Hallo Hasso,
kenne einige, die damals mit dem anachronistischen Zug reisten. So richtig gute Alt-Linke (nicht was da heute so unter links läuft, siehe Dumpfbacken oder Anne Helm
) und Künstler. Das kostete richtigen Einsatz und brachte tolle Geschichten mit sich...
Karl Valentin: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
Es bleibt dabei: Satire ist eben mehr, als künstlerisches Können. Es ist ein Zuspitzen, das noch weniger von der Ästhetik geleitet ist.
Ein berühmter Förderer der Kunst hat einmal gesagt, Kunst ist Behauptung. Und tatsächlich muss sich jemand hinstellen und sagen: "Seht her, das ist es!" Es mag nicht jedem gefallen, aber Kunst ist nicht nur das, was gefällt (kenne Leute, die Big Lebowski ernsthaft mit dem Hinweis auf die Vielverwendung des ami F...-Wortes ablehnen).
Und immer gern umstritten: Paradebeispiel: http://www.gutefrage.net/frage/auf-welchen-wert-schaetzt-ihr-das-gemaelde-das-schwarze-...
"Für mich persönlich ist das Bild so kunstvoll als hätte das ein Fötus gemacht. Das ist doch keine Kunst, also auch nix wert :P. Das Bild dürfte auf jeden Fall einen Sachwert von mehreren Millionen haben"
https://www.google.de/search?q=schwarzes+quadrat+wert&biw=700&bih=352&sourc...
Sehr lehrreich dazu auch das hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pre-Code_(Hollywood)
"Pre-Code bezeichnet einen Abschnitt der Filmgeschichte in Hollywood zwischen der Einführung des Tonfilmes Ende der 1920er-Jahre bis zum Eintreten des Hays Codes im Jahre 1934. Die Zeit der Pre-Code-Filme zeichnet sich vor allem durch eine offene Behandlung von Themen wie Sexualität und Kriminalität aus, die nach Einführung des Hays Codes jahrzehntelang nicht geschah."
Der Kern ist, dass bestimmt werden musste, wie in einem der berühmten BVerG-Entscheidungen, was gezeigt werden muss (schon als der Massendruck aufkam, war das Gegenstand heißer Debatten, und aber auch, was das mit den Menschen mache: https://de.wikipedia.org/wiki/Lesesucht ) und was niemals gezeigt werden könne.
Die Geschichten rund um den Hays-Code, sind hoch lehrreich für Annahmen und Maßstäbe. Und eigenartige Effekte (diese Wiki-Artikel lohnen alle insgesamt sehr):
"Insbesondere Schauspielerinnen hatten während des Pre-Codes einen guten Stand und feierten regelmäßig große Erfolge an den Kinokassen.[2] Häufig drehten sich die Filme um die Rolle der modernen Frau und behandelten Themen wie Affären, Ehen, Kinder und Sex; weshalb sie auch „Frauenfilme“ (Woman's Pictures) genannt wurden. Gute Beispiele für Frauenfilme sind etwa Baby Face und Feuerkopf. Die Figuren in den Filmen spiegelten häufig die Ängste und Hoffnungen der von der Weltwirtschaftskrise schwer getroffenen Amerikaner wieder
In weiteren Melodramen wurden Themen wie Homosexualität, Vergewaltigung und Prostitution behandelt. Häufig wurde in den Pre-Code-Filmen die Frage nach Moral und richtiger Lebensweise gestellt, obwohl der Pre-Code bei seinen Kritikern als unmoralisch galt.[3]
Die männlichen Topstars wurden vor allem in Kriminalfilmen eingesetzt.
Häufig wurden die Gangster als tragische Helden gezeichnet und hatten in ihren Biografien Parallelen zu realen Gangstern wie Al Capone und John Dillinger. Neben den Gangsterfilmen beschäftigten sich auch weitere Filme mit der Gesellschaft. So zeigt der Film Employees’ Entrance einen harten Kapitalisten, der sein Unternehmen mit eiserner Hand durch die Weltwirtschaftskrise führt. In "Night Nurse" aus dem Jahre 1931, war eine Alkoholikerin als Mutter zu sehen, die ihre Kinder stark vernachlässigt.
