[color=#F05503]Was mich an der Sache stört… [/color]
[color=#F05503]ist weniger das Ergebnis, sondern dass die Staatsanwaltschaft ganz offensichtlich nicht ermittelt hat. Was hatte Bolker Veck mit dem Rauschgift vor? War es zum Eigenbedarf oder war es Währung für andere Dienste? Was ist mit dem Dealer, von dem er das Zeug gekauft hat? Davon hört man überhaupt gar nichts. ...[/color]
Mich stört das Vertuschen auch. Schon lange. Aber mach was ...
Unsere "investigative" Presse hätte da durchaus eine Aufgabe. Wo ist die angebliche Geilheit aller Journalisten auf die sogenannte "Story"? Ist Beck nicht eine wichtige Person der Zeitgeschichte? Ist es für das Volk nicht wissenswert, was der Volksvertreter da wirklich treibt? Wäre es nicht "zutiefst demokratisch", wenn "unsere" Journalisten da mal einsteigen würden, notfalls mit "Zivil-Courage" ...?!
Das ans Licht zu zerren, wonach Du fragst, wird in dieser Republik nicht gelingen. Paradoxer Weise, weil es alles längst bekannt ist, da bin ich mir sicher. Unsere Alpha-Journalisten haben in den Berliner Kneipen seit Jahren augenzwinkernd alle Details auch zu Becks Privatleben durchgehechelt. Genau das ist ihr Job.
Weil sie wissen, dass diese Story nicht erscheinen soll, wird sie einfach nicht veranlasst. So, wie die Justiz hier nichts veranlasst, was ich ebenfalls kritisieren würde (ist das nicht Strafvereitelung im Amt?).
Ich bin kein Jurist. Aber auch nicht naiv: Wehe dem übereifrigen kleinen Poliz/Journal-isten, der seinen Anweisungen "von Oben" nicht Folge leistet ...
Was ich meine: Nichts Neues in Berlin, ich erinnere einen anderen Herrn, Moralist und privat wohl ziemlich freigiebig, so wie Beck auch?
[color=#F05503]"
"Paolo Pinkel" oder "Paolo Pinkas" soll der Deckname Friedmans gewesen sein, als er Prostituierte ins Hotel bestellte und sie möglicherweise anzustiften versuchte, Koks zu nehmen.
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Friedmans auf den Namen "Wahrhaftigkeit" eröffnetes Konto ist ins Debet gerutscht. Die Einnahme von Kokain und die Abhängigkeit von dem Stoff könnte man noch - mit mehr oder minder großen Bedenken - als typisches Kavaliersdelikt des zu Ausfallserscheinungen neigenden Jetset-Milieus abtun. Christoph Daum oder Konstantin Wecker zahlten nicht mit der bürgerlichen Ehre dafür. Selbst Rudolf Augstein wurde ohne weitere Folgen für sein gesellschaftliches Ansehen mit Haschisch erwischt. Kaum einer, der das noch erinnert.
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Der Fall Michel Friedman liegt anders. Die Bestellung von Prostituierten bei einem Menschenhändler- respektive Zuhälterring, wenn es sich denn bestätigen sollte, ist nach moralischen Kriterien kaum mehr zu heilen. Prostituierte sind regelmäßig die Opfer einer normalen, also triebgestörten Gesellschaft. Für die sich hier illegal aufhaltenden und erpressbaren Frauen aus Osteuropa bedarf das ohnehin keiner weiteren Ausführungen. Die Menschenhändler warben laut in Berliner Boulevardzeitungen mit "naturgeilen jg. Ukrainerinnen". Das ist mehr als nur unschön. Das ist menschenverachtend, insbesondere wenn man die sozialen Notlagen solcher Frauen kennt, die ohne Aufenthaltserlaubnis im permanenten Druck leben, jederzeit abgeschoben zu werden und von ihren Arbeitgebern geprügelt zu werden, wenn sie nicht parieren. "[/color] [TELEPOLIS]
Man ersetze die "Frauen" durch "junge unbegleitete Flüchtlinge" und man kommt meiner unappetitlichen Phantasie in diesem Falle schon sehr nahe. Und das wollen wir ja wohl nicht alles in der Zeitung lesen müssen, in allen Details, oder?
Grusz
H.
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Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.