Buchempfehlung: Heinsohn - Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen

Stefan @, Samstag, 16.04.2016, 20:38 vor 3588 Tagen 4783 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 17.04.2016, 13:30

Liebe Mitleser,

ich will heute mal ein Buch vorstellen, das mich sprachlos gemacht hat. Es beschreibt unser aktuelles Problem der gewaltvollen Zuwanderung, wurde bereits 2003 von Gunnar Heinsohn geschrieben und hat für 2018 die heute allgegenwärtige Situation vorhergesagt... und begründet. Das Buch ist vergriffen und wird bei Amazon teilweise zu irren Preisen gehandelt.

Amazon: http://www.amazon.de/gp/product/3280060087/?tag=dasgelbeforum-21

Da ich gerne auf meinem Ebook-Reader lese, habe ich mir die Zeit für die Formatierung als .epub-Datei für Kindle und Co. genommen. Ich lese meine PM, liebe Mitleser. [[top]]

Zum Buch: Dieses Buch wurde bekannt, weil es eine frappierend einleuchtende Erklärung für das Phänomen benennt, das schon Samuel Huntington in seinem "Clash of Civilisation" als "die blutigen Grenzen des Islam" bezeichnet: die Überproduktion von Bevölkerung, vor allem von Söhnen ist ein Bewegungsgesetz der Weltgeschichte und vor allem der Feuergrund von Krieg und Terror. Die Verachtfachtung der gesamtislamischen Weltbevölkerung von 150 auf 1.200 Millionen Menschen innerhalb des letzten Jahrhunderts bei gleichzeitger Rückständigkeit ihrer Muttergesellschaften schafft eine Perspektivlosigkeit, die grenzüberschreitende Gewalt geradezu zwangläufig hervorbringt.

"Weltmacht" im Verständnis des vorliegenden Buches aber "verlangt" nicht nur eine Bevölkerungsexplosion sondern zweitens auch den Übergang von einer "besitzbasierten" zu einer "eigentumsbasierten" Wirtschaftsordngung. Der europäische Kapitalismus hat seit den englischen Einhegungen und der Entstehung der italienischen Bankhäuser in der frühen Neuzeit zu einer eigentumsrechlich relevanten Belastung von Besitz geführt, d.h. Besitz wurde über Verschreibung, Verbriefung, Kreditierung zur Grundlage von "Eigentum" und damit zur Basis von Geldschöpfung und Investition, m. a. W.: das Eigentum "entspringt" aus dem Besitz und erlaubt auf dem Hintergund der bürgerlichen Rechtssicherheit (Max Weber lässt grüßen) Innovationen und Investitionen. Der Eigentümer muss aber aus seinen Erträgen notwendig einen "Zins" bedienen, woraus sich ein immer stringenterer Antrieb zu weiteren Investitionen (und Verschuldungen) ergibt. Die Gleichzeitigkeit von Bevölkerungsexplosion und eigentumsrechtlicher Nutzung weltweiter Besitztitel machte die weltgeschichtliche Bedeutung der europäischen Expansion aus, sie ist es auch, die die europäische Erschließung des Planeten von einem bloßen "Mongolensturm" unterscheidet.

Aus diesen beiden Prämissen von "youth bulge" und "Eigentumswirtschaft" ergeben sich für Heinsohn weitreichende Folgerungen für die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts. Der islamische Kulturkreis verfügt zwar über einen gewaltigen youth bulge, ist aber noch weit davon entfernt, seinen Bewohnern durch eine eigetumsrechliche Umformung seiner toten Besitztümer eine lebenswerte Pespektive zu verschaffen, d. h. er ist zu nichts weiter als zum Export entweder von Gewalt oder Unterqualifikation in der Lage.

Ich sage das nicht häufig, aber hier gilt: ABSOLUTER LESEBEFEHL.

Gruß,
Stefan

Dazu als Einstieg, dieses aufschlussreiche Video ansehen, bitte!

Reffke @, Sonntag, 17.04.2016, 00:15 vor 3588 Tagen @ Stefan 4263 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 17.04.2016, 13:34

Hallo Stefan,
Sehr hilfreich als Einstieg zum Thema ist dieses Video:
Gunnar Heinsohn - Die Jugendblase (Söhne und Weltmacht)

Das Buch ist übrigens immer noch als pdf zu downloaden!

(Link gelöscht vom Moderator, da vermutlich illegal)

MfG, Reffke

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
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==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Sehr gutes Video

Stefan @, Sonntag, 17.04.2016, 08:57 vor 3587 Tagen @ Reffke 3154 Views

Danke, das ist ein sehr gutes Video.

Wir haben so intelligente Menschen wie Heinsohn in diesem Land und so dumme Menschen nur mit Laberkompetenz in der Politik. Das ist nicht auszuhalten.

Ja, das PDF gibt es noch, aber ich lese eben lieber auf dem Kindle...

