Zur Nächstenliebe

Dieter, Sonntag, 27.03.2016, 12:34 vor 3608 Tagen 4056 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 27.03.2016, 13:15

Hallo in die Runde,

zu Ostern mal ein wenig Biblisches zur eingeforderten Nächstenliebe

Was ist Nächstenliebe, die von Politik und Kirchen eingefordert wird?
Hierzu eine Betrachtung, vor allem der Fragestellung, wer mein Nächster ist:

Dazu gibt es ein Bibelstelle mit einer Geschichte/Gleichnis bei Lukas 10, 30-37:

Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?
Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.
Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber.
Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.
Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;
und er ging zu ihm, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?
Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und t
u desgleichen!

Daraus ergibt sich:
Die Frage lautet korrekt eben nicht: "Wer ist mein Nächster?", sondern vielmehr: "Wem kann ich mich zum Nächsten machen?" Wenn ich jemandem helfe, dann ist nicht der Hilfsbedürftige mein Nächster, sondern ich, der Helfer, bin der Nächste des Hilfsbedürftigen. Man kann sich selbst zum Nächsten machen. Mit etwas Glück bekommt man dann Nächstenliebe/Dankbarkeit zurück, oder auch nicht.

Das Gleichnis der Nächstenliebe bedeutet also nichts anderes, als in Vorleistung zu treten, allerdings verbunden mit der Verpflichtung des Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll, es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet.

Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, heißt demnach, man soll demjenigen, der einem geholfen hat, lieben wie sich selbst und beinhaltet die Aufforderung, anderen zu helfen, damit man durch diese Tat zum Nächsten wird.

Fragestellungen in dem Zusammenhang: Wenn man sich zu 99 % sicher ist, daß derjenige, dem man aus der Not geholfen hat, einen nicht als "Nächsten" anerkennt und seinen Verpflichtungen nachkommt, was dann?

Wenn wir Asylanten helfen, dann ist das keine Nächstenliebe, sondern ggf. Liebe. Im christlichen Sinn ist jetzt Nächstenliebe der Asylanten ihren Helfern gegenüber gefordert. Nur sind sie auch im christl. Sinne erzogen worden, so daß sie das jüdisch-christliche Gebot befolgen. Moslems beziehen das in jüdischer Tradition sicher nur auf Moslems, wenn überhaupt.

Merkel und viele Deutsche/Europäer haben sich zum Nächsten durch ihr Handeln gemacht. Darauf folgt die göttliche Forderung: Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. Dann schauen wir mal, wie es mit dem Willen zur Integration/Assimilation bei Türken, Afghanen, Syrern, Irakern etc. ausschaut. Sie wären verpflichtet und stehen in der Schuld. Parallelgesellschaften, Forderungen stellen, Abgreifen von Sozialleistungen widersprechen dem vehement.

Gruß Dieter

Gebot nur für Nachfolger Jesu

Lydia, Sonntag, 27.03.2016, 14:27 vor 3607 Tagen @ Dieter 2694 Views

Hallo Dieter,


zu Ostern mal ein wenig Biblisches zur eingeforderten Nächstenliebe

Was ist Nächstenliebe, die von Politik und Kirchen eingefordert wird?
Hierzu eine Betrachtung, vor allem der Fragestellung, wer mein Nächster
ist:

Aber von wem wird die Liebe zum Nächsten gefordert, wen genau spricht der Herr Jesus mit diesen Zeilen an?
Wem gilt dieses Gebot, wem gelten alle neutestamentlichen Anweisungen?
Ich glaube, erst wenn man darauf eine eindeutige Antwort hat, erklärt sich daraufhin alles übrige.

Jesus Christus spricht hier zu Menschen, die ihm nachfolgen wollen, die im wahrsten Sinne christusgläubige Nachfolger Jesu sind.

Zu allen anderen sagte er: Tue Buße von deinen Sünden und bekehre dich zu dem Herrn Jesus Christus.

Er spricht hier nicht zu Menschen, die keinerlei Beziehung zu ihm haben oder haben wollen und deshalb gilt der Text nicht den Menschen, die ihn ablehnen. Eine Diskussion darüber wäre Stroh dreschen, da es nicht der Wahrheit entspricht.

