Abkoppeln
Was hältst du von der Idee, nachdem wir den Mechanismus/Zyklus
durchschaut haben, uns bewusst aus diesem auszukoppeln, uns absichtlich zu
fellachisieren (was das konkret bedeutet, wäre noch auszudiskutieren) und
solcherart als Kultur und Volk "ewig" weiter existieren zu können?
Hallo Leisereiter,
Oswald Sprengler kenne ich nur vom Hörensagen im Gelben und habe
mich noch nicht näher mit ihm befasst.
Seine Theorien finde in gewissem Grade nachvollziehbar. So werden
mit den besten Absichten Imperien errichtet und Religionen erschaffen,
die nach einer gewissen Zeit in das genaue Gegenteil ihrer ursprünglichen
Idee verkehrt werden. Sie degenerieren und schließlich verschwinden
sie. Übrig bleiben verstreute Stämme, wie die Indianer in Nord- und Süd-
amerika, die in kleinen Gemeinschaften überleben. Ich denke dasselbe
kann man überall auf der Welt beobachten.
Eine psychologische Erklärung dafür ist das kollektive Unbewusste.
Die Masse kann nicht zu Erkenntnissen und darauf aufbauend zu
Entscheidungen gelangen. Sie ist vielmehr ein unbewusster, schwer-
fälliger Schwarm, der aus Gewohnheiten besteht und von diesen
bestimmt wird. Insofern können Erkenntnisse und Einsichten nur
von kleinen Gruppen und Einzelnen erlangt werden.
Diese haben sich schon immer abgekoppelt und Schulen gegründet.
Ein gutes Beispiel sind die Pythagoreer 600 Jahre vor Christus
bis hin zu verschiedenen Wissensschulen der Gnostiker, Alchimisten
und später die Theosophen und andere. Ein Grundsatz dieser Schulen
besteht in der Erkenntnis, dass es keine mechanische Evolution
gibt. Evolution ist nur im Bereich des Bewusstseins möglich und
Bewusstsein entwickelt sich nicht automatisch von selbst, sondern
nur über den Willen und die Kenntnis. Daraus folgt: Was sich nicht
bewusst entwickeln kann degeneriert – d.h. wird zum kollektiven
Unbewussten. Das Abkoppeln vom kollektiven Unbewussten ist damit
wohl die einzige Möglichkeit, dieser Entwicklung zu entkommen.
Fellachen haben wohl die besten Chancen dazu. Nicht umsonst sind
ja gerade die Anastasia-Bücher und die allgemeine Sehnsucht nach
Landsitzen im Trend, auf denen man weitestgehend autonom
eine Selbstversorger-Gemeinschaft aufbauen kann. Ich finde diese
Idee auch sehr erstrebenswert. Es ist wahrscheinlich auch die beste
Art den zukünftigen Zusammenbruch des Systems zu überleben.
Geistig und kulturell ist dieses System schon am Ende. Es hängt noch
an ein paar Fäden, die wie Gummiseile immer weiter gedehnt werden.
Gruß
nemo