Präsentationen von @moneymind und @BillHicks, mit anschließender Debatte mit Gunnar Heinsohn u. Geoffrey Hodgson (u.a.)

BillHicks ⌂ @, Wien, Freitag, 22.04.2016, 22:33 vor 3583 Tagen 3203 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 23.04.2016, 16:18

Ihr Lieben,

vor zwei Wochen hatten Wolfgang Theil (hier ehemals als @moneymind und @politicaleconomy aktiv) und ich die Gelegenheit, einen kleinen Ausschnitt der neuen europäischen politischen Ökonomie ("Paradigma"), an welcher wir arbeiten, auf dem WINIR Symposium on Property Rights vorzustellen:

Präsentation von Wolfgang Theil (Englisch, ca. 20min):
"Systematic Legal Foundations for Monetary Economics - An Essential Step Towards a New Paradigm for Political Economy"

Meine Präsentation direkt im Anschluss (Englisch, ca. 20min):
"Why Assets Are Not Things, Why Buying is Not Paying, And Why a New Macroeconomic Paradigm Needs to Add Both"

Auch die Q&A-Session mit Gunnar Heinsohn (einer der Keynote Speaker des Symposiums) und Geoffrey Hodgson (WINIR Mitgründer, Chair unserer Parallel Session) direkt anschließend an die Präsentationen ist nun seit heute öffentlich zugänglich (nur Audio, Englisch, ca. 43min): https://www.youtube.com/watch?v=-curDEfVE4c

Themen: Legal Foundation (Rechtsfundierung), Property Rights (Eigentumsrechte), Claims-Obligations-Balances (Geldvermögenssalden), Accounting (Rechungslegung), Micro-Macro-Paradoxes (Konkurrenzparadoxa, nur angedeutet), uvm.

Ich freue mich auf Euer konstruktiv-kritisches Feedback. Ihr habt großen Anteil daran, dass es diese Präsentationen und die zugehörigen Papers überhaupt gibt.

Herzlichen Dank an Euch alle, die ihr das mit ermöglicht habt!

Schöne Grüße aus Wien
Nicolas

aka

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Das sollte hier nicht so unbeachtet untergehen

tar ⌂ @, Gehinnom, Dienstag, 26.04.2016, 13:38 vor 3579 Tagen @ BillHicks 1998 Views

Hi Bill/Nicolas,

ich halte dieses Projekt ohne Untertreibung für das Wichtigste der letzten 4 Jahrzehnte, auch wenn bisher für uns Debitisten mehr oder weniger Lapalien abgehandelt worden sind, die aber trotz ihrer Banalität von den gängigen ortho- und heterodoxen Wirtschaftswissenschaften übersehen werden. Ich meine unter Einbeziehung der Rechtsverhältnisse sogar, die von mir herbeigesehnte Symbiose von Eigentumsökonomik (Recht und Zeitverlauf: Eigentumsbelastung/-verpfändung im Kreditkontrakt) und Debitismus (Macht und Zeitpunkt: Sanktionsdurchsetzung zum Termin) zu erkennen, wobei die Ursprünge der Macht- und Rechtsetzung bei eurer Veranschaulichung der ökonomischen Zusammenhänge (zumindest bis auf weiteres) sekundärer Natur bleiben können. Jedenfalls Gratulation, dass ihr Heinsohn in seinem Alter noch zur Mitarbeit motivieren konntet - vielleicht könnt ihr noch Stadermann und Schulmeister akquirieren. Spitzenarbeit jedenfalls, weiter so!

Was ich nicht ganz verstanden habe, war eure Zwischendiskussion zum Unterschied politischer Ökonomie und Ökonomik bzw. Political Economic and Economics, wobei ihr ja doch die politisch-rechtliche Seite herausstellen wollt, aber das Ganze als "... Economics" bezeichnet. Vielleicht kannst du dazu noch ein, zwei Sätze ausführen?

Ich möchte hier auch mal allgemein auf einen älteren Beitrag von mir bzw. die ganze zugehörige Debatte verweisen:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=268524

Einer der nächsten Schritte wäre es meiner Ansicht nach nämlich, die wechselseitige Relation von Eigentum(srechten) zum Geld darzustellen - und damit ziele ich auch auf dessen Bewertung ab: Eigentumsrechte in Geldwerten (ist ja noch einfach nachvollziehbar) und eben Geld in Eigentumsrelationen (schon komplexer, aber hftl. verständlich durch unterschiedliche Besicherung und in diesem Zusammenhang auch unterschiedliches rechtliches Durchsetzungsvermögen = Rechtssicherheit).

