittwoch, 18.05.2016, 12:44 vor 3559 Tagen @ trosinette 2731 Views

> Mit freischwebendem Geist jenseits des Hirns verbinde ich eher die
[quote]schräge und erkenntnisarmen Weltanschauung Deiner vor sich hin blubbernden
gesunden Vormals-Menschen.
[/quote]

Echt jetzt? Du meinst die Vormals-Menschen hätten sich mit Spiritualität, Religion und dergleichen beschäftigt? Das wäre ja sehr traurig. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung möchte ich auf die Möglichkeit hinweisen, dass das Ausmass an freischwebendem Geist in direktem Zusammenhang mit dem Ausmass an emotionalen Blockaden stehen könnte (Escape to Fantasy). Dem Vormals-Menschen, der seine Emotionen wahrscheinlich grundsätzlich als ok empfand, würde ich von daher eher unterstellen, dass er freischwebend Geistiges überhaupt nicht kannte bzw. nicht nötig hatte.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Nichts existiert für sich allein

nemo, Mittwoch, 18.05.2016, 13:43 vor 3559 Tagen @ Nonpopulo 2905 Views

Echt jetzt? Du meinst die Vormals-Menschen hätten sich mit
Spiritualität, Religion und dergleichen beschäftigt? Das wäre ja sehr
traurig.


Wir müssen doch gar nicht wild herum spekulieren, in welchen sogenannten spirituellen Scheinwelten
die Vormenschen gelebt haben. Das Leben der Indianer Nord- und Südamerikas ist gut dokumentiert.
Doch da sehe ich keine spirituellen oder primitiven Scheinwelten. Der Realismus dieser indigenen
Volksgruppen übertrifft den unserer westlichen Zivilisation um das Hundertfache. Vor allem in einem
Punkt wussten die Indianer besser Bescheid: Alles ist mit allem verbunden. Der Mensch mit der
Welt – das Leben mit dem Tod. Jedes Ding ist mit einem anderen verbunden. Nichts existiert für sich allein.

Dieses Wissen der großen Zusammenhänge ist bedeutungsvoller und wahrer, als das Wissen über
Einzeldinge, die ohne ihre Beziehung zu anderen Dingen betrachtet werden und damit ihre Bedeutung
verlieren.

Das ist letztlich auch die Aussage der Quantenphysik, dass die Dinge nicht einzeln betrachtet werden
können, weil alles in einem Zusammenhang existiert. Allein diese Tatsache wird von den Materialisten
ad absurdum geführt, wenn sie „glauben“, dass sich zufällig im Gehirn eines Primaten auf einem
Planeten Intelligenz und Bewusstsein entwickelt hätte.

Das was Du als spirituelle Scheinwelten darstellst, ist in Wahrheit nur das Wissen um diese
Zusammenhänge. Und dieses ist dem westlichen Zivilisationsmenschen praktisch abhanden
gekommen. Daher seine große Verwirrung.

Kaum einer hat das besser formuliert als Carlos Castaneda:

„Die Gedanken, die in deinem Kopf herum kreisen, sind nicht deine eigenen Gedanken. Sie sind ein
Produkt deiner Sozialisierung. Das sich immer wiederholende Denken führt zur Fixierung.

Wir wurden konditioniert, zu glauben, dass unsere Gedanken real sind und uns definieren.
Aber ist das so?

Hinterfrage deine Gedanken, war das, was Don Juan mir vor 30 Jahren geraten hat.
Noch heute ist dies ein großartiger Ratschlag.“

Gruß
nemo

Du reitest ein totes Pferd

Nonpopulo @, Mittwoch, 18.05.2016, 22:09 vor 3558 Tagen @ nemo 2731 Views

> Das was Du als spirituelle Scheinwelten darstellst, ist in Wahrheit nur
[quote]das Wissen um diese
Zusammenhänge.
[/quote]

Nein, die Rationalisierung dieser Zusammenhänge.

Und dieses ist dem westlichen Zivilisationsmenschen
[quote]praktisch abhanden
gekommen. Daher seine große Verwirrung.
[/quote]

Nein, die Verwirrung gründet im sinnlosen Versuch, diese Zusammhänge mit dem Mind zu erfassen. Die Energie, die der Körper brauchen würde, um diese Zusammenhänge zu erfahren und zu erleben, wird vom Kopf absorbiert.

> „Die Gedanken, die in deinem Kopf herum kreisen, sind nicht deine
[quote]eigenen Gedanken. Sie sind ein
Produkt deiner Sozialisierung. Das sich immer wiederholende Denken führt
zur Fixierung.
[/quote]

Sie sind insofern ein Produkt der Sozialisierung, als durch die Sozialisierung bestimmte Grundemotionen entstanden sind. Deren "Abgase" sind die Gedanken.

Du reitest ein totes Pferd, aber deine Identifikation mit ihm ist so gross, dass du in ein tiefes Loch fallen würdest, wenn du dir das eingestehen könntest.