In den Filmen kam Sexualität höchstens in Symbolen und Chiffren vor, so mussten Ehepaare in den meisten Filmen in getrennten Ehebetten schlafen und Filmküsse durften nicht zu innig sein. Auch wurden allzu brutale Filmszenen verhindert.
Damit war der Pre-Code beendet und die meisten seiner Filme hatten während der Zeit des Hays-Codes einen schweren Stand. Beliebte Pre-Code-Schauspieler, wie Warren William und Ruth Chatterton, gerieten nach dem Ende der Ära in Vergessenheit, während andere Schauspieler wie Clark Gable, James Cagney und Barbara Stanwyck, die ihren Durchbruch während des Pre-Codes hatten, weiterhin erfolgreiche Schauspieler blieben. Erst in den letzten Jahrzehnten kam es bei Filmfans zu einer Wiederentdeckung der Pre-Code-Filme. Häufig ist bei Filmhistorikern die Theorie vertreten worden, „dass die Tonfilme Hollywoods vor Inkrafttreten des Codes nicht nur provokativer, sondern auch künstlerisch ambitionierter gewesen seien, eine größere Vielfalt an Stilen und Themen entfaltet haben.“[5]..."
Die Filmindustrie und die Kinobetreiber hätten darum gebettelt, dass vor teuren Produktionen und Vertriebsverträgen klar sein würde, was überhaupt frei von Verbotsdrohungen, und mithin schweren Verlusten, wäre. Das Problem ist, dass ein ganzer Teil des Lebens, aktueller Probleme und der Sprache nicht mehr vorkamen.
Aber der Kern waren die Verbotsforderungen. Und da fanden sich bei der Schaffung des Verbotskataloges eben die "Richtigen" zusammen. Die, die schon immer wussten, was richtig ist und was nicht. Was zu vulgär oder zu obszön wäre. Und was rechte Kunst.
Das ist der Frontmann:
https://de.wikipedia.org/wiki/Will_H._Hays
Verboten werden sollten (wie lebensnah):
"Darstellungen von Homosexualität, Nudität, "zweideutigen Tänzen", aber auch von Entbindungen verboten. Darüber hinaus war jeder Geistlicher in einer seriösen und angesehenen Art darzustellen. Vulgarität, Vergeltung, Rassenmischung, ungehörige Sprache und "exzessives und lustvolles Küssen" verstießen ebenfalls gegen diese Regeln. Weiterhin ordnete der Code an, dass Kriminalität, Ehebruch oder vorehelicher Geschlechtsverkehr nicht in einem positiven Licht erscheinen durften, sowie dass die US-Regierung und seine Beschäftigung als nichts anderes zu sehen sein sollten als eine Kraft für das Gute.
In der Praxis bedeutete dies für die Filmindustrie für rund 30 Jahre, dass das Böse immer überführt wurde und der gute Held nicht mehr als einen Kuss bekam. Letztlich bedeutete der Hays Code auch eine Beeinträchtigung der Kunst im Film, da die Auswahl der Filmemacher eingeschränkt war. Andererseits bedeutete der Production Code, dass Filme ohne Bedenken letztlich von der ganzen Familie gesehen werden konnten. Kurz nach dem Rücktritt von Hays 1945 änderte die MPPDA ihren Namen in MPAA. Diese führte in den 1960er Jahren ein neues Bewertungssystem ein."
("1926 schrieb er Filmgeschichte mit, als Warner Brothers für den Film "Don Juan" mit John Barrymore zum ersten Mal einzelne Passagen des Films auf einem extra Tonträger mit von Hays gesprochenen Dialogen unterlegten. Der Erfolg des Projekts legte den Grundstein für den Tonfilm. Auf der Titelseite des Time Magazine vom 13. September 1926 erschien Hays mit dem Titel "Filmkönig" (Movie Monarch).")!
[quote][quote][quote][quote] https://de.wikipedia.org/wiki/Hays_Code[/quote][/quote][/quote][/quote]
https://de.wikipedia.org/wiki/Motion_Picture_Alliance_for_the_Preservation_of_American_...