Gruß!â„¢

--
Gruß!™

Time is the school in which we learn,
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New European Political economics

BillHicks ⌂ @, Wien, Donnerstag, 05.05.2016, 14:50 vor 3570 Tagen @ tar 1769 Views

Hi Bill/Nicolas,

Grüß Dich tar/Mario, :) :)

nur recht kurz aus Zeitmangel:

ich halte dieses Projekt ohne Untertreibung für das Wichtigste der
letzten 4 Jahrzehnte,

Herzlichen Dank für die Blumen![[top]]
Bei Deiner überschwänglichen Einschätzung verwundert mich die sonst allgemeine Stille um so mehr.[[hae]]
Vielleicht liegt es am Englisch?

auch wenn bisher für uns Debitisten mehr oder
weniger Lapalien abgehandelt worden sind,

Das stimmt. Wenig Neues.
Gleichwohl ist es gleichzeitig eine Fundamentalkritik am sog. "Debitismus", weil wir Aspekte beleuchten, die für "gute" Debitisten bislang unsichtbar bleiben mussten und deshalb von "guten" Debitisten in der Vergangenheit auch radikale Fehleinschätzungen - wie etwa September 2008 bis zum März 2009 - getroffen wurden.
Gleichsam ist es eine Fundamentalkritik an der "reinen" Eigentumsökonomik.

die aber trotz ihrer Banalität
von den gängigen ortho- und heterodoxen Wirtschaftswissenschaften
übersehen werden.

Ja.

Ich meine unter Einbeziehung der Rechtsverhältnisse
sogar, die von mir herbeigesehnte Symbiose von Eigentumsökonomik (Recht
und Zeitverlauf: Eigentumsbelastung/-verpfändung im Kreditkontrakt) und
Debitismus (Macht und Zeitpunkt: Sanktionsdurchsetzung zum Termin) zu
erkennen,

Ja, beides lässt sich über die systematische Rechtsfundierung integrieren. Dabei ist jede einzelne Unterscheidung (etwa: Eigentum vs. Besitz, Eigentumsrechte vs. Forderungen, Privatrecht vs. Öffentliches Recht, ...), die wir treffen lächerlich simpel. Das Bild insgesamt kann aber aber nicht gesehen werden, wenn auch nur eine dieser Unterscheidungen nicht sicher gemacht werden kann. Das scheint es als dann zumindest als didaktischen Prozess wiederum recht komplex zu machen.

wobei die Ursprünge der Macht- und Rechtsetzung bei eurer
Veranschaulichung der ökonomischen Zusammenhänge (zumindest bis auf
weiteres) sekundärer Natur bleiben können.

Sehe ich auch so.
Gleichsam habe ich bzgl. der Ursprünge weiterhin viele Fragen, weit mehr als ich glaube Antworten zu kennen. Ein extrem spannendes Feld aus meiner Sicht. Ich vermute das gerade auch für uns Männer und unser Selbstverständnis. Kann das aber noch nicht ausführen.

Jedenfalls Gratulation, dass
ihr Heinsohn in seinem Alter noch zur Mitarbeit motivieren konntet -
vielleicht könnt ihr noch Stadermann und Schulmeister akquirieren.
Spitzenarbeit jedenfalls, weiter so!

Dankeschön.
Stephan Schulmeister steht schon auf dem Programm. Sein New Deal für Europa sowieso (der MIT Rechtsfundierung freilich erst ernsthaft funktionieren kann...).

Was ich nicht ganz verstanden habe, war eure Zwischendiskussion zum
Unterschied politischer Ökonomie und Ökonomik bzw. Political Economic and
Economics, wobei ihr ja doch die politisch-rechtliche Seite herausstellen
wollt, aber das Ganze als "... Economics" bezeichnet. Vielleicht kannst du
dazu noch ein, zwei Sätze ausführen?