Gruss Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Das Pferd ist tot

nemo, Mittwoch, 18.05.2016, 22:31 vor 3558 Tagen @ Nonpopulo 2710 Views

Nein, die Verwirrung gründet im sinnlosen Versuch, diese Zusammhänge mit
dem Mind zu erfassen. Die Energie, die der Körper brauchen würde, um
diese Zusammenhänge zu erfahren und zu erleben, wird vom Kopf absorbiert.

Ja, das nennt man Fixierung.

> Sie sind insofern ein Produkt der Sozialisierung, als durch die

Sozialisierung bestimmte Grundemotionen entstanden sind. Deren "Abgase"
sind die Gedanken.

Na Hauptsache es hilft Dir weiter.

Du reitest ein totes Pferd, aber deine Identifikation mit ihm ist so
gross, dass du in ein tiefes Loch fallen würdest, wenn du dir das
eingestehen könntest.

Ja stimmt, das Pferd ist tot. Es musste sterben, damit etwas neues
geboren werden kann.

Es ist auch nur wenig spektakulär, wenn das Pferd stirbt.
Was bleibt ist eine erfrischende Stille in der die Dinge immer
genau das sind, was sie vorgeben zu sein.

Gruß
nemo

Escape to fantasy war sowieso gestern

trosinette @, Donnerstag, 19.05.2016, 10:59 vor 3558 Tagen @ Nonpopulo 2562 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 19.05.2016, 13:03

Guten Tag,

Echt jetzt? Du meinst die Vormals-Menschen hätten sich mit
Spiritualität, Religion und dergleichen beschäftigt? Das wäre ja sehr
traurig. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung möchte ich auf die Möglichkeit
hinweisen, dass das Ausmass an freischwebendem Geist in direktem
Zusammenhang mit dem Ausmass an emotionalen Blockaden stehen könnte
(Escape to Fantasy). Dem Vormals-Menschen, der seine Emotionen
wahrscheinlich grundsätzlich als ok empfand, würde ich von daher eher
unterstellen, dass er freischwebend Geistiges überhaupt nicht kannte bzw.
nicht nötig hatte.

Ich würde sagen, dass mit dem Erwachen einer gewissen Bewusstseinsebene (Selbstreflexion, Ahnung von Zeit und Vergänglichkeit, erste Grablegungen vor ca. 100.000 Jahren usw.) auch der spirituelle und religiöse Eiertanz und metaphysische Vorstellungen (Escape to Fantasy) ihren Anfang nahmen und auf dieser Bewusstseinsebene Emotionen nicht grundsätzlich als OK empfunden wurden. Im Wechselspiel mit den Naturgewalten hätte der Vormals-Mensch auf gewisse Ängste möglicherweise auch gerne verzichtet. Bei einigen ist die Bewusstwerdung heute soweit fortgeschritten, dass sie sich sogar in der beschissensten aller möglichen Welten wähnen und gar nichts mehr ok ist.

Was vor dem Erwachen dieser Bewusstseinsstufe mit dem Vor-Vormals-Menschen los war, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Gerhardt Bott flüchtet sich, wenn ich mich recht entsinne, in diesem Zusammenhang frühzeitig in der Begriff der chemotaktischen Programmierung. Mit der chemotaktischen Programmierung ist dann alles und nichts gesagt. Ich bezweifle aber, dass diese chemotaktische Programmierung eine Unterroutine enthält, die es dem Vor-Vormals-Menschen überhaupt ermöglichte über seine Emotionen zu urteilen und er somit natürlich auch freischwebend Geistiges nicht kannte bzw. nicht nötig hatte.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung möchte ich auf die Möglichkeit hinweisen,
dass das Ausmass an freischwebendem Geist in direktem Zusammenhang mit dem
Ausmass an emotionalen Blockaden stehen könnte (Escape to Fantasy).

Ich hege den Verdacht, dass „escape to fantasy“ vollkommen out und "escape to materialism" hip ist. Nach meiner Erfahrung tendiert das Ausmaß an freischwebenden Geist in unserer Gesellschaft eher gegen null. Was nach deiner Erfahrung heißen würde, das die da draußen emotional zunehmend befreit sind. Das kann ja auch durchaus sein. Wenn man geil ist, grabscht man emotional vollkommen unblockiert neuerdings einfach die Weiber an.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Weitgehend sehr treffliche Replik, Schneider!

Nonpopulo @, Donnerstag, 19.05.2016, 22:53 vor 3557 Tagen @ trosinette 2468 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 19.05.2016, 22:58

Ich würde sagen, dass mit dem Erwachen einer gewissen Bewusstseinsebene
(Selbstreflexion, Ahnung von Zeit und Vergänglichkeit, erste Grablegungen
vor ca. 100.000 Jahren usw.) auch der spirituelle und religiöse Eiertanz
und metaphysische Vorstellungen (Escape to Fantasy) ihren Anfang nahmen und
auf dieser Bewusstseinsebene Emotionen nicht grundsätzlich als OK
empfunden wurden. Im Wechselspiel mit den Naturgewalten hätte der
Vormals-Mensch auf gewisse Ängste möglicherweise auch gerne verzichtet.
Bei einigen ist die Bewusstwerdung heute soweit fortgeschritten, dass sie
sich sogar in der beschissensten aller möglichen Welten wähnen und gar
nichts mehr ok ist.