"Brandschrift über den Sinn und Zweck Anny Rand:
„Der Zweck der Kommunisten in Hollywood ist es nicht, politische Filme zu drehen, die offen den Kommunismus propagierten. Ihr Zweck ist es unsere Moral mit nicht politischen Filmen zu zersetzen, indem sie kleine beiläufige Teile von Propaganda in unschuldige Geschichten einbauten. So sollen Menschen die Prinzipien des Kollektivismus durch Implizierung und über Umwege aufnehmen. Der Grundsatz der freien Rede verlangt, dass wir keine Polizei benutzen, um den Kommunisten die Äußerung ihrer Ideen zu verbieten, was bedeutet, dass wir keine Gesetze erlassen, die das Recht zu Reden verbieten. Aber der Grundsatz der freien Rede verlangt nicht, dass wir die Kommunisten mit den Mitteln versehen, ihre Ideen zu predigen. Es beinhaltet nicht, dass wir ihnen Arbeitsplätze schulden oder Unterstützung dabei, dass sie dafür eintreten uns mit unseren eigenen Mittel zu vernichten[7][8]
Rand zitierte Beispiele aus bekannten und kritisch hoch gewürdigten Filmen, die ihre Meinung nach kommunistische oder kollektivistische Botschaften enthielten. Diese waren als solche weder von Progressiven noch von Konservativen als solche erkannt worden. Beispiele dafür waren: Die besten Jahre unseres Lebens (denn dieser würde Geschäftsleute als negativ darstellen und implizieren, dass Kriegsveteranen einen Anspruch auf staatliche Entschädigung hätten). Ein weiteres Beispiel war Polonaise (denn dieser würde implizieren Chopin hätte sich für einen patriotischen Grund und nicht für die Musik aufgeopfert)."
(Bitte immer auch den Rest lesen - meine Zitate sind t. w. Kuriositätensammlungen)
Und dann war ja noch das hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Komitee_f%C3%BCr_unamerikanische_Umtriebe :
Als Jude lehnte Dickstein den persönlichen Vorsitz im Komitee ab. Das korrekte Mandat lautete „Informationen zu erhalten, wie ausländische subversive Propaganda in die USA kam und wer sie verbreitete.“
Das Jahr 1934 verbrachte die Kommission mit öffentlichen und privaten Anhörungen in sechs Städten, befragte hunderte Zeugen und erzeugte 4.300 Seiten Material. Dickstein propagierte die Ausrottung aller Spuren des Narzissmus in den USA und befragte viele persönlich. Sein Hang zu Dramatik und Sensation verbunden mit gelegentlich aufgebauschten Vorwürfen sicherten ihm Schlagzeilen. Besonders abgesehen hatte er es auf den Amerikadeutschen Bund. Das Komitee deckte den so genannten Business Plot zum Sturz Roosevelts auf. Aus den Untersuchungsergebnissen resultierte der 1938 verabschiedete Foreign Agents Registration Act.
Insgesamt sieben Mitglieder (außer Martin Dies) waren dies:
• Joe Starnes (Demokratische Partei/Alabama),
• Jerry Voorhis (Demokratische Partei/Kalifornien),
• John J. Dempsey (Demokratische Partei/New Mexico),
• Joseph E. Casey (Demokratische Partei/Massachusetts),
• J. Parnell Thomas (Republikanische Partei/New York) und
• Noah M. Mason (Republikanische Partei/Illinois)."
Ursprünglich sollte es vor allem gegen Nazi-Umtriebe (und die verdächtigen Deutschamis) gehen:
"Neben Narzissmus verdächtigen Deutschamerikanern befasste es sich nun mit dem Ku-Klux-Klan, stellte aber „mangels Daten“ (Chefberater Ernest Adamson) diese Untersuchung ein und ging zur Kommunistischen Partei der USA über, von der man annahm, dass sie die Works Progress Administration und das „Federal Theatre Project“ infiltriert hatte.
Aufgrund der ständig zunehmenden Kritik an der Arbeit des Dies-Ausschusses schien am Ende des Zweiten Weltkriegs seine Auflösung eine beschlossene Sache.