Im Prinzip läuft da die Debatte noch...
Die Idee ist die: die "Königin" der Sozialwissenschaften - Wirtschaftswissenschaft ("economics") - konnte Königin nur dadurch werden, dass sie sich - Ende des 19 Jhd. - von der Politischen Ökonomie (political economy) zur Ökonomik (economics) gewandelt hat. Gleichwohl ist diese "Ökonomik" (economics) dann gar keine Sozialwissenschaft mehr, sondern mittelschwere Mathematik gemischt mit ein bißchen schlechter Statistik, welche sämtlich mit der (gesellschaftlichen!) Wirtschaftswirklichkeit absolut gar nichts zu tun hat.
Blöd war halt, dass die besten "Ökonomen" zu den besten "Ökonomen" dadurch wurden, dass sie mit diesen ästhetisch ansprechenden mathematischen Modellen, die gleichzeitig überhaupt keinen praktischen Nutzen hatten, am besten umgehen konnten. Je besser ein Ökonom mit mathematischen Modellen umgehen konnte, desto erfolgreicher war er als Ökonom und umso nutzloser waren die Modelle. Ein umgekehrtes Ausleseverfahren.
Warum waren die Modelle allesamt nutzlos? Weil die "Mikrofundierung" der Modelle der (angeblich immer schon existente und überall anzutreffende vorteilssuchende) Tausch ist (kommt uns hier sehr bekannt vor).
Die Frage ist was ist eine alternative Mikrofundierung? Um die geht es uns.

Wir wollen also nicht "zurück" in die politische Ökonomie (political economy), die - Heinsohn weist zurecht darauf im Gespräch hin - auch und gerade eine demographische, bevölkerungspolitische Dimension hat, sondern wir wollen schlicht eine Mikrofundierung hinbekommen, die ihre Wurzeln in der juristischen und buchhalterischen Wirklichkeit hat. Mit dieser könnte dann durchaus wieder "economics" betrieben werden, nur durch diese Mikrofundierung (historisch- u. kulturvergleichendes Recht, Buchhaltung) kann sie nicht mehr ahistorisch und universalistisch sein. Die (potenziell zu schaffenden) mathematischen Modelle kann man mit dieser Mikrofundierung prinzipiell nicht mehr "schließen" und dann vermeintlich "richtige" Aussagen treffen.

Die historischvergleichende und kulturvergleichende Perspektive ist es auch, die "political economics" zu einer dezidiert "europäischen" macht: european political economics. Eine fundamentale Basis unserer heutigen Gesellschaft ist nämlich eine griechisch-römische, d.h. ur-europäische Idee: Eigentum (nicht bloßer Besitz von Sachen, den es immer und überall geben kann).

Und warum läuft die Debatte noch? Nun, ... es geht um "economics" als extrem vorbelasteter (mindestens: beladender) Begriff per se und "political economics" im Speziellen, weil ein marxistisches (kleines) Journal (als Kritik am größeren Journal of Political Economy) sich Review of Radical Political Economics nennt.

U.a. deshalb schlägt Geoffrey Hodgson auch "Legal Institutionalism" vor und der Begriff hat sicher etwas für sich.

Es ist ein work in progress und das "new" erlaubt uns aus meiner Sicht den nötigen Spielraum: new european political economics.

Auf die weiteren Themen, die Du ansprichst, in der ihnen gebührenden Weise einzugehen fehlt mir jetzt die Zeit. Ich komme darauf zurück. Die Arbeit geht weiter.

Gruß!â„¢

Schöne Grüße!

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Symbiose von EÖ und D ist nicht möglich, da erst die Machttheorie des D die EÖ stimmig erklärt

Silke, Freitag, 06.05.2016, 19:10 vor 3569 Tagen @ tar 1769 Views

Lieber Mario/Nicolas/Wolfgang,

ja, sehr spannendes Projekt.[[top]]
Leider unter Vorherrschaft der Eigentumsökonomiker (keine Abwertung!).
Es ist heute schon eine große Leistung, sich den Ta(ä)uschern, Truhen- und Laurinträumern vor die verstrickten Füße zu werfen.
Aber so einfach geht es nun auch wieder nicht.

ich halte dieses Projekt ohne Untertreibung für das Wichtigste der
letzten 4 Jahrzehnte, auch wenn bisher für uns Debitisten mehr oder
weniger Lapalien abgehandelt worden sind, die aber trotz ihrer Banalität
von den gängigen ortho- und heterodoxen Wirtschaftswissenschaften
übersehen werden.