Was vor dem Erwachen dieser Bewusstseinsstufe mit dem Vor-Vormals-Menschen
los war, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Gerhardt Bott flüchtet
sich, wenn ich mich recht entsinne, in diesem Zusammenhang frühzeitig in
der Begriff der chemotaktischen Programmierung. Mit der chemotaktischen
Programmierung ist dann alles und nichts gesagt. Ich bezweifle aber, dass
diese chemotaktische Programmierung eine Unterroutine enthält, die es dem
Vor-Vormals-Menschen überhaupt ermöglichte über seine Emotionen zu
urteilen und er somit natürlich auch freischwebend Geistiges nicht kannte
bzw. nicht nötig hatte.

Da bin ich absolut einig mit dir und bestaune einmal mehr deinen vorzüglichen sprachlichen Ausdruck!

> Ich hege den Verdacht, dass „escape to fantasy“ vollkommen out und
[quote]"escape to materialism" hip ist.
[/quote]

Hier möchte ich insofern insistieren, als dass ich Materialismus und Hirngespinstereien als zwei in keiner Hinsicht miteinander verknüpfte Dinge betrachte. Es gibt die Asketen unter den Spirituellen genauso wie die kompletten Materialisten.

Die spirituellen Welterklärer bilden in meinen Augen sowieso nur die traurige Spitze des Eisberges. Die weitverbreitete Annahme, dass Probleme, seien sie politischer oder persönlicher Natur, sich durch Vernunft, Bildung und Bewusstseinsentwicklung lösen lassen finde ich schon abgehoben genug, um sie als geistig freischwebend zu bezeichnen. Der Mensch ist und bleibt ein Tier und der Weg aus der Falle der destruktiven Moralität, in der wir stecken, führt nicht daran vorbei, das Tierische in uns und anderen wieder wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Nach meiner Erfahrung tendiert das Ausmaß
[quote]an freischwebenden Geist in unserer Gesellschaft eher gegen null. Was nach
deiner Erfahrung heißen würde, das die da draußen emotional zunehmend
befreit sind. Das kann ja auch durchaus sein. Wenn man geil ist, grabscht
man emotional vollkommen unblockiert neuerdings einfach die Weiber an.
[/quote]

Wenn eine Gruppe Männchen überpopularisiert und unterbevorteilt und zudem ihre sexuelle Energie aufgrund von moralischem und gesellschaftlichem Zwang lange unterdrückt worden ist und gleichzeitig Weibchen sich ihnen gegenüber paarungsbereit darstellen, es aber in Bezug auf sie gar nicht sind, was anderes soll dabei herauskommen? Das ist doch ganz normale, tierisch-menschliche Logik.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Oh nein, das ist kein Missionar, sondern ein Glaubensrichter

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 18.05.2016, 13:20 vor 3559 Tagen @ trosinette 2650 Views

Du kommst nämlich manchmal in merkwürdiges Fahrwasser.

Der Missionar möchte andere von seiner Ansicht überzeugen.
Der Glaubensrichter erlässt eine Fatwa, um alle vom rechten Glauben abgefallenen, in dessen Alleinbesitz er sich natürlich befindet, darüber zu informieren, was zukünftig der richtige Glaube zu sein hat.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Hehe. Ja, wie wahr. Ein Glaubensrichter der verlangt, man möge nicht richten. :-)

nemo, Mittwoch, 18.05.2016, 13:48 vor 3559 Tagen @ Mephistopheles 2619 Views

Du kommst nämlich manchmal in merkwürdiges Fahrwasser.


Der Missionar möchte andere von seiner Ansicht überzeugen.
Der Glaubensrichter erlässt eine Fatwa, um alle vom rechten Glauben
abgefallenen, in dessen Alleinbesitz er sich natürlich befindet, darüber
zu informieren, was zukünftig der richtige Glaube zu sein hat.

Gruß Mephistopheles

Erkenntniswelten

nemo, Samstag, 14.05.2016, 11:28 vor 3563 Tagen @ Falkenauge 3528 Views

bearbeitet von nemo, Samstag, 14.05.2016, 11:39

Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die
mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft
vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und
diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der Erkenntnis
der Erkenntnis.


Ja, der Erkenntnisprozess selbst ist der Schlüssel. Folgt man diesem konsequent,
dann landet man zwangsläufig bei sich selbst, so wie es die Quantenphysiker
seit Max Planck formuliert haben.