“Everyone assumed that the special, temporary Dies committee and the 78th Congress would expire together.â€
„Jeder hat erwartet, dass der temporäre Dies-Sonderausschuss gemeinsam mit dem 78. Kongress sein Ende finden würde.“
– Time 15. Januar 1945: „By the Flank“
Doch am 3. Januar 1945, der 79. Kongress war gerade zu seiner Eröffnungssitzung zusammengetreten, gelang es John E. Rankin (Demokratische Partei/Mississippi) durch einen Überraschungs-Coup, die Auflösung des Dies-Ausschusses nicht nur zu verhindern, sondern diesen sogar in einen ständigen Ausschuss umzuwandeln.
Nur wenige Minuten nachdem er seine Gesetzesvorlage, durch die der bis dahin nur temporäre Dies-Ausschuss in einen ständigen Ausschuss umgewandelt werden sollte, bekannt gegeben hatte, ließ er darüber abstimmen (shotgun vote). 137 Abgeordnete der Republikaner und 70 Abgeordnete der Demokraten stimmten seiner Gesetzesvorlage zu, 150 Demokraten, 34 Republikaner, 2 Parteilose stimmten dagegen. Mit 207 zu 186 Stimmen war damit Rankins Gesetzesvorlage angenommen. Es wurde festgelegt, dass sechs Abgeordnete der Demokratischen Partei und drei der Republikanischen Partei den nun ständigen Ausschuss bilden sollten.
„In unverantwortlichen Händen könnte der Ausschuss, wie [schon so] oft unter [dem Vorsitz von] Martin Dies, zu einer Bedrohung der bürgerlichen Freiheiten werden, indem er die Autorität und das Ansehen des Kongresses für gewissenlose und bigotte Absichten benutzt.“
– Time 15. Januar 1945: By the Flank
Wegen ihrer Weigerung, dem Komitee als Zeugen Rede und Antwort über Parteimitgliedschaften zu stehen, wurden diese wegen Missachtung verurteilt und eingesperrt. Sie waren damit diskreditiert und hatten kaum noch die Möglichkeit, in ihrem Beruf als Autor oder Regisseur zu arbeiten. Pro-sowjetische Hollywood-Filme waren aber kaum aufzufinden; eines der seltenen Beispiele ist Mission to Moscow, der tatsächlich mit Unterstützung Franklin D. Roosevelts 1943 in die Kinos gebracht wurde.
Zeit, angelehnt an den antikommunistischen Senator Joseph McCarthy, die Bezeichnung McCarthy-Ära. Die Anschuldigungen des ehrgeizigen Senators gegen „pro-kommunistische“ Regierungsmitarbeiter, zunächst von Edgar Hoover und dem FBI massiv unterstützt, wirkten plausibel vor dem Hintergrund der Erfolge Stalins in Europa und Maos in China und der durch Selbstanzeige ehemaliger kommunistischer Spione nach und nach aufgedeckten erfolgreichen russischen Atomspionage. McCarthy wurde 1955 entmachtet; 1960 begann die Rehabilitation von mit Berufsverbot belegten Filmschaffenden, angefangen mit dem namhaften Drehbuchautor Dalton Trumbo.
In den 1960er Jahren ermittelte das HUAC-Komitee gegen die Neuen Linken und stalinistische Studentenparteien wie die Progressive Labor Party. Aber die Zeit hatte sich gewandelt. Betroffene wie Jerry Rubin und Abbie Hoffman hatten viel weniger zu verlieren als Beamte, Angestellte oder Drehbuchautoren. Sie verwandelten die Show-Befragung in eine Art dadaistisches Happening und wurden zu Stars der Gegenkultur, die ihre alten etablierten Gegenspieler lächerlich machten.
Dennoch war der Ausschuss für Hunderte von Entlassungen, eine Unzahl öffentlicher Diffamierungen und im kulturellen Bereich für eine große Zahl faktischer Berufsverbote verantwortlich. Das noch heute gestörte Verhältnis zwischen weiten Teilen der amerikanischen Kulturschaffenden und der Republikanischen Partei der USA wird auch auf die Zeiten dieses Ausschusses zurückgeführt. Die Auswüchse seiner Aktivitäten veranlassten bereits Präsident Harry S. Truman (1884–1972) zu der folgenden Grundsatzkritik:
“I've said many a time that I think the Un-American Activities Committee in the House of Representatives was the most un-American thing in America!â€
„Ich habe wiederholt gesagt, dass ich der Meinung bin, das Komitee für unamerikanische Umtriebe im Repräsentantenhaus war die un-amerikanischste Angelegenheit in Amerika![2]“
Und auch hier wieder vor allem "Demokraten"!