Wirklich?
Mario, deine Bachelorthesis ist sehr gelungen, besonders ab 5.4
Aber bist du dir sicher, dass du die aktuellen und revolutionären Gedanken von @Kurt, @Ashitaka, @Zara u.a. in deinem Wissensschatz mit verbaut hast, oder doch eher mit deinem hervorragenden Wissen mit einem Bein im Elfenbeinturm stehst?

Ich meine unter Einbeziehung der Rechtsverhältnisse
sogar, die von mir herbeigesehnte Symbiose von Eigentumsökonomik (Recht
und Zeitverlauf: Eigentumsbelastung/-verpfändung im Kreditkontrakt) und
Debitismus (Macht und Zeitpunkt: Sanktionsdurchsetzung zum Termin) zu
erkennen, wobei die Ursprünge der Macht- und Rechtsetzung bei eurer
Veranschaulichung der ökonomischen Zusammenhänge (zumindest bis auf
weiteres) sekundärer Natur bleiben können.

Sekundärer Natur? Geht's noch?
Lass uns noch einmal zurück auf "Los" gehen.
Da finden wir dann solche Megalithe wie:
"Wir alle haben uns geirrt.
Die Realität ist nicht Wirtschaften -- Geld, Preis und Zins -- Macht -- >Abgaben -- weiter Wirtschaften.
Sondern: Macht -- Abgaben -- Geld -- Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins.
(Zitat: Debitismus Seite 30) http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/Debitismus-PCM.pdf
und:
"Macht, Staat, Zwang und Abgabe und deren Finanzierung muss den property rights und ihren wirtschaftlichen Ergebnissen sowohl historisch als auch theoretisch voraus gehen. Oder schlicht: Macht vor Steuern, Steuern vor Einkommen."
@dottore

Auf diesen Grundmauern ist die ganze Eigentumsökonomik draufgesattelt, in deren Details man sich unendlich verstricken kann, wenn man möchte.
Machttheorie steht vor Eigentumsökonomik.

Jedenfalls Gratulation, dass
ihr Heinsohn in seinem Alter noch zur Mitarbeit motivieren konntet -
vielleicht könnt ihr noch Stadermann und Schulmeister akquirieren.
Spitzenarbeit jedenfalls, weiter so!

Ja, unbedingt.
Aber Machttheoretiker wie PCM sollten auch einbezogen werden.
Erwähnte Römer, Griechen und jede andere Hochkultur davor und danach sind nicht durch Tausch, Handel, Kreditieren, Eigentumsverpfändung und Kooperation groß geworden sondern durch rauben, plündern, Tributfordern und Machtzession = Eigentumsschaffung auf Kosten Dritter.
Das machen wir heute noch.
Jeder Vertrag, den wir schließen geht zu Lasten Dritter.

Einer der nächsten Schritte wäre es meiner Ansicht nach nämlich, die
wechselseitige Relation von Eigentum(srechten) zum Geld darzustellen - und
damit ziele ich auch auf dessen Bewertung ab: Eigentumsrechte in Geldwerten
(ist ja noch einfach nachvollziehbar) und eben Geld in Eigentumsrelationen
(schon komplexer, aber hftl. verständlich durch unterschiedliche
Besicherung und in diesem Zusammenhang auch unterschiedliches rechtliches
Durchsetzungsvermögen = Rechtssicherheit).

Hier geht's lang.
Geld = Macht(teilhabe). Machtteilhabe = Existenz. Machtausschluss =Autarkie in eigenem konkurrenzfähigem Machtsystem oder Untergang.
Die Macht erzwingt den Rahmen, in dem sich die Akteure bewegen können und ist zugleich von den Akteuren so sehr abhängig, dass sie ständig in Gefahr ist, unterzugehen, um einer konkurrierenden, stärker werdenden Macht Platz machen zu müssen in unserem zentralmachtgetriebenen Pyramidenspiel.

Eigentum wird ausschließlich durch eine Macht definiert und entsteht oder erhält sich nie im Konsens sondern nur im Streit der einflussnehmenden Mächte.
Da kann ich verpfänden, vertragen und verpflichten, so viel ich will.
Rückt morgen eine stärkere Macht ein, sind alle Verträge hinfällig.
Das werden wir schön beobachten können, wenn unsere Demokratie in ihre natürliche und ungeschminkte Form zurückfällt – die Diktatur.

