2 Stunden Ruhm gegen ein Leben im Knast

Sundevil @, Sonntag, 10.04.2016, 09:24 vor 3595 Tagen 4066 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 10.04.2016, 11:43

Die Kommentare zu folgendem Artikel sind interessant:

http://www.20min.ch/panorama/news/story/Verfolgungsjagd-endet-mit-Selfies-und-Umarmunge...

Es geht darum, dass in L.A. eine Verfolgungsjagd mit Selfies endete. Aus den Kommentaren kann man schließen, dass viele junge Menschen das Beispiel gut finden. Sie sind von ihrem eigenen Leben so gelangweilt, dass auch sie es am liebsten für zwei Stunden zweifelhaften Ruhm eintauschen würden.

Sind sie wirklich vom Leben gelangweilt?

SevenSamurai @, Sonntag, 10.04.2016, 11:01 vor 3595 Tagen @ Sundevil 2301 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 10.04.2016, 11:20

Sie sind von ihrem eigenen Leben so gelangweilt, dass auch sie
es am liebsten für zwei Stunden zweifelhaften Ruhm eintauschen würden.

Sind sie wirklich vom Leben gelangweilt?

Oder sind sie nicht vielleicht schlau genug, um die Lügen unserer Gesellschaft zu durchschauen?

"Fleißig lernen, am besten ein Hochschulstudium in einem MINT-Fach, dann tüchtig arbeiten und eine Familie gründen und ein Haus bauen."

Tja, mit diesen Lebenslügen können unsere Politiker - hier wie drüben - nur noch Dumme fangen.

Man wird entlassen, der Firmenchef wird dadurch noch reicher, und als Arbeitsloser wird man wie ein Aussätziger behandelt. Toll ist der, hüben wie drüben, der mit krummen Tricks reich wurde, weil "er clever war". Das ist der American Way of Life, den viele satt haben. Viele müssen zur Armee, um wenigstens etwas Geld zu verdienen, oder werden gar unter Zwang verpflichtet (Wehrpflicht), nur damit die Reichen und Hyperreichen weiter im Luxus leben können. Sie werden quasi für die Elite verheizt.

Aber in einem Punkt hast du recht:

Es fehlt ein Gegenkonzept, weder Drogen noch Partys etc. sind genug als Alternative.

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Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Früher gabs das mal

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 10.04.2016, 12:10 vor 3595 Tagen @ SevenSamurai 2082 Views

Da waren noch Werte da, für die es sich lohnt, sich einzusetzen. Da gabs noch Ideale. Das Schlimme dabei ist, - diese Ideale wurden teilweise mißbraucht.

Nun ist man soweit, dass man alle Ideale, alle Vorbilder, alle Orientierungshilfen etc. ablehnt, weil die was Böses sein könnten. Auf die Idee, dass man diese Ideale auf das überprüft, was das Leben lebenswert macht, kommt niemand. Nach dieser Prüfung kann man dann entscheiden, ob man sich an diesen Idealen orientiert oder nicht.

Dabei wären viele dieser alten Ideale eine große Hilfe für die Jugend von heute. Welche das sein könnten?

Verläßlichkeit, Ausdauer, Stolz auf die Heimat, Bewährung und Auszeichnung im Beruf, Kameradschaft, sportliche Ertüchtigung (hat nichts mit dem Doping-Leistungssport zu tun, sondern eher mit dem alten Turnvater Jahn) bis zum Wandern und Bergsteigen, - gemeinsame Liederabende miteingeschlossen.

Erzähl das mal einem 15-Jährigen. Der greift sich an den Kopf und winkt ab. Weiß zwar gar nicht, was das bedeuten kann, aber er wurde bereits so vorgeformt, dass er hier automatisch auf den "Negativ-Knopf" drückt.

Das Fatale dabei ist, dass so manche zweifelhafte Organisationen das Defizit in der von mir angesprochenen Richtung erkannt haben und es gleich wieder für ihre eigennützigen, politisch extremen Zwecke verwenden.

Niemand aber kommt auf die Idee, dass die Organisationen das Schlechte sind, die diese Begriffe mißbrauchen, jeder gibt den von mir angegebenen Begriffen die Schuld. So schizophren ist die Welt.

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Wandere aus, solange es noch geht.