"1969 wurde das HUAC in Committee on Internal Security (Komitee für innere Sicherheit) umbenannt. Es wurde 1975 aufgelöst.
Vorsitzende
Name Partei Bundesstaat Amtszeit Kongresse Anmerkungen
Martin Dies
Demokraten Texas..."
Brecht ist übrigens (da schließt sich der Kreis mit dem anachronistischen), wie andere, einfach überhastet abgehauen, aus dem "Land oft the free".
Einstein war da cooler und es gibt da eine für die VSA sehr wichtige Geschichte, die wenig erzählt wird (so wie von dem düsteren Kapitel der Kommunistenverfolgung in der frühren BRD): http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/179Einstein.pdf
"Am 12. Juni 1953 veröffentlichte die »New York Times« einen Brief
von Albert Einstein (1879-1955) an einen Lehrer namens William
Frauenglass. Frauenglass hatte den weltbekannten Physiker um Rat
gebeten, wie man mit einer Befragung durch das HUAC (House Un-
American Activities Committee – Kongressausschuss zur Untersu-
chung unamerikanischen Verhaltens) umgehen solle. Frauenglass
habe sich – so schreiben die Herausgeber des Buches »Einstein on
Peace«, New York 1968 – zu dieser Anfrage ermutigt gefühlt, weil
Einstein sich kurz zuvor öffentlich als einen »unverbesserlichen
Nonkonformisten« bezeichnet hatte, »dessen Nonkonformismus in
einem abseitigen Gebiet des menschlichen Strebens anzugreifen sich
bislang noch kein Senatsausschuss genötigt gesehen hat«. Frauenglass habe daher die Auffassung vertreten, dass eine Stellungnahme
Einsteins »in höchstem Maße hilfreich« sein könnte, »Lehrer und
Öffentlichkeit auf zu muntern, sich den neuerlichen obskuren At-
tacken entgegen zu stellen«.
Achja Brecht - der hat sich zu Amizeiten Geld mit einem kleinen Roman verdienen wollen, der nach wie vor brillant ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gesch%C3%A4fte_des_Herrn_Julius_Caesar
(passt fast zum Thema:
"Der Schwerpunkt der Romanhandlung wird von vornherein durch die Wahl der Erzähler auf Caesars finanziellen Geschäfte festgelegt, Rarus als Sekretär Caesars, Spicer als Bankier des Politikers. So nehmen auch Caesars Finanzen und seine geschäftlichen Kalkulationen einen zentralen Raum innerhalb der Charakterisierung seiner Person ein. Caesars chronische Schuldenlast ist ein immer wiederkehrendes Motiv des Romans...
Caesar blieb zunächst lediglich ein „Handlanger“ der City (S. 177–178), später hingegen löst er sich aus seinen Bindungen und macht auch die City in Teilen zu einem Machtinstrument. Es erweist sich für den Leser im fortschreitenden Romanverlauf kaum noch als differenzierbar, wer wen instrumentalisiert und wer wessen „Spielball“ bleibt. Erst bei der allgemeinen Aufklärung der Geschehnisse durch Rarus am Ende des zweiten Buches verdeutlicht sich die Überlegenheit Caesars (S. 284–287)...
Die „Enthüllung des Verbrechens“ als zentrales Motiv in Brechts Roman ist ein wesentliches Element der satirischen Wirkung des Werkes. Das Verbrechen ist letztlich eine „von der Hochfinanz angestiftete und bezahlte politische Unternehmung“.[12]...