Der Dalai Lama hat es so formuliert: „Es kann keinen Frieden im Außen geben,
solange es keinen Frieden im Inneren gibt.“

Dasselbe kann man auch auf das Bewusstsein übertragen. „Es gibt keine
Erkenntnis im Außen, solange es keine Selbsterkenntnis gibt.“

Die Frage, wie man Selbsterkenntnis erlangt, kann die Wissenschaft nicht
beantworten – ja sie stellt diese Frage nicht einmal. Um diese Frage zu
beantworten, müsste der Mensch zuerst feststellen, dass er sich nicht kennt,
oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Wie Carl Gustav Jung erkannte, tut der
Mensch alles, um sich nicht zu erkennen. Aus dieser Weigerung heraus
entsteht das Unbewusste. Das Unbewusste kann sich nicht selbst
erforschen. [[zwinker]]

Das Unbewusste kann nur so tun, als würde es sich selbst erforschen.
Dabei bemerkt es nicht einmal, dass es nur so tut und zur Wahrheit
oder Wirksamkeit der Bewusstseinsinhalte nicht einmal vordringt.

Es ist eine Tragikomödie mit epischen Ausmaßen, dass der Mensch
seine Gehirnströme misst, um herauszufinden wie das Bewusstsein
funktioniert, während die Welt um ihn herum in Flammen steht.

„Die Dinge sind fortan ohne Inhalte“
Jean Baudrillard

Gruß
nemo

Selbsterkenntnis

Falkenauge @, Samstag, 14.05.2016, 12:26 vor 3563 Tagen @ nemo 3492 Views

Ja, das Gehirn, diese physische Masse im Schädel, die alleine von sich aus denken können soll, hat eben kein Selbst, das sich selbst erkennen könnte, woher auch. Es ist begriffsleerer Aberglaube und keine Wissenschaft.

Das Denken des menschlichen Geistes, braucht das Gehirn als Widerlager oder Spiegel, um die Gedanken zum Bewusstsein zu bringen. Daher spielen sich natürlich parallel zum Denkverlauf physiologische Prozesse im Gehirn ab. Diese aber für die Ursache und den Schöpfer der Gedanken zu halten, ist genauso absurd, als wenn ich für einen Fußabdruck auf dem Acker irgendwelche Vorgänge in der Erde verantwortlich machen wollte und nicht den Menschen, der darüber gegangen ist.

Gruß
Falkenauge

QM und der Dalai Lama

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 14:01 vor 3563 Tagen @ nemo 3464 Views

bearbeitet von Zarathustra, Donnerstag, 19.05.2016, 14:12

Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die
mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft
vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und
diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der

Erkenntnis

der Erkenntnis.

Ja, der Erkenntnisprozess selbst ist der Schlüssel. Folgt man diesem
konsequent,
dann landet man zwangsläufig bei sich selbst, so wie es die
Quantenphysiker
seit Max Planck formuliert haben.

Der Dalai Lama hat es so formuliert: „Es kann keinen Frieden im Außen
geben,
solange es keinen Frieden im Inneren gibt.“

Erstens gibt es diametral gegensätzliche Interpretationen der QM und zweitens hält der Dalai Lama gar nix von jener Quanten-Esoterik, die den Indeterminismus postuliert. So etwas absurdes hat es in der gesamten Geschichte der Physik noch niemals gegeben. Der Dalai Lama hat ihnen empfohlen, nochmals genauer hinzusehen. Dies zu Deiner Info, Nemo.

Dasselbe kann man auch auf das Bewusstsein übertragen. „Es gibt keine
Erkenntnis im Außen, solange es keine Selbsterkenntnis gibt.“

Die Frage, wie man Selbsterkenntnis erlangt, kann die Wissenschaft nicht
beantworten – ja sie stellt diese Frage nicht einmal. Um diese Frage zu

beantworten, müsste der Mensch zuerst feststellen, dass er sich nicht
kennt,
oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Wie Carl Gustav Jung erkannte, tut
der
Mensch alles, um sich nicht zu erkennen. Aus dieser Weigerung heraus
entsteht das Unbewusste. Das Unbewusste kann sich nicht selbst
erforschen. [[zwinker]]

Das Unbewusste entsteht seit eh und je und wär längst vor der Reflexion da. Jeder Mensch funktioniert weitestgehend unbewusst. Hättest Du nicht gelernt, was für Organe unbewusst in Deinem Körper funktionieren, hättest Du nicht den Hauch einer Ahnung davon. Und auch so hast Du nur ein grobes Abbild davon, wie die Organe funktionieren und was sie genau tun. Was hier im Detail vor sich geht, wissen wir nicht.

Das Unbewusste kann nur so tun, als würde es sich selbst erforschen.
Dabei bemerkt es nicht einmal, dass es nur so tut und zur Wahrheit
oder Wirksamkeit der Bewusstseinsinhalte nicht einmal vordringt.

Es ist eine Tragikomödie mit epischen Ausmaßen, dass der Mensch
seine Gehirnströme misst, um herauszufinden wie das Bewusstsein
funktioniert, während die Welt um ihn herum in Flammen steht.

Noch tragikomischer ist es, über Bewusstsein dozieren zu wollen, ohne die Wissenschaft zu beachten. Zum Glück bauen solche Leute keine Autos.

„Die Dinge sind fortan ohne Inhalte“
Jean Baudrillard

Ja, insbesondere Baudrillards Schriften.

