Frage an Draghi

farmer @, Montag, 25.04.2016, 09:47 vor 3580 Tagen 2499 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 25.04.2016, 12:14

Könnte mal einer eine Frage an den Herrn Draghi stellen? Wir in der Schweiz und auch sicher auch in Deutschland gibt es Pensionskassen und sonstige Institutionen, die Gelder für die Bevölkerung anlegen und 1-2 % Zins erwirtschaften müssen. Pensionskassen in der Schweiz müssen die Gelder der Mitglieder im obligatorischen Teil zu 1,5 % verzinsen. Da sie Verpflichtungen haben, müssen sie einen grossen Teil in Obligationen und sonstige Darlehen anlegen. Aber was sollen sie noch kaufen? Sie kaufen jetzt ja auch noch den grössten Teil der Industrieanleihen mit Rating BBB und höher auf. Da verbleiben für uns ja nur noch die Junk-Anleihen.

Auch ich als einfach denkender Mensch weiss, es wird wieder mal eine Rezession kommen, die muss nicht von Ihnen ausgehen, es gibt genug Tretminen auf dieser Welt. Wie erklären dann die Pensionskassenverwalter etc. ihren Mitgliedern, dass die Renten sinken, weil viele Darlehen nicht mehr zurückgezahlt werdenFriedrich Auf Aktien können sie auch nicht gross ausweichen, den oh Wunder, auch die sinken in einer Rezession. Wenn wir Bargeld halten, müssen wir für die Gelder bei Ihnen sogar Zinsen zahlen. Auch die geliebten Immobilien sinken im Wert, wenn die Wirtschaft stottert.

Was müssen die Pensionskassenverwalter dann den Mitgliedern erzählen, wenn die Renten nicht mehr voll gedeckt sind? Alle Renten um 20 % kürzen? Dürfen die Verwalter dann die Mitglieder zu ihnen weiterleiten für eine Antwort? Wann haben Sie das letzte Mal Bürger mit Hacken und Beile gesehen? Als kleiner Farmer kenne ich natürlich Ihre Antwort, dann kaufen wir das auch noch auf, wo liegt das Problem.

Und noch eine kleine Bonus Frage, was macht Ihr Heimatland Italien, wenn die BIZ für Staatsobligationen, bei den Banken, auch Eigenmittel fordern?

Gibt es ein Anrecht auf Verzinsung?

J. v. Liebig @, Montag, 25.04.2016, 12:01 vor 3580 Tagen @ farmer 1790 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 25.04.2016, 12:15

Hallo Farmer,

alle schlagen auf Herrn Dragi ein.

Was macht er denn?

Das in die Jahre gekommene Zinssystem fordert exponentielles Wachstum. Die 2. Nachkriegsgeneration beginnt gerade erst, ihre Rentenansparungen zu liquidieren.
Wo siehst Du Spielraum für relevante Habenzinsen?
In die Zukunft gerichtetes Ansparen sollte sich nur noch an sicherer Werterhaltung orientieren.

Gruß v.L.

Natürlich gibt es ein Recht auf Zinsen

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 25.04.2016, 12:33 vor 3580 Tagen @ J. v. Liebig 2087 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 25.04.2016, 12:49

Hallo Farmer,

alle schlagen auf Herrn Dragi ein.

Was macht er denn?

Das in die Jahre gekommene Zinssystem fordert exponentielles Wachstum. Die
2. Nachkriegsgeneration beginnt gerade erst, ihre Rentenansparungen zu
liquidieren.
Wo siehst Du Spielraum für relevante Habenzinsen?

Der Anspruch ergibt sich aus den Steuerforderungen des Finanzamts.
Die Steuer ist zum Termin fällig, da hat aber noch kein Unternehmen das Geld.
Die Ware und die Dienstleistungen, die versteuert werden, müssen nämlich noch bezahlt werden.
Also bleibt den Unternehmen (Steuern auf Einkommen werden nur von Unternehmen und Selbständigen bezahlt) nichts anderes übrig, als sich zu refinanzieren.
Das werden Unternehmen nur dann machen, wenn die Zinsen niedriger sind als die Säumniszuschläge.
Sollte einmal der Fall eintreten, dass die Säumniszuschläge, welche das Finanzamt für verspätete Steuerzahlung erhebt, niedriger sind als die Zinsen, gibt es für ein Unternehmen keinen Grund, Geld auf dem Kapitalmarkt aufzunehemen.
Also sind Steuern die Ursache der Zinsen, die Höhe richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Ist das Angebot an Geld sehr hoch wie gegenwärtig, dann sind die Zinsen niedrig.
Solange es Steuern gibt, die zum Termin fällig sind, wird es Habenzinsen geben.

In die Zukunft gerichtetes Ansparen sollte sich nur noch an sicherer
Werterhaltung orientieren.

Sichere Werterhaltung hat es niemals gegeben, dein Vorschlag läuft also darauf hinaus, sich an der Kristallkugel zu orientieren.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Überlagerte Aspekte

J. v. Liebig @, Montag, 25.04.2016, 13:37 vor 3580 Tagen @ Mephistopheles 1619 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 25.04.2016, 13:47

High,

bei dem was Du hier schreibst, handelt es sich sicherlich um Teilaspekte, die von den genannten Faktoren Liquidatation, Rentenansparungen und Zinseszins (betagtes Geldsystem) überlagert werden.
Es geht hier um Habenzinsen, nicht um Sollzinsen.

..aber genau genommen sind es auch nur Annahmen meinerseits, bestehe keinesfalls darauf, recht zu haben..

Gruß v.L.

Genaugenommen kannst du gar keine Habenzinsen erhalten

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 25.04.2016, 14:52 vor 3580 Tagen @ J. v. Liebig 1671 Views

High,

bei dem was Du hier schreibst, handelt es sich sicherlich um Teilaspekte,
die von den genannten Faktoren Liquidatation, Rentenansparungen und
Zinseszins (betagtes Geldsystem) überlagert werden.
Es geht hier um Habenzinsen, nicht um Sollzinsen.

Habenzinsen sind nur eine Folge staatlicher Gesetze. Der Staat kann seine Gesetze jederzeit ändern.

Der Staat kann deine Habenzinsen besteuern.
Der Staat kann den Zinssatz senken.
Der Staat kann die Zinsen streichen
Der Staat kann eine Währungsreform durchführen (dich enteignen)
Der Staat kann dich "in effigie" auszahlen.
Letzteres wird in den jetzigen Zeiten besonders gerne angewandt. Statt etwas Werthaltigem erhältst du ein paaar wertlose Papierschnipsel.

Es gilt: Der Herr hat`s gegeben, der Herr hat`s genommen, der Name des Herrn sei gelobt.

Sei`s also zufrieden. Ohne den Staat gäbe es nämlich überhaupt keine Zinsen.

..aber genau genommen sind es auch nur Annahmen meinerseits, bestehe
keinesfalls darauf, recht zu haben..

Gruß v.L.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

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