Gruß,
Stefan

Ja, und Achtung: ein neues Buch,...

Rotstein, Sonntag, 17.04.2016, 15:08 vor 3587 Tagen @ Stefan 3238 Views

...auf dessen Übersetzung ich warte:

"2084. La fin du monde" - "2084. Das Ende der Welt" -

in Anspielung auf "1984" von George Orwell:

https://www.google.de/#q=George+Orwell -

Vom Franzosen Boualem Sansal, der in dieser Utopie die weltweite Herrschaft einer totalitären Religion beschreibt und das Drohen eines Islamistenstaates
voraussagt.

Die "Junge Freiheit" vom 25. März hat ein ausführliches Interview mit ihm veröffentlicht.

Unbedingt lesenswert: "Das Heerlager der Heiligen" - hier noch einmal:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=401122

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal warnt uns eindringlich vor dem Islam(-ismus!) - ein Video als Beispiel (PS)

Reffke @, Montag, 18.04.2016, 13:08 vor 3586 Tagen @ Rotstein 2793 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 18.04.2016, 13:40

Hallo Rotstein,
Vielen Dank zu diesem Hinweis.
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal riskiert sein Leben für uns und wir sollten das würdigen und seine Warnung beachten.
Gerade vermeintlich "Linke" und gar "Rationalisten" lassen sich wie im Zauber täuschen über diese totalitäre Ideologie, weil sie die Totalität überhaupt nicht mal ansatzweise erfassen:
nämlich das Recht des Einzelnen, anders oder einfach an NICHTS zu glauben!
Man verzettelt sich in der Annahme Religionen sind sich alle gleich, lebendig und als Leich ... [[zwinker]]
Die "Ringparabel" wird immer noch so fatal missverstanden...
Was passiert denn, wenn man das feudale Erbe verweigert?
Rübe ab oder was! Wenigstens Hand und Fuß?

Wie zum Hohn, antwortete Merkel bei einer PK neulich einer Frau, die sie auf den zunehmenden Einfluss der Mohammedaner hier aufmerksam machte sinngemäß:
Tja, dann müssen wir eben selber wieder öfter mal in die Kirche gehn...
So funktioniert die Denke dieser Frau!
Nicht im Traum denkt sie an Sekularität, die Trennung von Kirche und Staat!
Genau wie aktuell beim Schmähgedicht von Jan Böhnermannn:
Sie telefonierte doch schon beim albernen Erdowie-Erdowo-Erdowahn!
Es sei "unanständig" ...
ja, das sind die Internetsperren, Medienverbote, tote Journalisten, auch die, und erst recht jene in Gefängnissen und Folterkellern, oder die inzwischen Tausende Tote in hunderten kurdischen Städten und Dörfern usw. usf. [[kotz]]
Es ist derselbe Reflex, mit dem man DaDa und Expressionisten schockiert begegnete:
Fehlt nur noch der Erste, der von "entarteter Satire" spricht!
Wilfried Scharnagl, ehem. Chefredakteur "Bayernkurier" war heute morgen nicht weit davon entfernt:
Man höre und staune bei dieser Sendung des DLF:
Der Fall Böhmermann
Kuscht die Kanzlerin vor Erdogan?

Nun gut: es ist meiner Meinung nach schon zu spät!
Es geht seinen "debitistischen Gang".

Hier ein wunderbares Inrterview mit Boualem Sansal:
Letzte Tage der Menschheit
Zeit.de

Ein Video macht genau deutlich, wie sich der Islam(-ismus) in's gemachte Nest setzt:
Junger Kuckuck stemmt Eier aus dem Nest eines Drosselrohrsängers
Das mag mache schockieren, sorry, aber es macht anschaulich, was in vielen europäischen Ballungszentren schon längst passiert!

MfG, Reffke

PS: Link Focus und DLF

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Heinsohn und Deutschland - keine gute Beziehung..

nvf33 @, Montag, 18.04.2016, 11:47 vor 3586 Tagen @ Stefan 2884 Views

Lieber Stefan,
auch mich hat vor einigen Jahren das Heinsohns Buch "Söhne und Weltmacht" sprachlos gemacht. Allerdings bin ich froh, inzwischen die Sprache wiedergefunden zu haben. Denn Heinsohns Beitrag ist tatsächlich weniger zutreffend, als die mathematische Einfachheit seiner Kernthese nahelegen mag. Er sagt: wenn es im Mittel dritte Söhne in einer Gesellschaft gebe, so sei Krieg die notwendige Folge. Ich will andeuten, warum ich diesen Befund für oberflächlich halte. Unbestritten bleibt natürlich, dass hirnlose Vermehrung nichts Gutes bewirkt, dass also gesunde Geburtenkontrolle in einem kultivierten Staat funktionieren muss. Bildung für Frauen ist da interessanterweise der wirksamste Faktor.