Gruß
nemo

Grüsse, Zara

Unbewusste Prozesse

nemo, Samstag, 14.05.2016, 14:23 vor 3563 Tagen @ Zarathustra 3380 Views

bearbeitet von nemo, Donnerstag, 19.05.2016, 14:19

Das Unbewusste entsteht seit eh und je und wär längst vor der Reflexion
da. Jeder Mensch funktioniert weitestgehend unbewusst. Hättest Du nicht
gelernt, was für Organe unbewusst in Deinem Körper funktionieren,
hättest Du nicht den Hauch einer Ahnung davon.

Nur weil der Körper automatisch funktioniert, heißt das nicht, dass
dies auf unbewussten Prozessen beruht. Man muss zwischen
automatischen und unbewussten Prozessen unterscheiden.

Unbewusste Prozesse kann es nur in der Psyche geben. Sie
zeichnen sich aus durch ihre gleichgültige bis selbstzerstörerische
Wirkung. Wie man unschwer erkennen kann, wenn man mit
offenen Augen die Welt betrachtet.

Die automatischen Prozesse des Körpers sind dagegen weit
davon entfernt gleichgültig oder selbstzerstörerisch zu sein.

Deshalb ist das Unbewusste eine psychische Angelegenheit
die das Bewusstsein betrifft und nicht die automatischen Abläufe
im Körper. Das Unbewusste beruht auf Verdrängung. Die Verdrängung
von was, wäre jetzt die Frage. Aber das muss jeder selbst heraus
finden, falls er sich diese Frage stellt.

Gruß
nemo

Definitionen des Unbewussten

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 14:43 vor 3562 Tagen @ nemo 3303 Views

bearbeitet von Zarathustra, Donnerstag, 19.05.2016, 14:20

Das Unbewusste entsteht seit eh und je und wär längst vor der

Reflexion

da. Jeder Mensch funktioniert weitestgehend unbewusst. Hättest Du

nicht

gelernt, was für Organe unbewusst in Deinem Körper funktionieren,
hättest Du nicht den Hauch einer Ahnung davon.


Nur weil der Körper automatisch funktioniert, heißt das nicht, dass
dies auf unbewussten Prozessen beruht.


Doch, genau das heisst es. Es handelt sich um Prozesse, die dem Bewusstsein unzugänglilch sind. Auch psychische Prozesse sind dem Bewusstsein nur grob und stets verfälscht zugänglich, als Abbild der Realität.

Man muss zwischen
automatischen und unbewussten Prozessen unterscheiden.

Nur WENN man muss. Ich muss nicht.
Jeder definiert halt ein bisschen anders:

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbewusste

Unbewusste Prozesse kann es nur in der Psyche geben.

Nein.

Sie
zeichnen sich aus durch ihre gleichgültige bis selbstzerstörerische
Wirkung. Wie man unschwer erkennen kann, wenn man mit
offenen Augen die Welt betrachtet.

Im Gegenteil. Unbewusste psychische Prozesse sind unabdingbar für Deine Gesundheit.

Die automatischen Prozesse des Körpers sind dagegen weit
davon entfernt gleichgültig oder selbstzerstörerisch zu sein.

Deshalb ist das Unbewusste eine psychische Angelegenheit
die das Bewusstsein betrifft und nicht die automatischen Abläufe
im Körper. Das Unbewusste beruht auf Verdrängung.

Nein, das Unbewusste beruht weitgehend auf Normalität. Sei bloss froh, dass das allermeiste nicht ins Bewusstsein dringt.


Gruss, Zara

Normalität

nemo, Samstag, 14.05.2016, 14:51 vor 3562 Tagen @ Zarathustra 3273 Views

Im Gegenteil. Unbewusste psychische Prozesse sind unabdingbar für Deine
Gesundheit.

Das hat Dir bestimmt eine Autorität erzählt. [[zwinker]]

Nein, das Unbewusste beruht weitgehend auf Normalität. Sei bloss froh,
dass das allermeiste nicht ins Bewusstsein dringt.

Aha. Das Unbewusste beruht also auf Normalität. Jetzt bin ich gespannt,
was Normalität sein soll. Das kannst Du bestimmt erklären.

Ansonsten muss ich annehmen, dass das Verdrängen von Wirklichkeit
Normalität ist. Bei Dir würde ich das sogar glauben. [[freude]]

Gruß
nemo

Kontrollfreaks

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 15:03 vor 3562 Tagen @ nemo 3343 Views

Im Gegenteil. Unbewusste psychische Prozesse sind unabdingbar für Deine
Gesundheit.


Das hat Dir bestimmt eine Autorität erzählt. [[zwinker]]

Das weiss eigentlich jeder, der nicht träumt.

Nein, das Unbewusste beruht weitgehend auf Normalität. Sei bloss froh,
dass das allermeiste nicht ins Bewusstsein dringt.


Aha. Das Unbewusste beruht also auf Normalität. Jetzt bin ich gespannt,
was Normalität sein soll. Das kannst Du bestimmt erklären.