Wir sind von einem Reformationsland zu einem antichristlichen Land geworden mit einer antichristlichen Regierung, die nicht das will, was Gott will. Insofern greift der Text hier nicht. Man kann für die Obrigkeit beten, dass sie erkennt, wem sie in Wirklichkeit dient, aber damit ist unsere Macht auch schon wieder zu Ende.

In Deutschland ist vom lebendigen Gott alles abgefallen, was nur abfallen kann. Das impliziert auch die Kirchen und kirchliche Funktionsträger.

Jesus sagte diese Worte nicht zu einem Volk/Land/Regierung, welches ihn in Tat und Wahrheit hasst, sondern wie oben beschrieben.

Die Gebote Jesu gelten nur für mich/uns, wenn ich an ihn gläubig bin, die Vergebung meiner Sündenschuld am Kreuz von Golgatha abgetan weiß und ein Leben in der Nachfolge führe.

Gruß
Lydia

Nächstenliebe ja, aber nicht gegenüber Ungläubigen und Leidverursachern

Nonpopulo @, Sonntag, 27.03.2016, 14:36 vor 3607 Tagen @ Dieter 2779 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 27.03.2016, 14:47

Hallo Dieter,

> Das Gleichnis der Nächstenliebe bedeutet also nichts anderes, als in
[quote]Vorleistung zu treten, allerdings verbunden mit der Verpflichtung des
Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll,
es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet.
[/quote]

Liebe kannst du nicht zur Pflicht machen, jedoch ist es wohl natürlich, denjenigen zu lieben, der einem geholfen hat.

Allerdings gibt es Ausnahmen: 1. Diejenigen, die die Helfer nicht als ebenbürtig ansehen (wegen Ungläubigkeit) und 2. Diejenigen, die die Helfer selbst als Ur-Verursacher ihres eigenen Leides sehen und die Hilfe somit als selbstverständliche Pflicht ansehen (was ja auch die meisten Helfer so beurteilen).

Nur sind sie auch im christl. Sinne erzogen
[quote]worden, so daß sie das jüdisch-christliche Gebot befolgen. Moslems
beziehen das in jüdischer Tradition sicher nur auf Moslems, wenn
überhaupt.
[/quote]

Moslems besitzen im Gegensatz zu uns noch einen Machtinstinkt und deshalb spüren sie, dass die Europäer schwach sind, gebrochen durch die Menschenrechts-Juristerei, den Genderwahn und den kulturellen Selbsthass.

> Merkel und viele Deutsche/Europäer haben sich zum Nächsten durch ihr
[quote]Handeln gemacht. Darauf folgt die göttliche Forderung: Du sollst Deinen
Nächsten lieben wie Dich selbst. Dann schauen wir mal, wie es mit dem
Willen zur Integration/Assimilation bei Türken, Afghanen, Syrern, Irakern
etc. ausschaut. Sie wären verpflichtet und stehen in der Schuld.
Parallelgesellschaften, Forderungen stellen, Abgreifen von Sozialleistungen
widersprechen dem vehement.
[/quote]

Sehe ich anders: Die meisten Asylanten haben schon rein aufgrund der Arbeitsmarktsituation (qualitative und quantitative Nachfrage) in Europa gar keine Chance sich zu integrieren, selbst wenn sie ein Höchstmass an Integrationswillen mitbringen. Somit bleibt ihnen nur das Abgreifen der Sozialleistungen. Mit ihrer Flüchtlingspolitik schafft die EU eine Lose-Lose-Situation für Einheimische und Migranten, die wohl noch sehr viel Wut auf beiden Seiten erzeugen wird.

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Generosität und Reziprozität

LLF @, Sonntag, 27.03.2016, 14:44 vor 3607 Tagen @ Dieter 2412 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 27.03.2016, 14:55

Gemäß Definition von Dr. Werner Peters in seinem Buch "Generosität":
Generosität = ich handle ohne Erwartung einer Gegenleistung
Reziprozität = ich handle in Erwartung einer Gegenleistung

Man kann sich selbst zum Nächsten machen. Mit etwas Glück bekommt man dann > Nächstenliebe/Dankbarkeit zurück, oder auch nicht.
verbunden mit der Verpflichtung des Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll, es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet. Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, heißt demnach, man soll denjenigen, der einem geholfen hat, lieben wie sich selbst und beinhaltet die Aufforderung, anderen zu helfen, damit man durch diese Tat zum Nächsten wird.