Liebe Grüße
Silke

Bravo und danke! (oT)

Elli ⌂ @, Freitag, 06.05.2016, 19:36 vor 3569 Tagen @ Silke 1542 Views

- kein Text -

Der Bruch aufs Rechtssystem schafft ökonomische Klarheiten, macht aber die Untersuchung der Macht nicht überflüssig

tar ⌂ @, Gehinnom, Samstag, 07.05.2016, 19:09 vor 3568 Tagen @ Silke 1724 Views

Hi,

Aber
so
einfach geht es nun auch wieder nicht.

Was meinst du mit "einfach"?

ich halte dieses Projekt ohne Untertreibung für das Wichtigste der
letzten 4 Jahrzehnte, auch wenn bisher für uns Debitisten mehr oder
weniger Lapalien abgehandelt worden sind, die aber trotz ihrer

Banalität

von den gängigen ortho- und heterodoxen Wirtschaftswissenschaften
übersehen werden.


Wirklich?
Mario, deine

Bachelorthesis
ist sehr gelungen, besonders ab 5.4

Vielen Dank!

Aber bist du dir sicher, dass du die aktuellen und revolutionären
Gedanken von @Kurt, @Ashitaka, @Zara u.a. in deinem Wissensschatz mit
verbaut hast, oder doch eher mit deinem hervorragenden Wissen mit einem
Bein im Elfenbeinturm stehst?

Wenn ich diese revolutionären Gedanken zusammenfassen darf:

Zara, der mit Rückgriff auf Schopenhauer, Bott, Sofsky's Traktat über die Gewalt und anderen unser Dasein grundsätzlich wie folgt zusammenfaltet, dass wir Menschen seit Anbruch der Kultur (also seit Viehzucht und Ackerbau) keine Menschen mehr seien, kann das menschliche Dilemma des eigenen Untergangs aufgrund der von ihm selbst immer wieder ins Licht geführten Empirie nicht auflösen. Denn genau so "wie der Zins empirisch fehlt", mangelt es dem innerhalb des Großkollektivs erzogenen Menschen empirisch an der Möglichkeit (oder bei anderem Verständnis: am Willen), Herrschaft, Zucht und (Unter)Ordnung abzulegen.

Von Kurt ist mir nichts revolutionäres bekannt. Link?

Bei Ashitika habe ich innerhalb seiner mir doch eher von einem ungeordneten definitorischen Wirrwarr geprägten Ansichten einige Aha-Erlebnisse mitnehmen können, die mir aber unzureichend erläutern, inwiefern sich Geld als sogenannte "Eigenschaft" - als Zedierung der Macht - nun von einem rechtsbezogenen Verhältnis unterscheidet - eben weil ja gesetztes Recht auch nur ein Kind der Macht sein kann.

Mir scheint dies letztlich nur ein Tanz um des Kaisers Bart, weswegen ich ja eben den Rückgriff und Fokus auf das Recht so außerordentlich gelungen finde. Genau da unterscheiden sich auch alle Ansichten nicht. Die Differenzen beginnen viel mehr beim historischen (und ggf. psychologischen) Ablauf, also wieso auch immer dieses Recht gesetzt wurde - das ist dabei eben sekundär und meines Erachtens auch nicht Untersuchungsgegenstand von Ökonomen, die meiner Auffassung nach vielmehr die Wirkung unterschiedlich gesetzten Rechtes auf wirtschaftliche Verhältnisse untersuchen und erkennen sollten.

Ich meine unter Einbeziehung der Rechtsverhältnisse
sogar, die von mir herbeigesehnte Symbiose von Eigentumsökonomik

(Recht

und Zeitverlauf: Eigentumsbelastung/-verpfändung im Kreditkontrakt)

und

Debitismus (Macht und Zeitpunkt: Sanktionsdurchsetzung zum Termin) zu
erkennen, wobei die Ursprünge der Macht- und Rechtsetzung bei eurer
Veranschaulichung der ökonomischen Zusammenhänge (zumindest bis auf
weiteres) sekundärer Natur bleiben können.


Sekundärer Natur? Geht's noch?

Ja, noch geht's. Danke der Nachfrage. [[freude]]

Lass uns noch einmal zurück auf "Los" gehen.
Da finden wir dann solche Megalithe wie:
"Wir alle haben uns geirrt.
Die Realität ist nicht Wirtschaften -- Geld, Preis und Zins -- Macht --

Abgaben -- weiter Wirtschaften.