Ja. Unbewusste Prozesse sind ein ganz normaler Normalfall. Nur Träumer verfallen dem Wahn, alles mit dem Bewusstsein erfassen und steuern zu wollen.
Sie fürchten sich vor den Automatismen ihrer eigenen Psyche und streben - als Kontrollfreaks - volle Kontrolle an; und erlangen das Gegenteil.

Ansonsten muss ich annehmen, dass das Verdrängen von Wirklichkeit
Normalität ist.

Kontrollfreaks verdrängen die eigene Wirklichkeit und streben eine Kontrolle an, die kein Mensch braucht. Nur Zivilisten haben Zeit für solche sinnlosen Uebungen.

Bei Dir würde ich das sogar glauben. [[freude]]

Gruß
nemo

Gruss, Zara

Das Wissen der Anderen :-)

nemo, Samstag, 14.05.2016, 15:22 vor 3562 Tagen @ Zarathustra 3306 Views

Ja. Unbewusste Prozesse sind ein ganz normaler Normalfall. Nur Träumer
verfallen dem Wahn, alles mit dem Bewusstsein erfassen und steuern zu
wollen.
Sie fürchten sich vor den Automatismen ihrer eigenen Psyche und streben -
als Kontrollfreaks - volle Kontrolle an; und erlangen das Gegenteil.


Wie gut, dass Du zu wissen glaubst, was andere so tun und anstreben.
Und natürlich was sie sind und wovor sie sich fürchten.

Jede Zeile spiegelt Dein Wissen über andere wider.

Gruß
nemo

Ja, man kennt seine Pappenheimer mittlerweile, nach hunderten Beiträgen der Offenbarung ;-) (oT)

Zarathustra, Samstag, 14.05.2016, 15:33 vor 3562 Tagen @ nemo 3183 Views

- kein Text -

Es stimmt, dass unbewusste Prozesse extrem wichtig sind.

Olivia @, Sonntag, 15.05.2016, 19:35 vor 3561 Tagen @ nemo 2935 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 15.05.2016, 19:44

Im Gegenteil. Unbewusste psychische Prozesse sind unabdingbar für Deine
Gesundheit.

...........

Das stimmt. So ist der Organismus z.B. nur im Stande, seine Zellen zu reparieren, wenn er schläft!* D.h. die Zellreparatur läuft komplett "unbewusst" ab.

Es gibt unendlich viele Beispiele zu diesem Thema.
Natürlich können unbewusste "Gedächtnisinhalte" auch destruktiv sein. Aber gemessen an dem, was alles konstruktiv und positiv läuft, ist das als sehr gering einzuschätzen (jetzt mal an der Gesamtpopulation gemessen, im Einzelfall kann das natürlich dramatisch anders sein).

*möglicherweise auch noch im tiefentspannten oder hypnotischen Zustand.

--
For entertainment purposes only.

Destruktive Auswirkungen der Verneinung von bewusster Anstrengung

nemo, Montag, 16.05.2016, 12:00 vor 3561 Tagen @ Olivia 2941 Views

bearbeitet von nemo, Montag, 16.05.2016, 13:22

Natürlich können unbewusste "Gedächtnisinhalte" auch destruktiv sein.
Aber gemessen an dem, was alles konstruktiv und positiv läuft, ist das als
sehr gering einzuschätzen (jetzt mal an der Gesamtpopulation gemessen, im
Einzelfall kann das natürlich dramatisch anders sein).


Unbewusste Prozesse sind automatische Prozesse, die geschehen, ohne dass
wir sie registrieren. Im körperlichen Bereich betrifft das alle instinktiven
Funktionen.

Im Gegensatz dazu ist das persönliche Unbewusste der Teil der Psyche,
der nicht bewusst wahrgenommen wird.

Das ist noch wertfrei und weder destruktiv noch ignorant. Destruktiv und
ignorant sind die Auswirkungen. Denn ein Teil von uns wählt die Dinge aus,
die nicht ins Bewusstsein gelangen sollen.

Das persönliche Unbewusste entspricht den Dingen, die wir verdrängen,
weil wir sie nicht sehen wollen. Deswegen ist es auch möglich, Unbewusstes
bewusst zu machen oder Verdrängtes ins Bewusstsein zu holen.
Es gibt einige Wege, das zu tun, die Psychoanalyse ist nur einer davon.
Es gehört jedoch immer die Bereitschaft dazu, das auch zu wollen.

Daran sieht man, dass es eine sehr bequeme Sichtweise ist, das
Unbewusste als Normalität zu bezeichnen. Denn das ist es nicht.
Wir haben es selbst erst erschaffen.

Andererseits könnte man es dann als Normalität bezeichnen, wenn
niemand mehr über Bewusstseinsinhalte spricht, weil jedermann sie
verdrängt. Dann hat Baudrillard recht und wir reden nur noch über
heiße Luft, da die Wahrheit niemanden mehr interessiert. Und so kann
man auch verstehen, dass die Entwicklung der Gesellschaft hin zu
immer mehr Unbewusstheit logisch und kausal verläuft.