Du erwartest ein reziprokes Geschäft: spende Almosen und erwarte Liebe.

Was ist jedoch, wenn der Empfänger das angebotene Geschenk als unzumutbare Belästigung empfindet? Feste Essenszeiten (mittags um 12 Uhr), gemeinsam mit den Frauen in einer Reihe anstellen, abends kaltes Sandwich statt heißem Hirsebrei. Asylbewerber werden bei uns mit Essen versorgt, aber sie empfinden das angebotene Essen nicht als Wohltat, sondern als Qual.

Arbeitslose betrachten die karge Mindestsicherung eher als Schmerzensgeld für die Nachstellungen des Jobcenters denn als Geschenk. 400 Euro für 10 sinn- und erfolglose Bewerbungen ergibt einen Kostensatz von 40 Euro pro Bewerbung - hinzu kommen die betrieblichen Kosten für die Beantwortung erzwungener Bewerbungen. Hauptsache, die Gesellschaft bekommte eine Gegenleistung für das Arbeitslosengeld. Würde der Arbeitslose als Gegenleistung für sein Mindesteinkommen jeden Tag einen Scheißhaufen vor dem Jobcenter abliefern, so hätte das einen ähnlichen Effekt, aber die Gesellschaft würde dann merken, was in den Jobcentern produziert wird.

In Bezug auf Bitterfeld ist mal die Behauptung aufgestellt worden: "Wir haben euch nach der Flutkatastrophe geholfen, jetzt MÜSST ihr den Flüchtlingen helfen und dürft deshalb keine AfD wählen." Wenn die kurzfristige Hilfe nach einer Flutkatastrophe (Sandsack schleppen) zu einer langfristigen Entmündigung des Emfängers (Verlust des Wahlrechts) führt, so ist das ein schlechtes Geschäft und insofern wäre es in Zukunft für die Menschen in Bitterfeld vernünftig, keine Hilfe von linksorientierten Rettungskräften mehr zu akzeptieren.

Um die innere Einstellungen des Geschenkempfängers zu verstehen, MUSS man ihn also erst mal fragen, wie er das Geschenk empfindet.

Ja, man muss den Flüchtlingen helfen, man muss aber auch Grenzen zum eigenen Schutz setzen. Die Menschenwürde der Flüchtlinge wird nur dann respektiert, wenn man deren kulturelle Besonderheiten (z.B. durch getrennte Unterbringung) beachtet. Wer den Flüchtlingen sein eigenes Lebensmodell aufzwingt, der liefert keine Hilfe, sondern eine Nötigung.

Praktisch keiner von den christlichen Gutmenschen, die die Masseneinwanderung unterstützen, zeigt Nächstenliebe

BerndBorchert @, Sonntag, 27.03.2016, 14:56 vor 3607 Tagen @ Dieter 2866 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 27.03.2016, 15:01

denn die meisten unterstützen das nur mit Worten, aber nicht mit Taten.

Und lassen es den Staat tun, dem kältesten aller Monster.

Und die wenigen Christen, die das mit Mithelfen unterstützen, helfen auch nur, solange die Kosten vom Staat übernommen werden.

Wirkliche Nächstenliebe würde auch die Kosten übernehmen. Das wären so 1000 bis 2000 Euro pro Monat für eine Flüchtlingsfamilie.

Da würde sich dann ganz schnell die Spreu der in ihre Güte selbstverliebten Gutmenschen vom Weizen trennen.

Für Christus waren übrigens die Menschen, die sich für moralisch besser als andere halten, also die typischen Gutmenschen, die größten Feinde.

Bernd Borchert

Wir sind exakt in der selben Situation wie Jesus und sein Volk vor 2000 Jahren

Leisereiter @, Sonntag, 27.03.2016, 14:57 vor 3607 Tagen @ Dieter 3043 Views

Danke für deinen Beitrag!

Jesus ist aktuell wie nie zuvor!

Merkel und viele Deutsche/Europäer haben sich zum Nächsten durch ihr
Handeln gemacht.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Merkel und dem Samariter aus dem Gleichnis: Der Samariter hat mit seinen EIGENEN Händen den Bedürftigen gepflegt und sein EIGENES Geld für ihn ausgegeben.

