Die Leichtigkeit des Katholizismus in Portugal

Dieter, Sonntag, 24.04.2016, 22:49 vor 3581 Tagen 3001 Views

bearbeitet von Dieter, Montag, 25.04.2016, 12:20

Hallo,

eine kleine Randnotiz aus Portugal. Wenn ich im Alentejo bin, habe ich festgestellt, dass die mir bekannte Landbevölkerung dort seine Mitmenschen nimmt wie sie sind, mit allen Stärken und Schwächen, sehr tolerant, verständnisvoll, auch in sexueller und partnerschaftlicher Sicht (Seitensprünge, sex. Vorlieben).

Nun habe ich in einem Artikel in einer port. Zeitung o Publico gelesen, dass in Portugal 11,3% der Babys unehelich sind, im Alentejo liegt der Anteil der Unehelichen aber bei 53% und in einer Stadt im Alentejo (Mertola Bild vom Ort ) sogar bei 83%.
- und dies alles in einem Land, in dem fast alle katholisch sind.

Gleichzeitig ist die Familie wichtig.

- die Leichtigkeit des Seins -

Gruß Dieter

Haben die etwa keine Heiratsgenehmigung?

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 25.04.2016, 19:28 vor 3580 Tagen @ Dieter 1690 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 25.04.2016, 19:35

Hallo,

eine kleine Randnotiz aus Portugal. Wenn ich im Alentejo bin, habe ich
festgestellt, dass die mir bekannte Landbevölkerung dort seine Mitmenschen
nimmt wie sie sind, mit allen Stärken und Schwächen, sehr tolerant,
verständnisvoll, auch in sexueller und partnerschaftlicher Sicht
(Seitensprünge, sex. Vorlieben).

Nun habe ich in einem Artikel in einer port. Zeitung
o
Publico
gelesen, dass in Portugal 11,3% der Babys unehelich sind, im
Alentejo liegt der Anteil der Unehelichen aber bei 53% und in einer Stadt
im Alentejo (Mertola
Bild
vom Ort
) sogar bei 83%.
- und dies alles in einem Land, in dem fast alle katholisch sind.

Das ist in katholischen Gemeinden niemals ein Problem. Grund ist, man kann seine "Sünden" beichten, dann erhält man eine Absolution für ein paar Vaterunser, oder wenn es hochkommt, wird auch mal ein ganzer Rosenkranz als Buße aufgegeben, und alles ist wieder vergeben und vergessen. [[zwinker]]

Gleichzeitig ist die Familie wichtig.


War hierzulande in der frühen Neuzeit genauso. Grund war, dass einer in der Lage sein musste eine Familie zu unterhalten, um eine Heiratserlaubnis zu erhalten, ansonsten bestand die Gefahr, dass die Kinder der Gemeindekasse zur Last fielen.
Was dann natürlich bei beschränkten Kenntnissen über Geburtenkontrolle zu mehr unehelichen Geburten führte.

Bis vor wenigen Jahren war es in den katholischen Bereichen Bayerns (nicht ganz Bayern ist katholisch! Gerade in Schwaben und Franken gibt es viele mehrheitlich protestantische Gemeinden ==>Bauernkriege) üblich, dass der Pfarrer 3 Wochen vor der Hochzeit ein Heiratsaufgebot aushängte, damit eventuelle Einwände gegen die Ehe geltend gemacht werden konnten.

Spielt das bei den unehelichen Geburten in Portugal etwa auch eine Rolle?


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

im Text steht "unbekannte Vaterschaft"

Dieter, Montag, 25.04.2016, 22:03 vor 3580 Tagen @ Mephistopheles 1385 Views

Hallo Mephistopheles,

mit dem Katholizismus und der Beichte magst Du Recht haben, zumal ich den Eindruck gewann, daß in Portugal der Katholizismus eher der Volklore zuzurechnen ist, ich kann mich aber auch irren.

Aus dem besagten Zeitungsartikel ging nicht hervor, ob sie nicht heiraten können, dürfen. Inhaltlich wurde eher auf die "unbekannte" Vaterschaft abgehoben, also eher nebenehelicher Sex mit Folgen, oder daß sich die Väter einfach aus´m Staub machen. Ich konnte es nicht ergründen.

Allerdings übertraf die dargestellte Zahl von über 50% unehelicher Kinder, bzw. Kinder, dessen Vater nicht genannt werden kann, meine Ahnungen.

Bei den älteren Frauen kenne ich auch einige, die als Alleinerziehende ohne staatliche Hilfe etliche Kinder groß gezogen haben, deren Väter keinesfalls verstorben waren.

Gruß Dieter

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