Denn der Prozess der Bewusstwerdung ist arbeitsaufwändiger als der
Prozess der Verdrängung. Bewusstwerdung kostet bewusste Anstrengung.
Das Unbewusste entsteht durch die Verneinung von bewusster
Anstrengung.

Die destruktiven Auswirkungen der Verneinung von bewusster Anstrengung
haben praktisch alle Bereiche unseres Lebens erfasst. Und wenn jemand
wie Baudrillard daher kommt und das öffentlich ausspricht, wird er
natürlich gesteinigt. Was wiederum nur die destruktive Auswirkung
der Verneinung von bewusster Anstrengung ist. [[zwinker]]

Gruß
nemo

Hört sich alles gut an - stimmt aber leider so nicht!

Olivia @, Montag, 16.05.2016, 17:48 vor 3560 Tagen @ nemo 2937 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 16.05.2016, 18:09

Hallo Nemo,

das persönliche Unbewusste enthält AUCH verdrängte Inhalte, aber es besteht nicht nur aus ihnen. Sehr viele Wahrnehmungen gelangen nicht ins Bewusstsein, aber sie werden nicht verdrängt. Verdrängung gibt es, aber die Kirche sollten wir schon im Dorfe lassen.

Wäre es anders, würdest Du nicht überleben.

--
For entertainment purposes only.

Die Kirche im Dorf lassen

nemo, Dienstag, 17.05.2016, 09:32 vor 3560 Tagen @ Olivia 2833 Views

bearbeitet von nemo, Dienstag, 17.05.2016, 13:32

Hallo Nemo,

das persönliche Unbewusste enthält AUCH verdrängte Inhalte, aber es
besteht nicht nur aus ihnen. Sehr viele Wahrnehmungen gelangen nicht ins
Bewusstsein, aber sie werden nicht verdrängt. Verdrängung gibt es, aber
die Kirche sollten wir schon im Dorfe lassen.

Wäre es anders, würdest Du nicht überleben.


Ja, wir müssen zwischen verschiedenen Dingen auswählen. Die Aufmerksamkeit
ist gerichtet und muss sich daher entscheiden, welche Dinge ausgewählt
und welche ausgeblendet werden.

Die Dinge, die ausgeblendet werden, werden zum persönlichen Unbewussten.
Aber nur solange, bis wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Daher stellt es
allgemein auch kein Problem dar.

Zum Problem wird es erst, wenn wir uns weigern, unsere Aufmerksamkeit
auf die Dinge zu richten. Erst dadurch wird das persönliche Unbewusste zu
einer Ansammlung von verdrängten Inhalten.

Gruß
nemo

Unbewßte Prozesse sind nicht definierbar durch die Attribute "zerstörerisch oder destruktiv"

Olivia @, Sonntag, 15.05.2016, 19:27 vor 3561 Tagen @ nemo 2968 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 15.05.2016, 19:44

Die meisten Prozesse laufen "unbewusst" ab. Sie als zerstörerisch und destruktiv zu bezeichnen wird diesen Abläufen nicht gerecht. Genauso, wie Du gewohnte Strecken mit dem Auto oder der S-Bahn fährst, ohne darüber nachzudenken, ja bisweilen sogar ohne es zu bemerken, laufen auch Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse "unbewusst" mit einer unglaublich hohen Geschwindigkeit ab. Der "innere Computer" nimmt wahr, analysiert, interpretiert, gewichtet und entscheidet LANGE bevor diese Entscheidung dem Bewusstsein und der "rationalen" Analyse zur Verfügung gestellt wird.

Der Komplexität dieser Prozesse kann man nur ehrfürchtig gegenüberstehen und versuchen, zumindest in Ansätzen zu ergründen, WAS da alles "verarbeitet" wird.
Nicht umsonst kamen viele "Erkenntnisse" den Forschern "im Traum". Der Computer bekam "Input" und arbeitete.

Jeder aktiv und kreativ Tätige wird diese "Hintergrundarbeit" des "inneren Computers" kennen und sie zu nutzen wissen.

--
For entertainment purposes only.

Auf Messers Schneide

Rybezahl, Samstag, 14.05.2016, 15:37 vor 3562 Tagen @ Falkenauge 3443 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 14.05.2016, 16:36

Hallo!

Das ist der alte Streit zwischen Materialisten und Spiritualisten.

Da die Wissenschaft auf Wahrnehmung beruhen muss, lässt sich behaupten, dass, nach Ockham, wonach eine schlüssige Theorie, die weniger Annahmen enthält, die Theorie ist, die einer Theorie mit mehr Annahmen vorzuziehen ist, die materialistische Theorie aufgrund seiner der Wahrnehmung nachgelagerten Fundamente der spiritualistischen Theorie nicht vorzuziehen ist.

Allerdings ist zu beachten: In diesem Sinne steht der Platonismus mit dem Materialismus in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander.

Gruß!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Anhang

Rybezahl, Samstag, 14.05.2016, 16:53 vor 3562 Tagen @ Rybezahl 3263 Views

Leider ist die Editierzeit vorbei, aber es ist mir... wichtig.