Sondern: Macht -- Abgaben -- Geld -- Wirtschaften mit Geld und Preis
und Zins
.
(Zitat: Debitismus Seite 30)
http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/Debitismus-PCM.pdf
und:
"Macht, Staat, Zwang und Abgabe und deren Finanzierung muss den property
rights und ihren wirtschaftlichen Ergebnissen sowohl historisch als auch
theoretisch voraus gehen. Oder schlicht: Macht vor Steuern, Steuern vor
Einkommen."
@dottore

Auf diesen Grundmauern ist die ganze Eigentumsökonomik draufgesattelt, in
deren Details man sich unendlich verstricken kann, wenn man möchte.
Machttheorie steht vor Eigentumsökonomik.

Ja, natürlich. Macht vor Rechtssystem. Macht konstituiert Recht. Macht kann nun unterschiedlichst ausgestaltet sein und Recht sowieso. Das zu erkennen, um die innerhalb eines Macht- und damit Rechtssystems unterschiedliche Wirkungen unterschiedlicher Rechtsgestaltungen zu erkennen, halte ich für sehr sinnvoll. Wo ist dein fucking Problem?

Jedenfalls Gratulation, dass
ihr Heinsohn in seinem Alter noch zur Mitarbeit motivieren konntet -
vielleicht könnt ihr noch Stadermann und Schulmeister akquirieren.
Spitzenarbeit jedenfalls, weiter so!


Ja, unbedingt.
Aber Machttheoretiker wie PCM sollten auch einbezogen werden.

Wozu genau?

Erwähnte Römer, Griechen und jede andere Hochkultur davor und danach
sind nicht durch Tausch, Handel, Kreditieren, Eigentumsverpfändung und
Kooperation groß geworden sondern durch rauben, plündern, Tributfordern
und Machtzession = Eigentumsschaffung auf Kosten Dritter.
Das machen wir heute noch.
Jeder Vertrag, den wir schließen geht zu Lasten Dritter.

Bitte wo im Universum gibt es überhaupt "Überleben, das nicht auf Kosten Dritter geht"? Es ist doch genau umgekehrt, das uns von irgendwelchen realitätsfernen Tauschliebhabern im Elfenbeinturm dieses wir-haben-uns-alle-lieb-und-starten-die-Bedürfnisbefriedigung-mit-unserer-Schatzkiste-zum-gegenseitigen-Wohlfahrtsgewinn eingebläut wurde/wird. Das ist doch Schwachsinn hoch drei und ich erkenne nirgends auch nur den Hauch eines Grundes, bei der wirtschaftlichen Untersuchung von Rechtssystemen ebenfalls von so einem Humbug auszugehen.

Einer der nächsten Schritte wäre es meiner Ansicht nach nämlich, die
wechselseitige Relation von Eigentum(srechten) zum Geld darzustellen -

und

damit ziele ich auch auf dessen Bewertung ab: Eigentumsrechte in

Geldwerten

(ist ja noch einfach nachvollziehbar) und eben Geld in

Eigentumsrelationen

(schon komplexer, aber hftl. verständlich durch unterschiedliche
Besicherung und in diesem Zusammenhang auch unterschiedliches

rechtliches

Durchsetzungsvermögen = Rechtssicherheit).


Hier
geht's lang.
Geld = Macht(teilhabe). Machtteilhabe = Existenz. Machtausschluss
=Autarkie in eigenem konkurrenzfähigem Machtsystem oder Untergang.
Die Macht erzwingt den Rahmen, in dem sich die Akteure bewegen können und
ist zugleich von den Akteuren so sehr abhängig, dass sie ständig in
Gefahr ist, unterzugehen, um einer konkurrierenden, stärker werdenden
Macht Platz machen zu müssen in unserem zentralmachtgetriebenen
Pyramidenspiel.

Bitte wo findet sich da nun die essentiellen Unterschiede eines feudalgetriebenen Systems und eines, das bürgerliche Freiheiten kennt? Wo liegt die Erkenntnis? Wo der Nutzen? Sollen wir uns alle zurücklehnen und die Dinge geschehen lassen? Braucht es den Widerstreit zwischen Arbeitnehmer, Bürger, Politiker und Unternehmen nicht mehr?! Ahoi apokalypse, here i come? WTF!?

Eigentum wird ausschließlich durch eine Macht definiert und entsteht
oder erhält sich nie im Konsens sondern nur im Streit der
einflussnehmenden Mächte.