Die Schwierigkeit, mit der Brecht sich also bei seinen Arbeiten am Roman konfrontiert sah, lag in dem Spagat zwischen Geltungsanspruch und Glaubwürdigkeit: Der Zweck der Faschismusdeutung und der satirische Charakter des Werkes erschwerten die Bemühungen, sich nicht zu weit von der historischen Realität zu entfernen und den Roman damit der Unglaubwürdigkeit anheimfallen zu lassen. Darüber hinaus ging es Brecht um eine aus der Sicht „von unten“ erfolgende Darstellung der gesellschaftlichen Zusammenhänge. Es kam ihm darauf an, seiner Darstellung einen symbolhaften Charakter zu verleihen und seinen Roman quasi als Parabel auf den Leser wirken zu lassen. Der Roman sei zudem einerseits konzipiert als eine „Gegenrede“...
... allerdings richte sich das Werk gegen die „personalistischen Geschichtsauffassungen der historischen Romane des Exils“. Diese konzentrierten sich zumeist auf die Humanisierung bestimmter historischer Personen und beschrieben deren individuelle Existenz. Bei Brecht hingegen wird das Individuelle an Caesar den gesellschaftlichen Aspekten untergeordnet.
Gleichzeitig besitzt Brechts Roman einen gewissen satirischen Charakter, der mit einer „moralischen Empörung“ verknüpft sei, heißt es bei Dahlke. Letztere wiederum sei das „Ergebnis einer echten Geschichtserkenntnis“.
Für Geldinteressierte: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gesch%C3%A4fte_des_Herrn_Julius_Caesar#Geld_und_.C3.9... )
Im frühen Exil hatte er sich das über das Bett gehängt, was ihm Hilter schulde. Das war eine Auflistung von Autos usw.
http://www.paluch-habeck.de/kleinearbeiten/radiosendungen/untermdaenischenstrohdach.html
Und das sagte er über Hitler (ebenfalls in Gänze spannend):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43365666.html
Schließen will ich aber damit:
"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetzt in mir."
Immanuel Kant aus Kritik der praktischen Vernunft.
(Neulich las ich, das noch kein Versuch erfolgreich gewesen wäre, Moral ohne sexuelle Komponente zu erklären. Immer ginge es am Ende auch um Fremdgehen, Frauen ausspannen usw.)
Also alles nicht so einfach. Das Schauspiel ist eröffnet und wir können nun schauen, was passiert. Dass es passiert, ist Werk des Satirikers. Was immer wir für kunstwürdig und ästhetisch hinnehmbar halten.
Muss man auch erst mal so hinbekommen. Und da passt noch mal der Hinweis auf die Brüsselberichte des EU-Abgeordneten Martin Sonneborn:
http://www.titanic-magazin.de/heft/2015/september/martin-sonneborn-bericht-aus-bruessel...
https://de-de.facebook.com/pages/Martin-Sonneborn/178442508884215?rf=162679793774183
https://www.google.de/#q=martin+sonneborn+br%C3%BCssel
Viele freundliche Grüße
azur
*) Das ist eine ganz andere Interpretation: „Kunst ist Behauptung menschlichen Selbstbewußtseins. In ihr behauptet sich menschliche Würde, behauptet sich das Individuum gegen die Allgemeinheit, aber wird auch die Allgemeinheit gegen das Individuum behauptet. Sie behauptet Schönheit und Harmonie gegen die destruktiven Kräfte des Menschen, Anteilnahme gegen Gleichgültigkeit und Lethargie. Und sie formuliert das „Trotz alledem“ gegen Zweifel und Enttäuschung.“
BONUS: Pedals Music Video (featuring REAL robots) - Conte
Macht aber auch ganz ruhigeres und friedlicheres, z. B. mit der Nataly Dwan, deren Songe ebenfalls riesig sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nataly_Dawn
Mit t. w. hochkreativen Videos: Pomplamoose
https://de.wikipedia.org/wiki/Pomplamoose
Darunter sehr schöne Cover (auch Stones
) - und was für Dich Hasso: Pharrell Mashup (Happy Get Lucky) - Pomplamoose
https://www.youtube.com/user/PomplamooseMusic
https://www.youtube.com/user/natalydawn (wunderschöne Stimme!!)
Green Eyes - Nataly Dawn covers Coldplay with Ryan Lerman!!!
Und so eine Bearbeitung ist eben hoch gekonnt: Pomplamoose: Mister Sandman - The Chordettes
PPS: Dieser Tage bekommt das Sprichwort von den Böhmischen Dörfern neue Aktualität:[[smile]] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmisches_Dorf
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.