Ist Falschgeld gut oder schlecht?

Uli Strauß, Montag, 09.05.2016, 11:30 vor 3567 Tagen 1880 Views

Wenn jemand (von echtem nicht zu unterscheidendes) Falschgeld in Verkehr bringt, verschafft er sich einen Vorteil gegenüber seinen Mitmenschen, die sich ihr Geld durch verschuldungspflichtige Arbeit erwerben müssen.
Andererseits könnte man auch argumentieren, dass ein immer stärkeres Ungleichgewicht zwischen der hohen Schuldenlast und dem geringen zum Wirtschaften zur Verfügung stehenden Vermögen besteht und das Falschgeld diesem Ungleichgewicht entgegenwirkt. Dass also Falschgeld allen Wirtschaftsteilnehmern nützt, weil es schuldenfreies Geld darstellt.

Man könnte einwenden, durch Falschgeld steige die Inflation. In dem Fall würde ich die Frage aufwerfen, ob diese Inflation schädlicher als die existierende, durch das Aufschuldungs-Geldsystem der Zentralbanken erzeugte Dauerinflation ist oder ob der positive Effekt des frischen, schuldenfreien Geldes überwiegt.

Wie sieht das der Rest des Forums?

Falschgeld ist gut! + Link

Nico @, Montag, 09.05.2016, 19:16 vor 3566 Tagen @ Uli Strauß 1376 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 09.05.2016, 19:34

Wenn jemand (von echtem nicht zu unterscheidendes) Falschgeld in Verkehr
bringt, verschafft er sich einen Vorteil gegenüber seinen Mitmenschen, die
sich ihr Geld durch verschuldungspflichtige Arbeit erwerben müssen.

Das ist absolut richtig, und dass sich nun einfach jeder einzelne sein Geld (Zahlungsmittel) selbst druckt, geht aus verständlichen Gründen natürlich auch nicht. Deshalb sollte also nur der Staat "Falschgeld" (Fiat Money) drucken dürfen, weil er zumindest im Idealfall für alle gemeinsam handelt.

Andererseits könnte man auch argumentieren, dass ein immer stärkeres
Ungleichgewicht zwischen der hohen Schuldenlast und dem geringen zum
Wirtschaften zur Verfügung stehenden Vermögen besteht und das Falschgeld
diesem Ungleichgewicht entgegenwirkt. Dass also Falschgeld allen
Wirtschaftsteilnehmern nützt, weil es schuldenfreies Geld darstellt.

Ich hätte das nicht unbedingt so formuliert, es ist aber richtig, dass die Emission von Falschgeld konjunkturell stimulierend wirkt. Diese Thematik wird auch durch die auch bei uns im Gelben immer wieder aufflammende Diskussion um den wankelmütigen Hotelgast behandelt.

Man könnte einwenden, durch Falschgeld steige die Inflation. In dem Fall
würde ich die Frage aufwerfen, ob diese Inflation schädlicher als die
existierende, durch das Aufschuldungs-Geldsystem der Zentralbanken erzeugte
Dauerinflation ist oder ob der positive Effekt des frischen, schuldenfreien
Geldes überwiegt.

Inflation verhält sich an sich neutral zur Wirtschaft, weil Inflation steigende Preise bedeutet, und in der Wirtschaft alles in Preisen ausgedrückt wird, und so z.B. auch Löhne und Gehälter. Inflation wirkt konjunkturell stimulierend, weil hierdurch das (Zurück-) Halten (Bunkern) von Banknoten (Staatsgeld) unwirtschaftlich wird – dies im Sinne von Dottores „Verrentung“ welche das "Hocken auf Staatspapieren“ beschreibt.

Wie sieht das der Rest des Forums?

Natürlich bin ich nur ein User , aber nicht der gesamte „Rest des Forums“ [[zwinker]] , aber dennoch:

Die Welt leidet darunter, dass die die Völker vertretenden Staaten ihres Privilegs der eigenen Geldemission beraubt wurden. Alle EU-Staaten haben heute nicht einmal mehr eine eigene Währung, welche sie überhaupt noch drucken könnten. Würden die Staaten ihr Geld selbst drucken können, was gleichbedeutend heißen würde, dass sie von den Zentralbanken direkt finanziert würden, dann gäbe es logischerweise keine Staatsverschuldung, und damit auch nicht die von PCM beschriebene wirtschaftliche Paralyse (Verrentung).

Schöne Grüße

Staatsfinanzierung – insbesondere an @ Liated mi Lefuet und @Phoenix5

und weiter Beiträge von mir:

http://www.dasgelbeforum.net/search.php?search=staatsfinanzierung&ao=and&u_name...

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... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

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