Merkel gibt das Geld dritter Personen aus, und verplant die Arbeitskraft dritter Personen für ihre Lieblinge. Auf Merkel trifft ein anderes Wort Jesu zu:

"Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen."

Mit "Sie" meinte Jesus die Schriftgelehrten (Intellektuellen), welche übrigens sehr gut mit der imperialen Besatzungsmacht kollaborierten. Beide, Schriftgelehrte und Besatzungsmacht, lebten ganz hervorragend auf Kosten des einfachen sesshaften Volkes.

Wie heute. Jesus, aktueller denn je!

--
https://www.youtube.com/watch?v=faNge-o0V-k https://www.youtube.com/watch?v=fl9HMSTHeTg Möglicher Ausweg für Weiße: Werdet schwarz! http://edition.cnn.com/2015/06/16/us/washington-rachel-dolezal-naacp/ https://www.youtube.com/watch?v=LPjzfGChGlE

Kein Anspruch auf Nächstenliebe

eddie09 @, Sonntag, 27.03.2016, 16:46 vor 3607 Tagen @ Dieter 2606 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 27.03.2016, 16:51

Es wird immer der gleiche Fehler gemacht. Wenn ich meinem Nächsten etwas Gutes tue, dann auch sogleich eine Gegenleistung zu erwarten. Es baut sich dann eine Erwartungshaltung auf, bei deren Nichterfüllung gibt es nur Enttäuschungen. Die Freude darüber, einem Menschen in der Not geholfen zu haben, ist Bereicherung genug. Wenn dann was zurückkommt, umso besser.

Ich habe mal vor gut 25 Jahren zwei Menschen das Leben gerettet. Davon zehre ich heute noch. Ein unbeschreibliches Gefühl.

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Ergänzung

Dieter, Sonntag, 27.03.2016, 16:59 vor 3607 Tagen @ Dieter 2517 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 27.03.2016, 17:12

Hallo, nochmal in die Runde,

besten Dank für die Antworten, auf die ich mit einer Ergänzung und Klarstellung meiner Gedanken eingehen möchte:

1. Der Samariter übt keine Nächstenliebe im Gleichnis Jesu aus, sondern Hilfe aus sich heraus und wird damit aus Sicht des Hilfesuchenden zum "Nächsten". Der "Nächste" ist jemand, der einem aus der Not heraushilft, dem gebürt die gebotene "Liebe, wie sich selbst".

2. Das Gebot der Nächstenliebe entspringt dem Gebot, den HERRN, also Gott, zu lieben. Das bedeutet, Liebe ist hier wie Dankbarkeit definiert, dem HERRn gegenüber, ihm zu dienen.

Daraus resultiert eindeutig: Nächstenliebe ist nur ein anderes Wort für Dankbarkeit zeigen und betrifft den, dem geholfen wurde. Der Helfer ist durch das gute Gefühl seiner Tat schon beschenkt genug, insofern kann er Hilfe ohne die Erwartung einer Gegenleistung erbringen. Aber mit dem Lehrsatz der Nächstenliebe wird der Geholfene aufgefordert, Dankbarkeit zu zeigen.

Nur so funktioniert eine Gesellschaft.

Gruß Dieter

Frage mich, was Jesus dazu sagen würde

Rybezahl, Sonntag, 27.03.2016, 20:45 vor 3607 Tagen @ Dieter 2352 Views

Hallo!

Notiz am Rande:

Ich frage mich immer, was Jesus dazu sagen würde (wenn es ihn gab), höre oder lese ich Texte in denen steht, wie etwas gemeint sein müsse.

Ostergruß vom
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Jesus hat sich vorsichtshalber

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 27.03.2016, 20:55 vor 3607 Tagen @ Rybezahl 2712 Views

Hallo!

Notiz am Rande:

Ich frage mich immer, was Jesus dazu sagen würde (wenn es ihn gab), höre
oder lese ich Texte in denen steht, wie etwas gemeint sein müsse.

schriftlich nicht geäußert.
Er wird schon gewusst haben, warum. [[zigarre]]

Ostergruß vom
Rybezahl.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

selbstlose Hilfe OHNE Erwartungshaltung

nereus @, Dienstag, 29.03.2016, 08:46 vor 3606 Tagen @ Dieter 1798 Views

Hallo Dieter!