Allerdings ist zu beachten: In diesem Sinne steht der Platonismus mit dem
Materialismus in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander.

Platonist ist auch, wer glaubt, dass es eine göttliche Vorlage für Bücher gibt, was auf alle Schriftreligionen zutreffen dürfte.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Interessant ist aber auch...

sensortimecom ⌂ @, Samstag, 14.05.2016, 17:19 vor 3562 Tagen @ Rybezahl 3213 Views

.... dass die hebräischen Schriften, die eigentlich als Grundlage für die grossen Weltreligionen gelten - und somit auch für den "Spiritualismus" - nirgends den Dualismus (also die Trennung von Körper und Geist) verfechten. Das kam erst mit Hereinnahme der griech. Mythologie und mit Platon, und das auch erst im 2. und 3. Jhdt. n. Chr. Das "Alte Testament" vertrat eine monistische Sicht der Dinge. Auch die Lehre vom Weiterleben einer "Seele" nach dem Tod war nicht enthalten (vielmehr die leibliche Auferstehung). Von dieser Warte aus betrachtet, könnte man das alte Judentum glatt als Wiege des Materialismus betrachten <img src=" />

Platonist ist auch, wer glaubt, dass es eine göttliche Vorlage für
Bücher gibt, was auf alle Schriftreligionen zutreffen dürfte.

Ebenen

Wildheuer @, Schurkenstaat im Herzen Europas, Sonntag, 15.05.2016, 10:24 vor 3562 Tagen @ sensortimecom 3007 Views

Ob Platon es wirklich im trennenden Sinne gemeint hat, ist fraglich. Die beiden genannten Ebenen können auch als ineinander verschränkt und sich ergänzend verstanden werden.

Quak, quak

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 14.05.2016, 21:34 vor 3562 Tagen @ Rybezahl 3346 Views

Hallo!

Das ist der alte Streit zwischen Materialisten und Spiritualisten.

Da die Wissenschaft auf Wahrnehmung beruhen muss, lässt sich
behaupten, dass, nach Ockham, wonach eine schlüssige Theorie, die weniger
Annahmen enthält, die Theorie ist, die einer Theorie mit mehr Annahmen
vorzuziehen ist, die materialistische Theorie aufgrund seiner der
Wahrnehmung nachgelagerten Fundamente der spiritualistischen Theorie nicht
vorzuziehen ist.

Kannst du das mal ins Deutsche übersetzen?
Worauf bezieht sich "seiner"?

Allerdings ist zu beachten: In diesem Sinne steht der Platonismus mit dem
Materialismus in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander.

Gruß!

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Quickel, quackel

Rybezahl, Samstag, 14.05.2016, 22:46 vor 3562 Tagen @ Mephistopheles 3340 Views

Hallo!

Das ist der alte Streit zwischen Materialisten und Spiritualisten.

Da die Wissenschaft auf Wahrnehmung beruhen muss, lässt sich
behaupten, dass, nach Ockham, wonach eine schlüssige Theorie, die

weniger

Annahmen enthält, die Theorie ist, die einer Theorie mit mehr Annahmen
vorzuziehen ist, die materialistische Theorie aufgrund seiner der
Wahrnehmung nachgelagerten Fundamente der spiritualistischen Theorie

nicht

vorzuziehen ist.


Kannst du das mal ins Deutsche übersetzen?

Do you speak Inglisch?

Worauf bezieht sich "seiner"?

Auf die materialistische Theorie.

Gruß! [[freude]]

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

So sicher wäre ich mir da nicht ....

NST ⌂ @, Südthailand, Samstag, 14.05.2016, 16:47 vor 3562 Tagen @ Zarathustra 3391 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 14.05.2016, 17:55

Was soll daran trostlos sein? Es geht um Wahrnehmung, wodurch ein
Bewusstseinsfluss entsteht, und das ist nunmal überwiegend im Gehirn
gespeichert,
und weniger in den Haaren.

Hallo,

hier ein interessantes Beispiel, dass man eigentlich nicht wirklich weiss, was Sache ist. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich. Es gibt noch einige ähnliche Beispiele, die ebenfalls mit Bildern hinterlegt sind. Bei allen Fällen ist eines gleich, fast kein Gehirn vorhanden und die Menschen haben normal in ihrem Umfeld gelebt. Nur durch Zufall wurde entdeckt, dass sie kein normal entwickeltes Gehirn hatten.

Bei einem IQ von 65 sind sie auf jeden Fall befähigt, mit den neuen Raktenwissenschaftlern auf Augenhöhe die weitere Zukunft zu gestalten. [[top]]
Gruss

--
Buntschland bald platt?
Mir doch egal, solange mein Geld aus dem Bankomaten, mein Strom aus der Dose, mein WiFi aus der Luft, mein Wasser aus dem Hahn und meine Fressalien auf den Tisch kommen! [[freude]] ©n0by
Seit 2020 Facebook Mitarbeiter+Forentroll

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.