Null Info-Artikel. Arabien will unabhängig vom Öl werden. Wie?

Ankawor, Montag, 25.04.2016, 23:26 vor 3579 Tagen 2498 Views

Selten habe ich einen Artikel gesehen, bei dem nach der Überschrift absolut null Info geliefert wird.

Der Focus meldet ganz groß, dass die Saudis einen 2-Billionen-Hammer vorhaben, um sich für die Zeit nach dem Öl zu wappnen. Damit wird ein Staatsfonds gegründet.

Nun war ich ganz neugierig, was sie verkaufen wollen, wenn das Öl alle ist.

Man beachte dazu übrigens die Aussage, wenn das Öl alle ist, und im Artikel heißt es, dass SA schon 2020 ohne Öl klarkommen wird.
Bisher hieß es von den Saudis immer, dass sie noch "ewig" Öl liefern können - und jetzt wollen sie 2020 auch ohne auskommen können.

Müssten da nicht überall die Alarmglocken schrillen? Dann werden ja alle Peakoil-Prognosen über den Haufen geworfen und es geht schon viel schneller zu Ende ...

Zurück zu meiner Neugier. Was werden sie denn dann verkaufen, wenn nicht Öl?

Dazu wird leider kein Wort gesagt. Außer Kameldung fällt mir nichts ein, und auch Zerohedge schrieb vorgestern: wenn man sich bei Arabien das Öl wegdenkt, bleibt nur Sand und heiße Luft.

Hat jemand eine Idee, was die Saudis da möglicherweise vorhaben? Es ist ja auch in anderer Hinsicht interessant, denn wenn sie nach dem Öl nichts mehr zu verkaufen haben, können sie die 90 Mio. Einwohner nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen, und dann müssen die alle nach Deutschland laufen.

http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/oelpreisverfall-saudi-arabien-praesentiert...

Saudi Arabien: Fokus-Redakteur von Visionen geblendet

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Dienstag, 26.04.2016, 00:09 vor 3579 Tagen @ Ankawor 2259 Views

Hallo Ankawor,

Selten habe ich einen Artikel gesehen, bei dem nach der Überschrift
absolut null Info geliefert wird.

ja, klingt wie eine umformulierte Tickermeldung. Es fehlt jedoch die inhaltliche Bewertung durch den Journalisten.


Der Focus meldet ganz groß, dass die Saudis einen 2-Billionen-Hammer
vorhaben, um sich für die Zeit nach dem Öl zu wappnen. Damit wird ein
Staatsfonds gegründet.

Noch einer?!
Das Handelsblatt erwähnt am 8.2.2016, dass Saudi-Arabien mittels des existierenden Staatsfonds "SAMA Foreign Holdings" über USD 632 Mrd. verfügt.

Hat jemand eine Idee, was die Saudis da möglicherweise vorhaben? Es ist

Ja, das Tafelsilber zu dem Zeitpunkt verkaufen, wo der Silberpreis im Keller ist. Das wirft Fragen auf.

Sie könnten doch auch ihre Assets verkaufen. Als US-Vertreter jedoch würde ich den Verkauf von US-Staatsanleihen durch Saudi-Arabien allerdings als terroristischen Akt sehen und robust darauf reagieren. [[lach]]
Sind andere Anlagen der Saudis nicht verkäuflich?
Oder wurde schon alles weggefeiert?

Den Artikel müssen die beim Fokus sofort in die Mystery-Ecke umhängen, damit die fehlende redaktionelle Arbeit nicht auffällt.

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Ka-Meldung

Sundevil @, Dienstag, 26.04.2016, 07:22 vor 3579 Tagen @ Ankawor 1996 Views

Das erinnert mich irgendwie an die deutschen Medien...Wie kommt das nur?

Das ist IMHO kein Peakoil-Problem

kieselflink @, Dienstag, 26.04.2016, 10:20 vor 3579 Tagen @ Ankawor 1601 Views

Den Saudis brennt der Kittel. Aber nicht, weil das Öl knapp würde. Das Gegenteil ist der Fall.

Ich hatte vor kurzem einen Artikel gelesen oder Vortrag gehört (ich glaube Dirk Müller - Mr.DAX), in dem das Problem, welches die Saudis haben, mit angerissen wurde.

Soweit ich es verstanden habe, ist der niedrige Ölpreis das Problem.

Durch die verschwenderische Lebensweise der Saudis und mancherlei soziale Zuwendungen und Vorteile gegenüber Teilen der eigenen Bevölkerung (da wird ein Märchenland finanziert) gibt es einfach ein strategisches Dezfizit-Problem, wenn diese Lebensweise beibehalten wird oder der Ölpreis nicht bald wieder deutlich steigt.

Bei aktuellen Verhältnissen sollen die Reserven noch ca. 3,5 Jahre reichen, dann ist Sense. Und spätestens dann gibt es ein Problem, die eigene Bevölkerung ruhig zu halten.

So ist das, wenn man alles auf ein Pferd setzt und dann einem schwarzen Schwan begegnet...

Und dies erklärt auch die "Verstimmung" gegenüber den USA. Der angedrohte Verkauf von US-Staatsanleihen scheint mir eher ein Hilferuf an den Noch-Partner. Dieser Schritt ist für die Saudis unabwendbar, wenn sie nicht noch schnell eine andere Einkommensquelle finden oder die Anleihen gegen Kriegsgerät tauschen...

Vielleicht sollten sie es mal mit Sand versuchen [[zwinker]]

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Nachtrag - Video gefunden: Hier der Link zu Dirk Müller - auf den Punkt bei 6m10s

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cheers - kieselflink

Saudis steigen auf Papier um

Rybezahl, Dienstag, 26.04.2016, 10:25 vor 3579 Tagen @ Ankawor 1815 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 07.04.2017, 14:41

Hallo,

die Saudis sagen, sie seien zu sehr vom Öl abhängig, deshalb steigen sie jetzt auf Papier um. Clever, denn bevor man wartet, dass die Bäume zu Öl werden, macht man einfach Papier daraus!

Dazu wollen sie zunächst (Testballon?) weniger als 5% ihres Öl-Imperiums an die Börse bringen und mit dem Erlös einen Staatsfond* gründen, den mit Abstand größten Staatsfonds auf dem Markt (2 Billionen Dollar). Außerdem sollen einige Privatisierungen stattfinden und ausländische Investoren angelockt werden ("Green-Card").

Das heißt nicht, dass das Öl im Jahre 2030 alle sein muss. Das heißt nur, dass andere das Öl fördern dürfen.
Mit dem Staatsfonds wird dann kräftig im In- und Ausland investiert.
So eine Art Silicon Valley in Saudi-Arabien vielleicht?

Solltest du Angst vor Flüchtlingen haben, von dort werden sie vorerst nicht kommen. L̶y̶b̶i̶e̶n̶ Libyen ist zum Beispiel schlimmer vom Verfall des Öl-Preises betroffen und dort warten auch mehr Syrer darauf, nach Syrien zurückkehren zu können. Leider leidet der Staatshaushalt und somit die Flüchtlingshilfe unter dem Preisverfall sehr.
Doch der Westen naht:
http://www.n-tv.de/politik/USA-und-Europa-wollen-Libyen-stabilisieren-article17551811.html
Puh!

Gruß!


* http://www.zeit.de/2007/29/Kasten-Staatsfonds
(Datum der Veröffentlichung beachten!)

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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

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