Wer bestreitet dies?

Da kann ich verpfänden, vertragen und verpflichten, so viel ich will.
Rückt morgen eine stärkere Macht ein, sind alle Verträge hinfällig.
Das werden wir schön beobachten können, wenn unsere Demokratie in ihre
natürliche und ungeschminkte Form zurückfällt – die Diktatur.

Nochmal: Wer bestreitet dies? Das sind politische, historische und meinetwegen noch (massen)psychologische Zusammenhänge - die wirtschaftlichen und damit die innerhalb eines freilich durch eine Macht gesetzten Rechtssystem geltenden Verhältnisse (ggf. Vertragsfreiheit, Eigentum, etc.) hängen natürlich von diesen ab, sind aber ein eigenständiger Untersuchungsgegenstand. Man hat ja auch nicht aufgehört, am Laser zu arbeiten, nur weil es noch keine einheitliche Feldtheorie gibt.

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Nachtrag zur Eigentumsbelastung, Bewertung und zum Ursprung von Liquidität

tar ⌂ @, Gehinnom, Dienstag, 26.04.2016, 14:09 vor 3579 Tagen @ BillHicks 2050 Views

Dazu mal folgende Verweise zu vier Jahre alten Beiträgen und Debatten:

Die Sicherheiten (belastetes Eigentum beim Gläubiger und verpfändetes Eigentum beim Schuldner) werden selbst erst durch die Zinsfestsetzung bei der Emission in der zur Emission zugehörigen abstrakten Geldeinheit bewertbar. Diese bewertete Deckungsmasse spiegelt sich im Wechselkurs der Emission gegenüber anderen Eigentümern wieder: deren Preis.
(Quelle)

Der Markt ist der ursprünglichen Mindestbewertung durch den für Kapital notwendigen Geldvorschuss nachgelagert und führt erst im Nachhinein zu einer davon abweichenden Bewertung des Kapitals, die sich daraufhin auf die Bewertung der durch derartiges Kapital gedeckten Emission auswirkt.

1. Gläubiger bewertet sein Besicherungseigentum und das Haftungseigentum des Schuldners
2. Gläubiger emittiert anhand dieser beiden Bewertungen: jetzt gibt es überhaupt erst Geld, Geldstandard und Bewertungen in selbigem (Werte, Preise)
3. Markt bewertet dann Eigentum des Gläubigers und Schuldners anhand der verfügbaren Emission (auch in verschiedenen Emissionsarten, Geldarten: Wechselkurse)
=> dynamische Korrektur der Geldbewertung (nach oben oder unten)
=> Wechselwirkung zwischen Bewertung des Eigentums und der eigentumsbesicherten Emission
(Quelle)

Geld und Eigentum stehen in einer Wechselbeziehung, bei der Eigentum vorgelagert ist und letztlich die Motivation des Kaufenden, d.h. seine Erwartung (seines Eigentumsertrags! H/S!) entscheidend zur Entwicklung der Wirtschaft ist.

...

Man kann Geld (als bürgerlich rechtliches Zahlungsmittel zur Erfüllung von Vertragspflichten aus Eigentumskontrakten) nicht ohne Eigentum definieren und auch nicht generieren, da es Anrechte auf Eigentum darstellt (du führst es samt ZBG in deinem Paper ja auch auf eine rechtliche Nominalforderung samt Haftung und Erfüllungspflichten zurück). Die primäre Motivation des Erhalts individuellen Eigentums bildet dann meiner Auffassung nach das Element des Wirtschaftens, da daraus erst Eigentumskontrakte und gegenseitige Pflichten hervorgehen.

Stellt der Staat/ZB sich antizyklisch dagegen, unterminiert er diese primäre eigentumserhaltende Motivation aller Individuen zugunsten der sekundären eigentumsmehrenden Motivation zugunsten eines Teils aller Individuen.
(Quelle)

Diese zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegte - und bei Kontrakten: verhandelte - Bewertung steht fortan in einer ständigen Wechselbeziehung zur Marktentwicklung und damit auch zur vorhandenen und künftigen Emission. Geld wird also nicht in seiner Summe, aber in seiner Bewertung durch Eigentum begrenzt und ebenso vice versa. D. h. dass natürlich keinerlei physisches Limit für die Geldemission existiert, aber ein Wechselwirkungs-Bewertungslimit (das sich bei höherer Geldemission in einer Geldentwertung niederschlägt), was sich ganz logisch aus dem Umstand ergibt, dass Geld eben nicht aus dem Nichts erzeugt wird, sondern aus (im günstigen Fall: doppelt) besicherten Rechtsverhältnissen hervorgeht.
(Quelle)