Da hast Du eine interessante Stelle aus dem NT ausgegraben.

Vielleicht sollte man ergänzen, daß sich diese Rede von Jesu auf ein Gespräch mit einem Priester bezieht, der, wie viele andere seiner „Zunft“, den Wanderrabbi immer wieder auf die Probe stellen wollte.
So ist ein wesentlicher Punkt in der von Dir angeführten Geschichte, daß sowohl ein Priester als auch ein Levit an dem Halbtoten vorbeiliefen und erst ein Samariter sich diesem Menschen erbarmte.
Das war eine weitere Breitseite gegen die Selbstherrlichkeit der elitären Israeliten, die Gottes Gebote auf den Lippen trugen aber nicht (mehr?) im Herzen.
Die Samariter wurden nämlich von den Priesterkasten bzw. den aus Baylonien zurückkehrenden Judäern als Ketzer verdammt.
Ausgerechnet denen eilt Jesus jedoch mit dieser Anekdote zu Hilfe.

Das sind natürlich alles Bibelstellen, die der herrschenden politischen Korrektheit überhaupt nicht in den Kram passen, so wie auch der SPIEGEL sich vor wenigen Tagen einmal mehr entblödete die Kreuzigung Jesus AUSSCHLIESSLICH den Römern anzulasten, was nun eine dermaßen schräge Interpretation der Evangelien voraussetzt, daß man sich schon fragen muß: Haben die eigentlich noch alle Tassen im Schrank?

Du schreibst nun: Die Frage lautet korrekt eben nicht: "Wer ist mein Nächster?", sondern vielmehr: "Wem kann ich mich zum Nächsten machen?" Wenn ich jemandem helfe, dann ist nicht der Hilfsbedürftige mein Nächster, sondern ich, der Helfer, bin der Nächste des Hilfsbedürftigen. Man kann sich selbst zum Nächsten machen. Mit etwas Glück bekommt man dann Nächstenliebe/Dankbarkeit zurück, oder auch nicht.

Nein, man kann sich nicht selbst zum Nächsten machen.
Jesus hatte auf die Frage des Priesters (wie man zu ewigen Leben gelangen könnte) mit einer Gegenfrage geantwortet, was denn im Gesetz stünde.
Da antwortete der Priester u.a.: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.
Das bejahte Jesus und sagte: Handle so.
Das war dem Priester aber zu einfach und er hakte nach und fragte, wer ist denn „mein Nächster/ oder Mitmensch“ (je nach Übersetzung).
Daraufhin kommt dann die von Dir zitierte Textstelle.
Die Frage nach dem Nächsten ist also im NT völlig korrekt gestellt. [[zwinker]]

Das Gleichnis der Nächstenliebe bedeutet also nichts anderes, als in Vorleistung zu treten, allerdings verbunden mit der Verpflichtung des Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll, es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet.

Nein.
Es geht vorrangig um Nächstenliebe, die keine Vergeltung/Dankbarkeit abfordert.
Natürlich ergibt sich diese Konsequenz dann auch für den Hilfsbedürftigen – da hast Du schon recht, aber das ist dann erst die Folge der zunächst uneigennützigen Hilfe.

Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, heißt demnach, man soll demjenigen, der einem geholfen hat, lieben wie sich selbst und beinhaltet die Aufforderung, anderen zu helfen, damit man durch diese Tat zum Nächsten wird.

Schade, daß Du die tolle Vorlage aus dem Lukasevangelium so uminterpretieren mußt, daß Dir wahrscheinlich die Eierhandgranate demnächst in der Hand losgeht.

Fragestellungen in dem Zusammenhang: Wenn man sich zu 99 % sicher ist, daß derjenige, dem man aus der Not geholfen hat, einen nicht als "Nächsten" anerkennt und seinen Verpflichtungen nachkommt, was dann?

Ruummms!! [[freude]]
Nun ist es passiert – wie vermutet.
Du hast Dich in Deiner eigenen fehlerhaften Gedanken-Konstruktion gefangen genommen.

Jesus spricht von selbstloser Hilfe, die eben keinen Dank automatisch erwartet.
Wir müssen nicht darüber debattieren, was das im Dauerzustand bedeutet, denn wir sind alle Menschen und haben Gefühle.
Aber die Liebe den anderen gegenüber darf nicht auf eine erhoffte Aufrechnung abstellen, weil es dann eben keine Liebe mehr ist.

