Moin,
Danke für den Link. Ich bin, aus persönlicher Betroffenheit, sehr gespannt auf den dritten Teil, der "große Veränderungen auch für Griechenland" vorher sagt. Mein Bauchgefühl sagt derzeit nicht wirklich was Gutes.
Nur Puzzlesteine dazu von hier. Die Türkei verletzt ja bereits seit Jahren tausende Male im Jahr den griechischen Luftraum sowie die griechischen See-Hoheitsrechte. Derzeit aber ist es extrem. Es gab Dutzende Überflüge bewaffneter (!) türkischer Kampfjets über griechische Inseln in den letzten Tagen, jedesmal endete das in "Dogfights" mit griechischen Fliegern. Zum Teil durften die Nato-Schiffe, die im Zuge der Flüchtlingsoperation zwischen den Ägäis-Inseln kreuzen, diese live und in Farbe mit erleben. Geschehen ist nichts.
Das griechische Militär ist bereits vor einiger Zeit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, über den Ägäisinseln und an der Grenze zu Mazedonien finden verschärft Militärübungen statt, die vor allem "schnelle Eingreiftruppen" trainieren sollen (bin kein Militär, weiss nicht, was das im Detail bedeutet.).
Fakt ist, dass wir hier am Flughafen Thessaloniki, der gleichzeitig auch ein Militärflughafen ist, immer mal wieder Transporthubschrauber und andere Militärmaschinen aufsteigen sehen. Eher ungewöhnlich und sonst meist nur im Vorfeld des griechischen Nationalfeiertages zu beobachten, an dem es Militärparaden und Überflüge gibt und für die dann trainiert wird.
Die Angst vor einem Krieg mit der Türkei ist hier verbreitet. Viele Leute kennen Militärangehörige oder haben sie in der Familie. Selten erfährt man Genaues, nur, dass es eben "ernst" sei. Was auch immer das heißen mag, aber wie man auch hört, sind derzeit viele Urlaube der Soldaten gestrichen worden.
Wie gesagt, die Angst ist groß. Auch, weil man sich einfach von den so genannten "Partnern" einfach nur noch komplett allein gelassen fühlt. Sei es die Nato, sei es Europa (die "Lösung" der Flüchtlingskrise dergestalt, dass Griechenland nun einfach der Hotspot Europas werden sollte, sei nur ein Beispiel dafür).
Die große Hoffnung ruht nun noch auf Putin. "Der wird uns nicht allein lassen." Tja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Da kommen solche Meldungen, wie die neulich natürlich mehr als gut an (ich meine die, als Putin sagte, wenn Erdogan nicht aufhören würde zu zündeln, würde er Konstantinopel eben wieder christlich bomben, äh, machen).
Ein komisches Spiel spielt dabei auch die aktuelle Regierung. Haben sich die Griechen bislang aus guten historischen Gründen gegen alles gewehrt, was irgendwie nach Türkei oder Islam roch, so tut sich auf einmal hier Komisches. So hat beispielsweise gerade heute die Regierung grünes Licht für ein gigantisches touristisches Investitionsprojekt in der Nähe Athens gegeben, das ein türkisch/Saudi-Arabisches Konsortium verwirklichen will.
Auch ist die Gegenwehr gegen den Bau einer Moschee in Athen (es gibt dort immer noch keine
) deutlich leiser geworden. Im Gegenteil hört man jetzt so Regierungsaussagen wie "wenn wir keine bauen, leisten wir der islamischen Radikalisierung Vorschub." Solche Dämlichkeiten und Zwiedenken kannte ich bislang nur aus Gutmensch-Deutschland.
Tja, leider haben wir hier einen Nachbarn, der schon lange der Meinung ist, Griechenland gehöre weiterhin zum Großosmanischen Reich. Und wer Probleme im Land hat, zündelt ja bekanntlich gerne an den Grenzen.
Ich hoffe, es kommt anders.
Viele Grüße
Gaby
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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci