Hallo Dieter!
Da hast Du eine interessante Stelle aus dem NT ausgegraben.
Vielleicht sollte man ergänzen, daß sich diese Rede von Jesu auf ein Gespräch mit einem Priester bezieht, der, wie viele andere seiner „Zunft“, den Wanderrabbi immer wieder auf die Probe stellen wollte.
So ist ein wesentlicher Punkt in der von Dir angeführten Geschichte, daß sowohl ein Priester als auch ein Levit an dem Halbtoten vorbeiliefen und erst ein Samariter sich diesem Menschen erbarmte.
Das war eine weitere Breitseite gegen die Selbstherrlichkeit der elitären Israeliten, die Gottes Gebote auf den Lippen trugen aber nicht (mehr?) im Herzen.
Die Samariter wurden nämlich von den Priesterkasten bzw. den aus Baylonien zurückkehrenden Judäern als Ketzer verdammt.
Ausgerechnet denen eilt Jesus jedoch mit dieser Anekdote zu Hilfe.
Das sind natürlich alles Bibelstellen, die der herrschenden politischen Korrektheit überhaupt nicht in den Kram passen, so wie auch der SPIEGEL sich vor wenigen Tagen einmal mehr entblödete die Kreuzigung Jesus AUSSCHLIESSLICH den Römern anzulasten, was nun eine dermaßen schräge Interpretation der Evangelien voraussetzt, daß man sich schon fragen muß: Haben die eigentlich noch alle Tassen im Schrank?
Du schreibst nun: Die Frage lautet korrekt eben nicht: "Wer ist mein Nächster?", sondern vielmehr: "Wem kann ich mich zum Nächsten machen?" Wenn ich jemandem helfe, dann ist nicht der Hilfsbedürftige mein Nächster, sondern ich, der Helfer, bin der Nächste des Hilfsbedürftigen. Man kann sich selbst zum Nächsten machen. Mit etwas Glück bekommt man dann Nächstenliebe/Dankbarkeit zurück, oder auch nicht.
Nein, man kann sich nicht selbst zum Nächsten machen.
Jesus hatte auf die Frage des Priesters (wie man zu ewigen Leben gelangen könnte) mit einer Gegenfrage geantwortet, was denn im Gesetz stünde.
Da antwortete der Priester u.a.: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.
Das bejahte Jesus und sagte: Handle so.
Das war dem Priester aber zu einfach und er hakte nach und fragte, wer ist denn „mein Nächster/ oder Mitmensch“ (je nach Übersetzung).
Daraufhin kommt dann die von Dir zitierte Textstelle.
Die Frage nach dem Nächsten ist also im NT völlig korrekt gestellt. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Das Gleichnis der Nächstenliebe bedeutet also nichts anderes, als in Vorleistung zu treten, allerdings verbunden mit der Verpflichtung des Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll, es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet.
Nein.
Es geht vorrangig um Nächstenliebe, die keine Vergeltung/Dankbarkeit abfordert.
Natürlich ergibt sich diese Konsequenz dann auch für den Hilfsbedürftigen – da hast Du schon recht, aber das ist dann erst die Folge der zunächst uneigennützigen Hilfe.
Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, heißt demnach, man soll demjenigen, der einem geholfen hat, lieben wie sich selbst und beinhaltet die Aufforderung, anderen zu helfen, damit man durch diese Tat zum Nächsten wird.
Schade, daß Du die tolle Vorlage aus dem Lukasevangelium so uminterpretieren mußt, daß Dir wahrscheinlich die Eierhandgranate demnächst in der Hand losgeht.
Fragestellungen in dem Zusammenhang: Wenn man sich zu 99 % sicher ist, daß derjenige, dem man aus der Not geholfen hat, einen nicht als "Nächsten" anerkennt und seinen Verpflichtungen nachkommt, was dann?
Ruummms!! ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Nun ist es passiert – wie vermutet.
Du hast Dich in Deiner eigenen fehlerhaften Gedanken-Konstruktion gefangen genommen.
Jesus spricht von selbstloser Hilfe, die eben keinen Dank automatisch erwartet.
Wir müssen nicht darüber debattieren, was das im Dauerzustand bedeutet, denn wir sind alle Menschen und haben Gefühle.
Aber die Liebe den anderen gegenüber darf nicht auf eine erhoffte Aufrechnung abstellen, weil es dann eben keine Liebe mehr ist.
Das sind nun einmal die messerscharfen Details in einem Buch, auf dem sich 2.000 Jahre Christentum aufbauten und von dem heute kaum noch einer etwas wissen will. Unter diesem Aspekt bin ich Dir sehr dankbar, daß Du den Text eingestellt hast.
Wenn wir Asylanten helfen, dann ist das keine Nächstenliebe, sondern ggf. Liebe.
Das ist dasselbe. Die angesprochenen Liebe unterscheidet da nicht, deswegen lautet ja auch der Text im Gesetz: Liebe deinen Mitmenschen wie Dich selbst. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Im christlichen Sinn ist jetzt Nächstenliebe der Asylanten ihren Helfern gegenüber gefordert.
Die auch, aber die Kirche fordert es zunächst von ihren Schäfchen und in diesem Kontext ist das auch richtig so, denn genau so steht es in den Evangelien.
Nur sind sie auch im christl. Sinne erzogen worden, so daß sie das jüdisch-christliche Gebot befolgen. Moslems beziehen das in jüdischer Tradition sicher nur auf Moslems, wenn überhaupt.
Nein, so ist das eben nicht.
Der Koran verpflichtet zu gegenseitigem Respekt, auch wenn man vor allem den Juden gegenüber zu großer Vorsicht mahnt. Die Christen kommen da viel besser weg zumal Jesus als großer Prophet im Koran verehrt wird.
Auf diesen Zusammenhang hatte ja Mahmud Ahmadinedschad vor der UNO hingewiesen, aber die westliche Presse hatte es überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder besser unterschlagen, weil dann ggf. ein paar Leute im Westen begonnen hätten nachzudenken.
Merkel und viele Deutsche/Europäer haben sich zum Nächsten durch ihr Handeln gemacht.
Merkel ist eine zionistische Marionette.
Die hat überhaupt nichts Sinnvolles gemacht.
Auf ihr Schuldkonto gehen die Ertrunkenen vom Mittelmeer, denn sie hat bei den Einfältigen falsche Hoffnungen geweckt, die dann durch besondere Umstände diese Verlockungen mit ihrem Leben bezahlten.
Wirklich christlich verhalten, haben sich die Helfer in den Notunterkünften und den Asylantenheimen, die mitunter nicht einmal Geld erhielten.
Doch dieses Handeln nun mit der geostrategischen Heimtücke thematisch zu verquicken, kann nicht wirklich funktionieren.
Später schreibst Du dann noch: Daraus resultiert eindeutig: Nächstenliebe ist nur ein anderes Wort für Dankbarkeit zeigen und betrifft den, dem geholfen wurde.
Nein, erst kommt die Hilfe, DANACH kommt die Dankbarkeit, die aber nicht zwingend erwartet werden darf. Du sollst Deinen Nächsten lieben, um diesen aus einer Notlage zu befreien. Wie dieser reagiert ist absolut Banane. Genau hier liegt ja die Crux der ganzen Thematik.
Der Helfer ist durch das gute Gefühl seiner Tat schon beschenkt genug, insofern kann er Hilfe ohne die Erwartung einer Gegenleistung erbringen.
Der Helfer ist nicht beschenkt, sondern er handelt aus Verantwortung vor Gott und dessen Geschöpfen. Es ist mehr eine Bekundung des Respekts vor dieser Erkenntnis.
Aber mit dem Lehrsatz der Nächstenliebe wird der Geholfene aufgefordert, Dankbarkeit zu zeigen.
Nein.
@Eddie09 hat geschrieben und verstanden wie es wirklich gemeint ist.
Er schrieb: Ich habe mal vor gut 25 Jahren zwei Menschen das Leben gerettet. Davon zehre ich heute noch. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Perfekt und fettes Respekt!
![[[applaus]]](images/smilies/applaus.gif)
Nur so funktioniert eine Gesellschaft.
Da hast Du wieder recht. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Wer nur nimmt und nie zurückgibt, sondert sich von der Gesellschaft ab.
Daher sollen diese Gebote ja auch für ALLE Menschen gelten.
mfG
nereus