Das sind nun einmal die messerscharfen Details in einem Buch, auf dem sich 2.000 Jahre Christentum aufbauten und von dem heute kaum noch einer etwas wissen will. Unter diesem Aspekt bin ich Dir sehr dankbar, daß Du den Text eingestellt hast.

Wenn wir Asylanten helfen, dann ist das keine Nächstenliebe, sondern ggf. Liebe.

Das ist dasselbe. Die angesprochenen Liebe unterscheidet da nicht, deswegen lautet ja auch der Text im Gesetz: Liebe deinen Mitmenschen wie Dich selbst. [[zwinker]]

Im christlichen Sinn ist jetzt Nächstenliebe der Asylanten ihren Helfern gegenüber gefordert.

Die auch, aber die Kirche fordert es zunächst von ihren Schäfchen und in diesem Kontext ist das auch richtig so, denn genau so steht es in den Evangelien.

Nur sind sie auch im christl. Sinne erzogen worden, so daß sie das jüdisch-christliche Gebot befolgen. Moslems beziehen das in jüdischer Tradition sicher nur auf Moslems, wenn überhaupt.

Nein, so ist das eben nicht.
Der Koran verpflichtet zu gegenseitigem Respekt, auch wenn man vor allem den Juden gegenüber zu großer Vorsicht mahnt. Die Christen kommen da viel besser weg zumal Jesus als großer Prophet im Koran verehrt wird.
Auf diesen Zusammenhang hatte ja Mahmud Ahmadinedschad vor der UNO hingewiesen, aber die westliche Presse hatte es überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder besser unterschlagen, weil dann ggf. ein paar Leute im Westen begonnen hätten nachzudenken.

Merkel und viele Deutsche/Europäer haben sich zum Nächsten durch ihr Handeln gemacht.

Merkel ist eine zionistische Marionette.
Die hat überhaupt nichts Sinnvolles gemacht.
Auf ihr Schuldkonto gehen die Ertrunkenen vom Mittelmeer, denn sie hat bei den Einfältigen falsche Hoffnungen geweckt, die dann durch besondere Umstände diese Verlockungen mit ihrem Leben bezahlten.
Wirklich christlich verhalten, haben sich die Helfer in den Notunterkünften und den Asylantenheimen, die mitunter nicht einmal Geld erhielten.
Doch dieses Handeln nun mit der geostrategischen Heimtücke thematisch zu verquicken, kann nicht wirklich funktionieren.

Später schreibst Du dann noch: Daraus resultiert eindeutig: Nächstenliebe ist nur ein anderes Wort für Dankbarkeit zeigen und betrifft den, dem geholfen wurde.

Nein, erst kommt die Hilfe, DANACH kommt die Dankbarkeit, die aber nicht zwingend erwartet werden darf. Du sollst Deinen Nächsten lieben, um diesen aus einer Notlage zu befreien. Wie dieser reagiert ist absolut Banane. Genau hier liegt ja die Crux der ganzen Thematik.

Der Helfer ist durch das gute Gefühl seiner Tat schon beschenkt genug, insofern kann er Hilfe ohne die Erwartung einer Gegenleistung erbringen.

Der Helfer ist nicht beschenkt, sondern er handelt aus Verantwortung vor Gott und dessen Geschöpfen. Es ist mehr eine Bekundung des Respekts vor dieser Erkenntnis.

Aber mit dem Lehrsatz der Nächstenliebe wird der Geholfene aufgefordert, Dankbarkeit zu zeigen.

Nein.
@Eddie09 hat geschrieben und verstanden wie es wirklich gemeint ist.

Er schrieb: Ich habe mal vor gut 25 Jahren zwei Menschen das Leben gerettet. Davon zehre ich heute noch. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Perfekt und fettes Respekt! [[applaus]] [[applaus]] [[applaus]]

Nur so funktioniert eine Gesellschaft.

Da hast Du wieder recht. [[zwinker]]
Wer nur nimmt und nie zurückgibt, sondert sich von der Gesellschaft ab.
Daher sollen diese Gebote ja auch für ALLE Menschen gelten.

mfG
nereus

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Wandere aus, solange es noch geht.