Unbelastetes Gläubigereigentum ist selbst nicht liquide (hat keine Liquidität), kann aber in der Not ggf. für Liquidität eingesetzt werden: durch Verkauf gegen bestehendes Geld oder als Haftungsmasse eingesetzt ggü. einem anderen Gläubiger für neues Geld. Bei Keynes jedoch ist Geld, also Liquidität, einfach so da. Bei ihm gibt es den letzten Fall überhaupt nicht.

...

Im Privateigentum (Untereigentum) liegen H/S meiner Auffassung nach punktrichtig. Die Integration des Obereigentums (PCM) in deren Eigentumsökonomik ist meiner Auffassung nach nichtsdestoweniger notwendig, um zu einer realistischeren Wirtschaftstheorie zu gelangen. MM möchte sich hier hingegen lediglich auf bürgerliche Rechte beschränken. Das ist zwar ein guter Streitpunkt, aber geht aus meiner Sicht am Kern des Wirtschaftens vorbei, für welches die Definitionen von PCM und H/S ineinander zu überführen sind.
(Quelle)

... im Debitismus ist alles Eigentum per se belastet.
(Quelle)

Liquidität dient mMn zur Auflösung vertraglicher Verpflichtungen, die auf einen Geldstandard lauten: ist also grundsätzlich nur mit Geld auflösbar. Folglich kann nur Geld Liquidität enthalten. Andere Vermögenstitel können zwar in Liquidität gewandelt werden (verkauft werden oder eben als Schuldner im Kreditvertrag belastet werden), aber das ist eben nicht erzwingbar (es gibt keinen bestehenden Rückzahlungstermin!) und führt so keineswegs dazu, dass diese Titel selbst Liquidität enthalten. Eine Immobilie besitzt eben keinerlei Liquidität, weil es keinen Rückzahlungstermin lautend auf diese Immobilie gibt. Heute bei Silber ebenso - und dort eben die wichtige Unterscheidung zur Historie: Silber als Abgabeforderung hat einen Rückzahlungstermin und enthält erst dadurch Liquidität!

Das steht sicher im völligen Kontrast zur bisherigen Lehrmeinung, die ja nicht versteht, was Geld eigentlich ist: das auf Termin zur Rückzahlung festgelegt Geltendes.

...

Wie du oben schon sagst: historisch erwächst aus Eigentum Geld. Der Schuldner möchte mit der Geldrückzahlung den Verlust seines Eigentums vermeiden. Es besteht für ihn ein Zwang, zurückzuzahlen. Daraus entsteht Liquidität. Im Kredit und beim Tribut wird aber ein Grundzins festgelegt (selbst bei 1000% Sicherheit vom Schuldner).

Durch die Zinserträge wird der Kreditvertrag als Eigentumstitel in der Geldeinheit bewertbar (Diskontierung: Vermögenswert = laufende Geldzahlungen geteilt durch Zinssatz).

Das Eigentum vom Gläubiger durch die Geldemission selbst (beim Naturalkredit klar: Zettel mit Zahl 10 lautet auf 10 Felle, also ist ein Fell = 1 Geldeinheit wert). Die Sicherheit des Schuldners lässt sich als Haftungsmasse zum Termin bewerten und damit auch abdiskontieren. Das Geld selbst bewertet ist, ist trivial (Zettel auf 10 Felle = 10 Felle). Es wird also deutlich, dass das Geld auf das Eigentum rekurriert, da es aus selbigem hervorgeht!

Heute - mit vollständig abstrakten Geldeinheiten - wird dieser Zusammenhang vernebelt (alles lautet auf Geld). Er ist aber nichtsdestotrotz immer noch vorhanden (worauf lautete das Geld? letztlich auf Vertragsauflösungsrechten und über den Kredit auf Vermögenseingriffsrechten).

Schlussfolgerung: Eigentum und Geld lassen sich nicht unabhängig voneinander bewerten. Es besteht eine Wechselwirkung (dem Eigentum als Quelle vorgelagert ist).
(Quelle)

Gruß!â„¢

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