Eines der ganz großen Probleme der Heinsohn-Hypothese ist allerdings Folgendes: Der für Deutschland katastrophalste Krieg ist mit dieser These NICHT zu erklären. Die Geburtenraten gehen in D seit etwa 1912 zurück. Mit Heinsohns Generationenartihmetik würde folgen, dass 1939 ein idealer Zeitpunkt zur nachhaltigen Demilitarisierung Deutschlands gewesen wäre. Zum erstenmal seit Jahrhunderten standen im Mittel in D nicht mehr drei Söhne pro Familie zur Verfügung, sondern deutlich weniger. Was dann wirklich geschah, zumindest aus offizieller Sicht, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Daraus folgt unzweifelhaft, dass entweder Heinsohns Hyphothese falsch ist, oder der 2. Weltkrieg Deutschland von außen aufgezwungen wurde, und zwar als Folge eines Geburtenüberschusses anderswo. Die Frage wäre dann: Wo? In Polen!? In Frankreich!?? In den USA!???
Nun gut, der geübte Theoretiker lässt sich von solchen Fakten nicht stören. Aber sie mindern den Wert des Heinsohn'schen Urteils für Deutschland doch entscheidend.

Ein weitere bemerkenswerter Punkt sind die ideologischen Parallelen zwischen Heinsohn und dem geopolitischen Kalkül der Angelsachsen dies- und jenseits des Atlantik, die vordergründig eine Bestätitung seiner Hypothese zu liefern scheinen. Bei den Angelsachen war man schon immer Freund robuster quantitativer Anschauungen - robuster teils auch als die Faktenlage, siehe das perfide Albion. In dessen Sicht sind die gezielten Tötungen des US-Militärs in politischen "Hot-spots" wie in Pakistan (als in Regionen, von denen aus angelsächsischer Sicht Änderungen im Machtgefüge ausgehen KÖNNTEN) - rational.
Aber es ist eben die Logik des Hühnerzuchthofs, die nicht besser oder wertvoller davon wird, wenn man sie sehr überzeugt und konsequent verfolgt. Angelsachsen können und wollen offenbar nicht mit Transzendenz umgehen, schon gar, wenn es um ihre eigene geht, obwohl sie sich gerade dort im Handeln so völlig ungefiltert ausdrückt.

Dass Menschen ihre materielle Unmittelbarkeit aus rationalen Gründen transzendieren können und es auch tun, bleibt bei Heinsohn unberücksichtigt, und meinem Eindruck nach blendet er es sogar gezielt aus (als transatlantische Anbiederung vielleicht?).
Die eigentliche politische Frage ist nämlich: Welche Ratio legt man seinem Handeln zugrunde? Die Angelsachsen zeigen bis heute unmissverständlich, dass es Menschen gibt, die die instinktive Tötungshemmung im Menschen gezielt und kalkuliert überwinden wollen, und dass sie politische Bedingungen fördern, anderen Menschen das Gleiche zu erleichtern.
Ein Drohnenpilot mit Tötungsauftrag hat keinen fortpflanzungstechnischen Vorteil aus seinem Handeln, genauso wenig die angelsächsischen Think-Tank-Besatzungen mehr Kinder bekommen, wenn sie an der Macht und auf ihrem Posten bleiben (viele Kinder bekommt man heute eher als Mitglied des Prekariats).
In der Elite mitzumachen erfordert Transzendenz des Unmittelbaren. In welche Richtung die Transzendenz in solcher Liga geht, ist durchaus keine Funktion materieller Zwänge.
Diesen Punkt verschleiert Heinsohns Hypothese, und deshalb halte ich ihn für nicht ehrlich - oder für unbedacht.
Wenn Heinsohn eine Ausnahme für Deutschland bei seinen Thesen vorsieht, dann möchte ich in gleicher mathematischer Präzision wissen, warum er das so sieht, und wenn er dazu schweigt, dann halte ich das für vielsagend. Ich habe dazu nichts Brauchbares gefunden. Du?
Und vielleicht findest Du jetzt Deine Sprache wieder? Es würde mich freuen!

Grüße
nvf33

Söhne und Weltmacht

Stefan @, Mittwoch, 20.04.2016, 08:18 vor 3584 Tagen @ nvf33 2441 Views

Hallo,

ich kann dein Argument nicht verstehen:

Eines der ganz großen Probleme der Heinsohn-Hypothese ist allerdings
Folgendes: Der für Deutschland katastrophalste Krieg ist mit dieser These
NICHT zu erklären. Die Geburtenraten gehen in D seit etwa 1912 zurück.

Heinsohn sagt, dass youth bulge immer zu Gewalt, Terror und Krieg führt.

Du schlussfolgerst daraus, dass Krieg immer auf youth bulge basiert und das ist unrichtig.

Das Buch ist für mich eines der wichtigsten Bücher in der letzten Zeit und hat einige Fragezeichen für mich beseitigt.

Gruß,
Stefan

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